kurzgeschichten von tommiboe

Sanitärcontainer

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Sanitärcontainer

Die deutsche Sprache ist bekannt und berüchtigt für ihre Vielfalt an Wortkombinationen. Wahl- und zum Teil willenlos lassen sich Substantive aneinander hängen und sich neue Worte zusammenbasteln. Sowohl Phantasie als auch Beklopptheit sind dahingehend quasi keine Grenzen gesetzt.
Ich glaube, in keiner anderen Sprache kann man sich bei Scrabble besser in die Haare geraten, da man im Prinzip aus jedem bereits zusammengesetzten Wort noch ein neues basteln kann. Fraglich nur, was ist erlaubt und welche geglückte Kreation gönnt man dem anderen, wenn er damit auf den dreifachen Wortwert kommt und im Gesamtklassement uneinholbar enteilt. – Mein Vater erzählt noch heute von der inzwischen familienlegendären „Kuhbude“, die ihm meine Mutter vor gefühlten hundert Jahren nicht anerkannte und ihm damit ein empfindliches Waterloo auf dem Scrabble-Schlachtfeld zugefügt hatte.
Auch so ein schönes Wort ist „Sanitärcontainer“. Und irgendwie klingt es hübscher, als so etwas tatsächlich ist. Wer schon einmal genötigt war, regelmäßig einen solchen Container zu besuchen, der weiß Bescheid.
Und ich meine nicht diese – zugegeben hässliche – Extremsituation, wie auf einem verregneten Openairfestival ohne Ganzkörperschutzanzug auf ein geflutetes Dixiklo zu müssen…! Holla! Dahingehend bin ich wirklich froh, ein Mann zu sein! Und da lächele ich auch befreit über solche Sprüche wie „Männer sind ja so eklig!“ Nur kein Neid. Wer kann, der kann!
Dabei muss man solche Chemoklos fast noch in Schutz nehmen. Denn was in aller Welt soll dem Ansturm von 10000 Pissern schon standhalten? Da geht sogar eine deutsche Eiche in die Knie!
Ich hingegen hatte das zweifelhafte Vergnügen, über einen Zeitraum von fast einem Jahr einen Sanitärcontainer als mein Bad bezeichnen zu müssen. Es ging also nicht um den singulären Nutzungsakt sondern um die Geschäfte des täglichen Bedarfs. Es musste also auch geduscht werden. Ganz ohne Zweifel: duschen im Prekariat!
Okay, ich habe nicht den Anspruch an einen Duschcontainer, dass es gemütlich sein soll oder gar heimelig oder kuschelig. Ich erwarte keine überschäumenden Dusch- oder Badeorgien. Ich benötige keine Duftöle, Lavalampen, Wasserenthärter unter den Duschköpfen, Badeschwämme, Fußsohlenreflexmassagen, fengshuigerecht installierte Armaturen oder karibische Duschkabinenmalereien. Wenn ich dreckig bin, dann möchte ich duschen. Es muss ja nicht alles im Leben zum Spektakel werden.
Aber eines sollten diese Container können: Sie sollten funktionieren! – Ich weiß nicht, wie oft wir den Servicedienst gerufen haben, weil hier etwas nicht dicht war oder der Boiler überkochte und vor lauter Überkocherei zu platzen drohte, um als Folge in einem gefluteten oder nicht beheizbaren oder einfach nicht funktionierenden Container zu stehen und zu fluchen.
Der Servicemann kam mit einem sturmerprobten Entschuldigungslächeln und reparierte den in die Jahre gekommenen Duschcontainer – fürs erste – und dann fürs zweite – fürs dritte und so weiter!
Was mich aber am Nachhaltigsten verärgert hat, das sind die Duschvorhänge! Dass eine Duschkabine mal kaputtgeht, ein Abfluss verstopft, eine Leitung leckt, ein Boiler explodiert, Gott sicher, das kann alles jedem mal passieren. Ich bin auch schon explodiert. Jeder hat mal einen schlechten Tag.
Aber dass so Grundsätzlichkeiten wie Duschvorhänge nicht funktionieren und ich meine damit jeden verschissenen Tag ihrer verdammten Existenz und zwar in jedem Dreckscontainer, das kann doch wohl nicht wahr sein! Doch! Oh doch!
Ich stehe also in dieser Duschkabine und dusche mich. Ich dusche heiß, nicht so heiß, wie es viele Frauen können, aber doch: Ich bin ein bekennender Heißduscher! – Aber damit muss doch ein Duschvorhang klarkommen. Damit kann und muss ich als Duschvorhang doch rechnen beziehungsweise als Firma, die ihr Geld mit der Vermietung dieser erbärmlichen Drecksdinger verdient. Man muss doch damit rechnen, dass Menschen, die in eine Duschkabine gehen, das heiße Wasser aufdrehen. Und auch die Folgen sind einigermaßen überschaubar:
Das heiße Wasser erhitzt nämlich nicht nur mich, sondern gleichzeitig die Umgebungsluft in der Kabine. Heiße Luft, so haben wir im Kindergarten gelernt, dehnt sich aus und steigt auf. Was bleibt ihr in der Duschkabine auch anderes übrig? Die heiße, aufsteigende Luft wabert also nach oben und dort irgendwie seitlich weg in den Vorraum des Duschcontainers. Das führt innerhalb der Kabine zu einem Massenverlust und so entsteht am Boden der Duschkabine, thermisch gesehen, ein relatives Tiefdruckgebiet. Und mit einem Tiefdruckgebiet zu meinen Füßen bleibe ich in der Dreckskabine und warte auf die fällige Ausgleichsströmung, die da kommen muss. Und sie kommt! Und zwar nicht ausnahmsweise! Sie drückt von draußen – außerhalb meines 80 mal 80cm-Duschparadieses – nach drinnen. Denn dort draußen befindet sich ein relatives Hoch. Und wie wir im Einführungsseminar für angehende Sanitärcontaineringenieure gelernt haben, bewegen sich Luftmassen als Ausgleichsströmung immer vom hohen zum tiefen Druck. Mit Betonung auf: Immer! Nein, das ist keine neue Erkenntnis aus der Nuklearphysik und dafür braucht man auch kein Diplom in Meteorologie. Dafür reicht schon ein Bachelor in „Nur-mal-kurz-das-Hirn-anschalten“.
Die Luft drückt nun von außen den (vorsichtig geschätzt) zwölf Jahre alten Duschvorhang, über dessen Vergangenheit ich lieber nicht bescheid wissen möchte, nach innen und zwar bis ungefähr in die Mitte meiner Kabine und klebt sich, je nachdem wie herum ich stehe, an meine Wade oder mein Schienbein. Und beides möchte ich nicht! Ich würde sogar noch weiter gehen und sagen, beides finde ich unangenehm, unhygienisch und ekelerregend. In einem Etwas, in das ich mich stelle, um mich sauberzumachen, möchte ich nicht von einem alten klebrigen Plastiksack belästigt oder gar umarmt werden, der schon wer weiß wie viele Vorgänger und Vorduscher im Würge- oder Klammergriff gehabt hatte. Das gehört absolut nicht in die Rubrik Hygiene. Da kann ich mich danach ja gleich noch mal duschen. Nur das würde ja wieder nichts ändern!
Das sollte sich mal jemand merken. Falls es überhaupt jemanden vor Ort interessiert. Aber das bezweifle ich aufs Gröbste! Denn kennen Sie irgendwelche Anbieter solcher Kabinen…? Mir sind genau zwei Namen eingefallen: Dixi und ToiToi! Ja, und ist das nicht herrlich, wenn sich zwei Marken den Markt aufteilen können? Aber es kommt noch besser. Denn wissen Sie was…? Beide gehören zu einer Firma! Ja, ist das nicht herrlich?!
Und was schert es schon einen Monopolisten, wenn einem kleinen Kunden bei jedem Duschvorgang der Duschvorhang am Arsch klebt? – Richtig, es geht ihm am Arsch vorbei!

