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Die schönsten veganen Gerichte mit ahle Worschd

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Die schönsten veganen Gerichte mit Ahle Worschd
Ich finde ja, Veganer um sich herum zu haben, schafft immer kreative Ideen. Jeder normale Mensch sollte mindestens einen Veganer im Freundeskreis haben. Das bereichert ungemein! Und das meine ich in erster Hinsicht natürlich nicht kulinarisch. Ich will an dieser Stelle aber gar nicht unnötig das Niveau herabdrücken (wie sonst) und sagen, vegane Küche ist nicht Bereicherung sondern das Gegenteil, weil sie einem ja einen Großteil der Nahrungsmittel wegnimmt. Nein, ich will auch kein Veganer-Bashing betreiben, weil mir das zu billig ist (das kann und macht ja jeder) und zumal die meisten Veganer längst nicht so verkrampft und belehrend sind, wie immer getan wird. Und ich kann das beurteilen, da ich ja selbst Lehrer und Belehrer bin. Außerdem meine ich in diesem Beitrag gar nicht Veganer und auch nicht vegane Gerichte sondern Vegetarier und vegetarische Gerichte. Wenn ich das hier und jetzt in einen Topf werfe, dann ist das also kein peinlicher Fehler sondern lediglich ein billiges Stilmittel. Denn vegan ist zur Zeit einfach hipper als vegetarisch. Vegetarier sind angepasst, laaaangweilig und Hundert Jahre alt. Über die regt sich schon lange keiner mehr auf. Veganer sind also die Vegetarier von Gestern aber dafür die Frutarier von Gestern (oder so ähnlich).
Als wir Ostern im Freundeskreis im nordhessischen Nirgendwo beisammen saßen, war auch so ein Drecksveganer dabei (bei dem es sich in Wirklichkeit natürlich um einen sehr lustigen Drecksvegetarier handelt). Und ich konnte diese Situation wieder einmal als Bereicherung empfinden. Denn wir kamen auf die hübsche Idee meines neuen Fotoprojekts, das da heißt „Die schönsten veganen Gerichte mit Ahle Worschd!“
„Ahle Worschd“ heißt für die, die der nordhessischen Sprache und Küche nicht mächtig sind, „alte Wurst“ und ist eine sehr typische und zugleich schmackhafte Rohwurstspezialität, die der Nordhesse quasi (also theoretisch und praktisch) mit und zur Muttermilch aufnimmt. Momente, in denen ein süddeutscher Erziehungspraktikant zur Brezel greift, um seine Kleinen zu versorgen, gehören in Nordhessen traditionell der Ahlen Worschd! (zugegeben: auch weil es dort keine gescheiten Brezeln gibt!) Die Ahle Worschd ist eine Kulturkonstante, insofern man in Nordhessen von Kultur sprechen kann.
Und während wir um den Essenstisch saßen, bemerkten wir, wie schön sich so eine Ahle Worschd neben veganem Essen machte. Und schon war das, vermutlich höchst erfolgreiche Fotoprojekt geboren!
Mittlerweile habe ich das Projekt schon ausgeweitet auf „Die schönsten Veganer mit Ahle Worschd!“ Das hat so ein bisschen was von dieser Kampagne „Nackt im Nerz!“, wo sich C-Promis nackt im Nerz, ach nee, Moment, nackt ohne (!) Nerz fotografieren lassen, weil sie nicht vom Playboy gefragt worden sind und um ihre Karriere wieder anzuschieben. Oder so ähnlich! So ganz hab ich das wohl nicht kapiert…
In jedem Fall ist mein Fotoprojekt auch dafür da, meine Karriere wieder richtig anzuschieben. Und deshalb dürft ihr alle kräftig mitschieben und mitmachen. Denn es handelt sich um ein integratives Fotokunst-Beteiligungsprojekt. Also schickt mir auch Eure „schönsten veganen Gerichte mit Ahle Worschd!“ Gerne dürft ihr dabei auch die „Ahle“ durch regional typische Extrawürste ersetzen. Ich möchte hier nicht als „Ahle Worschd“-Nazi rüberkommen, sondern freu mich, im Gegenteil, auf zugesendete gesamtdeutsche, ach was, internationale Wurstvielfalt, natürlich im veganen Mantel!
Dann mal los!

Oder natürlich einfach mal den leeren Teller nach dem Essen fotografieren: #FoodNoPorn

Apropos Frutarier! Demnächst vielleicht mehr zum Thema „Melkverlustkäse„!

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hmmmm lecker! Wenn das mal keine gelungene Integration ist…!

