„tommi boe“

Du bist so dumm wie die Yahoo-Startseite

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„Du bist so dumm wie die Yahoo-Startseite!“

So eine Beschimpfung würde ich ja gerne mal auf der Straße hören! „Ej Alter, du bist so dumm wie die Yahoo-Startseite!“ Fände ich echt gut. Aber im Ernst: Kennt ihr etwas Dümmeres als die Yahoo-Startseite? Was einem dort als Nachrichten oder News verkauft wird, ist mit das Dümmste, was ich je erlebt habe. Und die schaffen das jeden Tag! Ist gar nicht so einfach, so ein Niveau zu halten. Nicht dass ein „Redakteur/20 jährige Praktikantin“ aus Versehen mal einen vernünftigen Artikel postet. Und schon wäre der Ruf ruiniert!
Da ich meine Mails noch immer über Yahoo bediene, darf ich regelmäßig Zeuge dieser allgegenwärtigen Dummheit werden. Beruhigend dass es in unserer schnelllebigen Zeit noch auf etwas Verlass ist. Ich möchte fast von einer Kulturkonstante sprechen.
Jedenfalls gewinnt man den Eindruck (bei zuviel Lektüre der Seite, nein, nennen wir es Lesen), dass das Weltbewegendste irgendwelche Brüstchen sind, die versehentlich in Kameras hüpfen. Yahoo titelt dann, dass irgendein Stern oder Sternchen oder auch nur Lichtlein einen sogenannten „Busenblitzer“ gehabt habe. Schockierend! Wie soll man mit diesem Wissen unfallfrei durch den Tag kommen?
Ob diese 20 jährigen Praktikantinnen-Schreiberlinge überhaupt eine Ahnung haben, welcher Körperteil eigentlich genau mit Busen gemeint ist? Ich glaube, sie meinen Titten, würden aber so ein Wort niemals benutzen! Oh Gott nein! Und darin liegen zwei elementare (!) Fehler:
1. Was soll die verfickte amerikanische Doppelmoral?! Die befeindete Welt mit Wirtschaftskriegen überziehen, die befreundete Welt ausspionieren, das alles um irgendwelche Werte zu schützen (hä …???). Aber wenn’s um Titten geht, christliche (?) Moralanfälle kriegen…?! Ist doch bloß (größtenteils) unschuldiges Silikon!
2. Der Busen, Einzahl, ist ursprünglich der Part/ die Einwölbung/ die Bucht zwischen den Brüsten. Daher auch die Bedeutung Meerbusen. Nein, dem Meer wachsen keine Brüste, sondern dort befindet sich eine Bucht! Und der kaum noch benutzte Ausdruck „Busenfreund“ heißt nicht, dass meinem Kollegen plötzlich Titten gewachsen sind, sondern dass man sich nahe ist, dass man sich in die Arme nimmt, ihn sich an den Busen drückt, Brust an Brust, nicht Titte an Titte.
Fragt mal ein 14jähriges Mädchen, ob es weiß, wofür „BH“ steht. Aber das führt zu weit. Worauf wollte ich hinaus? Ach ja, Yahoo und Verdummung. Also der 20jährigen Praktikantin, die so einen Scheiß ganz seriös recherchiert und niederschreibt, traue ich die Dummheit zu. Aber die Frage ist doch: Wer steckt hinter dieser Verdummung? Woher kommt das Interesse, sein Publikum derart verdummen und einlullen zu wollen?
Es handelt sich, meines Erachtens, um eine systematische und konzeptuelle Verdummungs- und Desinformationsstrategie! (Dafür braucht man gar nicht viele Verschwörungstheorien.) Ein dummes Volk geht nicht auf die Straße. Wofür auch?! Sagt irgendjemandem das Konzept „Brot und Spiele“ noch etwas? Nichts weiteres passiert heute, nur nennt man es heute „Tittytainment“.
Erst fällt Schumi beim Skifahren auf einen Felsen und die Medien fragen wochenlang: Wie gefährlich ist Skifahren und was können wir tun, um uns besser zu schützen? Dann fällt unsere Kanzlerin beim Skilanglauf auf den Po und die Medien fragen: Wie gefährlich ist Skilanglauf und was können wir zu, um uns besser zu schützen? Und gleichzeitig schingeln die Interessenvertreter der mächtigsten Unternehmen der Welt ein Freihandelsabkommen aus. Klingt das nicht süß? Freihandelsabkommen, niedlich oder? Aber wo sind die Medien, die jeden verdammten Tag nachfragen: Wie gefährlich ist das Freihandelsabkommen und was können wir tun, um uns besser zu schützen?! Na…?!
Helmpflicht bei Skilanglauf, Maut für ausländische Bobbycars, verschärfte Busenblitzerauflagen bei Oscarverleihung, Botox jetzt auch für ein schöneres Gehirn? Die verarschen uns doch von oben bis unten!
Aber es scheint zu funktionieren! In Asuncion hat mir ein Paraguayo sein Leid über die Chicas paraguayas geklagt, sie seien zwar „bonitas“ dafür aber auch „superficiales, tontas y interesadas“! Also „hübsch“ aber „oberflächlich, blöd und (an Geld) interessiert“! Wenn das keine perfekte Kombination ist: blöd aber konsumgeil! Sollten wir alle so sein oder werden? Keine Sorge, wir sind auf einem guten Weg!