WG gesucht – Lahngarten, 3.Teil

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WG gesucht – Lahngarten, Teil 3

Was mich am nächsten Morgen weckte, klang wie ein Staubsauger. Allerdings war der Lärm viel zu laut dafür. Denn es klang eher so, als würde jemand direkt in meinem Zimmer staubsaugen. Und als ich die Augen öffnete, war es auch so! Eine ältere Frau schob einen Staubsauger durch mein Zimmer! Instinktiv schloss ich wieder die Augen und drehte mich auf die andere Seite. Aber das Geräusch blieb und die Erkenntnis wuchs, dass es womöglich kein Traum war. Vorsichtig öffnete ich ein zweites Mal die Augen und tatsächlich kämpfte sich da ein Staubsauger durch meine halb ausgeräumten Umzugskartons!
„Äh hallo, was machen Sie da?“ rief ich gegen den Staubsaugerlärm an. – „Oh, tschuldigung. Habe ich Sie geweckt?“ – „Ja, äh, aber was machen Sie hier?“ – „Ich mache sauber!“ Okay, so richtig zufrieden konnte ich auch heute morgen nicht mit meiner Fragestrategie sein. Aber irgendwie passierten auch ständig Dinge, die eigentlich nicht passierten. „Wie kommen Sie in mein Zimmer?“ – „Tür war offen!“ antwortete die Frau mit stark osteuropäischem Akzent und ich wusste natürlich inzwischen (selbst), dass sie völlig recht hatte. „Aber…“ Ich brach ab und überlegte lieber noch eine Runde, bevor ich wieder etwas Unnützes fragte. 80 Prozent aller gestellten Fragen könne man sich selbst beantworten, hatte ich mal irgendwo gelesen. Ich lag derzeit bei mindestens 100 Prozent. (Beruhigend, dass mir so etwas gerade jetzt einfiel.) „Aber warum machen Sie hier sauber?“ – „Mache immer Samstag!“ – Damit war die Unterhaltung beendet. Sie wendete mir den Rücken zu und saugte unter meinem Schreibtisch.
Als sie fünf Minuten später fertig war, blickte sie mich aus der Tür an: „Ich bin Ludmilla. Und du? – Hast du Freundin?“ – „Ich äh nein, äh wieso?“ – „Bis nächste Samstag!“ Mit diesen Worten überließ sie mich meiner Ratlosigkeit.
Von Jochen erfuhr ich später, dass Ludmilla immer samstags bei uns putzen würde und dass ihre Kosten sogar schon durch unsere Miete gedeckt würden. Man müsse sich halt dran gewöhnen, dass sie einfach ins Zimmer spazieren würde.

