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Fundstück – die Meerschweinchentestesserstory

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Fundstücke in Fernwest – die Meerschweinchentestesserstory

„Na, das war ja klar, dass das jetzt kommt! Nach Ecuador fliegen und Meerschweinchen essen!“ Was denn, was denn…?!
Da man in allen guten wie schlechten und sogar den mittelmäßigen Reiseblogs und auch Reiseführern immer eine mit gespaltener Moralzunge gepfriemelte Meerschweinchentestesserstory findet (sentimental hin und her gerissen zwischen der eigenen weltoffenen und total toleranten Persönlichkeit und der kulturell-kulinarischen Angewidertheit des Anderen*), verzichte ich an dieser Stelle auf diesen Mainstream-Scheiß! Auch wenn ich mir bis zu meinem Lebensende solche Sprüche anhören muss wie: „Jetzt bist du extra nach Ecuador gereist und hast dann KEIN Meerschweinchen gegessen?! Du feiger Hund!“
Dafür erzähle ich Euch, dass in Südamerika das Meerschweinchen „Cuy“ heißt, weil es diese Geräusche macht, nicht beim Schlachten übrigens! „Cuy!“ Süß oder? Ist ein bisschen so, wie wenn deutsche Kinder „Wauwau!“ zu einem Hund sagen. Apropos Hund, damit kann ich übrigens dienen! Denn Hund habe ich schon mal während meines Fahrradtrips durch Indonesien auf Flores gegessen. Na und wer macht solche Sachen in diesem Vielvölkerstaat? Die Buddhisten…, die Moslem…? Nein, natürlich die Christen essen Hund! Freitags werden die Hunde wahrscheinlich ertränkt oder durchs Weihwasser gezogen, damit sie dann als Seehund gegessen werden dürfen!
In diesem Sinne wünsche ich Euch ebenfalls eine Atomwaffen und Meerschweinchen freie Vorweihnachtszeit!

(*Das „Andere“ ist hier soziologisch zu verstehen als das Fremde, Unbekannte und Angstmachende. Wir sind zwar natürlich tolerant, aber aus der Position des kulturell Überlegenden, humanistischen und die Werte kontrollierenden Gutmenschen heraus.)

 

Tauchen oder nicht tauchen

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Tauchen oder nicht tauchen – das ist hier die Frage!

Als ich vor drei Jahren in Honduras meine Tauchscheine machte, hatte ich mich natürlich schon mal mit dem Thema der Sicherheit beschäftigt. Der Tauchsport besitzt einfach ein gewisses Risiko und zwar besteht auch jene Gefahr, auf die man selbst keinen Einfluss hat: die Technik und ihre Macken. Die Sicherheit beim Tauchen hängt massiv von der Qualität der Technik und von der Klasse des Personals ab. Und in dieser Hinsicht bin ich als Tauchanfänger und nicht gerade Technikfreak nun in kompletter Vertrauensabhängigkeit vom jeweiligen Tauchanbieter.

Auf Utila/Honduras wählte ich den größten Divecenter und meine Erfahrungen waren sehr gut. In den letzten Jahren kam ich nicht mehr zum Tauchen. Aber das sollte sich jetzt ändern! Nach einem Tauchgang in Venezuela war ich nun auf den Galapagos-Inseln, also dort, wo „richtig“ getaucht wurde: Big Fish! Dazu nicht immer ganz einfache Strömungs- und Sichtverhältnisse.

Aber bevor es ans Tauchen ging, war ich auf einem fünftägigen Bootstrip (u.a. mit viel Schnorcheltrips), bei dem auch vier Schwedinnen dabei waren, die richtig miese Erfahrungen mit einem Divecenter auf den Galapagos gemacht hatten. Mit mies sei hier gefährlich, wenn nicht lebensgefährlich gemeint. Zwei von ihnen waren Anfängerinnen, mit wenig bzw keinen Taucherfahrungen. Sie befanden sich auf einem „Probe-Dive“, der 20 Minuten dauern sollte, als bei der einen (unter Wasser natürlich) ein technischer Defekt auftrat, der die Sauerstoffzufuhr unterbrach. Sie tauchte also schnell auf! An der Oberfläche konnte sie daher auch nicht ihre BCD/ Tauchweste nicht aufblasen. Viel schlimmer, der unerfahrene Tauchbegleiter, der weder Tauchinstructor noch Dive-Master war, wusste nicht mit der Situation umzugehen. So kann man die Tauchweste, die einen sicher an der Wasseroberfläche hält, nämlich auch mit dem Mund aufblasen. Doch der Tauchbegleiter konnte nicht helfen. Die in Not befindliche Schwedin hatte natürlich auch noch die Gewichte um, die man beim Tauchen trägt. Und so fragte sie ihn, ob sie diese Gewichte vielleicht abschnallen könnte.

