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Bem vindo ao Brasil

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Bem vindo ao Brasil!

Herzlich Willkommen in Brasilien also! Wie Scheiße kann so ein Landeswechsel eigentlich verlaufen?! Okay, man kann das Flugzeug komplett verpassen… Damit das nicht passiert, klingelt der Wecker um 4:30 (nicht Mitteleuropäische Zeit!). um 4:45 Uhr sitze ich im Taxi, das 45 Minuten braucht, weil gerade überhaupt kein Verkehr ist. Das kann tagsüber auch gerne die doppelte Zeit oder noch länger dauern. Zwar war es nötig, den innerstädtischen Flughafen zu verlegen (Sicherheit, Kapazität usw.), hat es aber nicht geschafft, nach mehr als 30 jähriger Planungszeit und während der Konkretisierung seit 2006, sich ernsthaft mit dem Problem der Verkehrsanbindung zu befassen. Es führt nur eine vierspurige Straße hinaus und die ist hoffnungslos überlastet und zudem in einem erbärmlichen Zustand. Aber noch gibt es gar keinen Grund mich aufzuregen. Denn nachts ist die Straße ja frei.
Ich bin früh am Schalter um einzuchecken, reiche meine Unterlagen über den Tresen und warte auf meine Boardingkarte. Vergebens! Denn ich erfahre, dass ich ohne Rück- oder Weiterflugticket nicht nach Brasilien einreisen kann. Schönen Tag noch, der nächste bitte! – Da stehe ich mit offenem Mund! Ähh, Moment mal! Wie jetzt…?! – Ja, das sei eine Einreisebestimmung Brasiliens und die Fluggesellschaft darf Leute ohne Rück- oder Weiterflugticket nicht boarden. Sonst mache sich die Luftlinie strafbar. Meine professionelle, auf dem „Ja, aber!“-Prinzip gefußte Interventionspolitik greift durch die dünne Höhenluft Quitos hindurch ins Leere. Da drüben gebe es einen Schalter, wo ich mir ein Ticket kaufen könne und im Foyer unten gebe es Internet…
Was nun? Morgens halb sechs am Flughafen. Meine Wut auf die Agentur, die mir das Ticket nach Sao Paolo verkauft hat, ohne mich auf diese restriktiven Einreisebestimmungen hinzuweisen, hilft mir nicht viel weiter. Drecksschweine!
Da ich schon in Kolumbien mit meiner deutschen Kreditkarte im Internet nichts buchen konnte, gehe ich direkt zum Last-Minute-Schalter und frage nach dem billigsten Flug aus Brasilien raus. Der Typ schaut mich zwar fragend an. Aber als ich ihm meine Not erkläre, sucht er für mich nach Flug- und Fluchtmöglichkeiten. Nach ein paar Minuten bietet er mir einen Flug von Sao Paolo nach Santiago de Chile an. Das sei das günstigste, was er finden könne. Für 608 US$. Mir rutscht ein nervöser, fieser Furz raus! Warum schlagen mir solche Situationen immer so übel aufs Gedärm…?! 608$ für einen Flug, den ich nicht antreten werde.
Ich trete ein paar Meter vom Schalter zurück. Wie war das noch mal mit den Atemtechniken zur Stressbewältigung? Und wo sind die gummibewandeten Antiagressionszellen? Die müsste es doch bei einem nagelneuen Flughafen geben! – Ich frage ihn, ob ich denn das Ticket noch umbuchen kann. Er meint, das sei kein Problem, es handele sich um ein flexibles Ticket. Kein Problem? Soso! Das werde ich ja sehen, wenn ich’s versuche! – Also, was soll der Scheiß! Gestern habe ich erfahren, dass ich 2500 € von der Steuer (für 2 Jahre) wiederbekomme. Da ist das hier doch ein willkommener Moment, damit anzufangen, das gleich auszugeben. Ich hab ja gehört, dass man bei den derzeitigen Zinsen ohnehin konsumieren muss. Ich kaufe also das verfickte Ticket nach Santiago mit der zarten Hoffnung, dass ich das zumindest teilweise über brasilianische Inlandsflüge abfeiern kann.
Eine halbe Stunde und 600$ später habe ich meine Boardingkarte und darf nach Brasilien! Ich hatte ja gehört, dass Brasilien relativ teuer sein soll. Aber dass das so gemeint war, hatte ich nicht gewusst!
Aber ich habe inzwischen wieder ein breites Lächeln im Gesicht. Gestern einen schönen Strandtag an einem herrlichen Strand mit noch herrlichererererer Gesellschaft verbracht. Denn Familie Bagnewski (Anja, Alex und und der kleine Flash) verbringen gerade ihre Elternzeit in Trindade, bei Paraty, meinem ersten Stop in Brasilien! Das macht das doch alles wett! Und ich habe eine „schöne“ Geschichte mehr zu erzählen!
(Dass mein Rechner einen Riss im Bildschirm hat und ich vermute, dass jemand aus dem Hostelteam draufgetreten ist, als er zum Laden auf dem Fußboden lag, was ich natürlich nicht beweisen kann und heftig abgestritten wird, erwähne ich nur am Rande (des Wahnsinns).)

Fundstück – Viva Quito

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Fundstücke in Fernwest – Viva Quito!