Am nächsten Samstag saß ich morgens am Schreibtisch und wurde trotzdem von Ludmilla überrascht. Denn dieses Mal erschien sie nicht allein, sondern hatte neben dem Staubsauger noch eine junge Frau mitgebracht. Ludmilla zeigte ihr breitestes Lächeln: „Das ist Natascha, meine Tochter!“ – Aha! Putzte ihre Tochter auch hier oder…? „Hast du gesagt, du keine Freundin! Gefällt sie dir?“
Ja, das tat sie, besonders ihre unendlich tiefen schwarzen Augen. Aber trotzdem konnte ich mich aus dieser Situation noch befreien, bevor ich ihre Familie beleidigen und dadurch die Bekanntschaft mit Nataschas drei großen Brüdern machen konnte, die berühmt dafür waren, in der kasachischen Steppe die Kamele mit ihren bloßen Händen zu fangen – und zu enthäuten.

Nach diesen anfänglichen Kuriositäten schwächte sich das Bermudadreieck über meinem Zimmer im Verlauf meines ersten Semesters deutlich ab. Zum Glück oder leider…? Ich weiß es nicht… Immerhin bin ich über Ludmillas Neffen aber noch an ein sehr günstiges Mountainbike und meinen ersten Laptop gekommen sowie an eine handgeklöppelte und extrem kuschelige Kamelhaardecke, die, wenn man ganz tief die Nase reinsteckte, ein wenig nach der schönen schwarzäugigen Natascha roch, aber eben auch nach dem Ärger, den ihre großen Brüder anrichten konnten.

Hier geht’s zu den ersten beiden Teilen!

https://tommiboe.com/2015/05/05/wg-gesucht-lahngarten-1-teil/

https://tommiboe.com/2015/05/07/wg-gesucht-lahngarten-2-teil/

WG gesucht – Lahngarten, 2.Teil

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WG gesucht – Lahngarten, Teil 2 (

zum ersten Teil: https://tommiboe.wordpress.com/2015/05/05/wg-gesucht-lahngarten-1-teil/)

An meinem dritten Tag, es war ein Freitag, fand ich ein Päckchen vor meiner Zimmertür. Als Aufschrift stand lediglich „Lahngarten / Zimmer 3“ drauf. Okay! Das war mein Zimmer. Aber wer schickte mir ohne richtige Adresse und völlig ohne Absender ein Päckchen? Richtig: niemand! Denn es war offensichtlich nicht für mich, sondern für meinen Vormieter. Ich stellte das Päckchen in mein Zimmer und nahm mir vor, bei meiner Rückkehr die Pfanne, äh, Jochen, mal zu interviewen, wo und wie ich meinen Vormieter erreichen könnte beziehungsweise was es nun genau mit dem Vogel auf sich hatte.

Nachdem ich abends in der Stadt mit ein paar meiner neuen Bekannten etwas getrunken hatte, kam ich spät nach Hause. Beim Betreten meines Zimmers fielen mir sofort zwei Dinge auf. Erstens mein Licht ging nicht. Das war ärgerlich aber nicht ungewöhnlich. Denn anscheinend hatten es sich meine neuen Flurmitbewohner zum Hobby gemacht, mir, in meiner Abwesenheit, die Glühbirnen zu klauen, was zwar nur mäßig originell, aber wenigstens einfach umzusetzen war, da sich meine Zimmertür nach wie vor nicht abschließen ließ. Andererseits war ich froh, dass sie sich vorerst auf das Entwenden der Glühbirnen – und das Entleihen der Bratpfanne natürlich – beschränkten.

Zweitens roch es nach Gras! Und zwar nicht nur latent sondern so auffällig, als hätte man in meinem Zimmer Gras geraucht! – Das ging jetzt wirklich zu weit! Ich musste etwas unternehmen. Okay, nicht jetzt – ich war müde -… und ich wusste auch noch nicht was, aber es musste etwas getan werden! – Gleich morgen!

