Busfahren in Bolivien

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Busfahren in Bolivien

Liebe Freunde des Busfahrens und der Busfahrgeschichten, freut Euch, denn ich befinde mich wieder in würdigen Landen: Bolivien! Die Rubrik „Spaß im Bus!“ lebt wieder!
Nachdem ich mich in den vergangenen Monaten ja in recht gut entwickelten Ländern aufgehalten und fortbewegt habe (Chile, Argentinien, Uruguay, Brasilien) und auch das Busfahren dementsprechend gut entwickelt und langweilig war, bin ich nun im Armenhaus Südamerikas gelandet. Das Wohlstandsgefälle ist offensichtlich und spiegelt sich auch in den Bussen wider.
Der „Terminal“ in Uyuni ist einfach ein dreckiger Straßenzug mit düsteren Verkaufsläden der unterschiedlichen Busunternehmen, vor denen dann die Busse anhalten. 
Mein Bus von Uyuni nach Tupiza soll um 6 Uhr morgens losfahren. Ich gehe durch die dunkle, tote und kalte Stadt: -3°C. Das kann schon mal passieren in 3600 Metern Höhe. Dementsprechend stehen und sitzen die Bolivianos in unzählige Decken eingewickelt vorm Bus. Mein Bus sieht ein wenig „gebraucht“ aus, auch wenn auf der Seite „gran lujo“ drauf steht, was „großer Luxus“ heißt, eigentlich. Vielleicht bedeutet dies in Bolivien einfach etwas anderes. Das kommt häufig in den Ländern hier vor, dass sich die Bedeutung von Worten ändert oder auch ganz andere benutzt werden. Vielleicht steht „lujo“ hier für „Mittelmäßigkeit“. Andererseits habe ich natürlich auch noch nicht die anderen Busse gesehen. Und weiß gar nicht, was mich noch erwartet.
Es dauert bis alle mit allem im Bus sind und sich und ihr ganzes Zeugs verstaut haben. Es gibt zwar auch eine Ladeluke, aber eine alte bolivianische Tradition besagt, dass es auf Busfahrten Glück bringt, all seinen Kram auf dem Schoß oder zwischen den Füßen zu haben. Die Frau neben mir wickelt sich in so viele Decken ein, dass ich auch mit davon warm werde. Unter die oberste Decke darf ich sogar mit unter kommen. Nett!
Die Fahrt geht mit halbstündiger Verspätung los. Aber seien wir nicht kleinlich. Ärgerlicher hingegen, dass die mir voraussagte Fahrtzeit von fünf Stunden schon allein deshalb nicht hinhauen kann, weil ich in Atocha den Bus wechseln muss, was eineinhalb Stunden Wartezeit bedeutet. So werden es letztlich acht Stunden. Aber nicht meckern, Freundchen. Denn die Landschaft kann einiges! Der Altiplano ist wirklich ganz großes Kino!
Was ist noch anders in Bolivien?
Man trägt wieder Kind. Es ist in der Tat auffallend, wie viele Kinder mit an Bord sind. Immer wieder höre ich begeisterte Kinderstimmen „Llamas!“ Und in der Tat „säumen“ Lamas die Strecke.
Lustig, dass, obwohl ich der Dame am Schalter meinen Namen aufschreibe, auf meinem Ticket der Name „Turist“ landet. Auch schön die Verfolgungsszene am „Terminal“ in Atocha, wo ein Hund ein Schwein über den Platz treibt! – Nicht so schön hingegen das Klappern der Fenster auf der Schotterpiste. Mir ist teilweise nicht klar, ob das Klappern nicht direkt in meinem Kopf stattfindet.
Aber, wie ihr seht, es gibt endlich wieder etwas übers Busfahren zu berichten. Und ich bin ja noch ein bisschen in Bolivien…!

Altiplano mit Lamas
Altiplano mit Lamas – großartige Landschaft mit Fellanteilen

 

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