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Norwegen, das internationale Sommerloch

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Norwegen, das internationale Sommerloch

Gästeblog von Vera Bing

Schon gehört, wie sich die Weltpresse diesen Sommer über Norwegen lustig gemacht hat? Nein, dieses Mal gab es keine Butterkrise, wie Weihnachten 2012. Dieses Mal gab es einen flotten Skandal um eine freche 7-Eleven Reklame, die mit nationalromantischen, norwegischen Landschaftsimpressionen und dem Slogan „Norway, the land of Chlamydia“ für Kondome warb. 7-Eleven verwies auf eine diesbezügliche EU-Statistik, die Norwegen auf Platz 1 von 21 europäischen Ländern stellte*. Eine ganz hässliche Schramme im Saubermann-Image der reinen, reichen Norweger, im lang- und weiligen Land der Berge, Seen, Täler, Elchtiere, Murmeltiere und Blockhäuser. Dass man sich hier auch noch etwas anderes einfangen könnte, als Fisch, wollte keiner wahrhaben.

Vor ein paar Tagen nun las ich eine andere interessante Neuigkeit in der Zeitung, die sich mit ein bisschen Wohlwollen und einer Prise Verschwörungstheorie prima in Zusammenhang bringen lässt.

Seit einigen Jahren hat sich die pazifische Auster in den norwegischen Fjorden eingeschlichen. Ein Fremdling in der hiesigen Fauna, der lokale Muschelarten verdrängt und für einheimische Strandwanderer und Badegäste sehr unangenehm werden kann, weil er extrem scharfe Kanten hat. Das norwegische Umweltministerium rauft sich seit Jahren die Haare und hat 2016 eigens einen 56-seitigen Aktionsplan erstellt, wie man die ungebetenen Einwanderer wieder loswerden könnte.

Es hat schon umfangreiche Mitmachaktionen gegeben, um die Bevölkerung zu engagieren, die Verbreitung des Weichtier-Fremdlings einzudämmen (wir haben diese Aktion natürlich vollmundig unterstützt, wie man hier nachlesen kann). Doch sammeln und aufessen scheint nicht genug, um dem Eindringling Herr zu werden. Es müssen härtere Geschütze aufgefahren werden:

Forscher haben jetzt eine ganz neue Waffe entdeckt, die in Angesicht der Nachrichten aus dem Chlamydie-behafteten Sommerloch Norwegens, bezeichnend sind: Man will einen Herpesvirus (!), der offensichtlich der Pazifischen Auster (und nur ihr) den Garaus machen kann, im Laboratorium züchten, um damit ein künstliches Austernsterben zu induzieren. Bezeichnend, dass sich die Auster, das Aphrodisiakum schlechthin, durch eine Geschlechtskrankheit ausrotten lässt!

Erst Chlamydie News und jetzt Herpes News? Und all das im selben Sommerloch? Kann das ein Zufall sein, oder besteht ein Zusammenhang? Sommerloch = Loch = Muschi = Muschel = engl. clam = Chlamydie = Geschlechtskrankheit = Herpes? Das ist doch ein und dieselbe Nachricht! Ein ganz perfider Plan, um Einwanderung mit Geschlechtskrankheiten zu bekämpfen.

Direkt aus dem Sommerloch ins braune Loch des europäischen Rechtsaußen: Man sieht schon Seehofer und Co sich die Mäuler schlecken, ob dieser neuen Aussicht auf eine Endlösung im gärenden Flüchtlingsstreit.

norwegen - Chlamydia comedy3

Wer sich noch mehr informieren will zu dem Thema Chlamydie und wie Kondome in Norwegen beworben werden, sollte sich unbedingt John Oliver exzellente Zusammenfassung anschauen:

 

 

 

 

 

Busfahren in Norwegen

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Busfahren in Norwegen
Wer die Rubrik „Spaß im Bus!“ aus meinem Blog kennt, der wird vielleicht etwas enttäuscht sein. Denn dieses Mal ist gar nichts Schlimmes oder Nervendes passiert. Ich war nämlich bloß in Norwegen.
Trotzdem, wie ich finde, durchaus berichtenswert. Auf unserem jährlichen Pfingstbesuch in Oslo verließen Herr Bär und Herr Boe das Flughafenterminal auf der Suche nach dem richtigen Bus, der uns zu meiner Schwester an den Oslofjord bringen sollte. Nach nur kurzer Orientierungslosigkeit fanden wir Bahnsteig und Bus – leider ein paar Minuten zu spät. Der Bus, der einmal pro Stunde den Flughafen verlässt, war abfahrtbereit und leider voll, und vor dem Bus standen noch über 20 Personen, die zum Teil bereits ein Ticket in den Händen oder auf ihren Smartphones hatten. Aha! Overbooking gibt es nicht nur im sondern auch vorm Flughafen.
So weit, so gewöhnlich. Aber wir waren ja in Norwegen! Jetzt traten zwei Personen mit Leuchtwesten und Headsets in den Vordergrund, die sich durch die wartenden Leute fragten, während der volle Bus abfuhr. Und die beiden Servicekräfte vertrösteten die Wartenden nicht auf den nächsten Bus in einer Stunde, sondern telefonierten Extra-Busse heran. Und schon ein paar Minuten später fuhren die ersten Kleinbusse und Taxis vor, um je nach gewünschtem Zielort die Passagiere abzuholen. Das Spektakel dauerte zehn, vielleicht fünfzehn Minuten und dann waren alle ver- und entsorgt. Bis auf uns natürlich, da wir erst ein paar Minuten nach regulärer Abfahrt am Bahnsteig gewesen waren. Womit uns keine besondere Anwendungen und Transportmittel zustanden.

