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Seemannsgarn

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Seemannsgarn

Como se dice überhaupt „Seemannsgarn“ en español? Und ich will jetzt nicht „Hilo de Marinero“ hören!
Ich stand an Deck mit einer Belgierin und erzählte ihr von meinem Erlebnis mit einer der Kapitänsgehilfinnen von der Brücke. Wir schipperten zwar auf einem Viehtransporter durch die südchilenische Fjordwelt, aber immerhin durften wir auf die Brücke. Von dort konnten wir im Golfo de Penas Wale beobachten. Man sah eigentlich nur die Fontänen („Er bläst!“), aber darunter befanden sich, wie wir vermuteten, wohl die Wale. Ansonsten taten ja so etwas nur Geysire und die lebten bekanntlich woanders!
Ich fragte die Lady auf der Brücke höflich auf spanisch, um was für Wale es sich denn handele, woraufhin sie mir ein knappes „No sé!“ vor die Füße warf wie ein Greifvogel sein Gewölle vors Nest („Weiß nicht!“). Okay, ich formulierte meine Frage vorsichtig um, was für Walarten denn hier so normaler Weise unterwegs seien, woraufhin sie mir, als hätte sie mir genau diese Frage schon ein paar Hundert Male zuvor beantwortet, ein weiteres „No sé!!!“ entgegen warf. Ich hörte deutlich die drei Ausrufezeichen und wollte bereits vorsichtig den Rückzug antreten, aber sie ließ noch frostiges „I don’t know!!!“ folgen. Ja, doch, sorry! – Hätte sie doch durchaus wissen können, wenn sie hier jeden Tag lang fuhr. Es war ja auch bloß ’ne Frage…
Das erzählte ich der Belgierin, woraufhin sich folgendes Garn spann:
Denn natürlich gab es gute oder schlechte Gründe für die Verstimmtheit der Kapitänsgehilfin, die nicht in erster Linie mit mir (schon eher mit den blöden Walen) zu tun hatten. Denn einst war sie die Käptnsbraut gewesen, mit dem sie noch immer auf der Brücke arbeitete. (Sie hatte sich ursprünglich auf der Seite von http://www.findacrew.net beworben und bei „könnte mir eine Beziehung mit dem Kapitän vorstellen?“ mit JA geantwortet. Vergleiche: https://tommiboe.wordpress.com/2014/03/24/fundstuck-find-a-crew-net/) Mir war bei unserer Begegnung aufgefallen, dass sie sehr ernste, ein wenig männliche Züge hatte. Nichts Schlimmes, aber doch konnte man einen seichten Flaum auf der Oberlippe erkennen, auch hatte sie durchaus markante Gesichtszüge. Wie gesagt, nicht schlimm. Und es gibt Männer, die so etwas attraktiv finden. So auch unser Kapitän, bis ihm klar wurde, dass er insgesamt eher auf komplett männliche Typen stand: also direkt Männer und nicht männlich wirkende Frauen.
„Seitdem ist es die Liebe aus/ und nun lebt im Käptnshaus/ ein Mann/ der zu allem Überfluss auch noch besser kochen kann!“
Und je näher die Fähre Puerto Montt kam, um so garstiger wurde die Stimmung der Exkäptnsbraut. Und als ich nun auch noch nach dem Namen der Wale fragte, trat ich unwissentlich aber unentschuldbar in den nächsten mit frischem Waltran gefüllten Fettnapf. Denn der Neue des Käptns war ausgerechnet Walforscher.
Als ich das nächste Mal die Brücke betrat, war ich rücksichtsvoller, lächelte ein vorsichtiges Allerweltslächeln, nicht zu mitleidsvoll und verpisste mich auf die andere Seite der Brücke. Hoffentlich tauchten jetzt keine Wale mehr auf und irgendein anderer dämlicher unwissender Tourist fragte sie…!
Die Belgierin und ich schauten uns zufrieden an. Mensch, die Erklärung war doch ganz einfach gewesen…
Außerdem passierte ja sonst nichts auf dem Boot. Langsam schoben sich die Berge an Land vorbei, von Gletschern fast identisch abgerundete Inseln tauchten auf und verschwanden wieder, hin und wieder ein Geysir, Seelöwe oder Delphin. Das klang zwar ganz gut, aber streckte sich über drei lange Tage, während am Heck die Kühe verzweifelt blökten. Aber niemand kam vorbei und putzte ihre Toilette. (Was sonst auf der Fahrt passierte, siehe: https://tommiboe.wordpress.com/2014/03/23/auf-einem-viehtransporter-durch-die-chilenischen-fjorde/)
Und wenn man sich überlegt, wie öde das früher erst auf Booten gewesen sein musste und wie lange so eine Fahrt dauern konnte und wie schlecht die Netzabdeckung damals war, wundert man sich nicht, dass sich die Seemänner gegenseitig eine ordentliche Portion Unfug erzählt haben. Man war ja froh über jede Abwechslung!
Was das angeht, wäre ich wahrscheinlich auch ein guter Seemann geworden.

