Liebe Deutsche Bank – auch Ihnen ein nachhaltiges 2017
Liebe Deutsche Bank – auch Ihnen ein nachhaltiges 2017
Gerade im Spiegel eine Anzeige von Ihnen gelesen. Übrigens, Banken wie Sie duze ich aus Gründen meiner moralischen Integrität nicht. Ich halte es da mit Joschka Fischer: „Mit Verlaub, Sie Arschloch!“.
In Ihrer Anzeige werben Sie damit, Testsieger im Bereich „Anlageberatung“ zu sein (durchgeführt vom Handelsblatt). Fraglich, ob darin auch die moralische Seite der Anlagen berücksichtigt wurde, das heißt, auf welche schutzige Art und Weise der Anleger bei Ihnen sein Geld vermehrt.
Fraglich deshalb, weil ich auch andere Testergebnisse von Ihrer Bank kenne, zum Beispiel den „fair finance guide“ und darin schneiden Sie, liebe Deutsche Bank, recht beschissen ab. In diesem Test werden die Bereiche Klimawandel, Menschenrechte, Arbeitsrechte, Natur und Umwelt, Steuern, Korruption, Rüstung und Nahrungsmittel bewertet. (Hier der Link zu Ihrer persönlichen Misserfolgsstory: http://www.fairfinanceguide.de/)
Auch in der Rubrik „anhängige internationale Klagen“ spielen Sie ja weiterhin in der Champions League, in die Manipulation des Devisenmarktes und von Referenzzinssätzen wie dem Libor sind Sie ebenso verwickelt.
Bäh! Und böse! Möchte man sagen. Aber schade, dass das niemanden interessiert. So gibt es eine großartige Dokumentation vom ZDF „Der Fall Deutsche Bank“, die sogar um 20:15 im Hauptprogramm lief. Allerdings wollte das kein Mensch sehen. Gemäß ZDF-Informationen hatte diese Doku die schlechteste Quote des gesamten Jahres zu dieser Sendezeit.
Für alle mit viel Zeit und viel Interesse: https://www.youtube.com/watch?v=jlYqmxfHl1I
Für alle anderen reicht es einfach, die Bank zu wechseln! Es gibt da schöne Genossenschaftsbanken, die sehr transparent sind, was ihre Arbeitsweise angeht. Da muss man keine Angst haben, dass das eigene Geld in irgendwelchen Rüstungskonzernen anschafft oder sich an Nahrungsmittelspekulationen beteiligt.
Gutes Tun 2017
Gutes Tun 2017
Ob etwas gut wird, liegt auch an uns!
Zum einen natürlich, weil gut schrecklich relativ ist, und wir dadurch unmittelbaren Einfluss darauf haben, ob etwas gut ist oder eben nicht , weil wir es so oder so wahrnehmen. Schön zu wissen!
Dann sollte man sich bewusst machen (oder werden), dass Gutes Tun erst einmal etwas Gutes ist, genauso wie man „Gutmensch“, meiner Ansicht nach, nicht als Schimpfwort verstehen oder gar benutzen sollte, was in unserer Zeit des Meckerns, Schimpfens und Hatens leider längst Normalität geworden ist. Auf dieser Basis wird’s nämlich einfach schwer, positiv zu bleiben. Und was passiert, wenn uns eine positive Grundeinstellung verloren geht, konnte man leider 2016 sehr gut beobachten, und, um alle Hoffnungen schnell zu zerstören, das wird sich auch 2017 weiter beobachten lassen.
Es sei denn wir (und damit jeder einzelne von uns) bekommen es hin, nicht alle anderen, sondern uns selbst in die Pflicht zu nehmen, damit sich etwas ändern kann. Es hilft nichts, bloß auf die Eliten von Politik, Finanzen und Presse zu schimpfen, solange wir selbst genauso etabliert sind und nicht bereit sind, unseren Arsch aus unserem wohligen Körbchen, aus unserer Comfort-Zone zu bewegen. Denn ansonsten, und das sollten wir uns klarmachen, gehören auch wir zu den Etablierten, die sich im „Weiter-So“-Modus eingerichtet haben.