Nachdem ich festgestellt hatte, dass auch die Schreibtischlampe nicht brannte, zog ich mich im Dunkeln aus, tapste zum Bett und legte mich hinein. „Ahhhh!“ Ich schreckte zurück und purzelte aus dem Bett. Unter meiner Decke befand sich bereits etwas, was dort absolut nicht hingehörte! – Definitiv ein menschlicher Körper! Wenigstens war er noch warm! Wie um alles in der Welt…?!

„Was’n los?“ kam eine wenngleich verschlafene, jedoch eindeutig weibliche Stimme aus meinem Kissen. „Hallo?! Äh… wer äh… wie äh… was ähh?!“ Ich gebe zu, meine Fragestellung war nicht besonders originell. Fehlte nur noch „wieso weshalb warum“ und ich konnte direkt bei der Sesamstraße anfangen.

Ich rappelte mich schreckhaft auf und stolperte in Richtung Tür, tastete nach dem Lichtschalter: Ach, ja richtig! Da war doch was…! „Hallo? Wer ist denn das da in meinem Bett?“ fragte ich eine Frage, die sonst wohl eher in die Kategorie „Männerfantasien“ gehörte. Aber irgendwas musste ich ja fragen! – „Ich bin Betty und wer bist du?“ – Sicher! In meinem Bett lag Betty. Sonst noch was?! Kam sie aus Bethlehem, war auf Betablockern und stand auf Beethoven oder was?!

„Was machst du in meinem Bett? Warum riecht es hier so nach Gras und wo sind schon wieder meine Glühbirnen hin?!“

Ich sah zu, wie ein Streichholz entflammte und eine Kerze in meinem Bett angezündet wurde. In seinem Schein tauchte ein Frauengesicht auf, ein recht hübsches sogar.

„Und woher hast du die Kerze?“ – „Stellst du immer so viele Fragen?“ – „Nein, äh, aber vielleicht erhoffe ich mir einfach ein paar Antworten.“ – „Suchen wir nicht alle nach Antworten…?“

Das war nach meinem Geschmack für diese Uhrzeit und diese schräge Situation dann doch ein wenig zu philosophisch! Eine Viertelstunde später waren die drängendsten Fragen geklärt und ein formschöner Joint gebaut und entzündet.

Sie hieß also tatsächlich Betty und war auf der Suche nach meinem Vormieter Benjamin über meinen Mitbewohner Jochen, die Pfanne, sowie das Päckchen in meinem Zimmer gestolpert, in dem sich eine größere Ladung Gras für besagten Benjamin befand. Der vertickte also Gras und so auch an Betty. Daraufhin hatten es sich Betty und Jochen in seinem, äh meinem Zimmer gemütlich gemacht. Jochen hatte sogar Streichhölzer und eine Kerze in meinen Kartons gefunden und sogar einen Korkenzieher. Damit kannte sich Jochen entschieden besser in meinem Zimmer aus als ich selbst. Ich würde ihn das nächste Mal befragen, wenn ich etwas nicht finden konnte.

Jochen und Betty hatten eine Flasche Wein (von mir natürlich) getrunken und das Päckchen geöffnet, um sich einen Joint zu bauen, da Betty offenbar wusste, was sich darin befand. Nach der Flasche Wein hatte sich Jochen dann verabschiedet und nach dem zweiten Joint war Betty in meinem Bett eingeschlafen. – Soweit ihre Geschichte!

Nachdem Betty und ich den Joint geraucht hatten, fragte sie mich, ob sie den Rest der Nacht bleiben könnte, und ich wusste nicht, was ich dagegen hätte unternehmen können. Denn ganz offensichtlich hatte ich hier in meinem Zimmer ohnehin nichts zu sagen!

Als ich am folgenden Morgen aufwachte, waren Betty und das Paket mit dem Gras verschwunden. Manche Probleme lösten sich also doch ganz einfach im Schlaf auf – immerhin! Erleichtert drehte ich mich um und schlief noch einmal ein.

zum ersten Teil: https://tommiboe.wordpress.com/2015/05/05/wg-gesucht-lahngarten-1-teil/)

WG gesucht – Lahngarten, 1. Teil

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WG gesucht – Lahngarten (Teil 1)

