Widerstand ist alternativlos

Realität schlägt Klöckner

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Realität schlägt Klöckner

Dass meiner Lieblings-Agrarministerin nun auch noch die Lebenswirklichkeit der Verbraucher in die Suppe spuckt, ist nun wirklich ungerecht.

Dabei betont sie doch immer, wie wichtig und wie sehr und wie überhaupt der Verbraucher und er dürfe nicht bevormundet oder verwirrt werden (jaja, in einer immer komplizierter werdenden Welt, möchte ich hinzufügen), blablabla…

Nachdem sie sich nun lange genug gegen die Einführung einer Lebensmittelampel gesträubt hat (wir berichteten) und sich auch sonst eher mit Agrarinteressen als mit Verbrauchernähe positioniert hatte, hat das Max-Rubner-Institut im Auftrag des Ministeriums ein eigenes Kennzeichnungsmodell entwickelt, da der Nutriscore, der in Frankreich und Belgien bereits durchaus erfolgreich eingesetzt wird (fünf weitere Länder werden ihn einführen), Klöckners Ansprüchen nicht genügt – oder was auch immer. Das wäre ja noch schöner, wenn wir einfach etwas übernehmen würden, was sich bereits in anderen Ländern (mitten in der EU!) bewährt hätte. Das kann nicht der Anspruch von Julia Klöckner sein.

Der Plan von J.Klöckner war, im September in irgendeiner Form die Verbraucher selbst zu befragen. Leider liegt schon jetzt eine repräsentative Studie vor, die ein deutliches Verbrauchervotum zeigt. Der Verbraucher möchte den Nutriscore und bewertet ihn in allen Aspekten besser als den „Wegweiser Ernährung“, die Variante des Ministeriums.

Wie kommt die arme Julia Klöckner aus der Nummer wieder raus…? Mir egal!! Oder so wie immer: Lächelnd und rumschwadronierend, wie wichtig und wie sehr doch der Verbraucher – blablabla… Während sie bis zum Hals dem Bauernverband im Enddarm steckt…

 

Mehr zu Julia Klöckner:

https://tommiboe.com/2019/06/20/kloeckner-heiratet-nestle/

 

nutriscore vs klöckner 01

nutriscore vs klöckner 04
So würden die beiden Kennzeichnungen aussehen!

Puh! Ich muss aufhören, es stellen sich mir schon wieder die Nackenhaare auf.

Möhren oder Kohle?! Au Mann!

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Möhrenmörder oder Klimakiller?! Au Mann!

In der Aktuellen Stunde auf WDR regt sich Bauer Willi über die Ende Gelände-Demonstranten auf, die über sein Möhrenfeld getrampelt sind. Okay, Möhren zertrampeln, das finde ich auch eher semigeil.

Aber die Leute dann so: Genau, total keinen Respekt vor dem Bauern!

Dann habe ich mir auch das Video angeschaut. Alter, es geht um 600 qm. Ey, ist das eigentlich mehr als eine Million?! Nein, das sind 10×60 Meter. In meinem Dorf ist das ein kleiner Garten! Und alle so: Bohr, Scheiße! Dieser Bauer-Willi-Clip hat über 500000 Aufrufe, weil irgendwelche Pfosten genau auf diesen Scheiß anspringen, ihn posten und weiterposten und aus einer Drecksmücke einen Elefanten machen wollen. Aber STOPP! Der Scheiß-Elefant ist RWE und 600qm Möhrchen sind und BLEIBEN (mit 12 verdammten Ausrufezeichen) eine poplige Mücke. Alles andere sind Kinkerlitzchen und dumme Ablenkungsmanöver vom Wesentlichen!

Ach ja, das Wesentliche, by the way: die Braunkohlekraftwerke von RWE sind die schmutzigsten in ganz Europa. Einzelne dieser Braunkohlemeiler verursachen mehr CO2 als ganze Staaten! Krasse Scheiße, aber nicht witzig!

