Monat: April 2014

Fundstück – Tenedor Libre

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Fundstücke in Fernwest – Tenedor Libre

Die südamerikanische Version des „All you can eat“ nennt sich „Tenedor Libre“, sprich „freie Gabel“ für freie Bürger! Man darf also so lange zulangen und reingabeln, bis die Fressnarkose einsetzt. Das Taxi oder den Arzt muss man dann allerdings wieder selbst bezahlen. Den fälligen Verdauungsschnappes im Übrigen auch.
Das Prinzip ist einfach. Wer viel isst, macht man ein gutes Geschäft! Naja, und das Essen muss halt richtig billig sein! Für alle, die das nicht verstehen, siehe „Dreisatz/ Wikipedia“!
Der Tenedor Libre „Caro Pepe“ in Mendoza wurde mir schon in Valparaiso/ Chile empfohlen. Ich bin eigentlich nicht so der Fan dieser Fressveranstaltungen. Aber als in meinem Hostel in Mendoza diese Empfehlung wiederholt wird und der Laden nur ein paar Quadras entfernt ist, gebe ich Pepe eine Chance.
Es gibt viele gute Gründe, seinen Fleischkonsum einzuschränken oder ganz aufzugeben. Der Besuch bei Pepe allerdings ist ein SEHR guter! Er führt einem die ganze Diskussion noch mal intensiv und anschaulich vor Augen.
Kleines Paradoxon: Als ich vor 16 Jahren das erste Mal nach Argentinien kam, war ich Vegetarier und hab wieder mit dem Fleischessen angefangen. 16 Jahre später, wieder in Argentinien, streift mich mit Wucht eine übergeordnete Ernährungsvernunft, vielleicht doch einfach auf Fleisch zu verzichten! Schließt sich hier der Würfel? Brauchte ich 16 Jahre, um zu dieser Einsicht zu gelangen, oder genügt einfach ein Besuch bei Pepe?
Aber wirklich, liebe Freunde und Freundinnen des Fleischverzehrs: Das war schon eklig! In Argentinien bekommt man ja in der Regel gutes bis sehr gutes Fleisch vorgesetzt. Aber bei Pepe…! Es gibt ein großes Buffet mit Salat, Beilagen, Fleisch in Soßen und zusätzlich das Herzstück, die Asado-Ecke. Dort wird gegrillt, bis der Arzt kommt!
Ich bekomme so einen fettigen, sehnigen Klumpen auf den Teller, woran Messer und Zähne verzagen und versagen. Schwer zu sagen, welches Tier mit so etwas leben konnte. Aber längst nicht erkenntlich, warum dafür ein Tier getötet werden musste. Gut, vielleicht ist aufgrund von Herzverfettung von alleine gestorben. Aber ansonsten lässt sich das nicht erklären. Denn so etwas kann definitiv niemand essen! Niemand…? Tatsächlich…? Ich blicke mich im Restaurant um und erkenne etliche Gestalten, die das durchaus können! Und leider sehen diese Gestalten (mir fällt es schwer, ein anderes Wort dafür zu finden. Deshalb die Wiederholung!) auch genau so aus, als würden sie das hier regelmäßig machen. Das hat folgende Wirkung: feiste Wangen, fleischige Weiber, fette Wampen, fiese W… Sie alle legen ein Fressverhalten wie ein Großmaulpinguin an den Tag. Die können nämlich auch nicht stoppen. Allerdings müssen sie auf diese Weise auch nur zweimal pro Jahr fressen!
