katastrophentourismus

Tsunamialarm

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Tsunamialarm

So! Jetzt ist auch das amtlich: Ich bin Katastrophentourist. Ich hab’s irgendwie schon immer vermutet.
20:46 Uhr, Ortszeit, hat ein Erdbeben der Stärke 8,2 auf der Richterskala den Norden Chiles erschüttert. Zum Glück war das Epizentrum auf dem Meer und zum noch größeren Glück hat das Ganze keinen schlimmen Tsunami ausgelöst. Gibt es so etwas wie einen nicht schlimmen Tsunami…? Okay, sagen wir einfach, es gab für die chilenische Küste dieses Mal keinen Tsunami. Warum auch immer…
Zumindest die Vorhersagen und das Warnsystem in Chile sind absolut vorbildlich. So hat es für die gefährdeten Küstenabschnitte großräumige Evakuierungen gegeben. Allein in Iquique wurden 80000 Menschen evakuiert. Und die Chilenen machen dabei auch widerstandslos mit. Eine Zeitung sprach von einer Evakuierungsquote von 98% der betroffenen Region. Klingt zwar ein bisschen wie ein Wahlergebnis in der DDR oder der Krim, aber spricht natürlich für die Ernsthaftigkeit der Situation und den Umgang damit.
Die Vorhersage für den Tsunami in Valparaiso, meinem Standort, lag bei 22:42 Uhr. Klingt professionell. Mein Hostel liegt auf einem der zahllosen Cerros/Hügel der Stadt und damit deutlich oberhalb jeglicher Tsunamireichweite. Von dort ließen sich also relativ entspannt die einkommenden Nachrichten verfolgen. Knapp zusammengefasst: für diese Stärke – Schwein gehabt. Und auch vom angekündigten Tsunami blieb zum Glück nichts zu sehen. Denn davon möchte man, liebe Katastrophentouristen, definitiv nichts sehen. Weder direkte noch indirekte Folgen.
Der nächste Tag ist ruhig. Normalität ist schnell eingekehrt. Das Fernsehen berichtet weiter, die Präsidentin fliegt in die Krisenregion, wie es unsere Angie tun würde. Aber sonst…
Interessant finde ich den Beitrag einer peruanischen Journalistin, die die Rückständigkeit ihres eigenen Landes im Vergleich zu Chile anklagt. Schließlich ist ja auch die peruanische Küste betroffen. Aber dort gibt es kein funktionierendes Warnsystem wie in Chile. Dass das böse Folgen haben kann und wird, sollte eigentlich jedem klar sein. Aber dahingehend hinkt Peru seinem Nachbar wohl noch erheblich hinterher. Also, liebe Peruaner, macht etwas! Ich wollte eigentlich noch ein paar entspannte Tage an Euren Stränden verbringen!

 

Der Zyklopenarsch

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Die Zyklopenarschtheorie

Für die nun folgende Theorie verlange ich von Ihnen zuerst eine ordentliche Portion Phantasie und später womöglich ein wenig Toleranz.

Beginnen wir mit der Phantasiephase: Stellen Sie sich einmal vor, Sie seien eine außerirdische Lebensform, die zufällig auf der Erde vorbeikommt. Die Gründe spielen keine Rolle: Bildungsreise, Navi versagt, Last-Minute-Angebot, Sex- oder Katastrophentourismus… völlig egal!

Stellen Sie sich des Weiteren vor, dass Sie nichts Wesentliches über die Menschheit wissen. Ach ja, ein bisschen über die griechische Mythologie könnte vielleicht nicht schaden. Ansonsten Sie sind völlig unvoreingenommen und vorurteilsfrei.

Und jetzt werde ich Ihnen, als vorurteilsfreiem, nichts über die Menschheit wissendem Außerirdischen mit Grundkenntnissen in der griechischen Mythologie, folgendes Szenario schildern. Und im Anschluss daran werde ich Ihnen eine einzige Frage stellen, auf die Sie dann, ohne lange zu überlegen, mit einer einzelnen Zahl antworten müssen. Es wird sich dabei um keine hohe Zahl handeln, keine Kommastellen… Keine Angst, Sie werden sich nicht blamieren. Einziges Problem: Sie müssen ganz ehrlich sein!

Es ist ein Sommertag auf dem Planeten Erde. Sie sind gerade mit Ihrem Shuttle gelandet und betrachten aus einem sicheren Versteck menschliche Wesen, die Sie bisher nur aus Ihrem Reiseführer kennen und aus den griechischen Sagen natürlich.

