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Das Universum übertreibt’s

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Das Universum übertreibt’s
Eigentlich sollte hier der letzte Blog meiner Reise kommen, aber das Universum funkt weiter dazwischen: meine WetterApp zeigt mächtige Gewitterzellen über Phuket zeigt an. „Das Gute-Wetter-Guthaben von Herrn Boe ist vollständig aufgebraucht! Fahren sie bitte umgehend nach Hause“ leuchtet auf meinem Display. Ein weiteres deutliches Zeichen, endlich zurückzukehren. Hallo, ich hab es doch verstanden!! Offenbar hat das Universum Großes mit mir vor und meine unmittelbare Rückkehr ist von gewisser Bedeutung. Womöglich weiß es mehr als ich. Aber ich möchte es auch nicht ignorieren. Vielleicht bin ich die einzige Person, mit der es gerade im Austausch steht… Und stellt euch vor, ich lege jetzt einfach auf und beende die Kommunikation! Autsch! Schwierig zu kalkulierende Konsequenzen. Auswirkungen, die vielleicht nicht nur mich betreffen. Auch schwer vorstellbar, das Universum einfach zu ghosten…
Ich bin an meinem wirklich letzten Strand und das Universum kann nicht anders. Es sendet weiter Zeichen und schickt mir eine Strandverkäuferin vorbei. Sie hat einen Korb mit 50-100 Sarongs und hält einen vor sich aufgespannt. Ich schau ihn mir an, schmunzle, schüttle den Kopf und lache. Ich bin gerade dabei, mich am Strand einzurichten und halte genau den gleichen Sarong in meinen Händen, um ihn vor mir auszubreiten. ich spanne ihn ebenfalls auf. Da muss auch die Verkäuferin lachen. Meinen Sarong habe ich vor fünf Monaten in Vietnam gekauft und jetzt an meinem letzten Tag wird er mir noch einmal angeboten. Die Message dahinter „Komm, du hast doch alles! Fahr endlich nach Hause. Ab jetzt wiederholt sich alles nur noch!“ Jaaaa doch! Ich hab’s doch längst kapiert. Ich wehre mich doch gar nicht mehr. Gleich geht’s zum Flughafen – wirklich!
Oh Mann, dieses Universum, übertreibt’s echt! Kann sich jetzt mal beruhigen und jemand anderen stalken!

Hier zu weiteren transzendenten Erfahrungen mit dem Universum!

Abschied leicht gemacht – oder: What a b***!

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Abschied leicht gemacht – oder: What a bitch!


