Über bayrische Dyskalkulie

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Über bayrische Dyskalkulie

Während das Bundesverfassungsgericht den Begriff „drohende Gefahr“ nur auf Terrorismus bezieht, gilt er für die CSU wohl auch für „Verlust der absoluten Mehrheit“. Und dieser drohenden Gefahr wird anscheinend alles untergeordnet. Ängste schüren, Kreuze gegen Vielfalt aufhängen und verschärfte Gesetze einbringen.

Dass CSU-Innenminister Herrmann die 30.000 Demonstranten gegen das geplante bayrische Polizistenaufgabengesetz (PAG) als „in die Irre geführte“ bezeichnet, mag in sein Politikverständnis passen. Aber dass er dazu Worte wie „Lügenpropaganda“ benutzt, zeigt deutlich, wie nah sich die CSU an die AfD ankuschelt und wie wenig ihr demokratische Vielfalt und Meinungsfreiheit Wert sind.

Über 80 zivilgesellschaftliche Organisationen und Parteien hatten zur Lügenpropaganda, äh…, zur Demonstration aufgerufen. So viele Demonstranten hat die bayrische Landeshauptstadt seit Jahrzehnten nicht gesehen.

Aber anstatt diese Proteste Ernst und sich womöglich zu Herzen zu nehmen, rechnete der Bundestagsabgeordnete Michael Kuffer (jetzt kenn ich auch den) mit starkem Hang zur Dyskalkulie vor und klein, dass 30.000 Demonstranten ja bloß 0,3% der Wahlberechtigten entspreche. Respekt für ihn und auch für die Tatsache, mit wie wenig Hirnfunktion (geschätzten 0,3% Restverstand) man in den Bundestag kommen kann, wenn man das richtige Parteibuch hat. Und außerdem: Rückenmark kann halt auch viel besser Wahlkampf!

 

 

 

Weiter so, CSU! Mit Euch hat man auch in düsteren Zeiten immer mal was zu lachen!

 

Aus aktuellem Anlass grad viel Dummes über die CSU:

https://tommiboe.com/2018/05/05/die-wuerde-des-kreuzes-ist-unantastbar/

https://tommiboe.com/2018/05/09/spahn-spinnt-also-quasi-nix-neues/

https://tommiboe.com/2018/04/19/3469/

 

Spahn spinnt – also quasi nix Neues

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Spahn spinnt – also quasi nix Neues

Vielen Dank, Jens Spahn! Kümmere dich doch um deinen Scheiß (Gesundheitsministerium)! Kürzlich hat uns Markus Söder beigebracht, dass das Kreuz kein religiöses Symbol sondern ein Bekenntnis zur bayrischen Identität sei. In einem Cartoon würde nach einer solch hirnfreien Aussage der Kopf von der Figur einfach platzen. KRAWUMM! Aber offensichtlich ertragen CSU-Schädel einiges an Dummheit.

Jetzt kritisiert Jens Spahn die, meines Erachtens, vorbildliche Haltung der Kirche. So findet es Spahn „irritierend, wenn hohe Kirchenvertreter Anstoß am Kreuz nehmen“. Häh?! – Die Kirche hatte kritisiert, dass Söder mit seiner Kampagne das Kreuz politisieren würde unter dem Deckmantel, ähm, ach ne, ganz ohne Deckmantel, einfach als Symbol der Aus- und Abgrenzung gegenüber Muslimen, und so das Kreuz als „Wahlkampf-Logo“ benutzen würde (Weihbischof Wolfgang Bischof).

Irgendwie rhetorisch ganz geil von Spahn, dass er, nachdem Söder der Kirche für seine Zwecke das Kreuz abgenommen und instrumentalisiert hat, jetzt noch daherkommt, um der Kirche zu erklären, wofür das Kreuz denn nun eigentlich stehen würde. – KRAWUMM!!! In einem Cartoon würde spätestens jetzt…! Ich weiß, ich wiederhole mich!

Aber, lieber Jens Spahn, auch Ihre vermutlich sehr komische Würde ist unantastbar! Krass! Aber so tolerant ist unser Grundgesetz! Und das sollte man in Amtsstuben aufhängen!

 

https://tommiboe.com/2018/05/05/die-wuerde-des-kreuzes-ist-unantastbar/

Die Würde des Kreuzes ist unantastbar

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Die Würde des Kreuzes ist unantastbar

Soso! Das Kreuz ist also KEIN Symbol einer Religion, sondern es stehe für die Werte- und Gesellschaftsordnung Bayerns. Vielmehr sei es ein Bekenntnis zur Identität Bayerns.

