dümmer geht immer

Mimi-Merz

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Mimi- Merz

Manchmal wundere ich mich dann doch noch über die Selbstbesoffenheit von Politikern wie Merz. Ist ja nicht so, als hätte ich eine übertriebene Erwartungshaltung, was solche Politikboliden angeht. Aber hin und wieder werde ich doch überrascht.

Als der CDU-Parteitag verschoben wurde und ein offensichtlich angepisster Friedrich Merz vor die Kameras trat, durfte die Welt mal wieder Zeuge seiner Selbstdemaskierung werden. Er regte sich über das Partei-Establishment der CDU auf, das ihn „verhindern“ wolle. Der personifizierte, fleischgewordene Lobbyenddarm der Hochfinanz regt sich über die da oben auf. Was ist los mit dem? Was regt er sich so auf? Hat er schlecht gekackt oder mal wieder keinen Parkplatz für seinen Privatjet gefunden? Stand wahrscheinlich stattdessen so ein Drecks-Lastenfahrrad von einem schwulen Pärchen drauf! Die Welt ist so ungerecht!

Schon irgendwie putzig der Merz. Steht beleidigt da und führt sich auf und, als wäre das nicht schon lustig genug, verknüpft seine Kandidatur auch noch mit der „Neuausrichtung der CDU“, als wäre die CDU mit ihm endlich bereit für die Herausforderungen der 90er Jahre. Und ich stell mir ständig die Frage: Ist das jetzt schon wieder Max Uthoff in einer Parodie oder ist das immer noch Merz und meint das alles ernst? Und soll das eine Bewerbung für den CDU-Vorsitz oder doch eher den deutschen Comedy-Preis sein?

Im Sport würde man sagen: Es gibt schlechte Verlierer. Noch schlimmer sind aber schlechte Gewinner, klar! Wie unsympathisch ist das denn? Aber Merz schafft es in eine noch andere Kategorie. Er ist ein vorauseilend schlechter Verlierer, der schon vor dem Anpfiff auf den Schiedsrichter, auf Gott und die Welt schimpft. Bäh! Da liegt so ein eklig-fauliger Trump-Geruch in der Luft! Normalen Menschen würde bei so viel Unfug einfach der Schädel platzen und dann hätte es sich damit erledigt…!

Friedrich Merz oder doch Max Uthoff? Schwer zu sagen bei diesem Content!

Da kann ich abschließend auch nur noch auf diesen großartigen Clip von extra3 verweisen. In der Hauptrolle Mimi-Merz!

Hier geht’s zur Merz-Trilogie von vor zwei Jahren.

Noch mehr Wurst und Schnapps!

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Noch mehr Wurst und Schnapps!

Worum geht’s denn heute? Corona, US-Wahlen, Klimawandel, Flüchtlingslager, Hetze, Terror…

Nein, liebe Freunde. Einer muss sich ja um die wichtigen Themen kümmern. Denn heute geht’s wirklich um die Wurst. Oder halt Stopp! Ist das schon zu irreführend, weil diese Wurst-Metapher womöglich nicht fleischhaltig genug ist? Hmmm…

In dieser Woche stimmte das EU-Parlament darüber ab, ob auch in Zukunft vegane und vegetarische Produkte noch Wurst, Schnitzel oder Burger heißen dürfen. Kein Witz! Gut, dass wir dafür ein hochbezahltes EU-Parlament haben. Die Begründung ist, solche Bezeichnungen seien für die Verbraucher*innen irreführend. Noch mal, auch wenn ich mich wiederhole: kein Witz!

Wie heißt das denn jetzt?? Belegtes Brötchen…?
Die armen Pommes daneben sehen auch schon ganz verwirrt aus…!

Wie beschränkt sollen denn die Leute sein? Halten Politiker*innen das Volk tatsächlich für so dumm, sich von einem Produkt, das ausdrücklich „vegane Wurst“ heißt, so sehr verwirren zu lassen, dass sie glauben, es sei Fleisch drin. Solche Leute glauben sicher auch, Jägerschnitzel sei ein Leckerbissen für Kannibalen oder Granatapfel ein Sprengstoff. Und wird eine Fleischtomate in Zukunft noch so heißen dürfen, so ganz vegan…? Wir leben in verwirrenden Zeiten und sehnen uns nach der großen Einfachheit zurück, als Wurst noch Wurst war. Okay, die Höhle war nass und kalt und der Empfang war mäßig, aber sonst war doch alles besser…!