Sechs Monate unterwegs, meine letzte, wirklich allerletzte Unterkunft, ein kleiner Bungalow eine geschlenderte Flipflop-Minute vom Ya Nui Beach entfernt. Gebucht, wie so oft im letzten halben Jahr, über booking.com.
Ein Grab (-Taxi) fährt mich vor. Meine Unterbringung heißt „good vibes Bungalows“ und ich weiß noch nicht, dass das nur ironisch gemeint sein kann. Denn die Frau/Chefin an der Rezeption trägt eine Aura spazieren, die das genaue Gegenteil verspricht. Sie begleitet mich zu meinem Bungalow und fordert von mir beim Betreten unmittelbar 2000 Baht Kaution – und Stromkosten sind übrigens auch extra. Aha…?! Ich bin überrascht (Zur Einordnung: Versteckte Zusatzkosten sind mir bisher bei gebuchten Unterkünften noch nicht einmal begegnet)! – Ähm, davon wusste ich gar nichts! – Doch, ist aber so. Das steht in den Buchungsbedingungen! – Aha! – Jaja, steht da alles drin! (Ihr Ton ist krass. Sie heißt Mila, spricht mit osteuropäischem Akzent deutsch und tritt mir regelrecht feindselig gegenüber auf) – Na gut, ich schau in meiner Buchung nach, gehe auf Buchungsdetails – „Weiter runter scrollen!“ schnauzt sie mich an. – Ich scrolle und finde nichts. Sie glaubt mir nicht! Ich reiche ihr mein Handy und sie findet auch nichts (Ich spare mir den berechtigten Kommentar: Weiter runter scrollen!). – Mir geht es nicht mal um die Kaution (ca. 50€) und ich habe ja zu keinem Zeitpunkt gesagt, dass ich nicht bereit bin, eine Kaution zu zahlen. Aber dazu komme ich gar nicht. Ich fühle mich einfach von so viel ungefiltertem Arschlochsein überfahren. Woher kommt diese negativ-aggressive Energie? Man droht doch nicht beim ersten Hallo direkt mit der Vernichtung des Heimatplaneten!
Es ist krass. Ich merke, wie sehr mein Körper auf diese unangenehme Situation reagiert. Bin wohl lange nicht mehr einem so grund- und ansatzlosen Hass begegnet. Mein Blutdruck sendet Signale. Ich zittere regelrecht. Als würde es mein Körper nicht länger in der Gegenwart diesen hässlichen Aura aushalten. – Ich sage ihr, dass mir die Stimmung und ihre Art, mit mir zu sprechen, nicht gefallen. Ich sei seit 6 Monaten unterwegs und habe eine solche Situation beim Einchecken noch nie erlebt und ich habe viel über booking.com gebucht. – Sie schnappt direkt ein, als hätte sie ja wohl längst alle vorgeschriebenen diplomatischen Kommunikationsstrategien und Deeskalationspfade erfolglos auf mich angewendet. Dann solle ich doch bei booking.com anrufen! – Puh, okay. Wenn das der Weg ist…
Ich gehe raus und setze mich auf die Veranda, um aus ihrem negativen Energiefeld zu gelangen. Ich komme direkt durch und lande in einem Call Center. Ich versuche sachlich, die Lage zu schildern und den Umstand, dass in meiner Buchung nichts von diesen Kosten steht. Da ruft sie von der Seite mehrfach laut ins Telefonat hinein: „He doesn’t want to pay the deposit!“ What a bitch! – Zuerst drängt sie mich überhaupt, dieses Telefonat zu führen und jetzt ruft sie dazwischen. Ich versuche, ihr klarzumachen, dass ich gerade nach einer Lösung suche und sie sich bitte zurückhalten solle. – Nein! Ihr Bungalow, ihre Regeln, ihre Welt! – Das Telefonat wird aufgrund unseres Streits beendet. Und was macht sie? Sie behauptet eiskalt, ich hätte das Telefonat absichtlich beendet. Ich atme tief durch und versuche ein erneutes Telefonat, während sie beginnt, meine Sachen aus dem Bungalow auf die Veranda zu zerren. Sie schließt ab, nimmt den Schlüssel mit und geht mit den Worten, dass sie dafür keine Zeit habe. Sie setzt mich also vor die Tür! Okay, genauer genommen, sitz ich bereits vor der Tür… Aber wow, krass! Also, ich habe die Bude bereits gezahlt…
40 Minuten Call Center später konnte der Agent vermitteln. Mila kommt mit dem Telefon am Ohr zum Bungalow zurück. Ich überreiche 2000 Baht an Kaution. „Now he paid!“ plärrt sie ins Telefon und lässt mir grußlos den Schlüssel da. Fünf Minuten später ruft mich der Agent noch mal zurück. Er schicke mir noch eine Email, auf die ich gerne antworten und alles Vorgefallene schildern dürfe, ich solle ab sofort alles dokumentieren. Er dankt mir für meine Geduld, meine Zeit und sagt, auch er habe ihre sehr negative Aura wahrgenommen.
Ich dusche gründlich alle Körperteile ab, die in ihr Energiefeld gekommen sind und gehe dringend einen Passionsfrucht-Shake trinken. Darin befinden sich viele essentielle positive Energien und ich muss schnell meinen Speicher wieder füllen. Aber ich kenne mich und weiß, dass wird mir gelingen.

Braucht man diese Erfahrungen, damit man sieht, wie gut es einem sonst geht, wenn die Arschlöcher dieser Welt Feierabend machen…? Hmmm, Ich schaue mir mein Foto mit dem Passionsfrucht-Shake an. Mir geht’s schon verdammt gut. Vielleicht möchte mich das Universum einfach noch mal daran erinnern, dass jetzt wirklich Zeit ist zurückzukehren… Okay, ich weiß, das stimmt. Und wer bin ich, mich mit dem Universum anzulegen, ich halte ja kaum diesen Konflikt hier aus…

Hier geht’s zur Geschichte mit Air India. Auch dabei sendete mir das Universum Signale: Freundchen, dein Reiseglück läuft bereits auf Reserve. Fahr mal lieber nach Hause!