Fundstück – Itaipú – Stein, der nicht mehr singt

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Fundstücke aus Fernwest – Itaipú – Stein, der nicht mehr singt!

Mein heutiger Ausflug schwemmte mich zum Itaipú-Staudamm, der sich derzeit mit dem Dreischluchten-Staudamm in China um die Stellung als Nummer 1 der Welt streitet. Klar unterlegen ist die paraguayisch-brasilianische Koproduktion bei der Zahl der Zwangsumsiedlungen, lächerliche 40000. In dieser Kategorie gewinnt China mit mehrfachem Millionen-Vorsprung!
Itaipú bedeutet in der Sprache der Guaraní, der Urbevölkerung, „Stein, der singt“, weil auch hier, wie bei den benachbarten Iguazu-Fällen, Unmengen an Wasser sich über Felsen stürzten. Nun, von diesen Fällen ist nichts mehr zu sehen, der Stein singt nicht mehr! Hier steht ein mächtiges Betonbauwerk, das je zur Hälfte Paraguay und Brasilien gehört. Wobei von den 20 Turbinen gerade mal zwei genügen, um über 80% des paraguayischen Strombedarfs zu erzeugen. Die übrigen 18 bringen es auf 20% des Strombedarfs des großen Nachbarn Brasilien. Da ich ein bisschen Schwierigkeiten mit so vielen und vor allem so großen Zahlen habe, möchte ich nur noch eine erwähnen, die ich bei der heutigen Propaganda-Veranstaltung vor Ort erfahren habe: 2012 wurden 98 Terrawattstunden erzeugt. In dieser Kategorie liegt der Stolz Paraguays vor dem Dreischluchten-Staudamm. Der effektivste Kernreaktor der Welt kommt zum Vergleich auf 12 Terrawattstunden pro Jahr! Damit ist Paraguay der größte Wasserkraftexporteur der Welt!
Ob dieser Weltmeistertitel die Fußball begeisterten Paraguayos darüber hinwegtrösten kann, dass ihr Nationalteam bei der Copa del Mundo im Nachbarland nicht dabei sein wird, wage ich allerdings zu bezweifeln.

Eine kleine Neujahrsansprache zur Lage der Nationen
Eine kleine Neujahrsansprache zur Lage der Nationen
Im Flugsimulator über dem Itaipú-Staudamm
Im Flugsimulator über dem Itaipú-Staudamm
Staumauer mit Turbinen
Staumauer mit Turbinen

Fundstück – Scheißen und Fischen verboten

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Fundstücke aus Fernwest – Scheißen und Fischen verboten!

Im Pantanal ist mir dieses schöne Schild vor die Flinte gekommen (das Wortspiel erschließt sich später!). Es stand in einiger Entfernung am Flussufer und ich brauchte schon den ganzen Zoom meiner neuen ecuadorianischen Kamera, um hinter die geheime Inschrift zu kommen. Dort stand „Proibido cacar e pescar!“. Da ich des Portunhols (einer Mischung aus Spanisch und Portugiesisch) mächtig bin, wusste ich sofort, was das heißt: „Scheißen und Fischen verboten!“

