toleranz

Fundstück im ICE76

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Fundstück im ICE76

Über die Grenzen der Toleranz!

Wie alt muss man sein, damit man/frau im Zug ungestraft ein hartgekochtes Ei essen darf? – Warum nicht gleich noch eine Schlachteplatte auspacken oder auf dem Tischchen Innereien grillen?

Die Frau neben mir ist um die 80 und sie ist sich keiner Schuld bewusst, als sich ihre Dritten genussvoll ins Ei fräsen. Was kann man da machen? Wer muss hier wen tolerieren? Soll ich sie fragen, ob sie mal anhauchen möchte…?

Immerhin liegt das Eier-Odeur so dominant im Abteil, dass meine Nase nicht erkennen kann, um was für eine Wurstsorte es sich auf ihrem Butterbrot handelt. (Funfact: Eins meiner allzeit Lieblingsworte aus dem Ostdeutschen ist und bleibt Fettbemme! Sagt alles!)

Die Omi nebenan wippt vergnügt mit den Füßen. Naja, wird vielleicht Zeit, meinen vier Jahre alten Ziegenkäse rauszuholen… Oder ist das der rechte Moment, um endlich mit dem Rauchen anzufangen?

Fundstücke in Fernwest – Mate

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Fundstücke in Fernwest – Mate

Okay, okay, darüber muss ich dann wohl doch ein paar Worte verlieren. Obwohl ich mich bisher davor gedrückt habe. Aber nach Argentinien/ Uruguay zu fahren, ohne etwas zu Mate zu sagen, geht nicht. Aber, auch wenn ich damit ein ewiges Einreiseverbot erwirke: Mate ist völlig überbewertet!
Ich weiß, andere Länder andere Sitten, Toleranz, Akzeptanz, blabla… In manchen Ländern sind Kühe, Froschschenkel, Autobahnen, im Erdboden vergrabener Käse, selbstgebrannter Slivovic oder gar die Todesstrafe heilig. Warum nicht auch Mate? Bitte, geschenkt! Also relativiere ich meine Aussage: Ich finde, Mate ist völlig überbewertet. Wenn das mal keine gescheite Ich-Aussage ist!
Ich hab’s probiert, bin ja kein totaler Ignorant. Aber diese ewige Rumgezuzel, Rumgesauge, Nachschenken, Saugen, Nachschenken, Rumsaugen, den ganzen Tag Raumlaufen mit Thermoskanne. Bah! Das nervt! Es schmeckt auch nicht (mir!), aber in erster Linie nervt’s einfach (mich!). Egal wo und wann: auf der Straße, im Bus, in der Schlange stehend, am Strand, beim Einkaufen, beim Begräbnis, beim Sex…! Ach, wie schrecklich gesellig das doch ist! Immer schön nachfüllen und weiterreichen, saugi saugi, weiterreichen, saugi saugi, weiterreichen, saugi saugi… Bah! Und ich finde nicht die Tatsache eklig, dass alle am gleichen Röhrchen saugen. Das ist sogar noch das Beste dran!
Und wenn ich jetzt noch sage, dass es eine „akzeptable“ Variante davon gibt, habe ich in Uruguay und Argentinien vermutlich endgültig verschissen: Tereré. So nennt sich die paraguayische Variante. Sie wird kalt getrunken und gerne mit Zitronenlimonade oder Orangensaft statt Wasser. Und das kann tatsächlich sehr erfrischend sein! Und schmeckt auch nicht so nach Mate!
Hoffentlich liest das niemand von der argentinischen Staatssicherheit. Ich wollte eigentlich noch einen Monat in Argentinien bleiben. Aber scheiß drauf! Es musste einfach mal gesagt werden: Mate nervt! Ja, doch: Mate nervt mich! So!

mate-zuzeln - kann man machen, muss man nicht!
Herr Boe beim traditionellen Mate-Zuzeln – kann man machen, muss man nicht!

Fundstück – die Meerschweinchentestesserstory

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Fundstücke in Fernwest – die Meerschweinchentestesserstory