Selbst schuld

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Selbst schuld

Ja, doch! Ich weiß! Ich bin selbst schuld! Natürlich! Ja, doch…!
Mein Leben lang auf Flugmangos schimpfen (zu Recht!) und dann am 22. April ein Erdbeertörtchen kaufen wollen, nur weil es lecker aussieht. Pah! Aber „lecker aussehen“ ist auch nur der kleine, noch hässlichere Bruder von „gut gemeint“ und bedeutet das genaue Gegenteil! Das weiß doch jeder Erstsemester! Au Mann! Das ist so peinlich!
„Don’t do Erdbeertörtchen in April!“ hat mir schon meine Oma gesagt! Und wie immer hat sie Recht!

Da hilft auch nichts, dass ich die Bäckereifachverkäuferin an der Theke gefragt habe, ob denn die Erdbeeren „schon etwas können“. Auch Bäckereifachverkäuferinnen haben ihre Rhetorikseminare besucht und sagen lächelnd „natürlich“, anstatt auf das heutige Datum zu verweisen.
Den besten Wert erreichen „meine“ Erdbeeren übrigens in der Rubrik „Knusprigkeit“, was eher dem Möhrchen als denn der Erdbeere als Kernkompetenz zugeordnet wird.
Was bleibt noch zu sagen? Der Mürbeteig ist einfach große Klasse, obwohl „mürbe“ ja in meinen Ohren nur wenig positiv klingt. Mürbe, so wie alte, brüchige Knochen. Aber der Teig ist super! Auch die Sahnecreme darüber richtig lecker. Blöd nur diese albernen Erdbeeren obendrauf. Vielleicht sollte ich sie einfach entsorgen oder für ein, zwei Tage mit Zucker bestreut in den Kühlschrank sperren und sie dann mit guter „Vorzugsmilch“ in den Mixer schütten. So heißt Milch heute, die früher mal Frischmilch hieß.

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In Schulnote: 1=sehr geil – 5=6=sehr scheiße!

(Mehr zu „Frischer Frischmilch“ unter: https://tommiboe.wordpress.com/2015/04/16/frische-frischmilch/ !)

Frische Frischmilch

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Frische Frischmilch

Stuttgart, April 2015. Als ich am Montagmorgen meinen Kaffee zubereitet hatte, öffnete ich den Kühlschrank und fand eine angebrochene Tüte Frischmilch. Sicher, das kann schon mal passieren. Aber diese Milch stand dort schon, bevor ich in meinen Osterurlaub aufgebrochen war, also seit circa 14 Tagen. Hmm… konnte, ja, durfte diese Milch noch gut sein? Wie auch immer – sie war es! Und sie ist es auch noch heute, Mittwoch.

Soll ich das gut finden…?! Frischmilch ist jetzt „länger haltbar“, erklärt mir meine Milchtüte. Das ist eine neue Kennzeichnung. Raider heißt Twix und H-Milch heißt jetzt Frischmilch, sonst ändert sich nix! Ist klar! Warum man so was macht, ist einfach. Frischmilch ist viel positiver besetzt als H-Milch (*). Wie H-Milch alleine schon klingt…! Als hätte es weder für A-, B- noch für C-Milch gereicht. Blöd an Frischmilch war, dass sie einem immer schlecht geworden ist. Aber der Name war top! Also nennen wir doch einfach die H-Milch Frischmilch. Hat doch jeder was davon! Wollt ihr mich eigentlich verarschen…?! Ja, natürlich! Was für eine Frage…?

(*Anmerkung 1: Bis vor kurzem gab’s im Supermarkt oft nur harte Avocados, die man erst eine Woche, nachdem man Lust auf sie hatte, essen konnte. Jetzt gibt’s „essreife Avocados“. Die sind zwar genauso hart, heißen aber „essreif“, weil das positiver klingt als „harte“ Avocados. Oder was?!)

(*Anmerkung 2: Die Troika wird inzwischen ja auch nicht mehr Troika genannt, sondern „die Institutionen“, weil die Leute mit Troika etwas Negatives verbinden. Natürlich, theoretisch könnte man auch an den Inhalten etwas verändern, wenn der Ruf ruiniert ist. Aber das wäre politisch ja völlig abwegig. Dafür müsste man ja sich erstens eingestehen und zweitens zugeben, dass die Troika-Politik falsch gewesen und gescheitert wäre. Und wie abwegig ist das denn…?! Also nennt man die Troika nicht mehr Troika und man macht sonst genauso weiter!)

Aber zurück zum Thema! Die Frage bleibt: Warum darf man Milch einfach so umbenennen…?!

Frischmilch ist ein Kulturgut, verdammt! Ich hab sie als Kind samstags per Rad vom Bauern Strampe abgeholt. Mit „sie“ meine ich „frische Milch“! Frisch! Wer heute echte Frischmilch muss schon sehr aufs Kleingedruckte achten. Auf diesen Tüten steht „traditionell behandelt“. Noch nicht aufgefallen? Das liegt daran, dass sie in vielen Supermärkten gar nicht mehr auftaucht. Denn dort wird hauptsächlich die neue „ESL-Milch“ angeboten, bei der im Gegensatz zur alten Frischmilch, pasteurisiert (5-7 Tage haltbar), und zur H-Milch, ultrahocherhitzt (3-6 Monate haltbar), keine gesetzlich-verbindliche Herstellungsmethode definiert ist. Was passiert also mit dieser ESL-Milch…? Und was überlebt diese Methode…?