Beim dicken Mädchen am Nachbartisch hat bereits die Fressnarkose eingesetzt. Der Blick ist schon in Wachkomastellung gekippt, während die Mama stolz den prallen Bauch der Kleinen streichelt und ihr Leise zumurmelt: „Gekotzt wird erst, wenn das Buffet leer ist!“ Ich könnte jetzt schon…!
Dabei wissen wir doch alle Bescheid über Massentiervergewaltigung. Aber wir wollen der Fleischindustrielobby glauben, die uns mit medialem Irrsinn das romantische und grenzdebile Bild von der glücklichen Kuh vorführt, die am Ende eines herrlichen Sommertages von der schönen Sennerin von der Alm geholt und zum Schlachthaus auf der anderen Seite des Jordans gerudert wird. Ach ja, ich vergaß: und dabei wiederkauend lächelt – also nicht die Sennerin!
Im Gegenteil regen wir uns sogar, via CSU, aber letztlich doch wir alle, über die „Öko-Diktatur“ der Grünen auf, die uns vorschreiben wollen, was richtig und falsch auf unserem Teller ist. Und scheiß drauf, dass von einem Tag die Rede und das alles eher symbolisch als Aufruf zum Nachdenken gemeint ist. Bevormundung! Öko-Diktatur! schreien die Konservativen! Ja, geht’s noch ’ne Nummer dümmer…?! – Nachdenken vom Volk einfordern…?! Wo kommen wir denn da hin?! Das wäre ja noch schöner…! Ein nachdenkendes Volk…?! Braucht kein Mensch!
Und es waren noch nicht einmal provokante Gedanken wie, für Vegetarier die Krankenkassenbeiträge zu senken oder umgedreht sie für Fleischesser zu erhöhen. Wäre doch mal interessant…! Nur mal zum Nachdenken, liebe CSU. Habt ihr wieder etwas an den Stammtischen, was die Weißwurst in euch zum Explodieren bringt!
Denn auf der anderen Seite der Vernunft und der Moral (zwei Tugenden, die sich in der heutigen Welt anscheinend niemand mehr leisten kann oder will) lachen sich die Rentenkassen ins Fäustchen über jedes vorzeitige Ableben einer Fettleber. Ach, ist das zynisch?
Wo ist die FDP, die den Erhalt von Arbeitsplätzen in der Hühnchenmast am Hühnchenstandort Deutschland einfordert. Wo ist die Pharmaindustrie, die aus Angst vor Umsatzeinbußen in der Massentierhaltung, nachts bei Mutti anruft? Das ist zynisch!
Ach, halt doch endlich die Fresse, Herr Boe! Das will doch eh keiner hören, du Öko-Nazi-Sau! Dass ich mich auch immer nach dem Verzehr von rotem Fleisch so aufregen muss…!