Es war mein erstes Semester in Marburg. Nach wochenlanger Suche, nach Nächten auf Isomatten und Sofas hatte endlich ich ein Zimmer gefunden. Es handelte sich um ein kleines Zimmer mit Dachschräge in einem ehemaligen Landgasthaus an der Lahn, das zwischenzeitlich als Asylantenwohnheim genutzt worden war, ehe der Inhaber auf Studenten umgesattelt hatte, wohl eher aus ökonomischen als denn aus humanitären Gründen.
Ich teilte mir noch mit sieben anderen den Gang und das Bad sowie den Krach der gegenüber liegenden Teppichzuschneiderei und den Ärger, der von meinem Vormieter übriggeblieben war. Jener war anscheinend nicht so ganz freiwillig, dafür recht überhastet ausgezogen. Aber davon sollte ich erst nach meinem Einzug erfahren.
Der Vermieter überreichte mir den Haustürschlüssel und fügte lächelnd hinzu, das Zimmerschloss würde schon in den nächsten Tagen ausgewechselt werden und bis dahin gäbe es eben noch kein Schloss. Gut! Ich hatte mich schon an den Gedanken gewöhnt, überhaupt kein Zimmer zu haben, dahingegen war ein fehlendes Schloss für mich kein wirkliches Problem. Nach langer Suche hatte ich ein günstiges Asylanten… äh… Heim gefunden, in Raddistanz zur Stadt. Ich war zufrieden!
Mein Einzug war schnell erledigt. Ein Schlafsofa, ein Schreibtisch, ein Schreibtischstuhl, ein Schrank, ein Regal, ein Tischchen und zwei Klappstühle. Das war mein Mobiliar. Das Studium konnte beginnen!
An meinem ersten Morgen erwachte ich von einem seltsamen Klappern. Ich öffnete die Augen und blickte in, äh, auf den Hintern eines Typen, der sich im Schränkchen unter meinem Waschbecken zu schaffen machte. Ob er darin wohnte? schoss es mir durch den Kopf. Schließlich wusste ich über die prekäre Wohnungssituation in Marburg bescheid…
„Hallo?! Was machst du da?!“ – Der Hintern drehte sich um und stotterte. „Äh… Ich wollte äh… mir nur deine äh Pfanne ausleihen… äh… wer bist du überhaupt?“ – „Gute Frage! Wer bist du? Und was machst du hier in meinem Zimmer?“ – „Äh, Jochen, äh, die Pfanne!“ – Sein neugieriger, forschender Blick blieb an einem offenen Karton hängen, aus dem ein Pfannengriff herausragte. Seine Miene hellte sich schlagartig auf: „Cool! Ne Pfanne!“ – So hatte ich meinen ersten Mitbewohner kennengelernt, Jochen, die Pfanne!

Am nächsten Morgen weckte mich ein lautes Klopfen an der Tür. Ich war ein wenig verkatert vom Vorabend und brauchte einige Momente, um zu Sinnen zu kommen. Aber da pochte es schon wieder recht energisch und eine herrische Stimme rief etwas gegen die Tür. „Ja! Was…? Moment!“ Jochen konnte es nicht sein, da er einfach ohne Klopfen eintrat, wenn er seine, äh meine Panne brauchte? Ich schlüpfte in eine Jogginghose, die neben dem Bett lag, und wankte verschlafen zur Tür. Wer machte um diese Uhrzeit so einen Terror?! Die Antwort stand vor der Tür: die Polizei! Zwei Uniformierte, wahrscheinlich zu gleichen Teilen ein Freund und ein Helfer, standen verbissen lächelnd vor der Tür. „Huch!“ versuchte ich, die Situation adäquat zusammenzufassen, und fügte noch ein Verständnis heuchelndes „Öhh!“ hinzu.
„Guten Morgen!“ schallte es durch den Flur, sodass auch die restlichen Studentenköppe Bescheid wussten, dass der Tag begonnen hatte. „Ja, guten Morgen!“ antwortete ich artig. Damit konnte man ja nichts falsch machen. Lud man Beamte frühmorgens auf einen Kaffee ein? Aber wahrscheinlich war es gar nicht mehr frühmorgens… Oder fragte man sie nach ihrem Befinden, ihren Hobbys, ihrem Dienstgrad, ihren Vorurteilen gegenüber langhaarigen Studenten…? – Meine Erfahrungswerte dahingehend waren gering. Ich probierte ein unverfängliches „Kann ich etwas für Sie tun?“ – Der eine Polizist schaute seinen Kollegen höhnisch an: „Ein richtiger Komiker, was?“ – „Mal schauen, wer zuletzt lacht?“ antwortete der andere recht schnurrbärtig. Das sollte wohl bedeuten, dass es sich bei diesem Letzten nicht um mich handeln sollte. Vielmehr verstand ich allerdings nicht. Also schwieg ich eine Runde, um mit diesem rhetorischen Trick des Schweigens darauf zu verweisen, dass es an den Polizisten sei, Klarheit in diese Angelegenheit zu bringen, und zu erzählen, weswegen sie nun hier seien. Schließlich waren sie zu mir gekommen.
Die entstandene Pause dauerte allerdings länger als üblich. Sie hielt verdammt lange – zu lange! – „Ähm, auch auf die Gefahr hin, dass Sie bereits wissen, warum Sie hier sind, würden Sie es mir bitte auch sagen?“ Die beiden Polizisten schauten mich fragend an, dann fragte mich der Schnurrbart finster: „Wollen Sie mich verarschen oder nehmen Sie Drogen?“ – Und ich sagte reflexartig den Satz, den ich schon immer mal sagen wollte, aber noch nie die Gelegenheit dazu gehabt hatte: „Ich mache von meinem Zeugnisverweigerungsrecht Gebrauch!“ – Ups! Hatte ich das tatsächlich laut gesagt?! In Anbetracht der beiden, mich anstarrenden Polizistenfratzen konnte die Antwort nur „Ja!“ lauten.
Der Schnurrbart berappelte sich zuerst: „Sehr witzig! Sie hatten eine schriftliche Vorladung zu Gericht…“ – „Was?! – Nein, nein, Moment…!“ – „Sie haben bereits zwei Vorladungstermine ohne Angabe von Gründen verstreichen lassen und daher werden wir Sie zum dritten nun persönlich eskortieren! Und auch darüber sind Sie im Vorfeld schriftlich aufgeklärt worden. – Wenn Sie sich bitte ankleiden würden!“ – „Moment, Moment, Moment!“ Ich hob den Zeigefinger, um meine Worte zu bestärken. Da suchten die beiden Freunde wohl einen anderen. Ich musste dieser Farce ein Ende bereiten und zum Glück fiel mir dafür noch ein anderer großartiger Satz ein: „Ich bin nicht der, für den Sie mich halten!“ Gleichzeitig durchsuchte mein Blick ein wenig verzweifelt mein Zimmer. In welchem Umzugskarton befanden sich überhaupt meine Ausweispapiere…?
Drei Minuten und fünf Umzugskartons später waren die beiden Beamten endgültig und eindeutig davon überzeugt, dass es sich bei mir nicht um Benjamin S. handelte und ich sie nicht zum Gericht begleiten musste. Dennoch ließ sich der Schnurrbart einen Abschiedskommentar nicht nehmen: „Man sieht sich immer zweimal im Leben, Freundchen!“ – Inzwischen hatte ich mein Lächeln wiedergefunden: „Okay, dann hab ich auch Drogen dabei – versprochen!“