Insgeheim warte ich auf die erste Unterlassungsklage eines traditionellen Metzgermeisters gegen die großen Wurstkonzerne, der dafür die gleiche Argumentation anführt, mit der die Fleischlobby vorgeht, und die „Wurst als kulturelle Errungenschaft“ ins Feld führt. Denn dann müssten sich plötzlich die Konzerne verteidigen, ob und inwiefern ihre fragwürdigen industriellen Erzeugnisse noch die ehrenwerte Bezeichnung Wurst verdient haben. Fände ich mal eine interessante Wendung dieser Diskussion. (Für Wurstfreund*innen empfehle ich diesen interessanten und auch ein bisschen ekligen Clip über industrielle Wurstproduktion und spoiler schon mal den leckeren Fachausdruck Separatorenfleisch)

Ach ja, eine Frage bleibt noch: Fleischpflanzerl darf man weiterhin sagen oder was?!?!1!! Warum…? Weil das ironisch ist und Veganer*innen keine Ironie verstehen oder was…? Die Behelfslogik versagt an dieser Stelle, da ja gleichzeitig „vegane Wurst“ zwar nicht ironisch, aber doch für jeden mit dem IQ einer Teewurst verständlich und trotzdem ausreichend irreführend ist. Logical Meltdown!

Im Hintergrund summen* die Unionspolitiker*innen Hand in Hand mit den Lobbyist*innen des Bauernverbands pandemiekonform (weil in Pandemiezeiten nicht gesungen werden darf) ihre Hymne: „Wes Wurst ich ess, des Lied ich summ…“

Schon vor fast vier Jahren gab es eine ähnlich dumme Debatte und einen ähnlich dummen Blog dazu:

https://tommiboe.com/2016/12/29/wurst-ist-wurst-und-schnaps-ist-schnaps/

Und was hamstert Ihr so: Waffen oder Klopapier?

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Und was hamstert Ihr so: Waffen oder Klopapier?

[klopapier waffen]
Waffen oder Klopapier? Die Antwort ist: Ja!

Der Pessimist sagt: Es kann nicht schlimmer kommen. Aber der Optimist weiß: Schlimmer geht immer! Das gleiche gilt übrigens auch für dumm und dümmer!

Gerade noch machte ich mich über den dummen Deutschen lustig, der bei Klopapier neuerdings nur noch in Lkw-Ladungen rechnet (und ja, auch Dumme mit anderen Nationen decken sich mit Klopapier zu, äh, ein.). Hier eine praktische Seite für alle, die auf der sicheren Seite wollen: https://reichtmeinklopapier.de/

Aber jetzt erwischte mich die Nachricht, dass der US-Amerikaner sein Sicherheitsbedürfnis gegen das Virus ganz klassisch wie gegen alle anderen Gefahrenlagen auch löst, nämlich indem er Waffen kauft. Logisch! 68% mehr Schusswaffen (gegenüber dem Vorjahreszeitraum) kauft der Ami zurzeit. Der Besitzer eines Waffengeschäfts verkaufte gar fünfmal so viel Munition wie normalerweise!

Welches das richtige Kaliber gegen das Coronavirus ist, bleibt offen. Es wird sicherheitshalber alles gekauft, was Peng! Knall! und Bumm! macht. Denn vorerst scheint es, dass die Munition doch eher für potentielle Virusträger und -überträger gedacht ist. Getreu dem Motto: „Bleiinfusion schlägt Tröpfcheninfektion!“

waffen statt klopapier
Herr Boe ist natürlich bestens vorbereitet für Kampf gegen Gefährdungen aller Art!

Wer jetzt glaubt, die Amis würden Waffen statt Klopapier horten, ist allerdings falsch gewickelt. Denn der Soziologe in mir weiß, dass wir längst in der „Und“-Zeit leben, es regiert das Sowohl-als-auch. Der Ami nennt den Kauf von Waffen plus Klopapier daher „double protection“.

Und nachvollziehbar und praktisch ist das beim Einkauf durchaus. Eine überdurchschnittliche individuelle Bewaffnung kann nämlich auch bei der Beschaffung von, sagen wir einmal, Klopapier entscheidend weiterhelfen. Denn das wissen wir spätestens seit Al Capone:

Man kommt viel weiter mit einem freundlichen Wort und einer Pistole als mit einem freundlichen Wort allein.“

Was wird als nächstes gehamstert? Als wie dumm stellt sich unsere oder die US-amerikanische Gesellschaft morgen heraus? Die Nährwerte von Klopapier und Munition sollen ja gar nicht so hoch sein…

Nachdem die Bordelle zugemacht haben, würde mich zum Beispiel auch nicht wundern, wenn demnächst der Gummipuppenmarkt leergefickt, äh, leergefegt ist, sorry, es wird Frühling, bin auch schon ganz wuschig…!

 

 

Was wir schon jetzt von Corona lernen können

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Was wir schon jetzt von Corona lernen können!

Eigentlich verbiete ich meinen Schüler*innen, Sätze mit „eigentlich“ zu beginnen. Aber eigentlich wollte ich hier einen launischen Artikel über Corona schreiben – von wegen: ein mäßig gefährlicher Virus in hysterischen Zeiten, während die Bedrohung durch den Klimawandel weiterhin überhaupt nicht ernstgenommen wird….

Okay, die Zeiten sind und bleiben hysterisch, aber das Virus und die Gesamtsituation (auch und gerade die unseres Gesundheitssystems) laden dann doch nicht zum Scherzen ein.