Man erkennt daran, dass auch Söder seinen Voltaire studiert hat. Denn er weiß: „Je öfter eine Dummheit wiederholt wird, desto mehr bekommt sie den Anschein von Klugheit!“

Söder benutzt das Kreuz, vielleicht missbraucht er es auch, als klares politisches Symbol zur Abgrenzung gegenüber Muslimen. Vielleicht gehört der Islam inzwischen zu Deutschland, aber nicht zu Bayern! So meint er wohl, gleichzeitig konservatives und rechtes Klientel bedienen und sich beim Rest irgendwie rausreden zu können (klassische AfD-Taktik). Offenbar hält er sich für sehr schlau und den Rest für hinreichend dumm oder gleichgültig. Und das durchaus zurecht. Denn 56% der bayrischen Wähler befürworten diesen söderischen Akt der Ab- und Ausgrenzung. Unter AfD-Wählern sind es sogar 77%.

Dem rechten Klientel scheint’s also zu gefallen. Aber was ist mit dem christlichen…? Von dort bekommt er nämlich Gegenwind. Statt einem Kreuz, so der Hochschulpfarrer Burkhard Hose, solle man doch lieber den Artikel 1 des Grundgesetzes aufhängen, in unterschiedlichen Sprachen! Schöne Idee, wie ich finde!

Das werde ich zumindest daheim in meiner Amtsstube gleich machen, und zwar direkt neben die „kiffenden Hände“, die da schon seit Jahren als Symbol hängen. Als Symbol wofür noch mal…? Hab ich vergessen. Scheiß kiffen!

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Fun Fact für Söder: Ein Großteil der Kirchen wurde in Bayern nur deshalb gebaut, damit die Gemeinden das Braurecht erhielten. Soviel zur bayrischen Identität!

Hanf oder Maschinengewehr?

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Hanf oder Maschinengewehr?

Niemand behauptet, dass Kiffen klüger macht. Saufen macht schließlich auch nur die anderen hübscher. Dass man nun aber gar nicht kiffen braucht, um weich in der Birne zu werden, beweist die Drogenbeauftragte der Bundesregierung Marlene Mortler (natürlich CSU) ganz persönlich. Sie hält nämlich den Verkauf von Hanfprodukten für genau so gefährlich wie die Legalisierung von Maschinenpistolen, was, mit Verlaub, ein ziemlich bekiffter Vergleich ist. Respekt dafür!

Wir hätten in Deutschland schon genügend Schwierigkeiten durch Tabak und Alkohol. Deshalb bitte nicht auch noch kiffen. Mortlers Logik zufolge dürfe man Cannabis nicht legalisieren, weil man Alkohol nicht verbieten könne. Logisch für eine CSU-Matrix.

Putzig, dass es mit der gleichen CSU bei einer Jamaika-Koalition gute Chancen für eine Cannabis-Legalisierung gegeben hätte. Wahrscheinlich auch mit der gleichen Drogenbeauftragten. Vielleicht haben sie sich nach dem Scheitern von Jamaika einfach derart hart besoffen (aus Frust oder Freude – egal!), dass sie sich an gar nichts mehr erinnern können. Oder die CSU hatte einfach Angst, ohne die Grünen an kein vernünftiges Gras mehr zu kommen.

Wie auch immer, liebe CSU. Darauf einen Dujardin! Was, nebenbei gesagt, eigentlich auch ein sehr passender Name für selbst angebautes Gras wäre…!

https://tommiboe.com/2018/04/12/edeka-gibt-das-hanf-frei/

hanf mortler

Schlagzeile: Ministerin im Enddarm verschwunden

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Schlagzeile: Ministerin im Enddarm verschwunden

Die Bildung der neuen Bundesregierung hatte zwar lange gedauert, aber dafür ist die erste Ministerin bereits binnen kürzester Zeit im Enddarm des Bauernverbandes verschwunden.

Experten sprechen schon von einer neuen Maßeinheit: 1 Klöckner = „Die Geschwindigkeit, in der ein Minister vom Amtsantritt an komplett im Enddarm einer Lobbygruppe verschwinden kann.“ Zurecht! Denn Klöckner setzt da völlig neue Maßstäbe. Gefühlt drei Tage im Amt und schwupps, weg ist sie!

Klöckner ist gegen die Einführung einer Lebensmittelampel (natürlich!) und gegen eine Zuckersteuer (natürlich!). Beides gibt es selbst in Groß Britannien. Denn nicht der Zucker, sondern die Gesamtaufnahme der Kalorien sei entscheidend für das Körpergewicht, weiß Klöckner und zitiert damit fast wörtlich die „Wirtschaftliche Vereinigung Zucker e.V.“. Wessen Interessen vertritt noch mal eine Volksvertreterin? Sorry, rhetorisch!

