Itaipú

Fundstück – Im Rachen des Teufels

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Fundstücke aus Fernwest – Im Rachen des Teufels

So einen Namen muss man übersetzen! Denn heute war ich in der Garganta del Diablo, den zentralen und spektakulärsten Wasserfällen der Cataras (Katerakte) de Iguazú/ do Iguaçu. So genau muss man die Schreibweise schon nehmen, schließlich ist es ein binationales Wasserspektakel.
Über ein anderes zweistaatliches Wasserfallheiligtum hat die damalige First Lady der Vereinten Staaten Eleanor Roosevelt beim Anblick der Iguazú-Fälle ja so schön gesagt: „Poor Niagara!“
Alles andere als erbärmlich sind die Iguazu-Fälle. Während sich die Brasilianer zurecht rühmen, dass sie die bessere Aussicht haben, haben die Argentinier eindeutig das bessere Spektakel. Denn dort wird man, gegen einen kleinen Unkostenbeitrag, mit einem Boot direkt in den Rachen des Teufels gefahren, bis letztlich von allen Seiten nur noch Wasser ist. Das ganze Boot ist geflutet, alle sind klatschnass! Yieha!! brülle ich in den Rachen, doch das Donnern des Teufels ist nicht zu übertönen. Der blanke Wahnsinn!
Und wenn man sich jetzt mal ganz vorsichtig vorstellt, was sich wohl beim „singenden Stein“, dem Itaipú, gleich um die paraguayische Ecke, abgespielt hat. Die Wassermassen des Iguazú würde nämlich gerade mal für zwei der 20 Turbinen des Itaipú-Staudamm ausreichen! Also ein lächerliches Zehntel. „Poor Iguazú“ fällt mir dazu ein. Aber vielleicht würden auch die menschlichen Synapsen implodieren bei den zehnfachen Wassermassen. Wahrscheinlich ganz gut, dass sie lieber einen Staudamm errichtet haben.
Aber was mecker ich eigentlich schon wieder rum?! Kann ich nicht mal andächtig und demütig den Rachen halten? – Doch, denn das war so was von geil heute!

Mit dem Boot in den Teufelsrachen! Yeaha!
Mit dem Boot in den Teufelsrachen! Yeaha!
Aussichtplattform in Augenhöhe mit dem Teufelsrachen
Aussichtsplattform in Augenhöhe mit dem Teufelsrachen
Iguazú-Fälle (Ausschnitt)
Iguazú-Fälle (Ausschnitt)

Fundstück – Itaipú – Stein, der nicht mehr singt

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Fundstücke aus Fernwest – Itaipú – Stein, der nicht mehr singt!

Mein heutiger Ausflug schwemmte mich zum Itaipú-Staudamm, der sich derzeit mit dem Dreischluchten-Staudamm in China um die Stellung als Nummer 1 der Welt streitet. Klar unterlegen ist die paraguayisch-brasilianische Koproduktion bei der Zahl der Zwangsumsiedlungen, lächerliche 40000. In dieser Kategorie gewinnt China mit mehrfachem Millionen-Vorsprung!
Itaipú bedeutet in der Sprache der Guaraní, der Urbevölkerung, „Stein, der singt“, weil auch hier, wie bei den benachbarten Iguazu-Fällen, Unmengen an Wasser sich über Felsen stürzten. Nun, von diesen Fällen ist nichts mehr zu sehen, der Stein singt nicht mehr! Hier steht ein mächtiges Betonbauwerk, das je zur Hälfte Paraguay und Brasilien gehört. Wobei von den 20 Turbinen gerade mal zwei genügen, um über 80% der paraguayischen Strombedarf zu erzeugen. Die übrigen 18 bringen es auf 20% des Strombedarfs des großen Nachbarn Brasilien. Da ich ein bisschen Schwierigkeiten mit so vielen und vor allem so großen Zahlen habe, möchte ich nur noch eine erwähnen, die ich bei der heutigen Propagandaverantstaltung vor Ort erfahren habe: 2012 wurden 98 Terrawattstunden erzeugt. In dieser Kategorie liegt der Stolz Paraguays vor dem Dreischluchten-Staudamm. Der effekstivste Kernreaktor der Welt kommt zum Vergleich auf 12 Terrawattstunden pro Jahr! Damit ist Paraguay der größte Wasserkraftexporteur der Welt!
Ob dieser Weltmeistertitel die Fußball begeisterten Paraguayos darüber hinwegtrösten kann, dass ihr Nationalteam bei der Copa del Mundo im Nachbarland nicht dabei sein wird, wage ich allerdings zu bezweifeln.

Eine kleine Neujahrsansprache zur Lage der Nationen
Eine kleine Neujahrsansprache zur Lage der Nationen

 

Im Flugsimulator über dem Itaipú-Staudamm
Im Flugsimulator über dem Itaipú-Staudamm
Staumauer mit Turbinen
Staumauer mit Turbinen