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Auch die deutsche Klimapolitik verliert mit 0-6

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Auch die deutsche Klimapolitik verliert mit 0-6

Die deutsche Klimapolitik ist, meines Erachtens, in etwa so zu bewerten wie das 0-6 der Nationalmannschaft gegen Spanien: erbärmlich!

Mit dem entscheidenden Unterschied, dass sich die für die Klimapolitik verantwortlichen Politiker*innen trotz des Ergebnisses nicht davon abhalten lassen, sich unentwegt für unternommene Anstrengungen und bereits Erreichtes zu rühmen. Klingt in etwa so, als hätte Jogi Löw die besondere Einsatzfreude, Kampfeslust und Laufbereitschaft seiner Jungs nach dem Spiel hervorgehoben und auf den tollen Lattenkracher von Serge Gnabry verwiesen. All das hat Jogi Löw nicht gemacht. Er ist anscheinend kein CDU-Politiker.

Aber die CDU verweist gerne auf die „Erfolge ihrer Klimapolitik“. Als wäre das allein nicht schon Oxymoron genug! Gerne wird an dieser Stelle mit spitzen Zeigefingern auf andere Länder gezeigt, die noch weniger in Sachen Umwelt- und Klimaschutz machen. Dieses altbekannte Spiel soll natürlich von den eigenen Unzulänglichkeiten ablenken. Argumentativ in etwa so überzeugend, als würde man die Länderspielniederlage gegen Spanien relativieren und verharmlosen, indem man darauf verweist, dass Samoa in einem Länderspiel gegen Australien ja schon mal mit 0-31 verloren hat.

Als wäre damit irgendjemandem geholfen. Dem Planeten und den folgenden Generationen schon mal gar nicht! Nicht mal der deutschen Nationalmannschaft!

Und natürlich kann man anmerken, dass diese dämlichen Fußballvergleiche völliger Blödsinn sind und vorne und hinten nicht stimmen. Zum Beispiel in der Hinsicht, dass beim Fußball immerhin bei einer 0-6 Niederlage auch eine andere Seite gewinnt – Glückwunsch Spanien! Aber wer gewinnt beim Klimawandel…? Na…?! Hier könnten wir nickend zustimmen, dass Fußballvergleiche doch nicht immer funktionieren. Andererseits… und an dieser Stelle wird’s hässlich. Denn vielleicht sollten wir viel genauer und ehrlicher darauf schauen, wer vom Klimawandel tatsächlich profitiert, wer die Gewinner sind…

Und ziemlich schnell müssten wir feststellen, dass wir selber Jogi Löw sind und damit verantwortlich für die Niederlage. Wir würden schnell alle Spiegel verhüllen, damit uns nicht täglich die hässliche Fratze des selbstsüchtigen und verlogenen Konsumenten entgegenschaut, auf dessen Lebensverhältnisse der klimaschädliche und ressourcenvernichtende Konsum basiert.

Hmmm, blöde Fußballvergleiche!

Merkel lobt Löw

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Merkel lobt Löw

Während sich ganz Deutschland nach der historischen 0:6-Pleite der Nationalmannschaft gegen Spanien aufregt und den Bundes-Jogi aufs Schärfste kritisiert, erfährt Löw ausdrücklich Lob von Kanzlerin Angela Merkel.

Denn während sich die meisten Ministerpräsidenten nicht auf die Vorschläge der Kanzlerin zu verschärften Maßnahmen zu Kontaktbeschränkungen einlassen wollten, bewies Löw mit seinen Jungs eindrucksvoll wie „verantwortungsbewusster Fußball unter Pandemiebedingungen“ im Herbst 2020 aussehen kann.

Nach dem Ukraine-Spiele und aufgrund der akuten Infektionsgefährdung entschied sich Löw für die Partie gegen Spanien auf eine neuartige „Weder-Mann-noch-Raumdeckung“. Denn, so Jogi Löw, „der Fußball muss halt auch irgendwie ein Stückweit Vorbildfunktion sein.“ Und in den allermeisten Situationen sei es im Spiel auch erfolgreich gelungen, das notwendige Abstandsgebot einzuhalten, was gerade in Standardsituation gar nicht immer so leicht umzusetzen sei.

So gesehen, sei die Spielweise der deutschen Nationalelf auch als Test für den Breitensport zu verstehen. Die positive Nachricht des Tages lautet also: Fußball mit Abstand scheint möglich zu sein! Und vielleicht bürgert sich ja demnächst auf deutschen Bolzplätzen, wenn sich ein Gegenspieler zu sehr nähert, der Spruch ein: „Hej, Abstand! So wie gegen Spanien!“

Fußball unter Pandemiebedingungen: „Hej, Abstand! So wie gegen Spanien!“

Die endgültige Analyse des Spiels müsse jedoch noch warten, da nicht alle Daten aus der Corona-Warn-App ausgewertet seien. Das Bundesinstitut für Risikobewertung spricht in diesem Zusammenhang von den üblichen zehn bis 14 Tage.

