fundstücke in fernwest
Fundstück – weihnachtliche Frage zur Steuererklärung
Fundstücke in Fernwest – weihnachtliche Frage zur Steuererklärung
Vielen Dank an Anja B. (ehemalige R.) für folgende Idee.
Wir lagen gemeinsam an unserem Strand von Trindade, dem Praia Meio, im Schatten eines großen Baumes mit Blick aufs Meer und den Hintern unserer Barfrau. Glückwunsch zur Berufswahl möchte ich hinzufügen! Bekommt man den durch die brasilianische ARGE vermittelt? Oder gibt’s eine Start-up-Finanzierung zur Selbstständigwerdung aus der Arbeitslosigkeit?
Der Hintern jedenfalls war, typisch brasilianisch, mit wenig Stoff verhüllt. Was Anja zu der Frage veranlasste, ob sie wohl ihre Tangas als Arbeitskleidung von der Steuer absetzen könne! Schöne Frage! Und vielen Dank, dass ich sie als Mann nicht gestellt habe.
Höchst fraglich natürlich, ob diese informellen Jobs, die es Deutschland (leider) nicht gibt, überhaupt jemals so etwas wie eine Steuererklärung gesehen haben. Vielleicht gelten Strände in Brasilien auch als Wirtschaftssonderzone. Ich merke schon, für eine intensivere Diskussion fehlen mir die nötigen Grundlagen des brasilianischen Steuerrechts und damit möchte ich mich am Heiligabend nicht auch noch beschäftigen.
Frohes Fest! Boas Festas!

Fundstück – schnelle Kasse
Fundstücke in Fernwest – schnelle Kasse
Warum darf es so etwas nicht flächendeckend in Deutschland geben?! Das hatte ich mich schon vor 13 Jahren während meiner ersten Zeit in Kolumbien gefragt: Eine Kasse im Supermarkt für Kunden mit wenig Artikeln, die nur kurz in den Supermarkt springen, um eine Handvoll Dinge zu kaufen. Aber nein! In Deutschland muss man sich schön hinten einreihen, hinter all die vollen Einkaufswagen.
Auch jetzt sehe ich wieder überall diese Kassen für maximal fünf oder zehn Artikel. Und erstaunlicher Weise funktioniert das sehr gut und ohne Aufstände! Ich bin ein begeisterter Anhänger davon!
Aber wie bei so vielen Dingen, die in anderen Ländern erfolgreich sind, lautet die überhebliche deutsche Antwort: „Jaja, in Südamerika geht das, aber in Deutschland funktioniert das nicht!“ – Scheißegal ob Reichensteuer, arbeitsteilige Beschäftigungsverhältnisse, Schulreformen, Mindestlohn (Oh Perdon!) oder „schnelle Kassen“ immer lautet die Antwort: „Jaja… Aber…!“
Was würde bei der konsequenten Einführung „Schneller Kassen“ passieren? Rentner würden mit ihren Spazierstöcken ihre Rechte auf freien Zugang zu allen Kassen einfordern, Mütter mit vollen Einkaufswagen würden diese widerlichen Wenigkäufer verprügeln und Edmund Stoiber würde die Grünen wegen Bevormundung beschimpfen. Außerdem sei der Wirtschaftsstandort Deutschland gefährdet, wenn plötzlich alle Kunden nur noch fünf Artikel einkaufen würden! Wenigkaufen darf nicht auch noch belohnt werden. Im Gegenteil: Vorfahrt für volle Einkaufswagen! Mehr noch: Wer zwei Einkaufswagen voll hat, der wird vorgelassen!
Jawoll Deutschland! So sieht die konsequente deutsche Antwort auf diese südamerikanischen Konsumverweigerer aus!

Fundstück – brasilianische Haut
Fundstücke in Fernwest – brasilianische Haut!
Haut ist in Brasilien anscheinend ziemlich wichtig! Denn auch wenn Brasilien das Land mit den weltweit meisten Katholiken ist, so ist es gleichzeitig das Land mit der höchsten Tangadichte! Das scheint in Brasilien, kein Widerspruch zu sein, während sich die Bewohner meiner zuvor bereisten Länder durchaus bedeckter zeigten. Aber ehrlich gesagt, können es sich die meisten Brasilianerinnen auch leisten, so freizügig zu sein, ohne dass Amnesty International einschreiten muss. Aber auch die brasilianischen Männer zeigen im Übrigen wesentlich mehr Haut als die Nachbarskollegen. Ob man/frau nun auf diese knappen Penisquetscher-Badehosen steht, möchte ich hier nicht hinterfragen. Diese Badehosenmode überlasse ich der individuellen Verhaltensstörung. (Was ich nicht wusste, dass es dieses schlimme Barça-Auswärtstrikot vom vorletzten Jahr auch als Badehose gibt! Siehe Foto!)
Aber die Haut wird nicht nur hergezeigt, sie wird auch gnadenlos (zu)tätowiert. Sowohl bei Männern als auch bei Frauen und gerne richtig billig und übel. Von Tätowieren als Kunstform kann also nicht die Rede sein. Während meiner ersten Busfahrt habe ich mein erstes Bekenner-Tattoo gesehen. Eine Frau hatte oben auf dem Rücken (quasi als Kragen) ein geschnörkeltes „Eduardo“ gestickt und daneben saß dieser persönlich. Das konnte ich seitdem häufiger beobachten. Wohin sich die Männer den Namen ihrer Liebsten haben meißeln lassen, konnte ich bisher nicht erspähen. Dafür präsentieren viele Männer den Namen ihrer Kinder auf der Unterarminnenseite. Was ja eigentlich ganz schöne katholische Treuebekenntnisse sind – wenn auch nicht immer schön!
Noch eines zu Tattoos… Ich meine, es darf ja zum Glück jede*r, wie er oder sie will. Aber, liebe Frauen, keine Blumen, keine Delphine, keine Schmetterlinge und, das Schlimmste, keine Sterne! Was sollen denn diese albernen Sterne…?! Das ist doch völlig sinn- und inhaltsleer! Dann meißelt Euch den Namen des Geburtsorts aufs Knie – oder eure Lieblingsfarbe oder Hausnummer. Das ist wenigstens eine (wenngleich bescheuerte) Aussage. Aber sich Sterne tätowieren zu lassen… Wirklich?! Wenn ich schon nicht weiß, was ich auf meinem Körper haben möchte, dann brauche ich doch kein Tattoo, um das zu zeigen. Oder es könnte wenigstens ein bisschen originell sein! Dann schon lieber das chinesische Schriftzeichen für „Ente süßsauer“!
鸭肉味甘酸
Meine Fresse!