das Herzstück: Asado, argentinischer Volkssport. Kann gut sein, muss nicht!
das Herzstück: Asado, argentinischer Volkssport. Kann gut sein, muss nicht!
stolze Mama streichelt den prallen Bauch des Kindes. Da hat sich der "tenedor libre" voll ausgezahlt!
stolze Mama streichelt den prallen Bauch des Kindes. Da hat sich der „tenedor libre“ voll ausgezahlt!

Bilateraler Weinvergleich

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Bilateraler Weinvergleich

Das Prinzip des heutigen Blogs kennen Sportfreunde aus den so genannten Head-to-Head-Vergleichen vor wichtigen Fußballspielen. Da werden die Stärken und Schwächen der unterschiedlichen Mannschaftsteile gegenübergestellt und es kommt ein subjektives Ergebnis heraus, das mit dem Ausgang des Spiels – und das ist das Faszinierende daran – NIEMALS etwas zu tun hat.
Das kann ich auch! Heute geht es um den Direktvergleich zweier Weintouren, die ich in den letzten vier Tagen gemacht habe, eine in Chile (bei Valparaiso) und eine in Argentinien (bei Mendoza). Für meine fachkundige Untersuchung habe ich verschiedene Kriterien ausgewählt und sie beurteilt. Auf diese Weise verteile ich Punkte.
1. Die Organisation der beiden Touren ist sehr verschieden. In Valpo organisiert der Hostel-Eigner die Tour sehr individuell und begleitet uns persönlich durch die Weingüter, während es in Mendoza eine fest organisierte Tour mit fix gebuchten Stationen und dortigen Führungen ist. Beides funktioniert gut. Unentschieden: 0,5:0,5.
2. Der Preis in Mendoza für das Gesamtpaket ist viel günstiger, was auch daran liegt, dass Argentinien insgesamt billiger ist. 1,5:0,5 für Mendoza.
3. Die Infos, die man auf den Weingütern bekommt, sind in Mendoza gut, auch wenn sie sich bei den Stationen wiederholen. In Chile verzichten wir auf Führungen und konzentrieren uns aufs Degustieren. Punkt für Mendoza: 2,5:0,5.
4. Die Degustacion, das Kernstück der Tour (daher doppelte Bewertung!), ist in Chile erheblich besser. Sehr gut geschultes Personal bringt uns die Weine näher. Da macht das Schlürfen und Klugscheißen richtig Spaß. Ausgleich: 2,5:2,5.
5. Die Weine (auch hier doppelte Punktzahl): Auch hier gehen beide Punkte nach Chile. Hier werden uns ganz klar die subjektiv besseren Weine angeboten. Sehr überzeugend und lecker. 4,5:2,5 für Chile.
6. Die Tour in Mendoza überzeugt durch ihre Abwechslung. Neben Wein stehen noch eine Likörfabrik, Olivenölproduktion und eine Schokoladenmanifaktur mit selbst komponierten Schnäpsen auf dem Programm. Alles mit Verkostung versteht sich. Punkt für Mendoza: 3,5:4,5.
7. Ein Punkt für die reizvollere Landschaft und die Attraktivität der besuchten Weingüter geht nach Chile. Das Auge trinkt ja schließlich auch mit. 5,5:3,5.
8. Die Kategorie „Tourschlampe“, äh, „Tourbetreuung“ geht auch nach Chile. Die persönliche Betreuung von René ist einfach eng verbunden mit dem Erfolg der Veranstaltung und der tollen Stimmunmg an Bord. 6,5:3,5.
9. Sonderpunkt für mein persönliches „Fundstück aus Fernwest“ ist im Übrigen der Carmenère, eine ursprünglich französische Traube, die aber wegen großflächigen Schädlingsbefall in Europa (weitestgehend) verschwunden ist. Tolle Traube, toller Wein. Punkt für Chile: 7,5:3,5.
10. Letzte Kategorie: Betrunkenheitsgrad am Ende der Tour! Allein die Tatsache, dass ich noch in der Lage bin das hier überhaupt zu schreiben, spricht klar gegen Mendoza. Wenngleich wir auch in Chile noch in der Lage waren, im Anschluss vergnügt weiter zu trinken. Punkt nach Chile! 8,5:3,5.
Fazit: Chile gewinnt, ganz objektiv betrachtet, die bilaterale Weinverköstigung. Falls sich bei der Fußball-WM die beiden Teams mit genau diesem Ergebnis trennen sollten, werde ich in Zukunft als Wahrsagerkrake arbeiten und euch allen einen geilen chilenischen Carmenère spendieren!

gediegenes Ambiente, interessante Ausführungen, professionelle Degustacion
gediegenes Ambiente, interessante Ausführungen, professionelle Degustacion
Weinprobe mit Aussicht! So macht das Spaß!
Weinprobe mit Aussicht! So macht das Spaß!
Selbsthilfegruppe bei der Arbeit.
Selbsthilfegruppe bei der Arbeit.
Herr Boe versucht, den Durchblick zu bewahren.
Herr Boe versucht, den Durchblick zu bewahren.
Schnappsregal in der Schokoladenmanifaktur. mein Favorit "ruso muerto", der "tote Russe", grüner Pfeffer auf Wodka aufgezogen!
Schnappsregal in der Schokoladenmanifaktur. mein Favorit „ruso muerto“, der „tote Russe“, grüner Pfeffer auf Wodka aufgezogen!

 

Fundstück – Alberne Feiertage

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Fundstücke in Fernwest – Alberne Feiertage