Verschlimmernd kam hinzu, dass es weder ein vernünftiges Briefing vor dem Tauchgang noch eine Absprache mit dem Bootsführer gegeben hatte. Und da es eine ordentliche Strömung gab, tauchten sie außer Sichtweite des Bootes auf.

Aber auch das Personal an Bord war nicht besorgt, als nach den verabredeten 20 und auch nicht nach 30 Minuten niemand auftauchte. Erst als die anderen beiden Mädels nachhaltig Alarm schlugen, fing das Boot an, ein paar Runden zu drehen. Dass die Mädels schließlich gefunden wurden, war zudem recht glücklich. Denn das Boot hatte schon abgedreht, als sie kurz auf einem Wellenberg sichtbar wurden.

Diese Geschichte verschlug mit ziemlich den Appetit aufs Tauchen. Wenn unter solchen Umständen hier getaucht wurde, dann besser ohne mich! Hmm! Tauchen wollte ich natürlich trotzdem. Also fragte ich mich auf Santa Cruz durch und fand ein seriöses, renommiertes, alt eingesessenes und nicht zuletzt teures Tauchunternehmen.

Am folgenden Morgen lernte ich den Eigentümer kennen, einen Deutsch-Ecuadorianer, der sich seit fast 25 Jahren mit dem Tauchsport auf den Galapagos-Inseln beschäftigt. Er war einer der beiden Tauchlehrer an Bord. Ein weiterer Teilnehmer war zufällig der Tourismus-Direktor der Galapagos. Jedenfalls schilderte ich ihnen die schwedische Horrorerfahrung. Die beiden waren entsetzt und baten mich, den Kontakt zu den betroffenen Zeugen herzustellen, da solche Berichte extrem wichtig für ihre Arbeit seien. Schließlich trifft so etwas die Reputation der ganzen Branche!

Ich hatte einen tollen Tauchgang. So viel Fisch auf einen Haufen hatte ich noch nicht gesehen: Riffhaie, Galapagoshaie, Rochenfamilien, Thunfisch, einen Manta, Schildkröten, vorbeijagende Seelöwen, um hier nur die Großen zu erwähnen.

Gerade komme ich aus dem „Oriente“ wieder, so wie in Ecuador die Dschungel-Region bezeichnet wird, und hab gleich noch eine ähnliche Tauchgeschichte von den Inseln gehört. Ebenfalls mit unerfahrenen Tauchern in starker Strömung!

Hmm! Ich weiß selbst nicht, wo die Moral dieser Geschichte ist. Aber die Aussicht auf 100-120$ pro Touri scheint doch so verdammt verlockend zu sein, um alle Vorsätze und Standards des Tauchsports über Bord zu werfen. Und so wirbt man fröhlich und verlockend mit Schildern wie: „No lisence – no problem! Very safe!“ Na sicher, ihr Arschkrampen!

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Fundstück – Viva Quito

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Fundstücke in Fernwest – Viva Quito!