Aufgrund Ihrer Erfahrung mit anderen Lebensformen gelingt es Ihnen unterschiedliche Geschlechter auszumachen und Sie konzentrieren sich jetzt auf die Weibchen, die an Ihnen vorbeigehen. Da Sie eine neugierige Spezies sind, betrachten Sie die ungewöhnlichen menschlichen Formen – von vorne, von der Seite und auch von hinten. Beim Hinterherblicken stellen Sie fest, dass einige Weibchen dazu neigen, merkwürdige beinlose Kleidungsstücke zu tragen, die Sie von Ihrem Planeten nicht kennen.

Nun müssen Sie sich stark konzentrieren. Sie zoomen nah heran an dieses Kleidungsstück und stellen sich vor, dass es sich bei diesem Kleidungsstück um einen Jeansrock handelt. Knifflig… Woher sollen Sie als Außerirdischer wissen, was ein Jeansrock ist?

Ich weiß. Das klingt im ersten Moment nach einem gewissen Widerspruch. Sie müssen jetzt ganz kurz auf ihre menschliche Matrix zurückgreifen, Ihre Bilddatenbank öffnen, ein entsprechendes Bild kopieren und auf Ihre imaginäre Leinwand projizieren, die Sie sich nun wiederum als Außerirdischer anschauen können. Klar? – Das klingt für Sie als Mensch womöglich komplizierter, als es ist, denn zum Glück ist es für Sie als Außerirdischen technisch betrachtet quasi ein Außerirdischen-Kinderspiel, also überhaupt kein Problem, diesen Zugriff auf Ihr menschliches Wirtshirn zu realisieren. „Prism“ ist ein Fliegenschiss gegen Ihr außerirdisches Hackervermögen.

Sie sehen jetzt deutlich diese Frau in einem Jeansrock – von hinten! Konzentrieren Sie sich auf diesen Anblick. Denn wir kommen dem entscheidenden Moment näher. Gleich wird die Frage kommen, die Sie als unvoreingenommener Außerirdischer mit wenig Wissen über die menschliche Physiognomie spontan und ehrlich beantworten sollen.

Konzentrieren Sie sich! Haben Sie jetzt die Silhouette eines Jeansrockes auf ihre innere Leinwand gebrannt? Fokussieren Sie! Die Frage an Sie als Außerirdischen lautet: Wie viele Pobacken hat dieses Wesen? Und Ihre Antwort muss „Eine!“ lauten. Richtig! Mit einem selbstverständlichen Schulterzucken: „Natürlich eine! Wie viele denn sonst?“ Denn schauen Sie sich doch mal diese Hinternform an, wie sie sich in diesem Jeansrock präsentiert! Deutlich sehen Sie diese einheitliche Fläche – ohne wesentliche Konturen – ohne Senkungen zwischen links und rechts… Das, was dort in diesem Jeansrock wohnt, das ist ein einziges Wesen.

Und Sie erinnern sich noch gut an Ihren frühkindlichen Mythologieunterricht und daher vermuten Sie, worum es sich bei diesem Wesen handeln könnte… Nein, Sie sind sich sicher, worum es sich bei diesem Wesen handeln muss: um einen Zyklopenarsch!

Nun kommen wir zur Toleranzphase: Die Zyklopenarschtheorie mag im ersten Moment sexistisch oder frauenfeindlich klingen. Aber das ist sie gar nicht. In erster Linie ist sie nicht frauen- sondern jeansrockfeindlich. Das gebe ich zu! Aber das soll sie auch sein. Zurecht ist sie jeansrockfeindlich! Und ich gehe noch weiter: Jeder Frauenhintern sollte einen Jeansrock als seinen natürlichen Intimfeind betrachten. Denn es ist doch schrecklich und zutiefst bedauerns- und beklagenswert, was Jeansröcke etwas derart Attraktivem wie einem Frauenhintern antun können. Und die betroffenen Hintern, über die ich hier rede, sind hübsche, wohlgeformte, mitunter knackige Exemplare, ursprünglich bestehend aus zwei (!) Pobacken, die wie Ying und Yang nur gemeinsam ein sinnvolles Ganzes ergeben.

Und Frauen sollen ruhig weiterhin sagen: „Aber so ein Jeansrock ist total praktisch!“ Und ich zeige mich tolerant. Sollen sie das hundert Mal sagen. Und ich werde hundert Mal antworten: „Aber es sieht scheiße aus!“ – Ohh! Buhh! Böser Mann! – Aber das ist doch Blödsinn. Ich will den Frauen gar nichts Böses – im Gegenteil. Mit der Zyklopenarschtheorie geht es doch um Aufklärung. Ich möchte die Welt verbessern und sie nachhaltig von Jeansröcken befreien.

zyklopenärsche auch in colombia!!!
zyklopenärsche auch in colombia!!!