Fundstück – Find a crew.net

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Fundstücke in Fernwest – Find a crew.net

Auf der Fähre nach Puerto Montt hörte ich folgende bewusstseinserweiternde Geschichte von einer Belgierin, deren Zimmergenossin im Hostel sich per Internet auf einem Kreuzfahrschiff beworben hatte und die kurz davor stand, an Bord zu gehen. Die Reise sollte zu den Osterinseln und weiter nach Tahiti gehen.

Auf der Seite „findacrew.net“ kann man sich über ein Formular für verschiedene Kreuzfahrschiffe bewerben, auf dem man dann für die entsprechenden Servicetätigkeiten angelernt wird. Auf diese Weise gelangen diese Hilfskräfte bei freier Kost und Logie in die entlegensten Ecken der Welt.
Beim Ausfüllen des Bewerbungsprofils kommt man schließlich, nach vielen anderen Fragen natürlich, auch zu der Frage, ob man sich eine Beziehung mit dem Kapitän vorstellen könnte. BÄM! Kein Scherz! Wenn das mal nicht großartig ist! Das schafft eine ganz neue Dimension: „Fuck&Ride“! – Mal schauen, ob die Fragestellung demnächst auch auf den Seiten von Mitfahrgelegenheiten auftaucht. Vielleicht entstehen auch ganz neue Seiten wie „Mit-verkehr.de“ oder so ähnlich. Bin schon ganz gespannt!
Allerdings doch nicht so neu. Denn es poppt gerade eine Geschichte in meinem Hirn auf, die mir eine Schwedin auf den Galapagos-Inseln erzählt hat. Sie hatte einige Jahre als Köchin auf unterschiedlichen Booten gearbeitet. Unter anderem auch auf einem Boot, das sich unmittelbar aus den übelsten Männerphantasien materialisiert hatte, auf dem halb- bis ganz nackte junge Mädels zwischen reichen alten Säcken aus der Modell/Foto/alter-Mann-verarscht-junges-dummes-Mädel-Branche herum hüpften, um dort für irgendeinen anspruchsvollen Tittenkalender mit interessanter Rahmenhandlung zu poposieren.
Und auch wenn ich jedem alternden und einsamen Kapitän eine kleine, knackige Liebschaft von Herzen gönne (vielleicht werde ich ja selber mal ein alternder und einsamer Kapitän), befürchte ich, dass die Kalender-Fotoshooting-Strategie hinsichtlich des Fuck&Cruise-Faktors um ein Vielfaches erfolgreicher ist.
Zurück zur „Fuck a crew“, äh, „Find a crew“-Seite! Es besteht natürlich auch die Möglichkeit, dass einfach ein gelangweilter/notgeiler Computernerd die Sex-Frage beim Programmieren in den Fragebogen eingeschmuggelt hat. Aber auch das werde ich heute nicht mehr herausfinden.

Euch allen viel Vergnügen, wobei auch immer!

"Navigieren macht einsam!" Das wissen alle Kapitäne!
„Navigieren macht einsam!“ Das wissen alle Kapitäne! Aber dank moderner Technologie bleibt heutzutage auch Zeit für andere Vergnügungen. Bewirb dich noch heute!!!

