Auswärtsspiel – next round!

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Sydney oder Auckland? Ja klar!
Nach langer Fußballabstinenz hatte ich gleich an zwei Wochenenden nacheinander Auswärtsspiele, eins in Auckland und jetzt gerade in Sydney. „Und Herr Boe, welches Stadionerlebnis war jetzt das bessere?“ – Was ist das denn nun für eine Frage? Beide natürlich! – „Jaja, was ist eine bescheuerte Antwort? Wer doch einmal in deinem Leben konkret!“ – Ein normaler Tag in meinem Inneren Team.
Also gut. Dann legen wir los!
Mir ist beim Stadiongehen ja das Vorstadionerlebnis wichtig. In Stuttgart treffen wir uns meist vorher und starten gemeinsam in den Spieltag. Das ist bei solchen Auswärtsspielen natürlich schwierig. Aber! Bei meiner langen Busfahrt zum Mount Smart Stadium in Auckland spreche ich ein Heimtrikot an, mit dem ich dann die letzten Meter zum Stadion gehe. Unmittelbar vor der Ticket-Kontrolle ist eine nette Food&Drink-Area, wo bereits eifrig Bier getrunken wird. Aha! Hier bin ich doch richtig! Es gibt eine gute Auswahl an verschiedenen (auch Craft-)Bieren vom Fass (Hallo, VfB-Catering, mal aufwachen!). Hier lässt sich gut die halbe Stunde vor dem Spiel verbringen und es ergeben sich einige nette Gespräche (schließlich bin ich ja in Neuseeland!). Anfahrt ins Stadion 1 Punkt für Sydney, weil wesentlich schneller, 2 Punkte für Auckland für das „Vorstadionerlebnis“.
Und bleiben wir gleich beim Catering. Denn auch im Stadion bietet Auckland überdurchschnittliche Auswahl an Speis und Trank, während Sydney eher dem deutschen, langweiligen Standard entspricht (nochmal 2 Punkte für AKL).
Gehen wir ins Stadion. Hier fällt mir die vergleichende Bewertung schwer. Denn das Sydney Football Stadium (Moore Park) ist ein hochmodernes Stadion (von 2022) mit 42000 Plätzen, schon ein schickes Ding. Gefällt mir. Die blauen Schalensitzen zeichnen ein kreisförmig-wellenartiges Muster ins zum Teil spärlich gefüllte Stadion, was ich persönlich nicht so geil im Stadion finde, hier allerdings viel besser als in anderen Stadien gelingt (Geschmacksache!). Die Go Media Arena (Mount Smart Stadium) hingegen ist deutlich kleiner, älter, hat aber Charme. Ich mag die alleinstehenden Tribünen einfach gerne. Und als absolutes Highlight, vielleicht gar ein „unique selling Point“, gibt es statt Gästetribüne eine aufgeblasene Riesenrutsche, einfach geil. „Leider“ stand ich bei den Heimfans in der anderen Kurve und hatte daher kein Rutschvergnügen. (2 Punkte für beide Stadion/ Zwischenstand 6-3 für Auckland).
Atmosphäre im Stadion: „The Cove“ sind die Ultras beim Sydney FC, die ordentlich für Stimmung, Gesang und auch für eine Choreo vor dem Spiel sorgen. Bei den Treffern zum 1-2 und 2-2 gibt es sogar Bierdusche. Auch mit ordentlich Schmähgesänge und Wenkergesten können sie punkten. Schließlich bin ich Zeuge vom „The Big Blue“, wie das Hass-Duell zwischen dem Sydney FC und Melbourne Victory bezeichnet wird. Herrlich, Emotionen! (Fußballfan, was willst du mehr…?!) – Dagegen wirkt die Stimmung in Auckland fröhlich-friedlich. Auch hier gibt es einen Vorsänger. Aber so einen lustigen, netten Typen, wie man ihn gern als besten Freund hätte, was ein bisschen nach einem Oxymoron klingt, wenn ihr wisst, was ich meine: ein liebenswerter Capo! Trotzdem geht diese Runde klar an Sydney (3-1), was zu einem Ergebnis von 7-6 für Auckland führt.
Allerdings muss ich in der Endabrechnung leider auch noch Minuspunkte vergeben. Einen Punkt ziehe ich für den mauen Stadionbesuch in Sydney ab. Ich finde es enttäuschend, dass sich an einem Samstagabend in einer Metropole wie Sydney (über 5 Mio. Menschen) gerade mal 15000 Zuschauer für diesen „Hass-Klassiker“ begeistern können. Da helfen auch die schmucken blauen Schalensitze nichts (-1).
Und dann ein spezieller persönlicher Tiefschlag: In einem Gespräch will mir ein Aussie im Fanblock, als ich mich als Deutscher oute, die jüdische Weltverschwörung verkaufen und lobt dabei Hitlers „Ideen“. Wow! Krass! Was ein dummer Trottel (-1)!
Zum Schluss muss ich mir, als selbstkritischer Berichterstatter, aber auch noch 2 Punkte abziehen, da ich es in meiner Zeit in Neuseeland und Australien nicht zu einem Rugby-Spiel geschafft habe (Allerdings hatte die NRL auch Sommerpause) und dass ich den Auftakt zur „Aussie Football“-Saison in Sydney verpasst habe, die genau an meinem Wochenende gestartet ist.