„Na, das war ja klar, dass das jetzt kommt! Nach Ecuador fliegen und Meerschweinchen essen!“ Was denn, was denn…?!
Da man in allen guten wie schlechten und sogar den mittelmäßigen Reiseblogs und auch Reiseführern immer eine mit gespaltener Moralzunge gepfriemelte Meerschweinchentestesserstory findet (sentimental hin und her gerissen zwischen der eigenen weltoffenen und total toleranten Persönlichkeit und der kulturell-kulinarischen Angewidertheit des Anderen*), verzichte ich an dieser Stelle auf diesen Mainstream-Scheiß! Auch wenn ich mir bis zu meinem Lebensende solche Sprüche anhören muss wie: „Jetzt bist du extra nach Ecuador gereist und hast dann KEIN Meerschweinchen gegessen?! Du feiger Hund!“
Dafür erzähle ich Euch, dass in Südamerika das Meerschweinchen „Cuy“ heißt, weil es diese Geräusche macht, nicht beim Schlachten übrigens! „Cuy!“ Süß oder? Ist ein bisschen so, wie wenn deutsche Kinder „Wauwau!“ zu einem Hund sagen. Apropos Hund, damit kann ich übrigens dienen! Denn Hund habe ich schon mal während meines Fahrradtrips durch Indonesien auf Flores gegessen. Na und wer macht solche Sachen in diesem Vielvölkerstaat? Die Buddhisten…, die Moslem…? Nein, natürlich die Christen essen Hund! Freitags werden die Hunde wahrscheinlich ertränkt oder durchs Weihwasser gezogen, damit sie dann als Seehund gegessen werden dürfen!
In diesem Sinne wünsche ich Euch ebenfalls eine Atomwaffen und Meerschweinchen freie Vorweihnachtszeit!

(*Das „Andere“ ist hier soziologisch zu verstehen als das Fremde, Unbekannte und Angstmachende. Wir sind zwar natürlich tolerant, aber aus der Position des kulturell Überlegenden, humanistischen und die Werte kontrollierenden Gutmenschen heraus.)

 

„Kere Kere!“

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„Kere Kere!“
oder: Warum Männer wirklich früher sterben!

Im Deutschen gibt es den Spottvogel, im Englischen den „Mocking Bird„. Keine Ahnung, ob die beiden Hübschen miteinander verwandt oder verschwägert sind, wie man ihren Spottgesang artgerecht nachmacht oder ihn in Lautschrift gießt. Mögen mich meine „Birdie“-Freunde (Menschen mit Vogelsachverstand) aufklären – oder besser noch: es seien lassen.
Aber ich weiß, dass es in Venezuela einen Vogel gibt, den man „Kere kere“ nennt, da sein Gesang/ Gemecker genau so klingt: Kere kere! Wer das einige zig Male laut und hell vor sich hin gemeckert hat, der weiß, wie’s funktioniert.
Das Schöne daran ist, dass die venezolanischen Männer ihre Ehefrauen, wenn sie zuviel meckern, mehr oder weniger liebevoll „Kere kere“ nennen.
Hier könnte die Geschichte schon zu Ende sein, aber es stellt sich mir die Frage, warum nennen Männer ihre Frauen so und nicht umgekehrt? Eine schnelle Antwort lautet, weil Frauen mehr meckern und warum…? Natürlich, weil sie mehr Anlass zum Meckern haben, zum Beispiel über ihre Männer. Diese Antwort liegt nahe… Meines Erachtens liegt es aber auch daran, dass Männer zu Hause weniger meckern. Das klingt banal. Aber das Warum ist interessant. Sie meckern weniger, weil sie einfach ihre Ruhe haben wollen und keine Lust auf Auseinandersetzung, Streit, ja mitunter nicht mal auf Kommunikation im Allgemeinen haben. Das wiederum bringt Frauen auf die Palme, ohne dabei die eigentliche und durchaus wichtige Botschaft des Mannes verstanden zu haben: „Ich möchte meine Ruhe!“ – Diesen Satz müssen manche Frauen einfach noch mal in Ruhe lesen…
Das kann natürlich sekundär auch etwas mit der Frau im Allgemeinen oder Spezifischen zu tun haben. In erster Linie ist der Wunsch nach Ruhe aber ein Grundbedürfnis des Mannes, welches Frauen in diesem Ausmaß nicht besitzen. Daher fehlt ihnen oft Verständnis und Toleranz und, was es noch schlimmer macht, sie nehmen es persönlich und fühlen sich missverstanden und vernachlässigt. Dabei hat es meistens gar nichts mit ihnen zu tun. Das sollte sie (kleiner Tipp!) an dieser Stelle beruhigen und nicht aufregen!

