WM Fieber

Philosophisches zum Saisonende – über Ehrenmänner im Fußball

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Philosophisches zum Saisonende – über Ehrenmänner im Fußball

Die Saison neigt sich dem Ende. Als Besitzer einer VfB-Dauerkarte könnte man noch „endlich“ hinzufügen. Aber ich möchte mich gar nicht über die erbärmliche Saison, die unvermögenden Fußballer, ein spaßtötendes Spielsystem oder die verheerende Vereinspolitik aufregen, sondern über die Kapitäne der Bundesligateams.

Denn was mir dieses Jahr neben den Scheißkicks, die ich sehen musste, extrem auf die Nerven ging, das war, dass die Kapitäne der gegnerischen Teams schon die Platzwahl vor Beginn des Spiels gewannen und regelmäßig dafür sorgten, dass der VfB bereits in der ersten statt der zweiten Halbzeit in Richtung Fankurve spielen musste.

Ich meine, was soll das? Können wir uns darüber mal wie Erwachsene unterhalten, wie Ehrenmänner? Natürlich kann man das als Kapitän der Gästemannschaft als Vorteil ansehen, wenn in der zweiten Halbzeit die Heimmannschaft nicht auf ihr „eigenes“ Tor spielt. Ich bin nicht blöd, ich verstehe das Prinzip. Aber Kapitäne, was passiert dann beim Rückspiel? Okay, man kann sagen, fürs Rückspiel stehen die Chancen ja wieder 50:50, dass man bei der Platzwahl gewinnt… Aber was ist die Konsequenz? Wo führt das hin? Ist der Kapitän dann letztlich dafür verantwortlich, wenn beim nächsten Heimspiel der gegnerische Kapitän das gleiche macht…? Und was ist mit den 50000 vorfreudigen Zuschauern im Stadion, die ihr enttäuscht, schon bevor das Spiel überhaupt losgeht?

„Hej, Kapitäne, ihr seid doch Ehrenmänner!“ Möchte ich ihnen zurufen. „Lasst doch einfach den Scheiß! Wo ist eure Ehre?“

Wenn ich sowas machen würde, meine Oma würde sich schämen!

 

 

Mehr Philosophisches zum Fußball!

Entlastung für Özil – Müller Schuld am WM-Aus!

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Entlastung für Özil – Müller Schuld am WM-Aus!

(Warnhinweis: Kann Spuren von Satire enthalten!)

Überraschende Wende beim DFB. Neuen Analysen zufolge ist Mesut Özil nun doch nicht ganz alleine für das peinliche Abschneiden der DFB-Auswahl bei der WM in Russland verantwortlich. Das mag einen Großteil der Fußballexperten in Deutschland zwar verblüffen, aber, wie sich jetzt herausstellte, haben wohl auch andere Spieler nicht im Weltklassesegment performt. Ganz üble Werte erreichte ausgerechnet Thomas Müller, der leider überhaupt keinen Migrationshintergrund für seine schlechten Leistungen geltend machen könne und dadurch natürlich erst einmal nicht verdächtig werden sei.

Noch-DFB-Präsident Grindel konnte nicht ausschließen, dass diese Erkenntnisse klare Konsequenzen zur Folge haben würde. Außerdem bekenne sich Grindel klar zu Multikulti, gerade erst habe er seinen Türkeiurlaub gebucht. Müllers hingegen werden es in Zukunft schwer in der deutschen Nationalelf haben.

Thomas Müller, einst als einzigartiger Raumdeuter des Fußballs bekannt geworden, der urplötzlich zwischen den gegnerischen Fronten auftauchte, gab zu, sich während der WM einige Male völlig zwischen den Abwehrlinien der Gegner verlaufen zu haben und orientierungslos an Stellen gestrandet zu sein, von denen noch nie in der Fußballhistorie Gefahr ausgegangen sei.

Und wenn man Mario Gomez womöglich als Chancentod verspotte, so kann man Thomas Müller zumindest nicht vorwerfen, auch nur einmal in die Nähe einer Torchance gekommen zu sein.

Grindeliche Analysen haben ergeben, dass Spieler mit den Vornamen Mario und den Nachnamen Müller in Zukunft keine Rolle mehr in der DFB-Auswahl spielen werden. Nach einer Auswertung der deutschen Nachwuchskader hat sich ergeben, dass sich darin viel mehr hoffnungsvolle deutschtürkische Talente befinden als Nachwuchsspieler, die Müller oder Mario heißen. Besonders großes Pech natürlich für Mario Müller vom 1.FC Saarbrücken…

 

Impotenter Ballbesitzfußball

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Impotenter Ballbesitzfußball

Nach der ersten Halbzeit hatte Deutschland knapp 80 Prozent Ballbesitz bei einer Passquote von 91%. Die beiden einzigen richtigen Torchancen hatte Südkorea.