Peinliche Kommunikationspanne! Bierhoff, als er erfährt, dass nicht alle spanischen Nationalspieler die deutsche Corona-Warn-App installiert hatten sowie dass etliche Spieler offenbar ihr Handy auf dem Spielfeld gar nicht bei sich trugen.
Vorbildfunktion der deutschen Nationalmannschaft: Infektionsrisiko gleich Null!

Eine Mail an Jogi Löw

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Eine Mail an Jogi Löw

Lieber Jogi Löw,
ich schreibe dir diese Mail eigentlich auch im Namen meines Bruders.
Aber erst einmal vorweg will ich Dich was fragen: Was entscheidet so ein Finale? Okay, alles mögliche kann so ein Finale entscheiden. Richtig! – Wahrscheinlich hast du das Championsleague-Finale gesehen. Was hat das Finale entschieden? Und ich will jetzt keine Franz Beckenbauer Gedächtnis-Antworten hören „jaa gut eh!“ sondern einen analytischen Blick auf die spielentscheidende Szene. Ecke Tor! Ein Klassiker. Kann man ja mal bei den Bayern nach dem Finale dahoam nachfragen. Dazu muss man sagen, so einen Drogba kann man wahrscheinlich nicht Hundertprozentig im eins zu eins verteidigen. Vielleicht ist ja auch schon allein der Gedanke, dass man es könnte, ein taktischer Fehler…
Und was war nun der taktische Fehler im CL-Finale und ich kann meinen Bruder aus dem 10000km entfernten Hintergrund brüllen hören: „Wenn da einer im Pfosten gestanden hätte, wäre der nicht rein gegangen!“ Und richtig, Athletico hätte wäre könnte! Ätschbätsch! Dann eben nicht. Hat halt das Scheißreal die CL gewonnen! Stell da doch so einen popligen, kleinwüchsigen Außenverteidiger neben den Pfosten, du Pfosten! Der Zwerg sieht doch da im Strafraum eh keinen Ball!
Und wenn ich mir die Pfosten bei Ecken im Nationalteam so anschaue…! Die Älteren erinnern sich. Einst hat da am Pfosten unser Teeniezwerg Philipp Lahm sein Nationalmannschaftspraktikum abgelegt und hat Dutzende Bälle von der Linie gebolzt. Und wer steht da heute? Niemand.
Wer, lieber Jogi, ist eigentlich dafür verantwortlich/ später mal verantwortlich zu machen? Entscheidet das der Torwart, der Torwarttrainer, der Jogi selbst, oder der Jogi mit dem Torwarttrainer und dem Hansi per Schnickschnackschnuck? Oder hatte der Philipp genug davon, blöd am Pfosten zu stehen und ständig die Bälle von der Linie zu kloppen, weil das schlecht für seine Passstatistik war und er ja außerdem gar kein Praktikant mehr ist?

Der Bundestorwarttrainer selbst hatte übrigens immer seine Leute am Pfosten (vorne und hinten!). Zu Köpkes Zeit stand da das Kopfballungeheuer Icke Hässler rum, wenn ich mich nicht irre. So genau weiß ich das nicht. Aber bei Interesse, lieber Jogi, kannst ja mal den Andi fragen. Der erinnert sich bestimmt noch, wie (und mit wem) er das früher gelöst hat.
Und die Antwort, lieber Jogi, lautet nicht: „Äh, das wurde damals anders verteidigt. Das wird heute modern im Raum gelöst.“ Aber nicht der Raum um die Pfosten, ihr Vollpfosten. Den lässt man modern offen oder was? Schon mal Fußball geguckt und drauf geachtet, wo der moderne Durchschnittsball nach einer Ecke im Tor so einschlägt?
Warum gibt’s dafür eigentlich keine Statistik?! Oder eine Liste der Spieler, die die meisten Bälle von der Linie gekratzt haben? Stellt doch mal kurz was zusammen, liebe Statistiknerds, und schickt das ganze schnell dem Jogi und seinen Jungs und helft so dem deutschen Fußball. Ich würde nämlich gerne sehen, wie unser Philipp, nicht mehr als Praktikant sondern als Kapitän, in der Nachspielzeit des Finales den wuchtigen Kopfball von Sergio Ramos nach der Ecke von der Linie auf die Tribüne bolzt.
Also schreibt alle an Jogi!

WM-Finale Deutschland - Spanien, Sielstand 2:1, Nachspielzeit, 94. Minute, Sergio Ramos köpft nach einer Ecke den Ball wuchtig ins Tor zum Ausgleich, nein, stopp! Philipp Lahm steht neben dem Pfosten und holzt den Ball auf die Tribüne. Yeahhhh!!!
WM-Finale Deutschland – Spanien, Sielstand 2:1, Nachspielzeit, 94. Minute, Sergio Ramos köpft nach einer Iniesta-Ecke den Ball wuchtig ins Tor zum Ausgleich, nein, stopp! Philipp Lahm steht am zweiten Pfosten und holzt den Ball auf die Tribüne. Yeahhhh!!!