Gerade wieder kurz nach Argentinien rübergerutscht. In Mendoza war ich vor 15 Jahren schon mal mit der Uni. Hatte mir damals total gut gefallen. Da mache ich doch gerne noch mal den Abstecher, zumal mich dieser spektakulär über die Cordillere/Anden führt. Atem beraubende Fahrt mit einem geistesgegenwärtigen und nicht wie handelsüblich geisteskranken Busfahrer, der mit einer Vollbremsung das Leben eines in einer Kurve träumenden Straßenbauarbeiters rettet. Das Ganze genau vor meinem Bildschirm. Denn ich sitze in der ersten Reihe des Obergeschosses.
Als ich im Hostel einchecke, sehe ich im Kalender, dass der gestrige 2. April als Feiertag eingetragen ist. Auf meine Frage, rollt die Dame am Empfang die Augen. Dieser „Día festivo“ sei ein Gedenktag an den Krieg um die Islas Malvinas (zu neudeutsch: Falklandinseln). Eine ganz schlecht verheilte argentinische Wunde, die aber auch immer wieder aufgepult, aufgerissen, mit Salz bestreut wird, damit sie hübsch weiter eitern kann. Als würde es die dortigen Schafe einen Dreck interessieren, unter wessen Flagge sie geschoren werden. Ich möchte nicht falsch verstanden werden. Ich gebe den blöden Briten auf keinen Fall recht. Die haben da nichts verloren und sollen sich verpissen und den ansässigen Schafen und Großmaulpinguinen die Insel überlassen.
Der Falklandkrieg 1982, das muss man so hart sagen, wurde letztlich angezettelt, um mit dieser vaterländischen Rückholaktion von innenpolitischen und wirtschaftlichen Problemen der Militärjunta abzulenken. Dass dabei blutjunge, unzureichend vorbereitete und katastrophal ausgerüstete Argentinier einem hoffnungslosen Unterfangen gegen klar überlegende Briten geopfert wurden, das ist eine wahre Tragödie. Das war in etwa so, als würde man eine Dorfmannschaft gegen Bayern München spielen lassen, aber ihnen vor Spielbeginn noch die Fußballschuhe abnehmen (also nicht den Bayernspielern!).
Anlässlich dieses Gedenktages wurde dieses Jahr stolz der neue 50 Peso-Schein präsentiert, auf dem natürlich die Islas Malvinas abgebildet sind. Das wird den Briten bestimmt eine Lehre sein! Putin würde die Angelegenheit sicherlich anders angehen… Da sind wir mal froh, dass da keine Krimschafe grasen.
Die Argentinier sind ohnehin etwas übertrieben emotional, was ihre Grenzen angeht. So wurde der Streit mit Chile über drei unbewohnte Inselchen im Beagle-Kanal auf Feuerland, über die 1978 fast ein Krieg entbrannte, eigenhändig von Papst Johannes Paul II. geschlichtet. Die argentinische Militärjunta hatte schon zur militärischen Besatzung aufgerufen. Albern genug der Name, Beagle-Konflikt, aber es ging nicht um drei kleine blöde Hundchen sondern um drei kleine blöde Inselchen im Beagle-Kanal, am Arsch der Welt, auf denen es noch nicht mal Schafe gibt.
Ich sitze in Mendoza in einem Straßencafé, als auf der benachbarten Kreuzung lauter Gesang angestimmt wird. Ich schaue mir das mal genauer an und erkenne vielleicht zwei-, drei Hundert singender, hüpfender Fußballfans in den bekannten blau-gelben Vereinsfarben von Boca Juniors aus Buenos Aires. Da gibt’s wohl was zu feiern! Meisterschaft…? Pokal…? Nein, werde ich aufgeklärt, Boca hat heute Geburtstag und wird 109 Jahre. Na Glückwunsch! Feliz cumple, Boca! Bei einem solchen Feiertag gratuliert man doch gerne.

feliz cumple, boca juniors!
feliz cumple, boca juniors!