„Ende Gelände“ hat sich inzwischen entschuldigt und ist bereit, den Schaden von Bauer Willi zu erstatten, während RWE seit Jahrzehnten Milliardengewinne einstreicht, aber keinen Cent (0,00€) für die Folgekosten ihrer (Braun-)Kohleverstromung zahlt. Die genaue Milliardenhöhe, um die es hier gehen würde, ist nicht mal näherungsweise abzuschätzen.

Und unsere Regierung kann sich nicht mal klar zu einer CO2-Steuer positionieren wegen, na, wegen, äh, wegen der Arbeitsplätze oder der Wirtschaft oder des Untergangs des Abendlandes wahrscheinlich… Naja, irgendwas, was wichtiger als unser Planet ist.

Fun Fact: In der Windkraft arbeiteten 2016 in Deutschland ca. 160000 Menschen, von denen bereits 30000 bis 40000 Arbeitsplätze verloren gegangen sind, weil der dringend notwendige Ausbau der Erneuerbaren derzeit durch Bundesregierung, Bundesländer und Klagen von Windkraftgegnern ausgebremst wird. Aber 20000-30000 Beschäftigte in der Braunkohle sind systemrelevant. Ach so…

Und so ein Drecks-Clip über Bauer Willi und die linken Möhrenmörder schafft es nicht nur in die Facebook-Timeline, sondern eben auch in die Gehirne von den Leuten. Und was bleibt dann da hängen, liebe Freunde des Postfaktischen?

 

 

Klöckner heiratet Nestlé

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Klöckner heiratet Nestlé

Einige haben es geahnt, andere nur vermutet. Nach einem kurzen aber heftigen Flirt wurde nun bekannt gegeben, dass sich Julia Klöckner und Nestlé verlobt haben. Einer großen, romantischen Traumhochzeit steht nun nichts mehr im Wege.

Nachdem das Video der Verliebten viral gegangen ist, hält sich die Überraschung über die anstehende Hochzeit in Grenzen. Ob man sich aus Imagegründen die ewige Treue nächstes Jahr am Zuckerfest schwören wird, steht noch offen.

Die Deutsche Diabetes Gesellschaft steht als Brautjungfer jedenfalls nicht zur Verfügung. Sie hält nämlich den deutschen Sonderweg der freiwilligen Selbstverpflichtung für unzureichend, dadurch habe das Gremium der Ministerin zu wenig Einfluss auf die Ziele zur tatsächlichen Reduzierung von Zucker, Salz und Fett in Fertiglebensmitteln.

Weder bei Zuckersteuer noch Lebensmittelampel hat sich Klöckner getraut, im Gegensatz zu anderen europäischen Ländern (wir berichteten), der Industrie klare Vorgaben zu machen und Gesetze zu erlassen. Durch wissenschaftliche Erkenntnisse lässt sich Klöckner auch nicht beeinflussen. Schließlich hat sie dafür den Bauernverband und die Lobby der Lebensmittelindustrie…

Blöd, dass jetzt die Verbraucherzentrale Hamburg in einer internen Untersuchung an Nestlé-Produkten feststellen konnte, dass die so stolz präsentierten Ergebnisse von Nestlé zudem noch geschönt waren. Denn weder die 10%ige Reduktion von Zucker noch Fett konnten erreicht werden.

Putzige Antwort von Nestlé, warum die Reduktion nicht schneller vorangehe, man müsse „aus Rücksicht auf die Konsumenten behutsam vorgehen“. Daher könne man die Rezepturen nur langsam verändern.

Sehr rücksichtsvoll, Nestlé! So kennt man Euch gar nicht!

Liebling, wir haben die Photovoltaik ruiniert…!

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Liebling, wir haben die Photovoltaik ruiniert…!

Habt Ihr auch so Mitleid mit der CDU? Dass sie jetzt einfach für ihre Regierungsbeteiligung der letzten Jahrzehnte zur Verantwortung gezogen und ihr das auch noch vorgehalten wurde… Und dann auch noch von jungen Menschen, die gar nicht wissen können, wie schwierig so ein verantwortungsbewusstes Regieren ist. Schon ein bisschen undankbar und unprofessionell…

Also, ich hab wenig Mitleid.