Und Kabarett-Sendungen zu sehen und dann ernst und zustimmend zu nicken, reicht leider nicht aus. Genauso wenig, wie einmal im Jahr zu wählen.
Wenn etwas besser werden soll, dann müssen wir schon selbst ran, im Kleinen, jeder für sich, und alle gemeinsam! Denn jemand anderes wird sich nicht finden, um es zu tun. Nicht die Etablierten und schon gar nicht diejenigen, die dagegen sind. Ernsthaft, was sollten die denn ändern…?! Und, schlimmer noch, was würde dabei rauskommen…?!
Da muss sich also schon jeder selbst fragen: wen will ich unterstützen und wen nicht. Und wem nutze ich damit!? Welchem Trachtenverein, welchem Konzern, welchem Ausbeuter, welchem Umweltverschmutzer, welcher Bank, welchem Energieversorger, welchem Markt, welcher Partei…?
Ich werde es 2017 versuchen, im Kleinen, für mich, und ich werde davon berichten. Wer macht mit?!
Und bis dahin empfehle ich folgendes, denn Spaß gehört zu einer positiven Grundeinstellung unabdingbar dazu:
Fanny van Dannen „Gutes Tun“-Link
https://tommiboe.com/2016/11/23/yes-you-can-zumindest-wenn-du-willst/
Wurst ist Wurst und Schnaps ist Schnaps!
Wurst ist Wurst und Schnaps ist Schnaps!
Soso, jetzt hat also Christian Schmidt sein Resthirn verloren! Schade, sagen die einen; egal, die nächsten; noch andere fragen, Christian Wer…?! Kennt ihr nicht…? Doch! Christian Schmidt ist der putzige Landwirtschaftsminister von der CSU, der im Zusammenhang mit den russischen Sanktionen den grenzdebilen Kommentar abgegeben hatte: „An apple a day keeps Putin away!“ Na, erinnert ihr euch? Jetzt hätte man fast diesen Satz und auch den daranhängenden Minister vergessen. Aber jetzt beweist er eindrucksvoll und hirnfrei, dass es ihn noch gibt.
Zum Schutz der Verbraucher soll jetzt nämlich klar geregelt werden, dass vegane und vegetarische Lebensmittel nicht mehr so heißen dürfen wie echte, äh, fleischhaltige Lebensmittel. Also keine „vegane Wurst“ und kein „Veggie-Burger“ mehr. Denn das sei für den Verbraucher ja, Zitat: „völlig verwirrend!“ Bravo! Endlich wird die Mehrheitsgesellschaft vor der Überfremdung auf deutschen Tellern geschützt. Damit diese veganen Schwuchteln nicht länger unsere schönen deutschen Worte wie Wurst, Schnitzel, Bulette und Döner kaputt vegetarisieren können. (Vermutlich wird’s bald FlEugVedA-Demos geben von den „Fleischessern Europas gegen Veganisierung des Abendbrots“. Na, wie wär’s, Dresden? Noch Kapazitäten?)
Und vor allem, was werden die nächsten, nun vollkommen logischen Schritte sein? Umbenennung anderer völlig verwirrender Bezeichnung von Lebensmitteln stehen an. Mich verwirren schon lange Namen wie Fleischtomaten, Rosenkohl, falscher Hase, Meerschweinchen, Marmorkuchen oder gar Granatapfel. Da müsste sich doch mal ein unterbeschäftigter und überbezahlter Minister drum kümmern!
Warum hat man von diesem Typen eigentlich nichts im Zusammenhang mit der Zulassungsverlängerung von Glyphosat gehört? Naja… Was soll man schon von einem Landwirtschaftsminister von der CSU erwarten…?
Abschließend mein Wunsch zum neuen Jahr, lieber Christian Schmidt: Es wird echt Zeit, dass auch wir Biertrinker geschützt werden! Meinetwegen soll man aus Hopfen auch Erfrischungsgetränke, Eistee oder Brausepulver machen dürfen, da bin ich echt tolerant, aber warum die dann „alkoholfreies Bier“ heißen dürfen, hab ich nicht verstanden und, zugegeben, es hat mich als Konsument auch ziemlich verwirrt.