Aber ich hole zu weit aus… Und ich weiß, ich bin fürchterlich verallgemeinernd. Aber das muss es auch sein und das gehört bei vielen großen Theorien oft dazu.
Vor diesem Hintergrund beantworten sich die folgenden Fragen fast von alleine: Wer trifft eigentlich die Entscheidungen in einer Partnerschaft? Wer richtet die Wohnung ein? Wer wählt den Kinofilm aus? Wer entscheidet über die „gemeinsamen“ Freunde? Der Fragenkatalog ist quasi unendlich. – Aber für die meisten umstrittenen Fragestellungen ist das Ruhebedürfnis des Mannes einfach zu groß. Er weiß, dass er keine Chance hat und letztlich ist es ihm auch nicht sooo wichtig. Er wählt den Weg des geringsten Widerstands und lässt sie entscheiden. Darf sich aber nicht wundern, warum er sich plötzlich Filme wie Titanic oder von Rosamunde Pilcher anschaut.
Aber: Wer stirbt früher? – Männer!
Die (schlüssige) Beweisführung direkt hin zu Rosamunde Pilcher-Filmen ist mir leider noch nicht gelungen!
Es hat dahingehend noch niemand seriös überprüft, ob nicht vielleicht die ein oder andere Entscheidung im Haushalt lebensgefährlich sein könnte. Und wenn ja, für wen? – Langsam wird’s ernst!
Verallgemeinern wir noch ein bisschen weiter. Frauen frieren leichter und mehr und überall. Das hat ursprünglich mit dem Schutz des ungeborenen Kindes zu tun und ist überhaupt nicht, liebe Frauen, als Vorwurf zu verstehen. Die Frau mag es also behaglich und warm, sehr warm. Zu warm für den Mann! Der Mann fängt an zu schwitzen und möchte es kühler haben. Aber dann wiederum würde sie frieren…
Was passiert…? Die Antwort auch auf diese Frage ist, dass die Frau über die Temperatur im Haus entscheidet und somit den Mann in die Saunafalle treibt. Wer sich auf Dauer in zu warmen Räumen aufhält, neigt zur Ausbildung von Bluthochdruck, einer der Hauptgründe für eine verminderte Lebenserwartung. Ein Krankheitsbild, das im übrigen nicht entstehen kann, wenn man sich eher in kälteren Räumen aufhält. Dagegen hilft oft schon ein Pullover. Ohh! Konjunktiv vergessen: Würde helfen! Denn natürlich wird, damit die Frau weder friert noch meckert, die Heizung aufgedreht.
Das vorzeitige Todesurteil für den Mann wird spätestens dann unterzeichnet, wenn er sich auf den Einbau einer Fußbodenheizung einlässt. Das ist nämlich das Allerletzte für seine Blutgefäße und seinen Kreislauf!
Bisher hat es, meinen Recherchen nach, noch kein Gerichtsurteil über Totschlag oder fahrlässige Tötung in diesem Zusammenhang gegeben…
Äh… Wie war ich noch mal darauf gekommen? Ach ja: „Kere Kere – Kere Kere!“

Hier ein Kere Kere (in gelb), der einen Kolibri (im Flug) ausmeckert. Es geht um die Einhaltung eines einseitigen Überflugverbots o.ä.
Hier ein Kere Kere (in gelb), der einen Kolibri (im Flug) ausmeckert. Es geht um die Einhaltung eines einseitigen Überflugverbots o.ä.

Der Zyklopenarsch

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Die Zyklopenarschtheorie

Für die nun folgende Theorie verlange ich von Ihnen zuerst eine ordentliche Portion Phantasie und später womöglich ein wenig Toleranz.

Beginnen wir mit der Phantasiephase: Stellen Sie sich einmal vor, Sie seien eine außerirdische Lebensform, die zufällig auf der Erde vorbeikommt. Die Gründe spielen keine Rolle: Bildungsreise, Navi versagt, Last-Minute-Angebot, Sex- oder Katastrophentourismus… völlig egal!

Stellen Sie sich des Weiteren vor, dass Sie nichts Wesentliches über die Menschheit wissen. Ach ja, ein bisschen über die griechische Mythologie könnte vielleicht nicht schaden. Ansonsten Sie sind völlig unvoreingenommen und vorurteilsfrei.

Und jetzt werde ich Ihnen, als vorurteilsfreiem, nichts über die Menschheit wissendem Außerirdischen mit Grundkenntnissen in der griechischen Mythologie, folgendes Szenario schildern. Und im Anschluss daran werde ich Ihnen eine einzige Frage stellen, auf die Sie dann, ohne lange zu überlegen, mit einer einzelnen Zahl antworten müssen. Es wird sich dabei um keine hohe Zahl handeln, keine Kommastellen… Keine Angst, Sie werden sich nicht blamieren. Einziges Problem: Sie müssen ganz ehrlich sein!

Es ist ein Sommertag auf dem Planeten Erde. Sie sind gerade mit Ihrem Shuttle gelandet und betrachten aus einem sicheren Versteck menschliche Wesen, die Sie bisher nur aus Ihrem Reiseführer kennen und aus den griechischen Sagen natürlich.