Erwartet keine Hilfe von Air India

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Ach, du liegst ja eh nur am Strand und dir fliegen gegrillte Passionsfrucht-Cocktails um die Ohren. Ja, ich kenne diese Vorurteile und sie stimmen alle! Die Passionsfruchtdichte ist erfreulich hoch und ich bekomme schon Entzugserscheinungen, wenn ich an Deutschland denke. Aber jetzt hat es mich erwischt. Das Schicksal lehnt sich zurück und verabschiedet sich mit den Worten: dein Reiseglück ist nun aufgebraucht, fahr endlich nach Hause!
Eine WhatsApp-Nachricht von Air India (ja, stopp, ich weiß, ich bin selbst schuld, ich weiß!): Mein Flug von Phuket nach Delhi ist gecancelt. Wä…?! Ich schau mal lieber in meinen Mails nach, da kein seriöses Unternehmen über WhatsApp kommuniziert (ich lerne spätestens jetzt: Air India ist also kein seriöses Unternehmen). Aber auch per Mail werde ich gecancelt. Mir wird stattdessen ein Flug 24h früher angeboten. Interessant, aber was ist mit meiner Connection von Delhi nach Frankfurt? Soll ich 24h am Airport Delhi todschlagen? Ausgerechnet Delhi! Ein Zusatztag in Mumbai hätte ich mir wohl gefallen lassen… Aber dazu gibt es natürlich keine Info, ist ja auch ein anderer Flug.
Aber wie gelange ich an diese Info, liebes Air India, so die spannende Frage, auf die die Antwort „Nein!“ lautet. Nein. Dabei bleibt es trotz mehrfacher, langwieriger Chat-Versuche mit dem AI-Chatbot – AI steht hier leider nicht für AI, sondern für Air India! Der Chat dreht sich im Kreis, kann mir Null weiterhelfen und fragt im Anschluss, ob ich noch „further help“ benötigen würde. Nein, danke, aber wie wäre es denn erstmal mit diesem Problem, bei dem DU NICHT geholfen hast. Die Bitte, wegen mangelnder Lösungskompetenz, mich mit einer realen Person zu vermitteln, scheitert. „Reale Personen? Not in my Chat!“
Es ist dem Chatbot weder möglich, meine Frage zu beantworten, noch mich weiterzuleiten. Stattdessen: „If you need further help…!“ Jaja, fick dich!
Irgendwie faszinierend, der Chat läuft über WhatsApp und beginnt mit der Nachricht von Air India mit dem Canceln des Flugs. Der Chatbot kann diese Info aber nicht einsehen. Ich versuche, dem Bot die eigene Info zuzuschicken, damit er mein Problem erkennt. Das klappt natürlich nicht. Aber „If you need further help…!“ Jaaaa…! Fresse!
Ich recherchiere eine internationale Notrufnummer; niemand geht ran. Ich finde eine offizielle Email (contactus@airindia.in); meine Email kann nicht zugestellt werden. Oh boy!
Da werde ich wohl morgen, wenn ich zu meiner letzten Unterkunft aufbreche, noch mal am nahegelegenen Flughafen vorbeischauen müssen und die Leute am Air India-Schalter befragen.
Dann finde ich aber doch eine richtige Telefonnummer, in Deutschland wohlgemerkt. Naja, ich versuche es. Es klingelt und ich muss mich durch ein Auswahl-Menue klicken. Elf Mal (siehe Screenshot)! Weltrekord! Elf Klicks später spricht ein richtiger Mensch mit mir, der sich um mich kümmert! Es dauert, ist klar! Aber am Ende habe ich einen neuen, späteren Flug von Phuket nach Delhi und einen passenden Anschluss nach Frankfurt. Ich lande nicht Donnerstagabend, sondern Freitagmorgen, als würde mich so etwas nach sechs Monaten Unterwegssein jucken. Ich lächele ein zufriedenes „Wurscht!“ und konzentriere mich wieder auf die gegrillten Passionsfrüchte!

Passionsfrucht-Cocktail: Ohh jaa! Im Hintergrund Mangosaft: Ohh jaa!