Wer nicht zählen kann, ist klar im Vorteil!
Ich breche nach nur zwei Nächten in Baños auf, da ich in Quito meine Amazonastour bezahlen und dort den Nachtbus nach Lago Agrio bekommen muss. Mein professionell erstellter Reiseplan (Foto) sagt mir, dass ich noch genau diese Zeit für einen 5-Tagetrip habe, bevor es von Quito per Flugzeug weiter nach Brasilien geht.
Im Reisebüro in Quito erfahre ich allerdings, dass ich noch einen Tag Spielraum habe, bevor die Tour losgeht. Hä? Aha! Da habe ich wohl irgendwo unterwegs einen Tag verloren beziehungsweise ihn gerade wieder gewonnen. Keine Ahnung, wer für diesen Planungsfehler zur Verantwortung zu ziehen ist. Wollen wir auch die Schuldzuweisungen nicht übertreiben. Immerhin muss ich nicht direkt in den Nachtbus hüpfen, sondern habe soeben einen Tag geschenkt bekommen – un día regalado!
Der Zufall (das Schicksal, die Vorsehung!) will es, dass genau dieser Tag großer Festtag in Quito ist. Unabhängigkeit und 479. Geburtstag der Stadt Quito. Es ist ordentlich Volk unterwegs, Musik (zum Teil echt schlimm!) in den Straßen, volle Restaurants, Bars und auch ein Haufen „Chivas“ (Foto), die typischen Partybusse, sind unterwegs, die man für 200-300$ pro zwei Stunden komplett mieten kann. Dann wird man zu lauter Humpta-Musik durch die City chauffiert. Je nach Größe passen 20-30 oder auch mehr rein. Es wird getanzt, getrunken (klar!) und gegröhlt (wichtig!). Ich lass mich am Straßenrand in ein Gespräch und ein paar Becher Candelazo (heißer Punsch) verstricken und lande schließlich auch in einer Chiva (Foto).
Die Plaza Grande ist mit Blumen geschmückt und die einheimischen Passanten fotografieren sich (und mich) begeistert gegenseitig. Ecuadorianische Fahnen hängen nicht nur an Balkonen herunter sondern auch an mir (Foto).
Zur Feier des Tags will ich noch zur „Virgen de Quito“ (Jungfrau von Quito) auf den Panecillo-Hügel hoch, von dem man einen schönen Blick auf die Stadt haben soll. Auf halbem Weg die Treppen hoch werde ich aber von zwei Polizisten gestoppt und darf alleine nicht weitergehen. Zu gefährlich sei das Viertel. Also nur Blick von halber Höhe (Foto).
Das Sympathische an dem Fest: Schon nachmittags sind alle Kneipen voll und es wird eifrig getrunken. Gut so! Da werde ich im Nachtbus wohl gut schlafen können!

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Fundstück – Heiliger Rauch

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Fundstücke in Fernwest – Heiliger Rauch

Heiliger Rauch!
Dass wir uns je persönlich begegnen würden…! Dabei kannte ich ihn schon seit langem – also eben nicht persönlich!
Ein guter alter Freund von mir, der große Westernautor G.F. Unger, erwähnte ihn in einem seiner legendären Tiervergleiche. G.F. Unger wird den meisten von Euch kein Begriff sein. Aber er schrieb so geniale Sätze wie: „Es gibt Fresser und Gefressene. Und so lange der Wolf das Schaft frisst, sollte man danach trachten, nicht das Schaf zu sein!“ Toll, nicht wahr?
Zu meinen Marburger Zeiten lasen wir Unger als Lückentext. Der Leser machte an besonders dramatischen und/oder dämlichen Stellen eine Pause und die Hörerschaft ergänzte einfach mit Worten wie „drittklassiger Revolverschwinger“ oder ähnlich Wahrscheinlichem. (Meine Leseempfehlung für alle Autofahrten mit einem grenzdebilen Frisbeeteam.)
Auf den Galapagos-Inseln schwebte er nun plötzlich über mir. ER, über den G.F. Unger so trefflich fabulierte: „Er stiehlt allen fliegenden Jägern die Beute. Und er fragte nicht, woher die Beute kommt.“ Natürlich fragt er nicht! Schließlich ist er kein Sing- oder Fragevogel. Es handelt sich um den Fregattvogel! Ein erbärmlicher Jäger, dessen jämmerliches Federkleid Salzwasser nicht verträgt, sodass er nicht zur Jagd ins Wasser eintauchen kann. Aber ansonsten ein liebenswürdiger Bursche, ästhetischer Flugkünstler und elender Räuber.
Liebe Birdies! Solche Vögel machen mir Spaß! Zwar nicht so tragisch wie die Pelikane, die auch schlechte Jäger sind und mit zunehmendem Alter erblinden, weil sie sich stets mit offenen Augen ins Salzwasser stürzen und das auf Dauer auch nicht vertragen können. Was hat sich die Evolution nur dabei gedacht…?
Aber Fregattvögel, die haben einen hübschen-hässlichen Charakter.

So viel aus der Tierwelt und morgen gleich los und einen spannenden G.F. Unger-Western kaufen! (Weihnachten ist ja auch nicht mehr weit!)

fregattvogel - eleganter flieger aber miesr charakter
Fregattvogel – eleganter Flieger aber mieser Charakter
pelikan - guter charakter aber schlechter fischer
Pelikan – guter Charakter aber schlechter Fischer

 

Immer diese Wasserfälle

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Immer diese Wasserfälle

„Baños de Agua Santa“ heißt der Ort, in dem ich gerade bin. Doch jedermann sagt einfach „Baños „, was gleich weniger exotisch klingt, weil das Wort zwar „Bad“, aber eben auch soviel wie „Toilette“ bedeutet.