Auf einem Viehtransporter durch die chilenischen Fjorde

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Auf einem Viehtransporter durch die chilenischen Fjorde

Für alle Freunde der Reiseübelkeit!
Der Gemeinschaftsraum/ Essensaal ist fast leer. Gerade mal sieben Personen sind da. Nett. Bisher war der Raum immer überfüllt und irgendein Horrorfilm lief. Das steht bei chilenischen Truckern, die weitestgehend für die Filmauswahl verantwortlich sind, neben Fast&Furious 1-8 gerade sehr hoch im Kurs.
Grund für den leeren Raum ist der Golfo de Penas, den wir während unserer Fahrt von Puerto Natales nach Puerto Montt queren müssen. Zwischen zwölf und 15 Stunden Fahrt auf offenem Meer/ Pazifik sind damit verbunden. Denn während der bisherigen Fahrt durch die Fjorde ist der von „Navimag“ als Fähre getarnte Viehtransporter nur gemütlich hin und her geschaukelt. Jetzt sind wir echten Pazifikwellen ausgesetzt. Auch die Moral beim Essen ist abends recht bescheiden. Nachmittags, am Beginn des Golfo de Penas, der mehr als nur zufälliger Weise „Golf der Schmerzen“ heißt, war die Stimmung noch gelöst und es wurde das beliebte Gesellschaftsspiel Whalespotting gespielt.
Aber auch andere bedeutende Fragen werden diskutiert. Zum Beispiel: Werden Kühe auch seekrank? Das werde ich nachher mal auf der Ladefläche überprüfen. Richtig auf unserer Fancy Ferry sind auch 6-8 LKW-Anhänger mit Rindern unterwegs. Was man zum Ende der Reise auch auf dem Oberdeck noch deutlich riechen kann!
Stimmt es eigentlich, dass Kühe im Wasser volllaufen und ertrinken, weil sie keinen Schließmuskel haben? – Keine Ahnung!
Zumindest können wir uns an Bord darauf einigen, dass Pferde nicht kotzen können. Erklärt sich so der Spruch, den ich von meinem Vater gelernt habe: „Ich habe schon Pferde vor der Apotheke kotzen sehen!“ Was also ein extrem seltenes Ereignis beschreibt, nämlich Pferde, die kotzen, und Pferde, die vor Apotheken stehen, wo bekanntlich schon zu Zeiten des regen Kutschverkehrs ein absolutes Halteverbot herrschte.
Zurück zu den Kühen! Hasen sind bekanntlich Mümmler, sie mümmeln den ganzen Tag vor sich hin. Aber sind sie deshalb auch Wiederkäuer? Und können Hasen kotzen? Irgendjemand wirft ein, Hasen würden ihre Vortagsköttel fressen, um sie noch mal verdauen können. Leckere Idee, aber hilft uns das weiter? Außerdem sind, meiner Ansicht nach, Hasen viel zu klein für vier Mägen. Andererseits war Alf auch nur unwesentlich größer als ein Hase und hatte, glaube ich, acht Mägen!
Das Schöne an diesen Gedankenspielen ist, dass wir nichts von unserem Halbwissen und Spekulationen überprüfen können. Es ist richtiggehend beruhigend, mal auf das allwissende Internet verzichten müssen zu dürfen. Auch die sonst allgegenwärtigen leuchtenden, piependen, Kommunikation vernichtenden Smartphones halten endlich mal die Fresse. Herrlich!
Und irgendwie auch schön, die ganzen Fragen einfach mal unbeantwortet für sich stehen zu lassen.

(Mehr vom Viehtransporter unter: https://tommiboe.wordpress.com/2014/03/27/seemannsgarn/)

Fütterungszeit auf dem Viehtransporter!
Fütterungszeit auf dem Viehtransporter!
ein seltenes meteorologisches Ereignis: Herrn Boe wächst ein Regenbogen aus dem Stammhirn. Fast so selten wie Marienerscheinungen
ein seltenes meteorologisches Ereignis: Herrn Boe wächst ein Regenbogen aus dem Stammhirn. Fast so selten wie Marienerscheinungen.

