Monat: Januar 2021

Schlittenfahren verbieten – oder: Wie die Alten schützen?

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Schlittenfahren verbieten – oder: Wie die Alten schützen?

Bin ich ein Corona-Leugner? Nein! – Ein Corona-Verharmloser? Nein! – Glaube ich, dass die Maßnahmen der Bundesregierung in der aktuellen Lage alternativlos sind? Nein! – Glaube ich Leuten, die ihre Sätze mit „Fakt ist jedenfalls…“ beginnen? Nein! – So viel einmal vorweg, bevor es los geht!

Fakt ist jedenfalls, unsere Debattenkultur ist durch (oder mit) Corona beschädigt! Differenzierungen sind zwar noch möglich – aber nur noch in Schwarz und Weiß!

Wer sich heute hinstellt und die Alternativlosigkeit unserer Corona-Politik in Frage stellt oder gar anzweifelt, gehört schon zur dunklen Seite, ist einer von denen… (bitte nach Belieben ankreuzen: Bösen, Leugner, Zweiflern, Verschwörungstheoretikern…)

Dabei würde ich immer umgekehrt sagen: Leute, die Alternativlosigkeiten nicht in Frage stellen, sind häufig fehlgeleitet und zwar von denen, die gebetsmühlenartig diese Alternativlosigkeiten verbreiten. Meiner Ansicht nach, fehlt ein offenerer Diskurs über Alternativen zu den Corona-Maßnahmen.

Denn, wenn es das oberste Ziel der Maßnahmen ist, besonders die vulnerablen Personen in unserer Gesellschaft zu schützen (und ich halte das für ein ausgezeichnetes Ziel!), dann müssen wir doch ehrlich feststellen, dass uns das eher so mittel gelingt! (In der aktuellen Ausgabe der Wochenzeitung „der Freitag“ werden dazu ein paar interessante Fragen und Zahlen bewegt.)

So sind und bleiben Alten- und Pflegeheime mit Abstand die größten Infektionsherde! Jede*r dritte Corona-Tote in Deutschland lebte dort und hat sich vermutlich genau dort infiziert!

In meinen Augen scheint es nicht viel zu bringen, Kindern das Schlittenfahren zu verbieten, wenn man gleichzeitig nicht die Hygienekonzepte in Pflege- und Altenheime konsequent umsetzen kann. Und ja, ich weiß, da sind wir in der Diskussion wieder beim Pflegenotstand und in zum Teil hoffnungslos unterbesetzten und überlasteten Alten- und Pflegeheimen (schon ganz ohne Corona wohlgemerkt).

Natürlich kann man die Schule schließen und die Leute von ffp2-Masken in der Öffentlichkeit überzeugen, bitte. Aber bekommt endlich den Hygienenotstand in den Alten- und Pflegeheimen in den Griff. In Tübingen soll das ja einigermaßen klappen! Bräuchte man halt klare Konzepte, Personal und das nötige Geld dafür.

Ach, ich vergaß, und die Einsicht und den Willen der Politik natürlich!

Obwohl man auch zu Recht sagen könnte: Rodeln hat noch keine Pandemie gestoppt!

CDU-Parteitag oder Frühmerz im Januar?

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CDU-Parteitag oder Frühmerz im Januar?

…allerdings ohne die leckere Garnierung!

Am 15./16. Januar ist CDU-Parteitag! Und was fühlt Ihr so…? Vorfreude, Angst, Gleichgültigkeit, Bierdurst, Erregung, Mord-, Selbstmord- oder spontane Impflust oder einfach Bock auf Fleischwurst…?

Ich hab ja tatsächlich Angst – und zwar nicht so eine unterschwellige, latente Angst, sondern eine ganz konkrete und begründete Angst. Ich hab nämlich Angst, dass einer von den drei Kandidaten tatsächlich zum CDU-Vorsitzenden gewählt wird. Andererseits, Norbert Röttgen ist natürlich viel zu niedlich, um Angst vor ihm zu haben. Wiederum andererseits, Niedlichkeit sollte ja nun wirklich kein wesentliches Kriterium in der Politik sein. Röttgens eigentliche Stärke ist, dass er einfach weder Merz noch Laschet ist. Immerhin ein Argument mehr als bei seinen anderen beiden Konkurrenten. Eine Stärke, die Röttgen im Übrigen mit 82 Millionen Deutschen teilt. (An dieser Stelle möchte ich auf ein tolles Lied von Jan Böhmermann über Röttgen verweisen.)

Was ich ja interessant finde: Die drei derzeit beliebtesten Unions-Politiker stehen übrigens nicht zur Wahl. Okay, Merkel will nicht, Söder darf nicht und Spahn, puh, will oder darf nicht. Noch bemerkenswerter finde ich allerdings die Aussage einer Spiegel-Umfrage vom Dezember 2020, die die Präferenzen möglicher Unions-Kanzlerkandidaten nach Parteizugehörigkeit der Befragten ermittelt. Hier steht Söder als Möglichkeit mit auf dem Zettel und bei den meisten Befragten auch deutlich an erster Stelle, bei den Unionsanhängern (!) sogar mit 61% der Stimmen, gegenüber 18% für Merz! Es gibt überhaupt nur zwei Parteien, bei denen das anders ist! Bei diesen beiden Parteien liegt Friedrich Merz vorne. Na…? Richtig, bei der FDP und der AfD. Muss man nicht erklären oder…?

Was passiert also, wenn die Delegierten für Merz votieren? Sie bestimmen einen Politiker zum CDU-Vorsitzenden und damit natürlich auch zum Kanzlerkandidaten (denn niemand kann ernsthaft davon ausgehen, dass Merz zugunsten von Söder aufs Kanzleramt verzichten könnte), der lediglich von FDP- und AfD-Anhängern gewünscht wird und nicht mal von mal von der eigenen Partei!

Das wäre ja tatsächlich mal etwas ganz Neues! Ist es das, was Merz meint, wenn er von der Erneuerung der CDU spricht…?

Mähr zu Merz

und Mimi-Merz