Ach, und natürlich gab es in dem Bus dann nicht nur den Hinweis auf kostenloses WLAN, sondern es funktionierte auch vernünftig.

Für alle, die Interesse an der Rubrik „Spaß im Bus“ haben, geht es hier lang: https://tommiboe.com/category/spas-im-bus/

Und für alle, die Interesse an Geschichten am Fjord haben, bitte: https://tommiboe.com/tag/fjordgesprache/

 

 

in den Norden, Teil 2

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In den Norden, Teil 2

Für alle, die schon mal auf den Lofoten waren, muss ich das ja nicht erklären… Für alle anderen: die Lofoten sind echt übertrieben!

Wo man hinschaut, überall steile Berge, die sich majestätisch und angeberisch ins Meer stürzen, hier Klippen mit vorgelagerten Inselchen, die sich klug Schären nennen, dort weiße Sandstrände. Oder anders ausgedrückt: eine fürchterlich eingebildete Landschaft, die sich ständig feiern lässt. Kleine Fischerdörfer mit rot angepinselten Holzhäusern hineingeschmiegt in natürliche Buchten gesäumt von Felswänden, ständig wechselnde Wetter mit einer unerträglichen Regenbogendichte und übertriebenen Sonnenuntergängen, sofern die Sonne nicht völlig aufs Untergehen verzichtet (Mitternachtssonne!). Wenigstens das wurde uns erspart, da wir zu spät im Jahr dort waren.

Mit anderen Worten: es war großartig! Aber schon irgendwie schon übertrieben…

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Nach einer sehr schönen Woche auf den Lofoten verabschiedeten Frauke und ich uns von unseren Eltern. Die zurückliegenden Tage waren wie eine Reise in die eigene Vergangenheit gewesen. Mein Vater könnte mir genau sagen, wie oft wir gemeinsam in Norwegen waren. Ich weiß die Zahl nicht. Meine gesamte Kindheit! Aber nun nach so langer Zeit nochmals zusammen hier zu sein, war schon ein tolles Familienerlebnis. (Mutter kannst du dem Vater bitte sagen, dass das als Ausdruck meiner Zufriedenheit und als Kompliment an die Reiseleitung zu verstehen ist!)

Mit einem putzigen Flugzeug ging es von Svolvaer (sehr übersichtlicher Parkplatz äh Flugplatz) nach Bodö!

Von Bodö weiter nach Oslo, wo ich noch ein paar schöne Tage mit meiner allerliebsten Schwester und meinen norvuegos-chilenos Hermanos verbrachte – inklusive einer tollen, geigenträchtigen Hochzeitsfeier!

Kurzer Zwischenstopp in Stuttgart! Und dann geht’s aber so richtig los!!!

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Herr Boe mit Schwester auf den Lofoten!

In den Norden, Teil 1

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In den Norden, Teil 1

Vor 2 Wochen ging’s zum ersten Mal los! Ich hatte ein tolles Frisbee-Wochenende mit „quattro stazioni“ am Strand von Warnemuende: viel Sonne, Strand und nette Leute, sodass es mit ein bisschen Wehmut weiterging. Mein letztes Frisbeeturnier fuer lange Zeit (naja, zumindest in Europa).

Am Sonntagabend hab ich mich mit meinen Eltern getroffen, mit denen es am folgenden Morgen per Fæhre nach Trelleborg/ Schweden ging. Die Aufgabe fuer die folgenden Tage war es, so schnell wie møglich mit dem Wohnmobil in Richtung Norden zu gelangen. Ziel: die Lofoten, knapp 2000 km entfernt.

Næchster richtiger Halt war Steigen, Inselgruppe unweit der Lofoten, wo wir meine Schwester Frauke bei einem Freund, Vegard, einsammelten. Dort hatten wir einen tollen Tag. Ich habe gelernt, dass die Nordnorweger nicht Fisch „angeln“ sondern Fisch „holen“. Es geht das Sprichwort um: „Setz schon mal Kartoffeln auf, ich geh grad mal Fisch holen!“ – Æhnlich schnell ging es dann tatsæchlich. Praktischerweise hængen an der Angel gleich mehrere Haken, sodass sich die Fische, Seelachs in diesem Fall, nicht um die Haken streiten muessen. Genauer gesagt war es meine Aufgabe, den Fisch zu holen, wæhrend Vegard und Frauke mich breit angrinsten und voller Stolz ihre Frischgruende præsentierten. Und der Stolz war vøllig gerechtfertigt, wie die fette Beute belegen sollte.

Nach einem grossartigen Abendessen lernten wir noch den Hottub der Familie kennen. Ein mit Meerwasser gefuellter und Holzofen beheizter Jacuzzi, ein typisches norwegisches Mobiliar, das in Deutschland, vøllig zu unrecht, weitestgehend unbekannt sein duerfte. So sassen wir bis spæt in die nicht dunkel werdende nordnorwegische Nacht (nørdlich des Polarkreises) in bis zu 42 Grad heissem Wasser mit Wein und Aussicht auf Fjord und Lofoten. Herrlich!

Am Tag darauf ging es dann weiter auf die Lofoten!

Mehr demnæchst!

DSC00292 Herr Boe beim „Fisch Holen“DSC00335 DSC00361