Aufgrund Ihrer Erfahrung mit anderen Lebensformen gelingt es Ihnen unterschiedliche Geschlechter auszumachen und Sie konzentrieren sich jetzt auf die Weibchen, die an Ihnen vorbeigehen. Da Sie eine neugierige Spezies sind, betrachten Sie die ungewöhnlichen menschlichen Formen – von vorne, von der Seite und auch von hinten. Beim Hinterherblicken stellen Sie fest, dass einige Weibchen dazu neigen, merkwürdige beinlose Kleidungsstücke zu tragen, die Sie von Ihrem Planeten nicht kennen.

Nun müssen Sie sich stark konzentrieren. Sie zoomen nah heran an dieses Kleidungsstück und stellen sich vor, dass es sich bei diesem Kleidungsstück um einen Jeansrock handelt. Knifflig… Woher sollen Sie als Außerirdischer wissen, was ein Jeansrock ist?

Ich weiß. Das klingt im ersten Moment nach einem gewissen Widerspruch. Sie müssen jetzt ganz kurz auf ihre menschliche Matrix zurückgreifen, Ihre Bilddatenbank öffnen, ein entsprechendes Bild kopieren und auf Ihre imaginäre Leinwand projizieren, die Sie sich nun wiederum als Außerirdischer anschauen können. Klar? – Das klingt für Sie als Mensch womöglich komplizierter, als es ist, denn zum Glück ist es für Sie als Außerirdischen technisch betrachtet quasi ein Außerirdischen-Kinderspiel, also überhaupt kein Problem, diesen Zugriff auf Ihr menschliches Wirtshirn zu realisieren. „Prism“ ist ein Fliegenschiss gegen Ihr außerirdisches Hackervermögen.

Sie sehen jetzt deutlich diese Frau in einem Jeansrock – von hinten! Konzentrieren Sie sich auf diesen Anblick. Denn wir kommen dem entscheidenden Moment näher. Gleich wird die Frage kommen, die Sie als unvoreingenommener Außerirdischer mit wenig Wissen über die menschliche Physiognomie spontan und ehrlich beantworten sollen.

Konzentrieren Sie sich! Haben Sie jetzt die Silhouette eines Jeansrockes auf ihre innere Leinwand gebrannt? Fokussieren Sie! Die Frage an Sie als Außerirdischen lautet: Wie viele Pobacken hat dieses Wesen? Und Ihre Antwort muss „Eine!“ lauten. Richtig! Mit einem selbstverständlichen Schulterzucken: „Natürlich eine! Wie viele denn sonst?“ Denn schauen Sie sich doch mal diese Hinternform an, wie sie sich in diesem Jeansrock präsentiert! Deutlich sehen Sie diese einheitliche Fläche – ohne wesentliche Konturen – ohne Senkungen zwischen links und rechts… Das, was dort in diesem Jeansrock wohnt, das ist ein einziges Wesen.

Und Sie erinnern sich noch gut an Ihren frühkindlichen Mythologieunterricht und daher vermuten Sie, worum es sich bei diesem Wesen handeln könnte… Nein, Sie sind sich sicher, worum es sich bei diesem Wesen handeln muss: um einen Zyklopenarsch!

Nun kommen wir zur Toleranzphase: Die Zyklopenarschtheorie mag im ersten Moment sexistisch oder frauenfeindlich klingen. Aber das ist sie gar nicht. In erster Linie ist sie nicht frauen- sondern jeansrockfeindlich. Das gebe ich zu! Aber das soll sie auch sein. Zurecht ist sie jeansrockfeindlich! Und ich gehe noch weiter: Jeder Frauenhintern sollte einen Jeansrock als seinen natürlichen Intimfeind betrachten. Denn es ist doch schrecklich und zutiefst bedauerns- und beklagenswert, was Jeansröcke etwas derart Attraktivem wie einem Frauenhintern antun können. Und die betroffenen Hintern, über die ich hier rede, sind hübsche, wohlgeformte, mitunter knackige Exemplare, ursprünglich bestehend aus zwei (!) Pobacken, die wie Ying und Yang nur gemeinsam ein sinnvolles Ganzes ergeben.

Und Frauen sollen ruhig weiterhin sagen: „Aber so ein Jeansrock ist total praktisch!“ Und ich zeige mich tolerant. Sollen sie das hundert Mal sagen. Und ich werde hundert Mal antworten: „Aber es sieht scheiße aus!“ – Ohh! Buhh! Böser Mann! – Aber das ist doch Blödsinn. Ich will den Frauen gar nichts Böses – im Gegenteil. Mit der Zyklopenarschtheorie geht es doch um Aufklärung. Ich möchte die Welt verbessern und sie nachhaltig von Jeansröcken befreien.

zyklopenärsche auch in colombia!!!
zyklopenärsche auch in colombia!!!