Selbst wenn man selbst nicht zur Risikogruppe zählt und daher die gesundheitlichen Gefahren als nicht lebensbedrohlich einzuschätzen sind, trägt doch jeder einzelne, egal wie alt und wie gefährdet, durch sein Verhalten dazu bei, wie schnell sich das Virus in Deutschland verbreitet und damit auch wie viele Menschen gleichzeitig mit dem Virus infiziert sind. Das erhöht letzten Endes auch die Zahl der sogenannten Risikopatienten und von denen hat vielleicht jeder einen oder eine in seinem Bekanntenkreis. Und wenn viele Menschen gleichzeitig intensivmedizinische Betreuung benötigen, dann werden wir wohl erfahren, wie stressfähig unser notorisch überlastetes, kaputtgespartes Gesundheitssystem tatsächlich ist. Und wollen wir das wirklich austesten…? – Natürlich nicht! Daher sollten wir alles tun, um die Verbreitung des Virus‘, so gut es geht, auszubremsen.

Vielleicht, und das sollte schon jetzt der erhobene Zeigefinger sein, zeigt uns die aktuelle Krise in aller Deutlichkeit, was in den vergangenen Jahrzehnten im Gesundheitswesen so alles schiefgelaufen ist, nämlich dass Patient*innen keine zu vermarktende Fallpauschalen sind, dass medizinisches Personal weit mehr als ein Kostenfaktor ist und dass Krankenhäuser, verdammt noch mal, kein renditeversprechendes Investment sein dürfen. Ist doch nicht so schwer!

Hoffentlich erinnern sich die Politiker*innen noch daran, wenn die Corona-Welle abgeebbt ist, und reparieren unser Gesundheitssystem. Die Stellschrauben sollten allen bekannt sein!

Deutschland hat ein Problem

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Deutschland hat ein Problem. Mal wieder!

Nicht nur in der Organspende sondern auch im Bundestag. Denn dort sitzen Politikerinnen und Politiker, die noch konservativer sind als ihre Wählerinnen und Wähler. Und das konnte ich mir bisher nur schwer vorstellen.

Natürlich ist Organspende ein persönliches, emotionales und auch ethisch komplexeres Thema als andere – ist klar! Aber dennoch wäre es doch ganz schön, wenn das Abstimmungsverhalten im Bundestag einigermaßen der Stimmungslage im Land entspräche.

Schon bei der Abstimmung über Tempo 130 (im Oktober) lag das Parlament gehörig neben den Interessen der Bevölkerung. Und auch bei der Abstimmung über Spahns „doppelte Widerspruchsregelung“ frage ich mich mal wieder: Welches Volk vertreten diese Volksvertreter eigentlich? – Ganz anscheinend nicht das, das sie gewählt hat!

Nach ZDF-Politikbarometer sind 61 Prozent der Deutschen für diese Regelung und nur 36 Prozent dagegen (zu den Zahlen). Der Bundestag hat Spahns Gesetzesentwurf hingegen mit 56 zu 43 Prozent abgelehnt. Na danke!

Und wieder einmal erweist es sich in Deutschland als schwierig bis unmöglich, Regelungen, die bereits in vielen anderen Ländern erfolgreich praktiziert werden, auf Deutschland zu übertragen. „Jaja, in anderen Ländern…“

Und wie soll ich Herrmann Gröhe (natürlich CDU) verstehen, wenn er sagt „Gerade bei schweren Entscheidungen müssen sich unsere ethischen Grundprinzipien als Leitplanken bewähren“? Gegen die Mehrheit des Volkes? Oder meint er einfach, dass wir in Deutschland eben bessere, höhere, deutschere ethische Standards haben oder was…?! Bloß nichts von anderen Ländern lernen (ich verbinde)! Sonst was…?!

Die stattdessen verabschiedete Organspende-Variante, dessen Wirkung schon jetzt beispielsweise durch den Beamtenbund angezweifelt wird, ist ein Paradebeispiel für Symbolpolitik. „Jaja, wir wollen doch alle das Organspendewesen verbessern!“ Genau wie wir doch alle etwas für den Klimaschutz machen wollen. Also theoretisch, im Prinzip, aber echt… Wir sind doch die Guten! Und dann passiert nichts! Scheinheilige Bagage!

Von ethischer Importanz posaunen und dann faseln SPD- und CDU-Politiker inhaltsleere Sätze wie: „Eine Spende, die nicht dem freien Willen entspringt, ist auch keine Spende!“ (Thomas Rachel, CDU, noch nie von gehört) „Eine Spende muss eine Spende bleiben!“ (Hilde Mattheis, SPD, noch nie von gehört). Fehlt nur noch Gertrude Stein (parteilos): „Rose is a rose is a rose is a rose!“

Bravo, ihr Penner! Als Volksvertreter oder gar Hirnspender seid ihr jedenfalls nicht zu gebrauchen!

organspende infografik zdf

https://tommiboe.com/2018/11/29/deutschland-ist-kein-organspendeland/