Demoskopenversagen
Demoskopenversagen
Jetzt wird 2016 nach dem Bienensterben auch noch als das Jahr des großen Demoskopenversagens in die Geschichtsbücher eingehen. Wohl selten haben so viele Experten in allen möglichen Ländern derart einhellig falsch gelegen wie in diesem Jahr. Aber zu einer ignoranten, abgehobenen und die Lebensrealitäten der Bürger missverstehenden Politik gehört eben auch eine solche Journaille. Das kommt eben davon, wenn Politiker und Journalisten zulange miteinander im Bett gelegen haben. So ist das bei Verliebten. Die bekommen von der Außenwelt ja auch nichts mit!
Tja… Und die Annahme, dass die Hälfte aller US-Amerikaner weiße dicke alte sexistische ausländerfeindliche ungebildete männliche Idioten aus dem Mittleren Westen sind, überzeugt leider auch nicht so richtig. Auch wenn es noch so schlüssig erscheint…
Aber jetzt haben alle, die bisher nichts verstanden haben, plötzlich alles verstanden und das Problem erkannt. Natürlich! Schwierig nur, dass es nichts hilft, bloß zu glauben, dass man etwas verstanden hat, wenn man dann doch einfach so weitermacht wie bisher, weil die Alternativlosigkeit der letzten Jahre alle Phantasie, dass tatsächlich ein anderes Leben möglich wäre, längst getötet hat. Stattdessen merkeln wir weiter! Und das ist nur wirklich die fleischgewordene Alternativlosigkeit!
Ich habe da ein schönes Zitat von Jakob Augstein gefunden: „Offenbar ist die Demokratie in ihrem derzeitigen Zustand kein geeignetes Instrument, um für Gerechtigkeit zu sorgen!“ Denn genau darin versagt sie, bei stetig wachsender sozialer Ungleichheit, seit zwanzig Jahren!
Wir brauchen ein lautes Ja zu Alternativen! Dann erkennen wir vielleicht, dass es neben der Alternative für Deutschland noch andere echte Alternativen für ein besseres Deutschland gibt! Linksblinker setzen!
Atomare Morallosigkeit
Atomare Morallosigkeit
Wie heute bekannt wurde, muss die Regierung, laut Urteil des Bundesverfassungsgerichts, an die Atomkonzerne Entschädigungen zahlen. Forderungen seitens der Konzerne von bis zu 19 Milliarden Euro stehen dabei im Raum! Ach, sagte ich, die Regierung muss zahlen…? Sorry, mein Fehler, Merkels Haftpflicht übernimmt den Schaden dann doch nicht. Dann müssen wir Steuerzahler das natürlich übernehmen.
Ich will mich auch gar nicht darüber aufregen (das habe ich ja schon an anderer Stelle), sondern genauer gesagt darüber, dass die gleichen Konzerne gerade erst die Regierung weichgekocht haben, damit sie aus ihrer Endlagerungspflicht für den Atommüll rauskommen. Da stellten sich die Konzerne als die armen Würstchen dar, die sich unmöglich um den ganzen atomaren Müll selbst kümmern können. Auch wenn sie Jahrzehntelang Milliardengewinne aus dem Atomstrom erwirtschaftet haben, welche dann natürlich artig privatisiert wurde. Wer hätte auch schon ahnen können, was diese blöde Sache mit der Endlagerung kosten könnte? Also wirklich… Da müsste man ja Hellsehen können oder gar vom Fach sein…! Und überhaupt!
Aber nachdem sich die Bundesregierung auf diesen, für uns Steuerzahler extrem teuren Deal eingelassen hat, was rechtlich überhaupt nicht notwendig gewesen wäre, dass jetzt die Atomkonzerne ihrerseits, nachdem die Regierung ihnen gerade etliche Milliarden quasi geschenkt hat, auf Entschädigungszahlungen gegenüber dem Bund bestehen, zeigt leider mal, wie verkommen die Welt unserer Konzerne ist. Moral hat da nichts verloren. Und jeder, der so tut, als könne man auf moralischer Ebene mit multinationalen Unternehmen diskutieren, hat es nicht geblickt! Denn das moralische Konzept eines Haifisches funktioniert ganz ähnlich. Komisch nur, dass das die meisten bei Haifischen begreifen und bei Konzernen nicht.
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