Endergebnis: Auckland gewinnt gegen Sydney mit 7-4. Super, das macht zusammen 11 von 11 Freunden. Was will ich denn mehr…?!

Apo Island

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„Apo“ mag zwar auch die Vorsilbe von Apokalypse sein. Aber – keine Sorge – auf Apo Island geht die Welt nicht unter, hier schlummert sie friedlich vor sich hin. Das einzige, was untergeht, sind die Taucher und so auch ich – dreimal am Tag für eine Stunde. Und wenn die Insel schon ruhig ist, abgesehen von den Hähnen am sehr frühen Morgen, dann ist es unter Wasser erst richtig still und einfach besonders. Naja, eine ganz eigene Welt, sagt man zurecht…
Dass die Philippinen und so auch Apo Island vulkanischen Ursprungs sieht, spürt man ständig. Neulich, als ich mit meinen Tauch-Buddies dem kulturellen Highlight der Insel beiwohnte, dem lokalen Basketballspiel (auf erstaunlich gutem Niveau!), gingen zeitgleich auf unseren Handys die Warnmeldungen ein: Vulkanausbruch auf dem Mount Kanloan mit Aschewolke! Wie unsere Recherchen ergaben allerdings in 150 km Entfernung. Auch beim Tauchen kann man vulkanische Aktivitäten beobachten. So führt ein Tauchgang über ein Feld mit vulkanischen Ausgasungen. Das heißt, es blubbert ordentlich um einen herum, wenn man über den Meeresboden hinwegtaucht – sehr eindrucksvoll!
Viel mehr an Aufregungen hat die Insel zum Glück nicht zu bieten. Es gibt weder Autos noch Motos, lediglich Handkarren werden durch die Gegen geschoben, zum Beispiel um das Trinkwasser vom Anleger auf der Insel zu verteilen. Denn Trinkwasseranschluss gibt es keinen. Zudem gibt es ein paar Möglichkeiten zu essen, teils lokale teils touristische Angebote. Auswahl und Niveau sind überschaubar. Aber es besteht kein Grund zu klagen. Bin ja bescheiden und demütig. Und wem’s zu langweilig wird, der kann sich Hühnerinnereien und -füße grillen lassen. Die kleinen Läden bieten allerlei Essen in Plastik an, „emergency Food“ wie Instant-Nudeln mit unterschiedlichen Geschmacksverstärkern, dazu Chips, Süßigkeiten und Schnaps, also quasi nix Vernünftiges. Aber sollen die Filipinos und -nas doch selbst mit ihrer hohen Diabetes-Rate klarkommen.
Das alles kümmert den rundum entspannten und zufriedenen Reiseberichterstatter Herrn Boe wenig bis gar nicht. Er genießt die Ruhe, das Tauchen und, tja, das Leben auf Apo Island…

