Monat: Dezember 2016

Wurst ist Wurst und Schnaps ist Schnaps!

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Wurst ist Wurst und Schnaps ist Schnaps!

Soso, jetzt hat also Christian Schmidt sein Resthirn verloren! Schade, sagen die einen; egal, die nächsten; noch andere fragen, Christian Wer…?! Kennt ihr nicht…? Doch! Christian Schmidt ist der putzige Landwirtschaftsminister von der CSU, der im Zusammenhang mit den russischen Sanktionen den grenzdebilen Kommentar abgegeben hatte: „An apple a day keeps Putin away!“ Na, erinnert ihr euch? Jetzt hätte man fast diesen Satz und auch den daranhängenden Minister vergessen. Aber jetzt beweist er eindrucksvoll und hirnfrei, dass es ihn noch gibt.

Zum Schutz der Verbraucher soll jetzt nämlich klar geregelt werden, dass vegane und vegetarische Lebensmittel nicht mehr so heißen dürfen wie echte Lebensmittel, also fleischhaltige. Also keine „vegane Wurst“ und kein „Veggie-Burger“ mehr. Denn das sei für den Verbraucher ja, Zitat: „völlig verwirrend!“ Bravo! Endlich wird die Mehrheitsgesellschaft vor der Überfremdung auf deutschen Tellern geschützt. Damit diese veganen Schwuchteln nicht länger unsere schönen deutschen Worte wie Wurst, Schnitzel, Bulette und Döner kaputt vegetarisieren können. (Wird’s bald Demos von den „Fleischessern Europas gegen die Veganisierung des Abendbrots“ geben? Na, wie wär’s Dresden? Noch Kapazitäten?)

Und vor allem, was werden die nächsten, nun vollkommen logischen Schritte sein? Umbenennung anderer völlig verwirrender Bezeichnung von Lebensmitteln stehen an. Mich verwirren schon lange Namen wie Fleischtomaten, Rosenkohl, falscher Hase, Meerschweinchen, Marmorkuchen oder gar Granatapfel. Da müsste sich doch mal ein unterbeschäftigter und überbezahlter Minister drum kümmern!

Warum hat man von diesem Typen eigentlich nichts im Zusammenhang mit der Zulassungsverlängerung von Glyphosat gehört? Naja… Was soll man schon von einem Landwirtschaftsminister von der CSU erwarten…?

Abschließend mein Wunsch zum neuen Jahr, lieber Christian Schmidt: Es wird echt Zeit, dass auch wir Biertrinker geschützt werden! Meinetwegen soll man aus Hopfen auch Erfrischungsgetränke machen dürfen, da bin ich echt tolerant, aber warum die dann „alkoholfreies Bier“ heißen müssen, hab ich nicht verstanden und, zugegeben, es hat mich als Konsument auch ziemlich verwirrt.

 

Demoskopenversagen

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Demoskopenversagen

Jetzt wird 2016 nach dem Bienensterben auch noch als das Jahr des großen Demoskopenversagens in die Geschichtsbücher eingehen. Wohl selten haben so viele Experten in allen möglichen Ländern derart einhellig falsch gelegen wie in diesem Jahr. Aber zu einer ignoranten, abgehobenen und die Lebensrealitäten der Bürger missverstehenden Politik gehört eben auch eine solche Journaille. Das kommt eben davon, wenn Politiker und Journalisten zulange miteinander im Bett gelegen haben. So ist das bei Verliebten. Die bekommen von der Außenwelt ja auch nichts mit!

Tja… Und die Annahme, dass die Hälfte aller US-Amerikaner weiße dicke alte sexistische ausländerfeindliche ungebildete männliche Idioten aus dem Mittleren Westen sind, überzeugt leider auch nicht so richtig. Auch wenn es noch so schlüssig erscheint…

Aber jetzt haben alle, die bisher nichts verstanden haben, plötzlich alles verstanden und das Problem erkannt. Natürlich! Schwierig nur, dass es nichts hilft, bloß zu glauben, dass man etwas verstanden hat, wenn man dann doch einfach so weitermacht wie bisher, weil die Alternativlosigkeit der letzten Jahre alle Phantasie, dass tatsächlich ein anderes Leben möglich wäre, längst getötet hat. Stattdessen merkeln wir weiter! Und das ist nur wirklich die fleischgewordene Alternativlosigkeit!

Ich habe da ein schönes Zitat von Jakob Augstein gefunden: „Offenbar ist die Demokratie in ihrem derzeitigen Zustand kein geeignetes Instrument, um für Gerechtigkeit zu sorgen!“ Denn genau darin versagt sie, bei stetig wachsender sozialer Ungleichheit, seit zwanzig Jahren!

Wir brauchen ein lautes Ja zu Alternativen! Dann erkennen wir vielleicht, dass es neben der Alternative für Deutschland noch andere echte Alternativen für ein besseres Deutschland gibt! Linksblinker setzen!

Atomare Morallosigkeit

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Atomare Morallosigkeit

Wie heute bekannt wurde, muss die Regierung, laut Urteil des Bundesverfassungsgerichts, an die Atomkonzerne Entschädigungen zahlen. Forderungen seitens der Konzerne von bis zu 19 Milliarden Euro stehen dabei im Raum! Ach, sagte ich, die Regierung muss zahlen…? Sorry, mein Fehler, Merkels Haftpflicht übernimmt den Schaden dann doch nicht. Dann müssen wir Steuerzahler das natürlich übernehmen.

Ich will mich auch gar nicht darüber aufregen (das habe ich ja schon an anderer Stelle), sondern genauer gesagt darüber, dass die gleichen Konzerne gerade erst die Regierung weichgekocht haben, damit sie aus ihrer Endlagerungspflicht für den Atommüll rauskommen. Da stellten sich die Konzerne als die armen Würstchen dar, die sich unmöglich um den ganzen atomaren Müll selbst kümmern können. Auch wenn sie Jahrzehntelang Milliardengewinne aus dem Atomstrom erwirtschaftet haben, welche dann natürlich artig privatisiert wurde. Wer hätte auch schon ahnen können, was diese blöde Sache mit der Endlagerung kosten könnte? Also wirklich… Da müsste man ja Hellsehen können oder gar vom Fach sein…! Und überhaupt!

Aber nachdem sich die Bundesregierung auf diesen, für uns Steuerzahler extrem teuren Deal eingelassen hat, was rechtlich überhaupt nicht notwendig gewesen wäre, dass jetzt die Atomkonzerne ihrerseits, nachdem die Regierung ihnen gerade etliche Milliarden quasi geschenkt hat, auf Entschädigungszahlungen gegenüber dem Bund bestehen, zeigt leider mal, wie verkommen die Welt unserer Konzerne ist. Moral hat da nichts verloren. Und jeder, der so tut, als könne man auf moralischer Ebene mit multinationalen Unternehmen diskutieren, hat es nicht geblickt! Denn das moralische Konzept eines Haifisches funktioniert ganz ähnlich. Komisch nur, dass das die meisten bei Haifischen begreifen und bei Konzernen nicht.

 

Mehr über diese Atomarschgeigen:

https://tommiboe.com/2015/01/18/atomarschgeigen/