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Philosophisches über Vorfreude – oder: „The Circle Of Joy!“

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Philosophisches über Vorfreude – oder: „The Circle Of Joy!“


„Vorfreude ist die schönste Freude!“
Wie wahr! Endlich mal ein deutsches Sprichwort, dem ich uneingeschränkt zustimmen möchte. Ich durfte gerade erst Zeuge davon werden. Nach sehr langer Abstinenz war ich endlich wieder mal auf einem Beach Ultimate Turnier. Und die Vorfreude war riesengroß!
Aber – Moment mal – ist das nicht eigentlich eine sehr traurige Aussage? Denn wenn Vorfreude tatsächlich die schönste aller Freuden ist, heißt das nicht automatisch, dass wir uns ständig etwas vormachen, dass unsere Erwartungen, Hoffnungen und Sehnsüchte niemals erfüllt werden können, da ja die Freude selbst niemals an die Vorfreude heranreichen kann? Hmmm…?! Ein Leben durch die rosarote Brille, das die Ereignisse in der Zukunft größer, toller und rosaroter erscheinen lässt, als es das wahre Leben jemals einlösen kann…?
Nach einem großartigen Wochenende mit noch immer Sand in den Ohren und zwischen den Zehen muss ich mich hinterfragen. Ist die Vorfreude tatsächlich die schönste Freude oder war die Freude selbst, das aktive Wegfeiern des Augenblicks, nicht doch viel größer…? Ist die Freude nicht gar das eigentliche Substrat, aus dem die Vorfreude wachsen kann? Was war zuerst: Die Henne oder das Ei – oder beides…? Und wenn ich mein aktuelles Grinsen richtig interpretiere, dann empfinde ich sogar eine amtliche Nachfreude, aus der dann so etwas wie eine vage, unspezifische Vorvorfreude sprießt, die wiederum noch nicht so konkret ist wie die eigentliche Vorfreude, die sich ja häufig an einem bestimmten Ereignis orientiert.
Und damit schließt sich der „Circle of Joy!“
In Vorvorfreude auf ein baldiges Strandturnier und Danke für ein großes Wochenende, Quattro Stazioni!

Entstehungsmythos 4ferkel

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Entstehungsmythos 4ferkel

Es muss in der Mitte der 90er Jahre eines längst vergangenen Jahrhunderts gewesen sein, als in Marburg an der Lahn die Idee des 4ferkels gebar. Sie wurde also nicht geboren, sondern bahnte sich aktiv selbst den Weg aus der elenden Großfeldgefangenschaft des „sieben gegen sieben“.

Einer der Gründer, so die Legende, flog (oder fuhr, wie Heißluftballonnerds anmerken könnten) in einem Heißluftballon über die Afföllerwiesen, die heiligen Stätten des 4ferkels, und hatte eine Vision. Hunderte von Frisbeespielern flitzten gleichzeitig auf winzig kleinen Feldern (der Ballon war inzwischen schon recht weit oben) umeinander. Ein buntes Gewusel, in deren Zentrum eine mächtige Kastanie und etliche Dixie-Toiletten standen, Musik wummerte, Bier und Schweiß flossen in bis dahin unbekannten Koeffizienten, die Wurstmaschine lief auf Hochtouren und unglaublich schöne Menschen lachten, da großartig komponierte Jingles und zum allergrößten Teil sehr, sehr lustige Kommentare aus den Plapperboxen schwappten (noch heute befindet sich dort eine Gedenkstätte).

Bis zur ersten Umsetzung dauerte es noch ein paar Jahre, weil alle guten Ideen (wie auch guter Käse) einige Jahre Zeit brauchen, um Charakter zu entwickeln, aber auch um Spötter und Bedenkenträger von der Größe der Idee zu überzeugen (und ein bisschen vom Gestank des Käses abzulenken).

2002 war es dann endlich so weit: Das weltweit erste 4ferkel überhaupt ging vom Stapel und seine Erfolgsstory konnte beginnen! Schreibt auch ihr an dieser Geschichte mit.

Voller Demut (Quatsch!), voller kindlicher und hässlicher Vorfreude aufs diesjährige 4ferkel. Und denkt daran: Jeder ist ein bisschen hässlich – und manche sogar superhässlich!

TADAC – „Throw and Drink and Catch“

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TADAC – „Throw and Drink and Catch“

Update mit Selbstversuch (Video siehe unten!)

Das bekannteste Marburger Frisbeeturnier der Welt steht vor der Tür: das 4ferkel! Glückwunsch schon im Vorfeld an alle Teilnehmer. Sorry für alle, die nicht kommen (können/dürfen/wollen).

Da es die 15. Auflage dieses Megaknallers ist, wird es wieder großartige Aktionen geben. Aber ich möchte hier gar keine Werbung machen (das haben Aldi und das 4ferkel ja nicht nötig), sondern lediglich vollmundige Versprechen.