Und es ist schon schwierig, der Politik keine Schuld für diese Entwicklungen zu geben, auch auf die Gefahr hin, dass das ganz blöd rüberkommt. Aber dann immer noch drauf beharren, dass in Deutschland doch schon so viel für den Umweltschutz getan wird oder getan wurde, ach richtig und nicht zu vergessen, besonders viel darüber geredet wird, wie viel bereits getan wurde, das geht dann doch ein bisschen zu weit. Sorry, aber das nervt gewaltig. Denn die Zeiten, in denen Deutschland in Sachen Umweltschutz voran marschiert oder später auch nur noch mitgelaufen ist, sind einfach vorbei, wie man zum Beispiel an der Entwicklung in der Photovoltaik (leider) wunderschön erkennen kann.

So kam in 2010 45% der weltweit installierten Photovoltaikleistung aus Deutschland, 2012 war es noch ein Drittel, bereits 2015 nur noch 19% und 2018 gerade mal 9% der weltweiten Leistung. Natürlich liegt das auch daran, dass in anderen Ländern erst später mit dem Photovoltaik-Ausbau begonnen worden ist, logisch.

Allerdings hatten wir in Deutschland zwischen 2015 und 2018 eine Zunahme von gerade mal 5% (so können der Ausstieg aus Kohle und Atomkraft natürlich nicht geschafft werden), in den gleichen drei Jahren hat sich die Photovoltaikleistung weltweit mehr als verdoppelt, allein in China vervierfacht. China lag in der Leistung 2014 noch hinter Deutschland, 2018 bei fast der vierfachen Leistung (alle Zahlen).

Das kann doch kein Zufall sein! Während die Braunkohle nach wie vor gepampert wird (mit Argumenten wie: böser Strukturwandel, 20-30000 Arbeitsplätze, strukturschwacher Osten, arme Stromkonzerne), wurden 80000 Arbeitsplätze in der Photovoltaik abgebaut. (Vielen Dank an dieser Stelle mal an Peter Altmaier, dem alten Zukunftspolitiker, der für den sogenannten „Altmaier-Knick“ ab 2012 im Photovoltaik-Ausbau verantwortlich ist, inklusive Photovoltaik-Deckel). Natürlich wurde das nicht an die große Glocke gehängt. Wer würde das auch verstehen, eine Zukunftstechnologie wie Photovoltaik, die wir noch Jahrzehntelang brauchen werden, einfach krachen zu lassen und gleichzeitig Milliarden in „sterbende“ Braunkohleregionen zu pumpen. China subventioniert Photovoltaik ja auch. Aber von China lernen…? Dann doch lieber die gute deutsche Braunkohle fördern oder was…?! Kann mal jemand bei den Politikdarstellern Licht anmachen, bevor’s zu spät ist?

photovolt.deutschland

 

Papa, ich will mal Steuerjäger werden!

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„Papa, ich will mal Steuerjäger werden!“

Hatte ich das gerade wirklich von dem 5jährigen an der Hand seines Vaters gehört…? – „Papa, ich werde mal Steuerjäger!“ – Leider nein.

Wo sind eigentlich die ganzen nervenden Influencer, wenn man sie braucht? Die könnten doch mal schön Stimmung gegen diese egoistischen Steuerbetrüger und Großkonzerne machen, die nicht bereit sind, auch nur ein Promille an Steuern zu zahlen… Ach, richtig, es müsste ja erst jemand die Influencer bezahlen, bevor sie in deren Interesse influencen. Sorry, mein Fehler! Hatte mal wieder kurz vergessen, wie das Spiel funktioniert.

Und dass sich ein paar Milliardäre finden lassen, die nicht nur bereit sind, alte Kirchen aufzubauen, sondern eine wirksame Infrastruktur, die gegen Steuerbetrug und -vermeidung vorgeht, glaube ja nicht mal ich selbst. Die sind schließlich eher am Gegenteil interessiert.