Mad Mouse Disease

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Mad Mouse Disease

Als ich im vorletzten Jahr auf dem 4Ferkel in Marburg (einem/DEM Frisbeeturnier) eine dem Turnier angemessen betrunken wirkende Maus vor meinem Zelt im Kreis tanzen sah, entstand der Ausdruck „Mad Mouse Disease“. Das war natürlich eher lustig gemeint.
Als ich vor drei, vier Wochen auf meinem Roadtrip durch Patagonien durch eine schöne Seenlandschaft kam, deren Campingplätze alle wegen dem Hantavirus gesperrt waren, war das schon ein bisschen ernster.
Als mir auf meiner Wanderung um die Torres del Paine von meiner Wandergruppe von einem Todesfall aus dem Bekanntenkreis berichtet wurde (der erste seit über 20 Jahren in Manitoba), wurde es bedrückend.
Als mir am vorletzten Morgen der Wanderung beim Campamento Los Cuernos plötzlich die Hand angeschwollen war, nachdem die ganze Nacht über erheblicher Mausverkehr vor dem Zelt stattgefunden hatte, war es mit einem Mal auch noch sehr persönlich geworden.
Es war keine direkte Wunde zu erkennen. Aber die Hand war heiß, rot und dick! Insekten, Spinnen, Mäuse, Guanacos, Pumas, einseitige auf Müsliriegeln basierende Mangelernährung, eine putzige, seltene Allergie auf patagonische Berge…? Keine Ahnung.
Als ich zwei Tage später zurück in Puerto Natales bin, malt mir der Arzt mit einem Kugelschreiber Linien auf den roten Handrücken, die ich beobachten soll, und verschreibt mir mit dem gleichen Kugelschreiber ein Antibiotikum.
Als 48 Stunden später die Hand schon wieder viel besser und schlanker aussieht (Die Knöchelchen lassen sich wieder erkennen), ist der Patient weitestgehend beruhigt und freut sich auf seine dreitägige Bootstour durch die chilenischen Fjorde.

What’s wrong with you, Israeli Travellers?

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„What’s wrong with you, Israeli Travellers?!“ – Über komische Reisende und Brandstifter

Auf Reisen trifft man auf viele Nationalitäten. Manche mehr, manche weniger. Manche lieber als andere. Aber insgesamt lässt sich der Satz „Auf Reisen trifft man nette Leute!“ durchaus bestätigen. Natürlich gibt es auch hierbei Ausnahmen. Denn Trottel gibt es überall. Und oft ist man selber einer! (siehe https://tommiboe.wordpress.com/2014/03/17/fundstuck-ein-trottel-am-fluss/) Warum sollten also Trottel nicht auch reisen?

Aber es gibt eine besonders besondere Ausnahme unter den Reisenden: die Israelis! Ich will mich nicht unnötig aufregen. Aber es ist einfach mal nötig. Denn sie nerven! Und das sollten sie auch wissen, da sie maßgeblich daran Schuld sind und nicht etwa meine maßlose Intoleranz. Denn meine durchaus existierende Intoleranz bezieht sich nicht auf Nationalitäten oder Hautfarben sondern auf Deppen! Und da gehört sie auch hin!
Meine Theorie ist, dass die Weltreisen der Israelis zum Militärdienst dazugehören. Das erklärt, warum viele so spaßbefreit und verschlossen wirken und sie sich nach wie vor in ständiger Verteidigungshaltung befinden. Sie wollen also gar nicht reisen, sie müssen! Diese Theorie wurde mir übrigens von einem sehr netten, alleinreisenden Israeli bestätigt. Er meinte, viele würden einfach mitreisen, weil sie nicht wüssten, was sie sonst nach der Militärzeit tun sollten und die anderen ja auch reisen würden. „Echt…? Reisen…?! Hab eigentlich gar keinen Bock, aber gut, wenn’s sein muss…!“