 

(hier geht’s zum 2. Teil: https://tommiboe.wordpress.com/2015/05/07/wg-gesucht-lahngarten-2-teil/)

Über Grapefruit und anderes Gemüse

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Über Grapefruit und anderes Gemüse

Stuttgart, Februar 2015. Auf meiner Fensterbank liegt eine Grapefruit – seit mindestens acht Monaten. Für genauere Zeitbestimmung bietet sich die C14-Methode an oder ihr befragt einfach meinen Zwischenmieter. Denn die Frucht lag dort schon bei meiner Rückkehr aus dem Sabbatjahr. Das war Ende Juni 2014.
Grapefruit ist nicht gerade die Frucht meines Herzens und noch weniger meines Gaumens, und so blieb sie ungegessen. Und da sie sich auf der Fensterbank farblich ganz hübsch machte, ließ ich sie zunächst aus ästhetischen Gründen liegen und betrachte sie inzwischen als Studienobjekt. Wie lange hält sie durch? Wie viele Grapefruitjahre entsprechen einem Hundejahr? Sind Grapefruits überhaupt sterblich? Wichtige Fragen eben…
Außerdem sorge ich dafür, dass sie immer wieder wechselnde Gesellschaft bekommt. Orangen, Zitronen, Äpfel, Bananen, Zwiebeln teilten sich mit ihr die Fensterbank. Überlebt hat sie noch alle. Selbst ernstgemeinte Anschimmelversuche seitens einer suizidalen Netzgemeinschaft von Orangen überstand sie unbeschadet.
Ich mach sowas ja gerne. Tomaten lasse ich auch gerne monatelang im Kühlschrank liegen. Mit denen passiert ja heutzutage auch nichts mehr. Die sind quasi unkaputtbar. Ist nichts mehr dran oder drin, was schimmeln könnte – oder eben schmecken!
Das Gemüse folgt damit quasi einer begrifflichen ethischen Logik: „Etwas, was nicht gut ist, kann auch nicht schlecht werden.“ Konsequent! In Zeiten, da Gemüse nur noch nach seinem Aussehen gekauft wird, wozu noch Geschmack? Habt ihr in letzter Zeit mal Radieschen gegessen? Sehen noch so aus, schmecken aber wie Gurken, also nach Wasser, nur nicht in grün sondern in rot! Und es gibt wenig Enttäuschenderes als Radieschen, die nicht nach Radieschen schmecken. Warum dürfen die überhaupt noch so heißen? Kann man so etwas nicht mal schützen? So wie bei TTIP mit unabhängigen Schiedsgerichten. Dann könnte man diese dreckigen Pseudoradieschen wegen Rufschädigung oder Hochstapelei auf ein paar Millionen verklagen und in einen dunklen Kerker sperren, auf dass sie dort elendig verrotten. Aber das tun sie ja nicht einmal mehr! Sie verrotten einfach nicht!
Nachdem die Handwerker bei der Sanierung meines Bades auch in der Küche eine tüchtige Verstaubungsorgie gefeiert hatten, stellte sich neben der Küchenreinigung auch die Frage: Wie putzt man artgerecht eine Grapefruit? Dafür untersuchte ich meinen Putzschrank (dabei handelt es sich um eine Metapher). Was könnte sich in diesem Fall eignen? Tiefenreiniger, Polsterpolitur, Glasreiniger für streifenfreien Glanz, Fleckenteufel gegen Blut- und Obstflecken…? Oder einfach der Allzweckreiniger mit Schnell-Trocken-Effekt?
Ich musste feststellen, dass ich für eine professionelle Grapefruitreinigung nicht vorbereitet war. Gab es Hotlines? Konnte das Internet helfen? Ich googelte „Grapefruit reinigen“ und lernte auf diese Weise immerhin, dass Grapefruitkernextrakt zur Leber- und Gallenreinigung taugt. Falls das jemandem von euch weiterhilft, schön! Ansonsten keine brauchbaren Tipps zur Grapefruitreinigung. Mensch, dieses Internet ist auch nicht mehr das, was es mal war! Enttäuschend!
Meiner Grapefruit geht es übrigens nach wie vor prächtig!