Andererseits könnte der Staat ja auch selber…! Wir gönnen uns ein Millionenschweres Kontrollsystem für Hartz IV, in dem Zehntausende arbeiten, aber für die Aufklärung des Milliardenbetrug von Cum-Cum und Cum-Ex fehlt den finanzschwachen und oder unwilligen Ländern das nötige Personal. Zahlreiche Klagen können aufgrund von Personalmangel derzeit nicht vor- und aufbereitet werden. Daher werden wohl viele Betrüger straffrei davonkommen, weil ihre Straftaten demnächst verjähren. Betrug in mehrfacher Milliardenhöhe! Wo bleibt eigentlich der Aufschrei der Empörung von Seiten der Politik und Medien?! Mein Schreien hört ja keiner! Steuern sind wohl nicht sexy genug für Talkshows oder was ist die Ausrede?

Vielleicht brauchen wir wieder mehr grüne Strumpfhosen! Wie gut könnten wir ein paar moderne Robin Hoods gebrauchen, die es den reichen, gierigen, mächtigen Arschlöchern wegnehmen und den Armen – hier: der armen Steuerkasse und damit der Gemeinschaft – zuführen. Und das Ganze ohne Waffen, sondern nur mit der Gewalt des Steuerrechts!

No-Fun-Fact 1: Robin Hoods moderne Gehilfen, die Whistleblower, die die Steuerbetrügereien öffentlich machen, werden hingegen viel schneller verklagt. Auch hier sieht die Politik taten- und (vermutlich) interesselos zu, anstatt Whistleblower durch eine verbesserte Rechtslage stärker zu schützen.

Wo bleibt also unser neuer Superheld „Tax-Man“ mit der Superkraft „StGB, 2. Staatsexamen“ – und alle so: „Yeah! Zeig’s den Bösewichtern!“ Solche Vorbilder brauchen wir, ob nun mit oder ohne grüne Strumpfhose!

No-Fun-Fact 2: Irgendwie passend, dass die alten Weltverbesserer Beatles schon 1966 in ihrem Lied Taxman die viel zu hohe Besteuerung Besserverdienender anprangerten. (Zur Verteidigung der Beatles sei angemerkt, dass der Spitzensteuersatz in Groß Britannien zu der Zeit bei satten 95% lag.) Ironischer Weise hat das die folgende Pop-Ikone Maggie Thatcher dann ein für alle Mal und grundlegend geändert und seitdem wurden die hohen Einkommen in Ruhe gelassen.

Na toll, Beatles, danke!

 

Wer ist das größere Arschloch: Neid oder Gier?! Zur Gierdebatte hier lang!

Über den Unterschied zwischen gemeinnützig und Gemeinnützigkeit!

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Über den Unterschied zwischen gemeinnützig und Gemeinnützigkeit!

Begriffe wie gemeinnützig und Gemeinnützigkeit sind zurzeit nur mit äußerster Vorsicht unfallfrei zu gebrauchen oder, besser noch, nur im Beisein eines Anwaltes oder Steuerberaters.

Denn während gerade Attac die Gemeinnützigkeit entzogen worden ist und die CDU aktuell die Deutsche Umwelthilfe mit einer wahren Diffamierungskampagne überzieht, um auch ihr die Gemeinnützigkeit zu entziehen, ist Coca Cola sogenannter „Platin-Partner“ der rumänischen EU-Ratspräsidentschaft (sponsert zum Beispiel die EU-Ratstreffen) und setzt sich gleichzeitig gegen die Einführung einer, auch in Deutschland diskutierten Zuckersteuer sowie strengere Recyclingvorgaben ein.