Denn endlich nach Jahrzehnte langem ermüdenden, wenngleich hochklassigen „Stubby-Guts-Marathons“, das im übrigen weltweit nach den Marburger Standardregeln ausgetragen werden sollte, gibt es auf dem diesjährigen 4ferkel etwas Neues aus dem Köcher der Wurf-Trink-Disziplinen: „Throw and Drink and Catch“ oder kurz „TADAC“.

Die Spielbeschreibung ist denkbar einfach: Man haut die Frisbeescheibe so weit wie möglich in den Himmel, trinkt gemütlich ein Bier und fängt die Scheibe danach wieder. Fertig! Ganz so einfach wie die Beschreibung ist die Umsetzung leider nicht, aber um so spektakulärer, wenn’s klappt (siehe Video unten). Für die Durchführung empfehle ich ein handelsübliches Meer mit richtungsstabilem Wind. Zur Übung, falls gerade weder Meer noch starker Wind zur Hand, empfehle ich DDC- oder Guts-Scheiben, die bei schwächerem Wind aufgrund des geringeren Gewichts bessere Segeleigenschaften aufweisen und so eine längere Hangtime (Zeit, die die Scheibe in der Luft hängt) und damit längere Drinktime  (Zeit, die äh…, erklärt sich von selbst) ermöglichen.

Aber damit es klappt, muss schon einiges stimmen: Wind-, Wurf- und Trinkbedingungen müssen hinhauen. Klingt doch nach einer guten Aufgabe für alle 4ferkel-Freunde. Und so habe auch ich schon eifrig Wurf- und Trinkskills trainiert, wenngleich bisher noch getrennt voneinander. Es waren etliche erfolgversprechende Würfe dabei. Mit genug Hangtime, um mehrere Biere zu trinken (und sich zwischenzeitlich in die Hängematte zu hängen), sodass ich hoffnungsvoll und mit viel Vordurst aufs 4ferkel schaue, um dort krass zu performen.

 

Selbstversuch von Herr Boe auf dem Tempelhofer Feld. Sorry, das Bier war nur noch halb voll (ein Fehlversuch vorher!). Aber allemal besser, als wenn es halb leer gewesen wäre!

Stubby Guts ist bekannt. TADAC – „Throw and Drink and Catch“ – noch nicht so. Dies gilt es zu ändern! Also trainieren, Freunde!

Hier noch der Link zum Motivations-Video:

16.3

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16.3

Nein, es geht nicht um den 16. März. Auch wenn gerade der 16. März womöglich endlich mal eine persönliche, würdigende Geschichte verdient hätte. Bei Interesse, was am 16. März so alles passiert ist, empfehle ich dieses Internet, von dem neuerdings alle reden.

Die Überschrift „16.3“* bezieht sich auf meine Lieblingsregel im Ultimate, die, meines Erachtens nach, nicht nur sehr gut die Besonderheit von Ultimate Frisbee und seinem Regelwerk zeigt, sondern über dies hinaus eine schöne Anregung zur Verbesserung des Miteinanders im Leben allgemein darstellt.

Die Regel 16 kümmert sich um „das Weiterspielen nach einem Call“. Ein Call ist das Ansagen einer Regelverletzung seitens eines Spielers/ einer Spielerin. Da es keine Schiedsrichter*innen im Ultimate gibt, kümmern sich die Spieler*innen selber um das Leiten des Spielgeschehens, beziehungsweise eigentlich verhält es sich genau anders herum: Da sich die Spieler*innen eigenständig und selbstverantwortlich um das Regeln des Spiels kümmern, bedarf es keiner Schiedsrichter*innen.

16.3* besagt nun, dass man, wenn ein Call keine Bedeutung für den Spielzug gehabt hat (z.B. ein Foul abseits vom eigentlichen Spielgeschehen), so weiterspielt, als hätte es diesen Call gar nicht gegeben. Damit erlaubt man also einem unwesentlichen Vergehen nicht, wesentlich zu werden.

Diese Regel und, besser noch, dieses gesunde und weise Bewusstsein dahinter, kann man, meines Erachtens, auch prima im normalen Leben jenseits des Sportplatzes anwenden. Wenn man sich z.B. mit seinem Partner*in oder einem Freund*in streitet und der Streit zu keinem guten Ende kommt, dann ruft man, anstatt sich immer weiter zu streiten, einfach laut „16 Punkt 3!“. Das hat zum einen den Effekt einer paradoxen Intervention („Schau mal, ein Heißluftballon!“), die vom konkreten Streitanlass ablenkt und den Ausstieg aus einer verfahrenen Streitsituation bietet, und zum anderen besinnt man sich stattdessen auf die Wichtigkeit der Partnerschaft oder der Freundschaft und freut sich daran, dass sich die Bedeutung der Beziehung nicht durch einen so blöden, unbedeutenden Streit beschädigen lässt.