Am Tag vorm Start meiner Wanderung um die Torres del Paine las ich in der Zeitung, dass gerade wieder zwei Israelis im Nationalpark von Rangern aufgegriffen worden waren, wie sie im Park an verbotener Stelle ein Lagerfeuer anfachten. Dabei bekommt JEDER, der den Park betritt eine sehr deutliche Belehrung, wie sehr es verboten ist, außer an extra ausgewiesenen Plätzchen, Feuer zu machen, und auch welche Konsequenzen einem drohen. Das passiert auf Spanisch und Englisch sowie laut und deutlich. Das Ganze hat sich verschärft, seit im Dezember 2011 bei einem, von einem unvorsichtigen Touristen ausgelösten Waldbrand 16000 Hektar des Parkes vernichtet wurden. Dieser Touri war Israeli. Und auch in den folgenden Jahren waren es immer wieder Israelis, die sich einfach nicht an die klaren und einfachen Regeln halten können oder wollen. 2012 wurden fünf Israelis beim Lagerfeuermachen ertappt, im Januar diesen Jahres weitere vier.
Als ich vor zwei Wochen nach El Chaltén, noch im argentinischen Patagonien, kam, hielt unser Bus mit 20 Israelis am Ortseingang an einer Rangerstation an. Dort stieg eine Rangerin zu uns in den Bus und informierte uns höflich, dass wir alle aussteigen müssen, um uns über die Verhaltensregeln im dortigen Parque Nacional aufklären zu lassen. Auf Spanisch und auf Englisch. Wir stiegen aus und wurden im Eingangsbereich in zwei Lager nach Spanisch und Englisch aufgeteilt. Dann schaute sich die Frau um und ging noch mal zum Bus zurück, in dem zehn Israelis einfach sitzen geblieben waren. Sie kam mit ihnen im Schlepptau zurück und sagte auch ihnen, noch immer sehr freundlich, links Englisch, rechts Spanisch. Was aber nicht verhindern konnte, dass ihr vier von ihnen nach rechts folgten. Sie fragte, ob sie Spanisch sprächen, was natürlich nicht der Fall war. Sie bat die Israelis, bitte auf die andere Seite zu gehen, woraufhin sich einer von ihnen auch noch erdreistete, blöde Sprüche zu machen.
Kein Wunder, dass sie überall Feuer machen! Sie sind einfach völlig respektlos und interessieren sich einen Scheiß! Und das ist leider überhaupt nicht übertrieben!
In einem Hostel in El Calafate hatte ich mir gerade in der Gemeinschaftsküche mein Abendessen gemacht, als sechs oder sieben Israelis in die Küche kamen. Nicht einer von ihnen ist auf die Idee gekommen, mich mit einem belanglosen und weitestgehend schmerzfreien „Hola/Hi/Hello/Shalom“ zu grüßen. Natürlich nicht! Weil es sie eben einen Scheiß interessiert!
Aber was rege ich mich auf…! Immerhin habe ich auf meiner Reise ein Handvoll sehr netter Israelis getroffen. Leider ist das so herum die Ausnahme! Aber es musste einfach mal gesagt werden. Ach ja, und eins noch: Liebe Israelis, hört bitte/gefälligst auf rumzujammern, dass Euch keiner gerne hat! „Von nichts kommt nichts!“ hat mir meine Oma beigebracht.