so! das sind die Bilderchen. Frohe Weihnachten!
Fundstück – Stand up Paddling!
Fundstücke in Fernwest – Stand up Paddling!
Natürlich hatte ich schon davon gehört! So ist das ja nicht. Ich hatte auch eine Vorstellung dazu, keine gute im Übrigen. Aber die Wirklichkeit ist dann manchmal noch gnadenloser als meine ohnehin schon verachtende Phantasie. Was auf einer anderen Betrachtungsebene beruhigend erscheint, da es nämlich beweist, dass ich gar nicht alles zu negativ sehe.
Würde es sich um einen neuen Film handeln, würde die Vorankündigung wohl lauten: „Von den Machern von Nordic Walking! jetzt der nächste Megaknaller: Stand up Paddling!„. Vergessen Sie alles, was Sie über Wassersportarten je wussten. Denn gegenüber Stand up Paddling ist selbst Badewanning ein Scheißdrecking!
Jetzt mal unter uns, ohne Übertreibung: „Stand up Paddling“ ist das Allerletzte! Da kann mir keiner was anderes erzählen. Ich hab’s mir zehn Minuten angeschaut und gemerkt, wie mein Gehirn einfach nicht mehr mit Sauerstoff versorgt wurde. Es dachte, ich wäre tot, so sehr hat es sich gelangweilt.
In Rio de Janeiro versauen einem die Kackbratzen sogar den Blick vom Praia de Copacabana aus auf den Pão de Açúcar.
Aber warten wir ab. Vielleicht kommt schon nächste Saison der neue Streifen „Extreme Stand up Paddling“ ins Kino. Dafür muss man sich beim Paddeln auf die Zehenspitzen stellen. Oder aber Wildwasser-Stand up Paddling. Oder Downhill im Tiefschnee. Womöglich gibt es bereits ein Paddling-Adapter-System für die Nordic-Walking-Stöcke…
Wer weiß schon, wie schlimm die Zukunft werden mag. Der Pessimist sagt dazu ja: „Es kann nicht mehr schlimmer werden!“ Aber der Optimist weiß: „Schlimmer geht immer!“

Fundstück – die Meerschweinchentestesserstory
Fundstücke in Fernwest – die Meerschweinchentestesserstory
„Na, das war ja klar, dass das jetzt kommt! Nach Ecuador fliegen und Meerschweinchen essen!“ Was denn, was denn…?!
Da man in allen guten wie schlechten und sogar den mittelmäßigen Reiseblogs und auch Reiseführern immer eine mit gespaltener Moralzunge gepfriemelte Meerschweinchentestesserstory findet (sentimental hin und her gerissen zwischen der eigenen weltoffenen und total toleranten Persönlichkeit und der kulturell-kulinarischen Angewidertheit des Anderen*), verzichte ich an dieser Stelle auf diesen Mainstream-Scheiß! Auch wenn ich mir bis zu meinem Lebensende solche Sprüche anhören muss wie: „Jetzt bist du extra nach Ecuador gereist und hast dann KEIN Meerschweinchen gegessen?! Du feiger Hund!“
Dafür erzähle ich Euch, dass in Südamerika das Meerschweinchen „Cuy“ heißt, weil es diese Geräusche macht, nicht beim Schlachten übrigens! „Cuy!“ Süß oder? Ist ein bisschen so, wie wenn deutsche Kinder „Wauwau!“ zu einem Hund sagen. Apropos Hund, damit kann ich übrigens dienen! Denn Hund habe ich schon mal während meines Fahrradtrips durch Indonesien auf Flores gegessen. Na und wer macht solche Sachen in diesem Vielvölkerstaat? Die Buddhisten…, die Moslem…? Nein, natürlich die Christen essen Hund! Freitags werden die Hunde wahrscheinlich ertränkt oder durchs Weihwasser gezogen, damit sie dann als Seehund gegessen werden dürfen!
In diesem Sinne wünsche ich Euch ebenfalls eine Atomwaffen und Meerschweinchen freie Vorweihnachtszeit!
(*Das „Andere“ ist hier soziologisch zu verstehen als das Fremde, Unbekannte und Angstmachende. Wir sind zwar natürlich tolerant, aber aus der Position des kulturell Überlegenden, humanistischen und die Werte kontrollierenden Gutmenschen heraus.)