Ich habe mir ein Rad ausgeliehen und mache mich auf die „Ruta de las Cascadas“ (Straße der Wasserfälle). Hier reihen sich entlang eines Haupttals etliche Wasserfälle. Zum Teil fahre ich sogar auf einer Ciclovía, einem Fahrradweg, und Schilder am Straßenrand und Zeichen auf dem Asphalt weisen wiederholt auf die friedliche Koexistenz zwischen Autofahrern und Aliens (also Fahrradfahrern) hin. Im Vorbeiradeln lese ich „Comparta la Vida!“ (Teile das Leben!). Ist das als Aufruf gemeint, die Radfahrer doch nicht – wie üblich – zu überfahren, oder ist das Ganze eher philosophisch zu verstehen? Oder hab ich einfach nicht richtig gelesen? Aha! „Comparta la Vía!“ (Teile die Straße!) Das klingt weder wie ein lebensbejahender Aufruf noch sonderlich philosophisch!
Apropos philosophisch. Gibt es so etwas wie allgemein gültige Schönheit oder etwas, was alle (die meisten) Menschen mögen oder sie fasziniert…? – Wie wäre es mit Wasserfällen? Die sind doch toll? Oder? Oder nicht…?
Ich bin durchaus an die Grenzen meiner Bewunderungsfähigkeit gekommen. Auch Wasserfälle erschöpfen sich irgendwie – besonders heute! Links einer, rechts einer und da hinten…! Ich weiß, ich bin undankbar, abgestumpft! Aber so funktioniert Inflation nun einmal! Und an jedem (!) Wasserfall findet sich am Straßenrand mindestens eine Canopy-Station (Zipline/Seilrutsche), an der man über ein Stahlseil auf die andere Talseite „rüberfliegen“ kann (Foto). Für 10$ gönne ich mir den schnellen, käuflichen Spaß und komme mit einer alten, coolen Seilbahn (Foto) zurück. Aber auch hier Inflation, liebe Freunde!
Nach dem letzten Wasserfall lassen sich die meisten touristischen Radfahrer von passierenden Busen oder Jeeps nach Baños hochchauffieren. Ich bin der einzige, der wieder hoch fährt. Daher fehlen auch auf dieser Straßenseite die freundlichen Koexistenzhinweise und ich werde mehrfach an- und ausgehupt.
Es geht bergauf! Mein Ziel sind die Thermalquellen oberhalb der Stadt, wobei mir nicht ganz klar ist, wie sehr oberhalb diese Quellen tatsächlich sind. Denn das letzte Stück ist echt hart. Der erste Gang von meinem Mountainbike, den ich bisher gar nicht gebraucht habe und den ich jetzt dringend benötige, will nicht. Ich kämpfe, denn ich habe ein Ziel.
Ich erreiche das Ziel und es ist seit einer halben Stunde geschlossen. Die heißen Quellen, Hoffnung meiner erschöpften Beine, sind erkaltet. Mein verweist mich genauso kalt lächelnd an die Quellen im Zentrum. Genau die wollte ich eigentlich vermeiden. Denn dort soll immer richtig viel Volk sein! – Was soll’s? Was bleibt mir? Ich radel ins Zentrum zurück. Zumindest das geht schnell! Aber auch die Thermen haben zu (och nee!). Aber sie machen abend noch mal auf.
Die Thermen sind sooo voll, dass ich kaum ins erste Becken komme. Das Wasser ist trüb und warm (nicht heiß) und wir haben alle eine Einweg-Duschhaube auf! Hmmm! – Aber es gibt noch ein anderes Becken und das hat es in sich! Ich setze beide Füße auf die erste Treppenstufe und bin auch schon wieder draußen! Scheißeheiß! Richtig aua! Nebendran sind kalte Abklingbecken! Aha! Ich kühle mich erst mal richtig runter und gehe dann ins scheißeheiße Becken. Jetzt geht’s. Aber richtig schön ist das nicht! Aber meinen Muskeln gefällt das Wechselspiel.
Nach einigen Runden des Wechselbadens verlasse ich lächelnd die Thermen. Jetzt noch Essen und ein Weinchen… Was will ich mehr? – Nichts. Naja, vielleicht weniger Wasserfälle das nächste Mal. Inflation stumpft mich immer so schrecklich ab!

