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Wurst ist Wurst und Schnaps ist Schnaps!

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Wurst ist Wurst und Schnaps ist Schnaps!

Soso, jetzt hat also Christian Schmidt sein Resthirn verloren! Schade, sagen die einen; egal, die nächsten; noch andere fragen, Christian Wer…?! Kennt ihr nicht…? Doch! Christian Schmidt ist der putzige Landwirtschaftsminister von der CSU, der im Zusammenhang mit den russischen Sanktionen den grenzdebilen Kommentar abgegeben hatte: „An apple a day keeps Putin away!“ Na, erinnert ihr euch? Jetzt hätte man fast diesen Satz und auch den daranhängenden Minister vergessen. Aber jetzt beweist er eindrucksvoll und hirnfrei, dass es ihn noch gibt.

Zum Schutz der Verbraucher soll jetzt nämlich klar geregelt werden, dass vegane und vegetarische Lebensmittel nicht mehr so heißen dürfen wie echte, äh, fleischhaltige Lebensmittel. Also keine „vegane Wurst“ und kein „Veggie-Burger“ mehr. Denn das sei für den Verbraucher ja, Zitat: „völlig verwirrend!“ Bravo! Endlich wird die Mehrheitsgesellschaft vor der Überfremdung auf deutschen Tellern geschützt. Damit diese veganen Schwuchteln nicht länger unsere schönen deutschen Worte wie Wurst, Schnitzel, Bulette und Döner kaputt vegetarisieren können. (Vermutlich wird’s bald FlEugVedA-Demos geben von den „Fleischessern Europas gegen Veganisierung des Abendbrots“. Na, wie wär’s, Dresden? Noch Kapazitäten?)

Und vor allem, was werden die nächsten, nun vollkommen logischen Schritte sein? Umbenennung anderer völlig verwirrender Bezeichnung von Lebensmitteln stehen an. Mich verwirren schon lange Namen wie Fleischtomaten, Rosenkohl, falscher Hase, Meerschweinchen, Marmorkuchen oder gar Granatapfel. Da müsste sich doch mal ein unterbeschäftigter und überbezahlter Minister drum kümmern!

Warum hat man von diesem Typen eigentlich nichts im Zusammenhang mit der Zulassungsverlängerung von Glyphosat gehört? Naja… Was soll man schon von einem Landwirtschaftsminister von der CSU erwarten…?

Abschließend mein Wunsch zum neuen Jahr, lieber Christian Schmidt: Es wird echt Zeit, dass auch wir Biertrinker geschützt werden! Meinetwegen soll man aus Hopfen auch Erfrischungsgetränke, Eistee oder Brausepulver machen dürfen, da bin ich echt tolerant, aber warum die dann „alkoholfreies Bier“ heißen dürfen, hab ich nicht verstanden und, zugegeben, es hat mich als Konsument auch ziemlich verwirrt.

 

Fundstück – Heiliger Rauch

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Fundstücke in Fernwest – Heiliger Rauch

Heiliger Rauch!
Dass wir uns je persönlich begegnen würden…! Dabei kannte ich ihn schon seit langem – also eben nicht persönlich!
Ein guter alter Freund von mir, der große Westernautor G.F. Unger, erwähnte ihn in einem seiner legendären Tiervergleiche. G.F. Unger wird den meisten von Euch kein Begriff sein. Aber er schrieb so geniale Sätze wie: „Es gibt Fresser und Gefressene. Und so lange der Wolf das Schaft frisst, sollte man danach trachten, nicht das Schaf zu sein!“ Toll, nicht wahr?
Zu meinen Marburger Zeiten lasen wir Unger als Lückentext. Der Leser machte an besonders dramatischen und/oder dämlichen Stellen eine Pause und die Hörerschaft ergänzte einfach mit Worten wie „drittklassiger Revolverschwinger“ oder ähnlich Wahrscheinlichem. (Meine Leseempfehlung für alle Autofahrten mit einem grenzdebilen Frisbeeteam.)
Auf den Galapagos-Inseln schwebte er nun plötzlich über mir. ER, über den G.F. Unger so trefflich fabulierte: „Er stiehlt allen fliegenden Jägern die Beute. Und er fragte nicht, woher die Beute kommt.“ Natürlich fragt er nicht! Schließlich ist er kein Sing- oder Fragevogel. Es handelt sich um den Fregattvogel! Ein erbärmlicher Jäger, dessen jämmerliches Federkleid Salzwasser nicht verträgt, sodass er nicht zur Jagd ins Wasser eintauchen kann. Aber ansonsten ein liebenswürdiger Bursche, ästhetischer Flugkünstler und elender Räuber.
Liebe Birdies! Solche Vögel machen mir Spaß! Zwar nicht so tragisch wie die Pelikane, die auch schlechte Jäger sind und mit zunehmendem Alter erblinden, weil sie sich stets mit offenen Augen ins Salzwasser stürzen und das auf Dauer auch nicht vertragen können. Was hat sich die Evolution nur dabei gedacht…?
Aber Fregattvögel, die haben einen hübschen-hässlichen Charakter.