So gesehen, hilft die Einhaltung des Ultimate Regelwerks auch in anderen Lebenssituationen weiter. Daher ein Hoch auf 16.3! Ich würde mich natürlich sehr freuen, wenn ich zufällig einmal Zeuge werden dürfte, wie zwei fremde Streitende auf der Straße plötzlich innehalten und einer von ihnen „16.3“ zum anderen sagt und so den Streit beendet. Sind das nicht tolle Aussichten? Dies ist hier also ein Plädoyer für ein bisschen mehr 16.3 in uns allen.

 

*16.3 Weiterspielen nach einem Call

„Unabhängig davon, wann ein Call gemacht wurde, bleibt das Ergebnis des Spielzugs bestehen, sofern sich die Spieler beider Mannschaften einig sind, dass das Foul, die Violation oder der Call dieses Ergebnis nicht beeinflusst haben.“

( file:///C:/Users/thomas/Downloads/wfdf_rules_of_ultimate_2013_german%20(2).pdf)

Paradoxe Intervention: „Schau mal: ein Heißluftballon!“

Umbennungsmythus Hässliche Erdferkel

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Umbennungsmythus Hässliche Erdferkel

Bevor das Marburger Ultimate-Team den schönen und völlig verdienten Namen „Hässliche Erdferkel“ günstig und leicht angetrunken unter einem Kneipentisch erwarb, hieß es „Siebenschläfer“. Laaaaangweilig!!! Als ich im Wintersemestser 91/92 nach Marburg kam, hieß es schon so und zwar, weil das damalige Team bei seinem ersten Turnier überhaupt (ich schätze so 1888 oder 89. Oh, hab ich, sorry… ich meine natürlich 1988/89) nur zu siebt an den Start ging und nach einem anstrengender ersten Turniertag am nächsten Morgen seeeehr müde war. Und da das Team noch keinen Namen hatte, war an diesem Sonntagmorgen der Teamname geboren: Siebenschläfer! Das war natürlich schon damals (Bohr: zu siebt + ziemlich müde = Siebenschläfer!) sehr originell oder mit anderen Worten: Laaaangweilig!!! Und auch ein bisschen peinlich, besonders für alle Spieler, die erst später dazukamen und  mit der Entstehungsgeschichte keine persönliche, sondern nur jene Müdigkeit verbanden, die vom Namen selbst ausging.

Nachdem in den Folgejahren immer mehr neue Spieler in Marburg aktiv waren und kaum noch jemand ein wirklicher „Siebenschläfer“ war, kam es zu vermehrten Umbenennungsbemühungen. So wurden etliche großartige Vorschläge vorgebracht, die aber immer wieder von wertekonservativen Traditionalisten abgebügelt wurden. Hier folgt eine, nicht vollständige Liste damals vorgeschlagener Namen (wer kann sich schon an jeden Scheiß erinnern?). Es fehlen (aus rechtlichen Gründen) einige ebenfalls originelle Vorschläge:

„Fröhlicher Filmriss“, „Marburg Gnus“, „Marburg Popes“ (sogar mit einem Shirt-Entwurf, auf dem der Papst ein Kondom auf dem Kopf hat und eine Frisbee in die Eier bekommt und darunter steht „Marburg Popes – Kondome schützen!“) „Opossum 8“ (Verballhornung zweiten Grades von 7Schläfer, da Opossen ähnlich hässliche Viecher sind wie Siebenschläfer) und schließlich, wo wir schon bei hässlichen Tieren waren, „hässliche Erdferkel“, wobei uns NATÜRLICH von Anfang bewusst war, dass es sich dabei um einen Pleonasmus handelt, und uns eine zusätzliche Freude war, dass der Durchschnittsfrisbeehansel und -gretel gar nicht weiß, was das bedeutet. Auch das ist Teil der Marburger Hässlichkeit.

Zur bahnbrechenden und wegweisenden Umbenennung kam es dann erst 1997, als beim Bierchen nach einem Hallentraining  nun wirklich niemand mehr 7Schläfer war und die Revolutionsstimmung mit jedem Bier anstieg, sodass letztlich die anberaumte Abstimmung dann klar ausfiel mit: Hässliche Erdferkel : „Zeeeeehn!!“ – 7Schläfer : „Nuuuuullll!“ – Daaanke – Biiiitte!“

Die erste DM unter dem Namen Erdferkel fand in Straubing statt (1997): Meister Dritte Liga (damals hatten die Ligen noch je 7 Teams).

Das klingt also 2017 nach 20 Jahre Hässlichkeit. Glückwunsch Erdferkel!

Bis spätestens zum 4Ferkel 2016! (dem 15. übrigens!)

stay ugly!!

DSC01012
Unglaublich hässlich! Aber irgendwie auch süß…