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Fundstück – Bierzone

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Fundstücke in Fernwest – Bierzone

Da freut sich das deutsche Biertrinkerherz, wenn es solche Schilder in Ecuador findet (siehe Foto!). „Zona cervezera“ lässt sich knapp und lässig mit „Bierzone“ übersetzen. Klare Ansage. Schöner Kneipenname auch! Da fühlt man sich sofort wohl und möchte verweilen…
Der Deutsche ist, was Namensgebung im Zusammenhang mit Bier angeht, kulturell natürlich etliche Schritte voraus. Die Bayern nennen ihre Bierbereiche Bierzelt oder Biergarten. Es gibt Bierbänke, Bierfeste, Bierdörfer und sogar ganze Bierbäuche! Aber mir gefallen kleine liebevolle Erfindungen noch besser wie: Bierdusche, Bierbong, Bierfurz, Bierseligkeit und nicht zu vergessen Bierdurst (für alle die das legendäre „Bierdurst“-Video nicht kennen, sei hier ganz uneigennützig dies hier empfohlen. Durchhalten und zu Ende schauen, ab 0:40! http://www.youtube.com/watch?v=iQtMUuF3dkE).

Zum Bierholen möchte ich folgende Episode zum Nachspielen ans Herz legen. Ich habe damit bisher eine ziemlich beeindruckende Erfolgsbilanz. Also bitte nicht kaputt machen!
Ich stehe auf einer Party ohne (oder mit wenig) Bier, während ein Freund mit einem frischen Bier von der Bar kommt. Ich sage: „Also, meine Oma hat mir ja beigebracht: Wer ein Bier holen kann, der kann auch zwei holen!“ Und schwupps – schon habe ich ein Bier in der Hand und der Freund sieht widerspruchslos ein, dass meine Oma da völlig Recht hatte, und holt sich oder mir ein neues.
Prost! Und viel Spaß beim nächsten Kneipenbesuch beim Nachspielen! 

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Fundstûck – Erdnussfinken

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Fundstücke in Fernwest – Der Erdnussfink

Die Anpassungsfähigkeit der Darwin-Finken ist berüchtigt. Ebenso ihre Fähigkeit, Nischen zu besetzen und sich darauf zu spezialisieren. Mit dem Einsetzen des Tourismus auf den Galapagos-Inseln wurden auch „neue“ Nahrungsmittel auf die Inseln gespült. Relativ unbekannt in der modernen postdarwinistischen Evolutionslehre ist der Erdnussfink, der sich in den letzten 50 Jahren auf die am Strand und in den Straßen vermehrt zurückbleibenden Erdnüsse spezialisiert hat. Großer Nährwert bei geringer Beschaffungskriminalität ließen diese Nische boomen. Nach den ersten touristischen Phasen besann man sich auf den Galapagos-Inseln mehr und mehr auf nachhaltigen Tourismus. Schließlich war gerade die Natur der Tourismusmotor: Vermeidung von Müll, strikte Ruhezonen für die Tiere und strenges Fütterungsverbot. Was großen Nutzen für die meisten tierischen (Ur-)Bewohner der Inseln hatte, war eine einzige Katastrophe für den Erdnussfinken. Gerade hatte er eine höchst erfolgversprechende Nische gefunden, besetzt und sich daran angepasst, da verschwand diese Nische auch schon wieder wie vom Erdnussboden verschluckt.

Bei meinem heutigen Strandbesuch, zu dem ich natürlich völlig versehentlich die verbotene Frucht mitnahm, hatte ich das seltene Vergnügen, einige der letzten Erdnussfinken überhaupt auf meinen Füßen beobachten zu dürfen (siehe Fotos). Man erkennt auf den ersten Blick das außergewöhnliche Anpassungsgeschick des Erdnussfinken (pinzon de cacahuetes/ peanut finch): der kräftige Schnabel, mit dem theoretisch auch Kokosnüsse geknackt werden könnten; die filigranen Füßchen, um unbemerkt auf dem Bauch des schlafenden Touristen zu landen, um an die Erdnüsse zu gelangen. Schon toll, zum Zeitzeugen des Darwinismus zu werden.

darwinfink in seiner nische
Darwinfink in seiner Nische
erdnussfink mit erdnuss
Erdnussfink mit Erdnuss