fundstücke in fernwest

Fundstück – kolumbianische Fahrerverleumdung

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Fundstücke in Fernwest – kolumbianische Fahrerverleumdung

In Kolumbien klebt hinten an allen öffentlichen Verkehrsmitteln eine Plakette mit den Worten „Como conduzco?“. „Wie fahre ich?“ wird hier gefragt und dazu eine Telefonnummer einer kostenlosen Hotline, um sich über die Fahrweise des Bus-/ Taxifahrers zu beschweren. Das soll zu vernünftiger Fahrweise erziehen.
Das ist doch auch mal eine hübsche Idee für Deutschland. Jeder kann sich an eine Hotline wenden und andere Fahrer verleumden (am besten direkt mit dem Handy am Steuer!)
Ich könnte mir das gut als schöne, unpopuläre Idee der „Grünen“ im nächsten Bundestagswahlkampf vorstellen, um noch kurz vor Wahl schnell die Umfrageergebnisse zu halbieren. Und Seehofer und Co könnte sich herrlich künstlich aufregen (was ja auf bayrisch immer besonders lustig und besonders künstlich klingt). Das wäre ja wohl noch schöner! Es wäre ja wohl die Entscheidung eines jeden Bürgers, so beschissen und verantwortungslos zu fahren, wie er wolle. Wir bräuchten nicht die Bevormundung dieser grünen besserwisserischen Gutmenschen. Wahrscheinlich dürfte man demnächst beim Drive-In auch nur noch vegetarische Burger bestellen, weil man auf rotes Fleisch besonders aggressiv fahren würde. So wie ich Seehofer wahrnehme, trinkt der schon morgens rotes Fleisch und zwar ausschließlich!
Wie auch immer! Und egal wie unglaubwürdig das Aufregen wäre, es würde funktionieren. Weil irgendwie hat der Seehofer doch recht…! Am Arsch!

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Fundstücke – schmutziger Zeitvertreib

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Fundstücke in Fernwest – Schmutziger Zeitvertreib

Manchmal wird man dafür belohnt, wenn man sich die Mühe macht, auch im Ausland Zeitung zu lesen. Dies ist ein gutes Beispiel für eine solche Belohnung, finde ich.
Passiert auf einer „Unterhaltungsseite“ einer kolumbianischen Zeitung. Es ist ein „Matatiempo“, was ein Zeitvertreib ist oder besser mit „Zeit totschlagen“ übersetzt werden kann. Macht euch doch selbst mal die Mühe und kreuzt auf dem Bildschirm die sex Unterschiede an. – Ich habe nur fünf gefunden. War wohl irgendwie abgelenkt!
Sollten wir bei uns auch so etwas haben? Neeeeeh! Pfui! Schweinkram! Dabei kann ich gar nicht beurteilen, wie durchgegendert die Zeitung „al día“ ist. Höchst wahrscheinlich wurde ja am nächsten Tag ein Mann im Mankini präsentiert. Für alle modetechnischen Amöben: „Mankini“ ist der scharfe Einteiler, den Borat trägt. Wer neugierig ist, kann ja mal recherchieren.
Wie steht’s eigentlich bei der aktuellen Debatte über die Frauenquote in Verführungspositionen…? Buuuh! Pfui! Ja sorry… Aber mal im Ernst: immer nur „p.c.“-sein ist doch auch laaangweilig!

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Fundstücke – Drogenferrari

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Fundstücke in Fernwest – Drogenferrari

Cartagena ist voll von Polizisten. Es findet gerade ein Interpol-Kongress statt. Und dafür möchte sich die kolumbianische Polizei von ihrer besten Seite zeigen. Neben modernen Drohnen und Waffen zum Anfassen tritt auch eine Sing- und Tanztruppe der Polizeischule auf einer Plaza auf. Junge, hübsche Polizistinnen dabei (leider nicht zum Anfassen).
Mein persönliches Highlight (trotz der hübschen Mädels) ist allerdings der Drogenferrari der kolumbianischen Polizei. Als vor ein paar Jahren der Drogenbaron Hernando Gomez Bustamante, liebevoll Scratchy genannt, geschnappt worden ist, wurde neben seinen sonstigen Besitztümern auch sein Ferrari beschlagnahmt. Und da die Polizei den quasi ungenutzten Ferrari nicht zu einem angemessenen Preis verkaufen konnte, wurde er vor kurzem umlackiert und wird jetzt stolz dem Bürger als grenzenlos cooler Polizeiferrari präsentiert.

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Herr Boe prüft die moderne Waffentechnik. Allerdings wird ihm im Folgenden die Probefahrt im Drogenferrari verwehrt. Schade!

Fundstücke in Fernwest – „schlafender Polizist“

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Fundstücke in Fernwest – „schlafender Polizist“

„Policía acostado“, „schlafender Polizist“ also, werden sie liebevoll genannt. Aber es gibt noch eine Reihe anderer Ausdrücke für diese verhassten Gesellen, die man in allen Ländern Zentral- und Südamerikas auf der Straße findet: Reductor de velocidad, tope, rompevelocidad, lomo de burro… Gemeint sind die „speed bumps“ oder wie sagt man im Deutschen dazu…? Gibt gar kein richtiges, schönes Wort dafür. Liegt vielleicht auch daran, dass es in Deutschland kaum solche Spaßverderber gibt. Wie wär’s denn mit Geschwindigkeitsminderer? Das klingt doch schön bürokratisch korrekt.
Das Schöne an diesen asphaltischen Bremsbuckeln ist, dass an diesen Stellen der Geschwindigkeitsreduzierung haufenweise Dienstleister herumlungern (siehe Fotos!). Bremsverhalten und Verkäuferdichte stehen hier in signifikantem Zusammenhang. Und da man eh bremsen muss, kann man sich ja auch ein paar Tostones (Bananenchips) oder was auch immer durchs Fenster reichen lassen.

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Fundstücke in Fernwest – Gullideckel

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Fundstücke in Fernwest – Gullideckel

Wenn man durch kolumbianische Straßen läuft, muss man aufpassen! Das klingt erst mal ziemlich Banane. Na klar, Kolumbien ist ein gefährliches Pflaster. Aber das meine ich nicht. Man muss aufpassen, dass man nicht plötzlich, zumindest teilweise, verschwindet. Denn es werden in Kolumbien jeden Tag 200 Gullideckel von „Metalldieben“ geklaut, um sie zu verkaufen! Und zurück bleiben Löcher! Auf dem Foto haben Anwohner Steine über die Löcher gelegt, um die Stolper- und Sturzgefahr einzudämmen. So sieht’s leider nicht überall aus! Das Thema wurde gerade von der Presse entdeckt, weil vor kurzem ein zweijähriges Mädchen nach Sturz in ein solches Loch gestorben ist.

Das erinnert mich an bisschen an die Geschichte, als vor ein paar Jahren im Osten unserer geliebten Teilrepublik am helllichten Tag Eisenbahnschienen abmontiert und per Sattelschlepper abtransportiert worden sind. Hat auch keiner gefragt: „Tschuldigung, was machen Sie denn da?“

DSC03449Abdeckung über geklauten Gullideckeln.