Fortsetzung hier: https://tommiboe.wordpress.com/2015/03/15/beautytipps-fur-hausobst/

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Herr Boe mit Grace! Sind Grapefruits überhaupt sterblich?

Bauer sucht Milchschaum

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Bauer sucht Milchschaum

Und wie war bei Euch so Weihnachten?
Ich war zu Hause. Auf dem Dorf. In der Lüneburger Heide. Und wie jedes Jahr gehörte neben Familie, Weihnachtsfichte und festlicher Essensfolge auch ein traditioneller Spaziergang mit alten Freunden durch die Feldmark dazu.

„Ich habe jetzt einen Milchaufschäumer. Alles wird gut!“
Sollte ich mir Sorgen um Bauer machen? Milchaufschäumer, alles wird gut…? Welche Phase würde danach kommen?!
Andere Leute stürzten sich in Verzweiflung in den Alkohol und Bauer stürzte sich in den Milchschaum. Andererseits kam er natürlich bereits aus dem Alkohol. Dahingehend war der Milchschaum vielleicht doch ein Fortschritt. Vielleicht gab es ihn inzwischen auch schon in den Geschmacksvarianten Eierlikör oder White Russian Macchiato.
Alle nannten ihn nur Bauer. Und ich meine ALLE! Sogar sein Vater nannte ihn Bauer, obwohl er selbst Bauer hieß. Okay, das ist übertrieben. Aber bildlich gesprochen passt es trotzdem. Wenn ich mir Bauer als Kleinkind vorstelle, wie er gerade laufen lernt, dann höre ich die stolze Eltern rufen „Ganz toll, Bauer!“ und „Schön, Bauer, weiter so!“ Was sollten sie sonst rufen?!
Ach ja, zurück zum Milchschaum. Was ist so schlimm an Milchschaum? Alles! Alles ist schlimm an Milchschaum! – Frauen kann man im Einzelfall Milchschaum verzeihen. Wenn man sehr verliebt ist. Aber jeder weiß, dass man, wenn man verliebt ist, fast alles verzeihen kann. Warum nicht auch Milchschaum?!
Milchschaum ist wie RTL, viel zu schaumig, meist zu süß und hat nichts mit der Wirklichkeit zu tun. Er soll nur ablenken! Der Milchschaum vom eigentlichen Kaffeegeschmack, der vielen zu bitter und kräftig ist. Schöner Widerspruch! Denn so soll Kaffee ja sein! (Das ist wie bei Biermixgetränken.) Und RTL soll uns von den Bitterheiten des Lebens ablenken, vom Eigentlichen, vom Wesentlichen. Wir lassen das geschehen. Wir lassen uns zu Tode berieseln, sodass wir uns nicht mit dem befassen können/wollen/müssen, was real ist, den wahren Problemen, den Ungerechtigkeiten unserer Welt. Oder eben dem Kaffee, der auch eine ehrliche, herbe Angelegenheit ist.
Wir alle haben schon viel zu viel Milchschaum zu uns genommen, haben uns bereits halb zu Tode berieseln lassen und machen uns auch nicht mehr die Mühe, jetzt da wir quasi schon auf halbem Weg angekommen sind, noch mal von der gemütlichen Sitzgruppe aufzustehen, den Drecksfernseher kaputtzuschlagen, ihn aus dem Fenster zu schmeißen und hinterher zu schreien „Ist doch alles Scheiße!“ und: etwas dagegen zu tun. Wir wissen zwar natürlich (!), dass alles Scheiße ist, aber auch, und das ist noch wichtiger, dass alles längst zu spät ist. Das einzige, was uns zwar auch nicht weiterhelfen, aber zumindest ausreichend sedieren kann, ist RTL. Ach ja, und natürlich eine Badewanne voll Milchschaum.
Was hat das alles mit Bauer zu tun? Alles! Oder Nichts! Oder umgekehrt! Kommt auf den Blickwinkel an. Denn Bauer ist/war das pure Gegenteil von Milchschaum. Starker, reiner Kaffee. Ohne Zucker! Direkt in die Fresse! Rebell von Kindesbeinen an! Als 14jähriger Skinhead! Als einziger im Dorf, als einziger in der Schule! Damals, Ende der 80er, war das zwar nicht gut, aber noch ehrlich mit Bomberjacke und Springerstiefeln, also öffentlich! Nicht wie heute, heimlich, bürgerlich und feige!
Ich kam aus dem gleichen Dorf und fand seine Ansichten Scheiße, genau wie seine Musik. Aber Bauer gehörte zum Dorf und fand seine Freunde, wie das im Dorf nun mal so war, nicht durch Auswahl oder Mausklick (80er!), sondern weil sie da waren.
Da er nicht blöd war, sondern auf seine persönliche radikale Art einfach sein „Antisein“ auslebte, wurde ihm im Laufe seiner Jugend klar, dass er gar nicht rechtsgesinnt war. Es stellte sich erst später heraus (oder auch viel später, so genau kann ich die verblassten, abgerundeten Puzzlestücke der Vergangenheit nicht mehr zusammenfügen), dass er links war. Damit ist ein „gutes Links“ gemeint, was heute politisch so gut wie ausgestorben ist. Also kein wirtschaftshöriges Gabriel-Links der SPD, der sich eher der Wirtschaftsprostitution als dem Sozialismus verdächtig macht. Gemeint ist ein Links, das für so etwas Utopisches wie soziale Gerechtigkeit steht/stand/stehen sollte! Erschreckend, dass man das inzwischen wieder erklären muss. Unsere Enkel werden Worte wie „soziale Gerechtigkeit“ dann nur noch aus dem Geschichtsunterricht kennen, falls die Wirtschaftsmarionetten soviel radikales und ketzerisches Gedankengut überhaupt noch in ihren Bildungsplänen dulden werden.
Schon heute glauben nur noch acht Prozent aller Deutschen, dass ein „gerechteres Leben“ überhaupt möglich sei. Der Rest badet im Milchschaum!