Der Artikel könnte eigentlich hier enden…

Bei der WM 2006 wurde der Begriff Tiki-Taka-Fußball weltweit bekannt. Spanien wurde in dem Stil zweimal Europameister und einmal Weltmeister. Aber es stellten sich die gegnerischen Teams darauf ein und Spanien flog 2014 in der ersten Runde raus. Das Tiki-Taka war am Ende. Die spanische Presse titelte: „Spaniens Fußball ist wie Liebe ohne Sex!“ Immerhin! möchte ich anfügen. Denn beim deutschen Fußball im Jahr 2018 war auch von Liebe nichts mehr zu erkennen. Das Auftreten der deutschen Nationalmannschaft wird der Nachwelt wahrscheinlich als „impotenter Ballbesitzfußball“ überliefert werden. Auch Adjektive wie uninspiriert, lahmarschig und Ausrufe wie „wollt ihr mich eigentlich verarschen, ihr Kackbratzen!“ bieten sich natürlich an.

Gewisse Ähnlichkeiten zwischen deutschem Fußball und deutscher Politik sind, meines Erachtens, nicht von der Hand zu weisen. Wir befinden uns in der Ära des Weiter so! Dahingehend sind sich Jogi Löw und Angela Merkel sehr ähnlich. Sie erzählen uns, dass sie es schaffen, irgendwie, ein Stück weit. Und doch ist uns allen klar, dass es nicht mehr so weiter gehen kann und auch nicht darf und gut schon lange nicht.

Beim Fußball wurde das beeindruckend aufgedeckt. Der deutsche Fußball ist entschlüsselt. Quasi jeder weiß, wie man gegen Deutschland spielen muss, und anscheinend ist das auch gar nicht so kompliziert. Aber hey! Wir sind Vize-Olympiasieger im Eishockey! War das nicht geil?!

löw wir schaffen das

Hier geht’s zum WM-Studio:

https://tommiboe.com/category/wm-fieber/

Boss auf dem Platz oder BOSS unter den Achseln?

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Boss auf dem Platz oder BOSS unter den Achseln?

An Julian Draxler in der Startelf führt einfach kein Weg vorbei. Dafür riecht er einfach zu gut.

In einem Interview vor der WM hat Julian Draxler berichtet, er gehe niemals ohne Parfum auf den Platz, das gebiete auch der Respekt den anderen gegenüber. Hä?! waren meine ersten beiden Gedanken. Das klang auf unterschiedlichen Betrachtungsebenen so bekloppt, dass an der Nachricht etwas nicht stimmen konnte. Dann fand ich heraus, dass Draxler jetzt „Markenbotschafter“ für BOSS ist, und schon ergibt alles wieder Sinn.

Mario Götze lässt sich von Samsung filmen, wie er nicht zur WM fährt, dann kann WM-Fahrer Julian Draxler auch seine Seele oder seine Achseln an BOSS verkaufen. Warum denn nicht?! Klar, dass das Nivea-Botschafter Löw und Shampoo-Ikone Bierhoff gefällt. Bierhoff hat ja schon zu einer Zeit für Shampoo geworben, als Rudi Völler seine Frisur noch selbst gestrickt hat.

Respekt auf dem Platz finde ich natürlich tendenziell okay. Dagegen kann man wirklich kaum argumentieren. Aber ob das die Kernkompetenz für einen Titelgewinn ist, wage ich zu bezweifeln. Ich halte es da eher mit Lilian Thuram, der sich vor dem Spiel mit Knoblauchöl eingeschmiert hat. Das sollte Mücken und Gegenspieler vom Strafraum fern halten. So wird man Weltmeister!

Übrigens, unser Kreisläufer hat damals nie während der Saison sein Trikot gewaschen. Er stank nach Schweiß, Alkohol und noch viel Schlimmerem. So hat er sich Respekt verschafft!

Auf einer ganz anderen Ebene finde ich fast schon wieder schade, dass andere Fußballer während ihrer aktiven Karriere die Chance zum Markenbotschafter verpasst haben. Ich kann mir schöne Werbeclips mit Oli Kahn vorstellen, wie er seinen Gegenspieler anknabbert und für tictac wirbt oder Zahnseide.

Wie auch immer. Ich würde mir allerdings von Julian Draxler ein bisschen mehr Boss auf dem Platz und weniger Boss unter den Achseln wünschen.

 

 

halbzeitpause
Andererseits, in einer Mannschaft, in der 11 Spieler die Haare schön haben, darf auch einer gut riechen…!