ein sehr zufriedener, tiefenentspannter Herr Boe

Vorsicht wilde Tiere

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Vorsicht wilde Tiere
„Pass auf, wenn du in Australien bist!“ Jaja, denkt mein Traveller-Ich, was soll schon passieren, das gerade knapp zwei Monate in Neuseeland unterwegs war, während mein Kindheits-Ich eine frische Unterhose verlangt. Neuseeland ist an Harmlosigkeit natürlich nicht zu überbieten. Das färbt auch massiv aufs Personal ab. Denn diese Neuseeländer sind so extrem freundlich und hilfsbereit, wie man es vielleicht nur in einem völlig ungefährlichen Land sein kann (vergessen wir mal Vulkane, Erdbeben und Orks. Das würde die Erzählung unnötig beschädigen).
Aber nun Australien. Hier herrscht natürlich eine ganz andere Athletik! Die erste Gefahrenstelle habe ich bereits unversehrt gemeistert. Ich war am Bondi Beacht und habe artig mit den Wellen gespielt oder die Wellen mit mir spielen lassen. Dort gab es kürzlich eine tödliche Bull Shark-Attacke auf einen 12jährigen Surfer. Das ist dann schon eine ganz schön reale Bedrohungslage. Ins Outback komme ich zumindest in diesem Sabbatjahr nicht mehr. Die Gefahr, sich eine giftige Schlange einzufangen, ist daher gering. Und so hatte ich für meinen Ausflug in die Blue Mountains (zwei Zugstunden von Sydney) ebenfalls mit einer geringen Gefährdungslage gerechnet. So kann man sich irren!
Nach meiner Wanderung rund um die berühmten „Three Sisters“ entdecke ich bei meiner Kaffeepause, dass an meiner rechten Socke ein schleimiges, nacktschneckenartiges Vieh hängt. Ihhh! Ich zupfe es ab, was gar nicht so einfach ist. Es stellt sich heraus, es war gar nicht an meiner Socke interessiert, sondern an meinem Blut. Denn inzwischen hatte es sich durch die Socke fest in meiner Ferse verschraubt.
Ich lerne, Landblutegel haben in ihrem Speichel ein betäubendes Serum – ähnlich dem Großmaulpinguin (sorry, der musste sein!), sodass ihr blutsaugendes Wirken oft unbemerkt bleibt. Raffinierte kleine Bastarde! Vielleicht fühlte ich mich auch deshalb so schlapp nach meiner Wanderung und es liegt gar nicht an meiner schlechten Kondition…
Ich betrachte meine Wunde, aus der es blutet, und lerne weiter: Zudem befindet sich im Speichel des Ekels/Egels Hirudin, das die Blutgerinnung hemmt. Ich denke mir, das würde es in Deutschland nicht geben. Das ist doch verschreibungspflichtig und wie sollen Blutegel an das Zeug rankommen? Andererseits kenn ich mich mit dem Darknet nicht wirklich aus und mit den unappetitlichen Interessen von Big Pharma schon mal gar nicht…
Im Kiosk/Café frage ich nach einem Pflaster. Ein alter Aussie betritt die Bühne und fragt, als er mich auf einem Bein herumhüpfen sieht nach meiner Verletzung. Ich erkläre es ihm, worauf ihm ein „Ohhh bloody leeches!“ entfleucht. „You should burn them!“ Tatsächlich ist das sein educated advice: Feuerzeug dranhalten, dann lässt das Viech von selber los. Das sei besser, als es mit Gewalt abzuziehen! Sein Gesicht verrät, er hat viel gesehen und erlebt, sehr viel! Zudem ist er Australier. Hier gibt es Schlangen, Spinnen, Haie, Salzwasserkrokodile, Kängurus, Koalas und Pferde! (Fun Fact: das tödlichste dieser Tiere ist das Pferd. Mit jährlich 5-10 Todesfällen die Nummer 1 in Australien! (Natürlich auf Grundlage, was chatgpt für facts und ich für funny halte))
Also glaube ich ihm und seiner Expertise, ohne es zu überprüfen. Ist bestimmt ein uralter Aboriginal Trick!. Ich werde mir also ein Feuerzeug besorgen und dann heißt: „Burn in hell, you bloodsucking bastards!“

ÖPNV – wir müssen reden!