Und wäre das nicht schon schlimm genug, gibt es jetzt auch noch ein extra Produkt für diese weichgeschäumten Hirnkomapatienten. Denn in Norwegen gibt es bereits eine „KaffemakerMelk“, also eine Milch extra fürs Milchschäumen. Sie hat einen höheren Proteinanteil und dadurch vermutlich einen besseren Milchschaumkoeffizienten. Auch wenn das stark danach klingt: Das ist KEIN Witz!
Auch eine beruhigende Erkenntnis. Man muss sich eigentlich gar nicht mehr über die Welt lustig machen. Das macht sie schon ganz alleine.

Klopp vergisst sich aufzuregen!

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Klopp vergisst sich aufzuregen!

Skandal bei der Pressekonferenz vor dem Bundesliga-Spiel in Frankfurt! BvB-Trainer und Chefaufreger der Bundesliga Jürgen Klopp vergisst, völlig unbegründet, sich artgerecht aufzuregen. Trotz zahlreicher grenzdebiler und inkompetenter Zwischenfragen der wie üblich schlecht vorbereiteten und billig provozierenden Fachjournalisten bleibt Klopp völlig ruhig und sachlich. Sogar auf dümmste Fragen wie „ob sich Kloppo jetzt neu erfinden müsse“, antwortete er freundlich und unaufgeregt, sodass beim Auslassen dieser Großchance ein regelrechtes Raunen durch die Pressereihen ging. Im Anschluss an die Pressekonferenz äußerte sich Klopp auf Nachfragen von Sportillon selbst überrascht. Er habe sich die Pressekonferenz noch mal angeschaut, könne sich aber selbst nicht so genau erklären, wie er auf derart viele Vorlagen den einen oder anderen Wutausbruch habe auslassen können. Auch sei ihm seine sonst gerne belehrende Art völlig abgegangen. Er selbst sei am meisten enttäuscht von seinem blutleeren Auftritt bei der PK. Er wisse, dass Fans und Kritiker mehr von ihm erwarten würden. Abschließend versprach er Fußballdeutschland, demnächst wieder mehr Biss und eine effektivere Chancenverwertung zu zeigen!

Geschäftsführer „Aki“ Watzke zeigte sich hingegen gelassen. Jürgen rege sich seit sechs Jahren in vorbildlicher Weise und auf extrem hohem Niveau für den Verein auf, da könne man ihm mal einen schwächeren Auftritt locker nachsehen.