Okay, das ist doch mal eine klare Ansage: Also bitte nicht ans Ufer setzen und …! Interessant, dass es für so etwas Hinweisschilder gibt und braucht. Aber bitte… Ich weiß ja nichts von den kulturellen Zusammenhänge dieser beiden Aktivitäten hier im Mato Grosso. Oder ob das noch ein heiliges Ritual der Guaraní, der einheimischen Urbevölkerung, ist, um vor dem Angeln „ihrem“ Petrus noch schnell ein kleines (oder großes) Opfer abzudrücken…? Ein persönliches „Petri Heil“ quasi. Wer weiß? Oder lockte man auf diese Art Piranhas an…? Ich war jedenfalls mal wieder viel zu schlecht vorbereitet für solche Zwischenfragen meines inneren Teams. Gerade bei diesen kulturell interessanten Detailfragen habe ich immer wieder große Lücken!

Und während ich noch rätselte, zoomte ich weiter ins Bild hinein und erkannte, dass sich unter dem zweiten „c“ von „cacar“ (Scheißen) noch ein kleiner Haken befand. Da stand nämlich „Proibido caçar e pescar!“ Okay, das ergab jetzt zwar deutlich mehr Sinn, aber: Laaangweilig!!! Denn plötzlich stand da bloß noch: „Jagen und Fischen verboten!“ Menno!

"scheißen und fischen verboten!"
„scheißen und fischen verboten!“

Busfahren in Paraguay

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Busfahren in Paraguay

Richtig, wird der ein oder andere denken. Schon lange nichts mehr vom Busfahren gehört. Wie konnte das denn passieren? Ganz einfach. Busfahren war gut organisiert, verlief ohne Zwischenfälle und war langweilig!
Aber kaum bin ich in Paraguay, wird’s schon wieder interessant. Ich will nicht unbedingt behaupten, dass ich das vermisst habe. Zumal mir, während ich das schreibe, noch der Dreck zwischen den Zähnen knirscht. (Und das, was knirscht, ist keine Metapher sondern echter Dreck!)
Nach dem Grenzübergang steige ich direkt vom Taxi in den startenden Bus, als hätte der nur noch auf mich gewartet. So etwas darf man nicht unterschlagen, wenn man sonst stets behauptet, es wäre noch jeder Bus einem immer vor der Nase weggefahren. In Paraguay ist es wieder so, dass der Bus überall anhält, Leute zu- und aussteigen oder der Busfahrer aussteigt, um kurz auf die andere Straßenseite zu springen, um ein Paket abzuliefern oder einen Sack Weihnachtsgeschenke einzuladen. Irgend etwas ist immer!
Neben mich setzt sich eine alte, dicke Frau mit einem Rudel kaum zu bändigender Plastiktüten, die sich alle zwischen sich und dem Fenster verstaut, sodass sie, um Platz für sich selbst und ihren Hintern zu haben, halb auf meinen Sitz rüberrutscht. Hoppla! Mein Kuscheltraum sieht dann doch etwas anders aus, denke ich und weise sie daraufhin, mir doch bitte meinen Platz zu lassen. Sie quetscht sich ihre Tüten sonst wohin. Ich lehne mich zurück, um zu schlafen. Aber meine Nachbarin wühlt die ganze Zeit in ihrer Handtasche herum, wobei sie mir in regelmäßigen Abständen ihrer rechten Ellbogen in die Seite rammt. Danach muss sie ihre Plastiktüten, in denen sich u.a. noch mehr Plastiktüten befinden, durchforsten und umstrukturieren. Jedenfalls raschelt sie mir ein halbe Stunde das Ohr voll. Als sie damit fertig ist, befreit sie sich in einer aufwendigen, mehrstündigen Operation, der ich als OP-Schwester assistieren darf, aus ihrem Hemd, um mich dann erschöpft nach einem Becher Wasser fragt. Aha! Inzwischen hat der Busfahrer während einer seiner Stopps einen kleinen Wasserkanister und Plastikbecher für die Passagiere besorgt. Denn natürlich hat der Bus keine Klimaanlage. Ich gebe ihr einen Becher und schenke ihr ein. Gerade als ich den Kanister vorsichtig ablasse, zieht sie den Becher weg und sagt danke, sodass der letzte Schluck schön auf meiner Hose landet. Jetzt bedanke ich mich, nicht mehr ganz so freundlich, bei ihr. Die ganze Zeit auf ihrem Platz rumturnen und rumnerven und jetzt nässe ich auch noch die Hose ihretwegen.
Auch speziell und anders als in Brasilien: Bei jedem (!) offiziellen Halt läuft ein Dutzend (!) Jungen zwischen 10 und 14 (bei 20 Sitzplätzen) durch den Bus, um Getränke oder Essen zu verkaufen. Sie haben alle das gleiche Angebot. Und das passiert natürlich, während die Passagiere in dem bereits vollen Bus versuchen ein- und auszusteigen. Herrlich überflüssiges Gewusel! Da freut man sich schon auf den nächsten Halt. Der Lehrer in mir fragt sich natürlich, ob das nur jetzt zum Jahresanfang während der Schulferien so ist oder ob die Jungs dies hier als Vollzeitbeschäftigung ausüben?
Mein persönliches Highlight ist, als der volle Bus anhält und am Straßenrand eine einsame Frau mit einem ganzen Obststand steht, also ohne Stand aber mit dem kompletten Sortiment dafür (Foto). Der Busfahrer springt aufs Dach und lässt sich die Sachen hochreichen. Da die Frau aber zu klein und zu schwach für diesen Job ist, steige ich mit einem weiteren Mann aus und wir übernehmen das Hochhieven. Die Säcke sind zum Teil richtig schwer und auch die sandigen Kästen lassen sich nur mit vereinten Kräften nach oben wuchten.
Aber irgendwie gehört das alles zu einer normalen Busfahrt. Auch dass beim einsetzenden Starkregen, gerade als alles punktgenau am dem Dach verstaut ist, die Fenster großzügig Wasser durchlassen, erzeugt zwar keine Begeisterung aber auch keine Überraschung bei den Insassen!
Ich lächle und puhle mir den restlichen Sand aus den Zähnen. Endlich wieder richtiges Erlebnisbusfahren!