 

Was die wenigstens wissen: Ich hab ja schon vor vier Jahren eine Mail an Jogi Löw geschrieben, und wir sind Weltmeister geworden…

https://tommiboe.com/2014/05/31/eine-mail-an-jogi-low/

Eine Mail an Jogi Löw

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Eine Mail an Jogi Löw

Lieber Jogi Löw,
ich schreibe dir diese Mail eigentlich auch im Namen meines Bruders.
Aber erst einmal vorweg will ich Dich was fragen: Was entscheidet so ein Finale? Okay, alles mögliche kann so ein Finale entscheiden. Richtig! – Wahrscheinlich hast du das Championsleague-Finale gesehen. Was hat das Finale entschieden? Und ich will jetzt keine Franz Beckenbauer Gedächtnis-Antworten hören „jaa gut eh!“ sondern einen analytischen Blick auf die spielentscheidende Szene. Ecke Tor! Ein Klassiker. Kann man ja mal bei den Bayern nach dem Finale dahoam nachfragen. Dazu muss man sagen, so einen Drogba kann man wahrscheinlich nicht Hundertprozentig im eins zu eins verteidigen. Vielleicht ist ja auch schon allein der Gedanke, dass man es könnte, ein taktischer Fehler…
Und was war nun der taktische Fehler im CL-Finale und ich kann meinen Bruder aus dem 10000km entfernten Hintergrund brüllen hören: „Wenn da einer im Pfosten gestanden hätte, wäre der nicht rein gegangen!“ Und richtig, Athletico hätte wäre könnte! Ätschbätsch! Dann eben nicht. Hat halt das Scheißreal die CL gewonnen! Stell da doch so einen popligen, kleinwüchsigen Außenverteidiger neben den Pfosten, du Pfosten! Der Zwerg sieht doch da im Strafraum eh keinen Ball!
Und wenn ich mir die Pfosten bei Ecken im Nationalteam so anschaue…! Die Älteren erinnern sich. Einst hat da am Pfosten unser Teeniezwerg Philipp Lahm sein Nationalmannschaftspraktikum abgelegt und hat Dutzende Bälle von der Linie gebolzt. Und wer steht da heute? Niemand.
Wer, lieber Jogi, ist eigentlich dafür verantwortlich/ später mal verantwortlich zu machen? Entscheidet das der Torwart, der Torwarttrainer, der Jogi selbst, oder der Jogi mit dem Torwarttrainer und dem Hansi per Schnickschnackschnuck? Oder hatte der Philipp genug davon, blöd am Pfosten zu stehen und ständig die Bälle von der Linie zu kloppen, weil das schlecht für seine Passstatistik war und er ja außerdem gar kein Praktikant mehr ist?

Der Bundestorwarttrainer selbst hatte übrigens immer seine Leute am Pfosten (vorne und hinten!). Zu Köpkes Zeit stand da das Kopfballungeheuer Icke Hässler rum, wenn ich mich nicht irre. So genau weiß ich das nicht. Aber bei Interesse, lieber Jogi, kannst ja mal den Andi fragen. Der erinnert sich bestimmt noch, wie (und mit wem) er das früher gelöst hat.
Und die Antwort, lieber Jogi, lautet nicht: „Äh, das wurde damals anders verteidigt. Das wird heute modern im Raum gelöst.“ Aber nicht der Raum um die Pfosten, ihr Vollpfosten. Den lässt man modern offen oder was? Schon mal Fußball geguckt und drauf geachtet, wo der moderne Durchschnittsball nach einer Ecke im Tor so einschlägt?
Warum gibt’s dafür eigentlich keine Statistik?! Oder eine Liste der Spieler, die die meisten Bälle von der Linie gekratzt haben? Stellt doch mal kurz was zusammen, liebe Statistiknerds, und schickt das ganze schnell dem Jogi und seinen Jungs und helft so dem deutschen Fußball. Ich würde nämlich gerne sehen, wie unser Philipp, nicht mehr als Praktikant sondern als Kapitän, in der Nachspielzeit des Finales den wuchtigen Kopfball von Sergio Ramos nach der Ecke von der Linie auf die Tribüne bolzt.
Also schreibt alle an Jogi!

WM-Finale Deutschland - Spanien, Sielstand 2:1, Nachspielzeit, 94. Minute, Sergio Ramos köpft nach einer Ecke den Ball wuchtig ins Tor zum Ausgleich, nein, stopp! Philipp Lahm steht neben dem Pfosten und holzt den Ball auf die Tribüne. Yeahhhh!!!
WM-Finale Deutschland – Spanien, Sielstand 2:1, Nachspielzeit, 94. Minute, Sergio Ramos köpft nach einer Iniesta-Ecke den Ball wuchtig ins Tor zum Ausgleich, nein, stopp! Philipp Lahm steht am zweiten Pfosten und holzt den Ball auf die Tribüne. Yeahhhh!!!