 

 

Die chilenische Presse dazu:

http://www.veoverde.com/2014/01/nuevamente-israelies-hacen-fuego-en-torres-del-paine/

http://www.lanacion.cl/noticias/regiones/magallanes/otros-5-turistas-israelies-expulsados-de-torres-del-paine-por-hacer-fogatas/2012-12-21/184417.html

http://www.laprensaaustral.cl/cronica/expulsan-del-paine-a-cuatro-israelitas-por-encender-fogata-al-in-35210

http://www.biobiochile.cl/2014/03/07/dos-turistas-israelies-fueron-detenidos-por-encender-cocinillas-en-torres-del-paine.shtml

 

Torres del Paine

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Torres del Paine

Eines der Highlights Patagoniens schlechthin: der Parque Nacional Torres del Paine. „Torres del Paine“, das schon mal vorweg, bedeutet nicht „Türme der Schmerzen“, in Anspielung auf die Qualen und Entbehrungen, die seine Bewanderung mit sich bringen, sondern „blaue Türme“. In Puerto Natales habe ich mir für meine achttägige Wanderung meine Ausrüstung ausgeliehen: Zelt, Schlafsack, Matte, Kochset. Außerdem landen Verpflegung und ALLE warmen Kleidungsstücke, die ich dabei habe, im Rucksack. Man weiß ja nie, was einen wettertechnisch am Ende des patagonischen Sommers erwartet. Oder wie steht es so schön an einem Camp an der Hütte der Ranger geschrieben: „Fragt erst gar nicht, wie das Wetter wird. Wir sind in Patagonien!“ So spart man sich viele Fragen von nervenden Touristen. Auch eine praktische Dienstleistungseinstellung!
In jedem Fall spielt das Wetter eine wichtige Rolle. Schon bei meinem Start wird mir gesagt, dass der Paso John Gardner, mit 1200 Meter die höchste Stelle des Trecks, zurzeit wegen Schneefalls, schlechter Sicht und starkem Wind gesperrt sei. Das bedeutet, dass man das so genannte „O“, die große acht-Tage-Runde nicht laufen kann. Es bleibt aber unklar, wie lange das dauere. Schließlich sind wir ja in Patagonien. Ach richtig, gar nicht erst fragen…!
Und so kommen mir auf den ersten beiden Tagen reihenweise Wanderer entgegen, die die große Runde abbrechen mussten. Meine zweite Nacht verbringe ich bei ruhigem Wetter im Campamento Dickson in der vagen Hoffnung, dass der Pass vielleicht doch noch passierbar wird. Ansonsten muss auch ich umkehren, um nicht noch weiter in die „falsche“ Richtung (Sackgasse) zu laufen. Am nächsten Morgen tendiert meine Stimmung sehr zum Umkehren. Aber dann wird überraschend vom Ranger signalisiert, der Pass sei offen. Also los! Mittags bin ich am Campamento Los Perros, um direkt die Passquerung angehen zu können. Aber inzwischen ist das Wetter umgeschlagen, Schneefall und Sicht unter 10 Meter bedeuten: Der Pass ist wieder zu! Meine Stimmung ist bescheiden. Die Schneefallgrenze sinkt und es beginnt, auch im Camp zu schneien. Tolle Aussichten für den nächsten Tag also. Außerdem ist mir kalt und alle Klamotten sind nass. Ich will zu meiner Mama!
Aber irgendwie bekommt das Glück doch noch die Kurve. Denn am nächsten Morgen ist klare Sicht. Wir erwischen ein Gutwetterfenster und die Ranger lassen uns in einer Gruppe von 20 Personen aufbrechen. Mit der Auflage, dass wir alle zusammen bleiben! Die Ranger sind streng und auch ein bisschen nervös, weil vor zwei Monaten auf dem Pass ein Argentinier verschollen und bis heute nicht wieder aufgetaucht ist. Und vor ein paar Tagen wurde einer Gruppe, die trotz Schlechtwetters aufbrechen wollte, mit der Polizei gedroht.
Wir bekommen aber grünes Licht und dürfen den Paso John Gardner queren. Tolles Erlebnis bei Schnee und Wind aber guter Sicht! Oben auf dem Pass bläst es dann auch richtig. Aber der Blick auf den Gletscher Grey entschädigt und der folgende Abstieg durch den teils knietiefen Schnee ist ein großer Spaß.

Zur Belohnung gibt es an der Bar des nächsten Refugios einen „Pisco Sour“. Denn mit dem Pass liegt der härteste Brocken der Tour in jedem Fall hinter uns.

Aufstieg zum Paso John Gardner, erst durch den verschneiten Wald...
Aufstieg zum Paso John Gardner, erst durch den verschneiten Wald…
... und schließlich mit dem Blick zur anderen Seite auf den mächtigen Glaciar Grey!
… und schließlich mit dem Blick zur anderen Seite auf den mächtigen Glaciar Grey!

 

 

Fundstück – ein Trottel am Fluss

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Fundstücke in Fernwest – ein Trottel am Fluss

Da sitzt er nun, der Trottel, und schaut sich die Torres del Paine an. Und er sitzt am Fluss und schaut und sitzt und schaut – immerhin am Rio Paine. Aber warum wandert er nicht? Weil der Trottel am Eingang des Parkes, wo man sich registrieren lassen muss, seine Regenjacke plus Mütze im verfickten Bus vergessen hat. Er hat noch seinen Rucksack aus der Ladeluke rausgeholt und dann das gemacht, was Trottel am besten können: das Denken eingestellt.
Der Bus ist dann artig weiter in den Park gefahren, wo es noch zwei zusätzliche Haltestellen gibt. Der einzige Plan: Warten auf den Bus, der hier um 14:30 auf seinem Rückweg wieder hier am Eingang vorbeikommt. Der Trottel hat also Zeit und setzt sich an den Fluss, um sich dort mich Flüchen einzudecken.
Immerhin ist die Aussicht schön und sogar das Wetter lächelt dem Trottel zu.

ein Trottel am Fluss!
ein Trottel am Fluss!
Die Aussicht entschädigt natürlich: Im Hintergrund die berüchtigten Torres del Paine, im Vordergrund ein Stoff-Guanaco am Rio Paine.
Die Aussicht entschädigt natürlich: Im Hintergrund die berüchtigten Torres del Paine, im Vordergrund ein Stoff-Guanaco am Rio Paine.