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Frau mit Obststand am Straßenrand „Könnt ihr mich grad mal mitnehmen…?“

Fundstück – peskale Kollateralschäden

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Fundstücke in Fernwest – peskale Kollateralschäden

Entweder die Piranhas im Rio Miranda im Pantanal sind total bescheuert oder alle gekauft! Denn nach zwei frustrierenden Piranha-Fütterungserlebnissen im Llanos (Venezuela) und im Amazonas (Ecuador) beißen die Piranhas im Pantanal wie die Weltmeister (hoffentlich nimmt sich die Seleção dies nicht zum Vorbild). Vielleicht liegt es aber auch an meiner inzwischen ausgereiften, auf internationalen Misserfolgen beruhenden Angeltechnik.
Tatsächlich bin ich überzeugt, allen Piranhaangelneulingen fünf wertvolle Tipps geben zu können. So konnte ich nach Null Piranhas in zwei Ländern 15 Stück in einer guten Stunde aus dem Wasser ziehen. Wir waren so erfolgreich, dass uns der Küchenchef Piranha-Sushimi zubereitet hat – sehr lecker.
1. Angelt im Pantanal! Die Viecher sind hier einfach zu blöd! 2. Der Haken sollte nicht zu groß sein. 3. Den Köder vorne auf der Spitze des Hakens befestigen. 4. Als Köder immer Rindfleisch benutzen und nicht Huhn, das zerfällt zu schnell und die Piranhas können es leicht vom Haken klauen und 5. mit der Rute ein paar Mal kräftig ins Wasser schlagen/rühren, um die Piranhas anzulocken, die denken, dort ist etwas Totes ins Wasser gefallen. Die Piranhas kommen daraufhin angeschossen, hören direkt auf zu denken und beißen sprichwörtlich wie wildgewordene Piranhas um sich.
Es ist nicht unbekannt, dass die angreifenden Piranhas beim unkontrollierten Umsichbeißen im Blutrausch gerne auch mal den einen oder anderen Kollegen dabei erwischen. Was die wenigsten wissen, dass der heute bekannte Begriff dafür ursprünglich aus dem Anglerlatein kommt. Angler hatten bei der Beobachtung dieses Phänomens scherzhaft den Begriff „friendly fire“ erfunden. Ebenso spricht man unter Anglern in diesem Zusammenhang von Kollateralschäden unter den angreifenden Piranhas. Erst später sind diese Begriffe von der Fisch- in die Kriegswelt übernommen worden. Ob das unsere neue Verteidigungsministerin schon weiß…?

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