Es scheint, dass der konservativen Politik ungeliebte NGOs, die zum großen Teil auf Spenden und damit auch auf die Gemeinnützigkeit angewiesen sind, mundtot gemacht werden sollen. Besonders putzig (nicht lustig!) wird es dann, wenn man erfährt, dass der Lobbyismus über Sponsoring (wie hier von Coca Cola praktiziert) für den Konzern selbstverständlich steuerlich absetzbar ist. Eine Spende an Globalisierungskritiker, die die Einführung einer Finanztransaktionssteuer fordern, hingegen nicht mehr. Dabei ist mit das Gemeinnützigste, was ich mir derzeit vorstellen kann, doch wohl eine Finanztransaktionssteuer. Denn wem nützt die…? Sorry, war rhetorisch! So hat die ursprüngliche Bedeutung des Wortes „gemeinnützig“ mit dem steuerlichen Begriff der Gemeinnützigkeit natürlich nichts mehr zu tun. Das wäre ja auch zu einfach…

Und noch mal putzig (und leider wieder nicht lustig): Seit Jahren fordert Attac, Großkonzerne angemessen zu besteuern und Steueroasen härter zu bekämpfen, leider einigermaßen erfolglos. Denn die Politik mag anscheinend diesen Kampf nicht annehmen, sondern bekämpft stattdessen ausgerechnet jene NGOs, die sich dieser wichtigen Aufgabe verschrieben haben. Aber dies ist offensichtlich nicht gemeinnützig genug – für die Konzerne.

Und von CDU und FDP kommen bereits Forderungen, auch weiteren NGOs die Gemeinnützigkeit abzuerkennen, während jeder Karnickelzüchter-Verein und jede Stiftung, sei es von Parteien oder von Konzernen, natürlich total gemeinnützig sind.

Na bravo!

Was macht eigentlich unsere Weinkönigin?

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Was macht eigentlich unsere Weinkönigin?

Nachdem sich unsere Weinkönigin und Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner ja schon drei Tage nach Amtsantritt in den Enddarm des Bauernverbandes verabschiedet hatte (wir berichteten), ist sie lächelnd, wie es ihre Weinköniginnenart ist, vor den Kameras aufgetaucht und berichtete sichtlich stolz und lächelnd (sorry, ich wiederhole mich!) von den Vereinbarungen zur Reduzierung von Zucker, Salz und Fett. Nach dieser „nationalen Reduktions- und Innovationsstrategie“, die nach Julia Klöckner einmalig in ganz Europa sei, soll sich zum Beispiel der Zuckergehalt in Softdrinks um sagenhafte 15% bis 2025 reduzieren. Krasse Scheiße, Julia, Respekt!

In Groß Britannien beträgt, nach Einführung der Zuckersteuer, die es in Deutschland mit Klöckner und Bauernverband natürlich nicht geben wird, der Zuckergehalt in Cola im Übrigen gerade mal 50% von dem in deutscher Cola. Nein – doch – ooohhh! Aber dort steckt der zuständige Minister auch nicht im Enddarm des Bauernverbandes und der Zuckerlobby.

Die hochambitionierte 15%-Reduzierung beruht, wie im Lobbyverseuchten Deutschland üblich, natürlich nicht auf gesetzlich verbindlichen Grenzwerten, sondern auf freiwilliger Selbstverpflichtung der Lebensmittelindustrie. Und wir wissen, was das bedeutet: Nichts! Trotzdem stöhnt die arme, gebeutelte, existenzbedrohte Lebensmittelindustrie ob der anstehenden Anstrengungen. (Wer kotzen möchte, kann sich dazu mal Interviews mit Christoph Minhoff anschauen. Oh Mann, was ein Penner!)

Wer in Deutschland endlich auf eine Lebensmittelampel, nach sehr gut funktionierendem französischen Vorbild, gehofft hat, kennt unsere Weinkönigin schlecht. Denn von so viel Bevormundung hält sie natürlich nichts. Wir haben doch mündige Bürger, bla bla bla! Inwieweit sich Klöckner vor dem PK-Auftritt mit Wein sediert hat, um diesen Schwachsinn als Erfolg verkaufen zu können, ist leider nicht überliefert. Na dann, Prost, Julia, und mal wieder: Danke für nichts!