Tsunamialarm

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Tsunamialarm

So! Jetzt ist auch das amtlich: Ich bin Katastrophentourist. Ich hab’s irgendwie schon immer vermutet.
20:46 Uhr, Ortszeit, hat ein Erdbeben der Stärke 8,2 auf der Richterskala den Norden Chiles erschüttert. Zum Glück war das Epizentrum auf dem Meer und zum noch größeren Glück hat das Ganze keinen schlimmen Tsunami ausgelöst. Gibt es so etwas wie einen nicht schlimmen Tsunami…? Okay, sagen wir einfach, es gab für die chilenische Küste dieses Mal keinen Tsunami. Warum auch immer…
Zumindest die Vorhersagen und das Warnsystem in Chile sind absolut vorbildlich. So hat es für die gefährdeten Küstenabschnitte großräumige Evakuierungen gegeben. Allein in Iquique wurden 80000 Menschen evakuiert. Und die Chilenen machen dabei auch widerstandslos mit. Eine Zeitung sprach von einer Evakuierungsquote von 98% der betroffenen Region. Klingt zwar ein bisschen wie ein Wahlergebnis in der DDR oder der Krim, aber spricht natürlich für die Ernsthaftigkeit der Situation und den Umgang damit.
Die Vorhersage für den Tsunami in Valparaiso, meinem Standort, lag bei 22:42 Uhr. Klingt professionell. Mein Hostel liegt auf einem der zahllosen Cerros/Hügel der Stadt und damit deutlich oberhalb jeglicher Tsunamireichweite. Von dort ließen sich also relativ entspannt die einkommenden Nachrichten verfolgen. Knapp zusammengefasst: für diese Stärke – Schwein gehabt. Und auch vom angekündigten Tsunami blieb zum Glück nichts zu sehen. Denn davon möchte man, liebe Katastrophentouristen, definitiv nichts sehen. Weder direkte noch indirekte Folgen.
Der nächste Tag ist ruhig. Normalität ist schnell eingekehrt. Das Fernsehen berichtet weiter, die Präsidentin fliegt in die Krisenregion, wie es unsere Angie tun würde. Aber sonst…
Interessant finde ich den Beitrag einer peruanischen Journalistin, die die Rückständigkeit ihres eigenen Landes im Vergleich zu Chile anklagt. Schließlich ist ja auch die peruanische Küste betroffen. Aber dort gibt es kein funktionierendes Warnsystem wie in Chile. Dass das böse Folgen haben kann und wird, sollte eigentlich jedem klar sein. Aber dahingehend hinkt Peru seinem Nachbar wohl noch erheblich hinterher. Also, liebe Peruaner, macht etwas! Ich wollte eigentlich noch ein paar entspannte Tage an Euren Stränden verbringen!

 

Fundstück – Endlich Pazifik

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Fundstücke in Fernwest – Endlich Pazifik

Nach herrlichen Wochen in Patagonien, die neben der tollen Landschaft kulinarisch vor allem Fleisch zu bieten haben (keine Kritik!!!), genieße ich die kluge Idee Chiles, sich eine ordentliche Portion Pazifik gesichert zu haben. Ich meine hier ausdrücklich nicht die vier nördlichsten Breitengrade, die sie ihren Nachbarn Peru und Bolivien im Salperterkrieg abgenommen haben, sondern die übrigen 4000 Kilometer, die ja eigentlich auch genug sind/ sein sollten, aber eben keinen Salpeter hatten. Ich schweife ab…
Und viel Meer bedeutet auch viel Fisch und sonstiges Meeresgetier. Nachdem ich Puerto Montt schon mal meine erste Ladung Ceviche einwerfen durfte, bin ich jetzt noch mal schlappe 1000 Kilometer weiter im Norden in Valparaiso wieder an der Küste. Und hier bin ich gleich in den Mercado El Cardenal und habe sehr lecker Meeresfrüchte gegessen. Ein eingekochter Eintopf „Chupe de Camarón“ dazu eine Fischsuppe „Paila de Marisco“. Herrlich! Genau das richtige für pesco- und mariscophile Menschen wie mich!
Danach noch kurz mit der Metro an den städtischen Strand gefahren und die Nase gebührend in Sonne und Meeresluft gestreckt, während der Pazifik harmonisch und rhythmisch Wellen gegen den Strand wirft, als würde er nichts anderes machen. Wer mich gedanklich schon beherzt ins Meer springen sieht, kennt den Humboldtstrom schlecht. Denn das Wasser ist saukalt! Man kann eben nicht alles haben. Fisch- und Meeresfrüchtereichtum plus Warmwasseranschluss wird hier nicht geliefert!

WOW! Nun! Ich werde gerade Zeitzeuge eines heftigen Erdbebens, das es soeben in Iquique, im Norden des Landes, gegeben hat. 7,9 auf der Richterskala! Tsunami-Warnungen im ganzen Land. Ich bin zwar nach wie vor in Valparaiso an der Küste, aber ich wohne einige Hundert Meter am Hang aufwärts, sodass keine reelle Gefahr besteht. Trotzdem ist die Stimmung besonders…. die Nachrichten die laufen…. Berichterstattung auf allen Kanälen…. mehr dazu morgen….

"Chupe de Camarron" - großer Spaß!
„Chupe de Camarron“ – großer Spaß!
na, das schaut doch gut aus, was?
na, das schaut doch gut aus, was?