Wer nicht zählen kann, ist klar im Vorteil!
Ich breche nach nur zwei Nächten in Baños auf, da ich in Quito meine Amazonastour bezahlen und dort den Nachtbus nach Lago Agrio bekommen muss. Mein professionell erstellter Reiseplan (Foto) sagt mir, dass ich noch genau diese Zeit für einen 5-Tagetrip habe, bevor es von Quito per Flugzeug weiter nach Brasilien geht.
Im Reisebüro in Quito erfahre ich allerdings, dass ich noch einen Tag Spielraum habe, bevor die Tour losgeht. Hä? Aha! Da habe ich wohl irgendwo unterwegs einen Tag verloren beziehungsweise ihn gerade wieder gewonnen. Keine Ahnung, wer für diesen Planungsfehler zur Verantwortung zu ziehen ist. Wollen wir auch die Schuldzuweisungen nicht übertreiben. Immerhin muss ich nicht direkt in den Nachtbus hüpfen, sondern habe soeben einen Tag geschenkt bekommen – un día regalado!
Der Zufall (das Schicksal, die Vorsehung!) will es, dass genau dieser Tag großer Festtag in Quito ist. Unabhängigkeit und 479. Geburtstag der Stadt Quito. Es ist ordentlich Volk unterwegs, Musik (zum Teil echt schlimm!) in den Straßen, volle Restaurants, Bars und auch ein Haufen „Chivas“ (Foto), die typischen Partybusse, sind unterwegs, die man für 200-300$ pro zwei Stunden komplett mieten kann. Dann wird man zu lauter Humpta-Musik durch die City chauffiert. Je nach Größe passen 20-30 oder auch mehr rein. Es wird getanzt, getrunken (klar!) und gegröhlt (wichtig!). Ich lass mich am Straßenrand in ein Gespräch und ein paar Becher Candelazo (heißer Punsch) verstricken und lande schließlich auch in einer Chiva (Foto).
Die Plaza Grande ist mit Blumen geschmückt und die einheimischen Passanten fotografieren sich (und mich) begeistert gegenseitig. Ecuadorianische Fahnen hängen nicht nur an Balkonen herunter sondern auch an mir (Foto).
Zur Feier des Tags will ich noch zur „Virgen de Quito“ (Jungfrau von Quito) auf den Panecillo-Hügel hoch, von dem man einen schönen Blick auf die Stadt haben soll. Auf halbem Weg die Treppen hoch werde ich aber von zwei Polizisten gestoppt und darf alleine nicht weitergehen. Zu gefährlich sei das Viertel. Also nur Blick von halber Höhe (Foto).
Das Sympathische an dem Fest: Schon nachmittags sind alle Kneipen voll und es wird eifrig getrunken. Gut so! Da werde ich im Nachtbus wohl gut schlafen können!

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Fundstück – Orientierungshilfe für Taxifahrer

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Fundstücke in Fernwest – Orientierungshilfe für Taxifahrer

Heute morgen, noch nördlich vom Äquator, auf dem Weg zum Busbahnhof meine neue Kamera mit Schwung auf den Boden geworfen (nicht fragen warum!): kaputt!
Nach Quito gefahren, inzwischen südlich vom Äquator (ja! Es gibt kein Beweisfoto!), und dort einem Taxifahrer Orientierungsunterricht verpasst. Der war echt zu doof für alles. Schon beim Einsteigen, und ich hatte lediglich eine ganz grobe Orientierung, fuhr er in die falsche Richtung. Ich dachte erst, aha, Touri-Rundfahrt. Aber er war einfach zu dämlich, es hat ewig gebraucht und wir waren noch nicht mal nahe dran. Ich hab mehrfach überlegt, ob ich während der Fahrt das Taxi wechseln sollte (so wie einst Colt Seavers). Er konnte auch keine Karte lesen. Ich hatte einen Stadtplan dabei, zumindest der Innenstadt, aber da waren wir schließlich die ganze Zeit. Er hat mehrfach Passanten gefragt und sich mehrfach verfahren. Waren schließlich, wo ganz anders. Da wir soweit von unserem Ziel entfernt waren, kannte auch niemand am Straßenrand die gesuchte Querstraße… Ich kam mir ein bisschen vor wie bei Monty-Pythons „Orientierungslauf für Orientierungslose!“
Ich hab wiederholt versucht, ihm zu erklären, dass wir hier nicht richtig sein können. Als wir endlich da doch waren (ein Passant konnte ihm den Weg beschreiben), wollte er noch mal zum Abschluss, um quasi letzte Zweifel an seiner Unfähigkeit zu beseitigen, in die falsche Richtung abbiegen. Nachdem ich dreimal nach links gesagt hatte, würgte er schließlich den Motor ab und blockierte den Verkehr.
Und dann verlangte er 15 $! Für die Entfernung, die wir zurückzulegen hatten, hätte ich mit 2-3 $ gerechnet. Aber er meinte, wir wären ja total lange unterwegs gewesen. Ich habe ihn dann beim Aussteigen so laut ausgelacht und verspottet, dass er eigentlich mich bezahlen müsste, weil wir sonst immer noch unterwegs wären, sodass er schließlich losgefahren ist, ohne dass ich überhaupt was gezahlt habe! Dabei hatte ich schon einen 5$-Schein in der Hand. Schön, dass das auch mal anders herum geht. Weil sonst ziehen einen ja immer die Taxifahrer ab…

Und sonst so?!

Dann: eingecheckt, losgelaufen und spontan für morgen früh meinen Galapagos-Trip geplant, Schnäppchenangebot, dafür leider nur den 5-Tages-Trip, kann aber im Haus der Tourorganisatoren noch drei Tage bleiben (für 10$ die Nacht), zum Tauchen und weiteren Erkundigungen. Aber cool: kleines 8-Mann-Boot, also keine Massenabfertigung!
Dann: direkt Weiterflug nach Bralisien gebucht (auch Angebot)
Und zum Abschluss noch ins Einkaufszentrum, um mir eine neue Kamera zu kaufen!
Yeah! Jetzt was essen und dann geht’s morgen früh auf die Inseln.

mein Boot !
mein Boot !