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Ich bin gestern in Sydney gelandet (yay!) und möchte zu meinem Hostel. Bus und Bahn helfen mir dabei, ist ja klar. Sydney hat eine Bevölkerung von fünf Millionen, da sollte so ein ÖPNV schon etwas können.
Ich habe genau Null australische Dollar in der Tasche, laufe aber trotzdem direkt zur U-Bahn-Station, halte mein Handy ans Lesegerät, die Tore des kleines Gates vor mir flappen auseinander und ich gehe zu meinem Gleis. Die Bahn fährt mich in die City und dort checke ich beim Aussteigen mit dem Handy wieder aus. Fertig! Kein Tarifdschungel. Keine langen, verzweifelten Gesichter am Fahrkartenautomaten.
Frage: Warum kann es etwas, das so einfach ist, nicht auch in Deutschland geben? Warum?! Warum ist das nicht möglich? Verstößt das gegen die irgendwelche Grundrechte? Laufen die Leasing-Verträge mit der Automaten-Maffia aus Jens Spahns Wahlkreis unbefristet? Gibt es noch eine verbindliche Münzpflicht aus dem 9. Jahrhundert, für deren Abschaffung eine Zweidrittelmehrheit im Bundesrat benötigt würde und die FDP stellt sich quer (Spaß!)? Es darf doch gerne jede:r zu Hause das Sparschwein weiterhin mit Münzen vollstopfen, ich mische mich da nicht ein. Aber darf der Rest von uns einfach mal weitermachen? Hallo, Deutschland, aufwachen! Mal das verlötete Faxgerät im Hirn abklemmen und von anderen Ländern lernen!
Es kann ja sein, dass es nicht nötig ist, in Deutschland Elektroautos herzustellen (darauf können sich Konservative und Automobilindustsrie ja meinetwegen einigen. Liebe Grüße von Nokia!). Aber können wir in anderen Bereichen nicht einfach mal genau so klug oder weit sein wie andere? In Neuseeland, in Hongkong und in anderen EU-Länder funktioniert das doch auch.
Und ich höre die „Ja, Abers“ von konservativen Bedenkenträger:innen, die die Vergangenheit verteidigen, als gäbe es kein Morgen. Wir haben ein Recht auf lange Gesichter und Momente des unkontrollierten Fluchens vor Fahrkartenautomaten. Das ist unser Kulturgut. Außerdem können wir dort Leute von auswärts belehren. Herrlich!

Ich fordere eine Entsorgungspflicht für gestrige Politiker:innen! Schmeißt sie in ein schönes, wohltemperiertes Abklingbecken und lasst uns mal die Zukunft annehmen. Die ist nämlich 1. gar nicht so schlimm und 2. in anderen Ländern längst Gegenwart!
Ich könnte mich ja noch weiter aufregen. Aber da kommt gerade mein nächster ÖPNV: eine Fähre, die mich für 1A$ (0,6€) zum Circular Quay bringt, also genau ins Herz von Sydney. Nice!

Scheißhaus mit Aussicht

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Scheißhaus mit Aussicht
Schon seit Jahren hängt bei mir zu Hause auf der Toilette der Kalender „die schönsten Pinkelpausen Norwegens“ von meiner Schwester – zu Recht. Denn er hängt dort nicht nur sehr passend, sondern ist zudem künstlerisch sehr schön (Symbolbilder unten!).
Bei meiner Reise durch Neuseeland und bei meinen zahlreichen Wanderungen ist mir aufgefallen, dass das DOC (Departement of Conservation) sehr darauf bedacht ist, dass der Tourismus möglichst naturschonend abläuft. Und deshalb gibt es quasi überall öffentliche Toiletten, das bedeutet auch an fast allen Parkplätzen, an denen Wanderwege beginnen, aber auch auf den Wanderwegen selbst, zum Teil im Gebirge, zum Teil mit geiler Aussicht.
Und so entstand die Fotosammlung „Scheißhaus mit Aussicht!“ Schauen wir mal, ob es für einen gleichnamigen Kalender für 2027 reicht. Bestellungen werden jederzeit angenommen. Weihnachten ist ja auch nicht mehr weit und wie beruhigend ist es denn, wenn man schon jetzt einen Haken bei „Geschwister-Geschenk“ setzen kann. Danach schaut man viel befreiter ins Restjahr!

aus die „die schönsten Pinkelpausen Norwegens“ (das Original, Jahrgang unbekannt, Künstlerin Vera_Bing)
Monat Mai (glaube ich)

Hier eine Auswahl oder: So könnte Euer Kalender 2027 aussehen „Scheißhaus mit Aussicht – die Neuseeland-Edition“