So viel aus der Tierwelt und morgen gleich los und einen spannenden G.F. Unger-Western kaufen! (Weihnachten ist ja auch nicht mehr weit!)

fregattvogel - eleganter flieger aber miesr charakter
Fregattvogel – eleganter Flieger aber mieser Charakter
pelikan - guter charakter aber schlechter fischer
Pelikan – guter Charakter aber schlechter Fischer

 

Valentin

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Die nächste Kurzgeschichte heißt:
„Erschießt mich einfach, wenn ich mein Kind Valentin nennen sollte!“

Und sie geht so:
Okay, ich bin kein Vater, was weiß ich schon, ich hab ja keine Ahnung, mich kann man nicht ernst nehmen, ich darf erst gar nicht mitreden! Okay! Geschenkt. Drum versuche ich auch meistens, in Erziehungsfragen einfach meine Fresse zu halten.
Zwar nicht aus den oben genannten Gründen, sondern weil es überhaupt keinen Sinn ergibt, sich selbst erziehenden Eltern Ratschläge zu geben. Die stehen auch ohne mein Dazutun schon nahe genug am Nervenzusammenbruch und verkraften weder gute noch gut gemeinten Ratschläge oft gar nicht gut! Sie fühlen sich immer persönlich angegriffen und beißen dann sofort um sich! Das kann, gerade in der Öffentlichkeit, zu ganz unschönen Szenen führen.
Drum gebe ich, wenn überhaupt, völlig idiotische und möglichst niederschwellige Tipps wie: „Könnt ihr dem nicht mal eine reinhauen! Dann gibt der auch Ruhe! Hat mir auch nicht geschadet!“ Damit können die geplagten Eltern dann wenigstens feststellen, dass ich, wie oben bereits angedeutet, ja mal überhaupt keine Ahnung habe. Das hilft natürlich wenig in Erziehungsfragen, gibt den Eltern aber zumindest das Gefühl, dass sie, im offenkundigen Gegensatz zu mir, doch nicht ganz ahnungslos sind. Womit ich ihnen letztlich, in schweren Erziehungszeiten, doch ein bisschen behilflich sein konnte, indem ich ihr gebeuteltes Selbstwertgefühl auf meine Kosten ein wenig aufpolieren konnte.
Das funktioniert sogar bei sehr guten Freunden, die mich eigentlich gut genug kennen müssten, um mich und meine billigen Aufheiterungsversuche sofort zu durchschauen. Aber Eltern, Frauen wie Männer, leiden bekanntlich unter einer Erziehungsdemenz, die dafür sorgt, dass auch das Humorverständnis etwa in den Bereich einer Hyäne abfällt. Und dass Hyänen bekanntlich gar keinen Spaß kennen, sieht man schon daran, dass dort die Alpha-Weibchen die Hoden anhaben. Und so etwas finde ich einfach geschmacklos, völlig daneben und überhaupt nicht witzig!
Aber gedanklich schnell weg von einer Spezies, bei der sich besonders toughe Weibchen Hoden wachsen lassen. Nicht, dass hier jemand auf fürchterlich falsche Gedanken zu einem neuen Schönheitsideal kommt. Denn ich höre schon Olli Kahn bei der nächsten Frauen-WM fachsimpeln: „Die Nationalspielerinnen brauchen Eier!“ – Nein, Olli, möchte ich zurückrufen, nein, brauchen sie nicht!
Aber kommen wir wieder zurück zu einer hodenlosen Spezies: Vätern nämlich! Schlimm genug beobachten zu müssen, wie gute Freunde zusehends an dieser Erziehungsdemenz verblöden. Aber es kommt noch dicker! Amerikanische Wissenschaftler haben herausgefunden, dass Väter, die ihren Lieben oft beim Stillen zuschauen, selbst kaum noch Testosteron produzieren. Im Gegenteil schütteln sie vermehrt Östrogen aus. Ein Östrogen bedingter Stillneid lässt ihre Brüste wachsen, was nun auch bitte nicht als neues Schönheitsideal verstanden werden sollte… Aber Fakt ist, sie verweiblichen und verweichlichen auch innerlich.
Und auch Sie kennen diese Väter! Denn sie versagen täglich an jeder Straßenecke. Denn anstatt eine klare Verhaltensansage an den Knirps zu bringen „Freundchen, stehen bleiben!“, kommt so eine mit Weichspülern gewaschene Diskursaufforderung: „Valentin, wir hatten uns doch darauf geeinigt… Valentin, hörst du mir bitte zu, ich finde das nicht nett, wenn du mir nicht… Valentin, du darfst nicht einfach so losrennen, darüber haben wir doch… Valentin, was ist denn?“
Uns allen ist klar, wer in dieser Familie die Hosen und vermutlich auch die Eier anhat: der vierjährige Valentin, der gerade eben seinen Vater „Gut, Valentin… ausnahmsweise… aber nur eine Kugel!“ über die Straße zum Eisstand zerrt und mit drei Kugel Schokoladeneis grinsend nach Hause marschiert, während Papa noch zahlen muss „Valentin, warte, bitte, du kannst doch nicht einfach…“ Natürlich kann er und zwar ganz einfach. Denn wenn ein Kind erst einmal die Hoden, äh die Hosen anhat, dann weiß er sie auch einsetzen.
Das kommt nämlich davon, wenn man Kinder von Anfang an in alle möglichen Entscheidungsprozesse mit einbezieht. Ich durfte Zeuge sein, wie ein vierjähriger Junge namens Valentin mitentscheiden sollte, wohin es in den Urlaub gehen sollte. „Vorgelebte Demokratie“ nennen das meine erziehungs- und mittlerweile grenzdebilen Freunde. Was soll das? Jetzt mal ehrlich: Was erwarten sie? Dass Valentin sich räuspert: „Hmm, das Piemont soll ja um diese Jahreszeit schön sein, aber ich würde lieber an der Ostsee mit deiner Hilfe, lieber Vati, gotische Sandburgen nachbauen.“ Fuck! Kinder brauchen eine klare Ansage! Ach ja, ich wollte ja meine Fresse halten.
Nur eins noch: „Erschießt mich einfach, wenn ich mein Kind Valentin nennen sollte!“