Zeitgleich trinkt der zunehmend verfettende Durchschnittsdeutsche jährlich 84 Liter Limonade.

Was sagt eigentlich der zuständige Gesundheitsminister dazu? Ach, nichts, Jens Spahn ist schließlich anderweitig beschäftigt. Dumme Sache, es gibt aber gerade auch so viele andere spannende Themen, die ihn anscheinend mehr interessieren als sein langweiliges Ministerium.

Im Koalitionsvertrag wurde übrigens eine „Reduktionsstrategie für Zucker, Fett und Salz in Fertigprodukten“ vereinbart. Allerdings fraglich, ob Frau Klöckner davon schon gehört hat. Der Empfang tief im Arsch der Lobby soll ja nicht so doll sein!

 

https://tommiboe.com/2018/04/07/gebt-dem-zucker-peitsche/

Edeka gibt das Hanf frei!

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Edeka gibt das Hanf frei!

„Ja, bravo, Edeka!“ und „Wird ja auch langsam Zeit!“ ging mir durch den Kopf, als ich neulich bei Edeka einkaufen war und mir diese Warenkennzeichnung ins Auge sprang.

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Hatte nicht gerade erst im Februar der Bund deutscher Kriminalbeamter eine Ende des Cannabisverbots gefordert? Und schon jetzt die ersten Produkte in Supermärkten…?! Da bekam der Begriff „Vollsortimenter“ doch gleich eine neue Bedeutung!

Gut so, möchte ich meine. Wenn selbst in den prüden USA erste Staaten Cannabis legalisieren, von den Niederlanden mal ganz zu schweigen, dann könnte das doch auch in Deutschland passieren. Also theoretisch, hypothetisch… und jetzt auch ganz praktisch bei Edeka… Warum denn nicht?!

Hatte ich tatsächlich die komplette politische Debatte über die Legalisierung von Cannabis verpasst? Und hatte sich tatsächlich die CSU dazu bereit erklärt? Spätestens jetzt brach das Gedankengebäude jäh in sich zusammen. Ströbele mag vielleicht das Hanf freigeben aber doch nicht Seehofer. Obwohl der manchmal schon daherredet, als ob er auch hin und wieder mal… Aber nein!

Ein zweiter Blick ins Sortiment erklärte leider, dass es dort gar nicht um Haschischprodukte, sondern lediglich um Hackfleischprodukte handelt. Menno! Wie langweilig und enttäuschend war das denn!

Gebt dem Zucker Peitsche

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Gebt dem Zucker Peitsche – zur Zuckersteuer

Groß Britannien führt eine Zuckersteuer ein. Der Zusammenhang zwischen den gängigsten Zivilisationskrankheiten und übermäßigem Zuckerkonsum ist inzwischen, nach erfolgreichen Jahrzehnten des Leugnens, nicht mehr zu von der Hand zu weisen. Übrigens Rauchen soll ja auch schädlich sein. Nein – doch – ohhh!

Warum, verdammte Axt, kann man das nicht auch in Deutschland machen?! Und kommt mir nicht mit dem mündigen Bürger. Da muss ich kotzen! Dieser mündige deutsche Bürger wählt nicht nur zu 15% die AfD, sondern isst auch jedes Jahr durchschnittlich 39 Kilo Zucker. Das entspricht 13000 Stück Zucker. Damit könnte man einige Zuckerbrote mit beschmieren. Aber zurück zur Peitsche:

In Groß Britannien haben die Getränkehersteller bereits jetzt den Zuckergehalt ihrer Getränke deutlich verringert. Geht doch, möchte man meinen. Und dementsprechend fordert Foodwatch ähnliche Regulierungen auch in Deutschland. In einem umfassenden Bericht macht die Verbraucherorganisation die Getränkehersteller für die Entstehung vieler Krankheiten verantwortlich.

Und was sagt Deutschland dazu? Unsere frischgebackene Bundesministerin Julia Klöckner lehnt den Vorstoß ab. Natürlich! Das wäre ja auch noch schöner! Was wissen die Engländer schon von Ernährung…?!

Hallo Deutschland! Darf man nicht einfach mal etwas von anderen Ländern lernen? Ist gar nicht schlimm, tut auch nicht weh! Kann man ruhig machen – auch als Deutschland!

Beim gleichen Spiel versagt die deutsche Regierung ja zeitgleich, wenn es um die Einführung einer Lebensmittelampel geht (link, siehe unten). Auch da sind Groß Britannien und Frankreich uns bereits einige Schritte voraus. Und was lernen wir in Deutschland daraus…? Richtig: Nüscht! Weil… äh weil… das wäre ja noch schöner!

 

 

https://tommiboe.com/2018/01/07/die-lebensmittelampel-kommt-oder-lieber-nicht/