(*Anmerkung 3: „ESL“ steht im Übrigen für  „extended shelf life“! Im Ernst! Das habe ich mir nicht ausgedacht! So was Blödes gibt’s wirklich: „Längeres Regal Leben“! Na, wünschen wir uns das nicht irgendwie alle?)

Opa Miele hatte dereinst den Kühlschrank nur erfunden, damit sich Frischmilch zwei Tage länger halten konnte und wir die Milch NICHT bis zur Unkenntlichkeit und zum völligen Geschmacksverlust erhitzen mussten. Wird jetzt die Erfindung des Kühlschranks nachträglich für ungültig erklärt? Muss ich mal mit meinem Patentanwalt klären. Bis zur Antwort nage ich derweil ein bisschen an meiner „essreifen“ Avovado!

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Frische Vollmilch Bio 3,8%. Wo ist der Unterschied? Auf der linken Tüte steht oben rechts ziemlich klein „länger haltbar“, auf der rechten gut leserlich „traditionell hergestellt“!

Rizinöser Apfelsaft

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Rizinöser Apfelsaft

Nach meiner Schulter-OP vor zehn Jahren verbrachte ich noch einige Tage in der Uniklinik in Marburg. Ein Side-Effect meines zumeist liegenden Aufenthalts war, dass neben meinem Kreislauf auch die Peristaltik meines Magen-Darmtrakts stark heruntergefahren war. Das bedeutet, die tägliche orale Nahrungsaufnahme funktionierte, aber irgendwo auf dem Weg zur gegenüber liegende Körperöffnung hatte sich ein Stillstand eingestellt.
Ich weiß nicht, wann Ihr das letzte Mal drei Tage ohne Bewegung im Bett gelegen habt. Aber irgendwann stellt man sich die Überlegung an, wie das weitergehen soll und was die Folgen für die unteren Verdauungsorgane sein könnten. Wer weiß schon, wie groß (in Kubikmetern) das Fassungsvermögen des Dickdarms war?
Um der Peristaltik auf die Sprünge zu helfen, bietet sich Bewegung an. So sind zum Beispiel keine Fälle von Verstopfung bei Trampolinspringern bekannt. Das regelt sich von alleine! Was bei mir ja normalerweise hilft, ist Kaffee. Der aufmerksame Leser vermutet richtig. „Normalerweise“ heißt hier: nicht in diesem Fall!
Am dritten Morgen fragte ich das Personal beim Abräumen des Frühstücks, ob es sich beim servierten Kaffee denn um koffeinfreien handele. Die zuständige Schwester bejahte dies. Wie ich denn darauf komme. Naja, drei Tage ohne WC-Besuch seien bei mir nun mal selten und ich habe eigentlich eine sehr koffeinaffine Peristaltik. Ah so! Sie verstehe. Sie werde mir dann mal einen warmen naturtrüben Apfelsaft bringen – zwinker, zwinker. Das werde schon helfen!
What…?! Warmer Apfelsaft? Zwinker, zwinker? Hatte ich da etwas verpasst? Wo war ich hier doch gleich? „Ergänzen Sie bitte möglichst spontan!“ Krankenhaus, Verstopfung, Schulmedizin…! Na? Naturtrüber Apfelsaft, natürlich! Konnte man mir, wo ich schon mal im Krankenhaus war, nicht ein seriöses Angebot gegen meine Verstopfung anbieten? Warmer Apfelsaft? Sah ich so naiv aus? Ich glaubte ja auch nicht an „Brustvergrößerung durch Handauflegen“, obwohl ich das Jahrelang praktiziert hatte.
Fünf Minuten später hatte ich ein Glas mit warmem, naturtrübem Apfelsaft in der Hand. Ich sagte artig Danke und lächelte dazu. Nun gut. Was konnte es schon schaden? Meine Erwartungshaltung war so gering, dass sie enttäuscht werden musste. Denn kaum runtergeschluckt, spürte ich schon ein Rauschen im Magen. Kann man ein Rauschen im Magen spüren? Ohhh ja! Hmm, interessant! Kurz nach dem Magen kommt der Zwölffingerdarm. Das ist zwar nichts Neues, aber gespürt und gehört hatte ich ihn, meiner Erinnerung nach, noch nicht derart deutlich. Hmm, hört, hört!
Gedanklich und akustisch (!) folgte ich dem Saft auf dem Weg durch meine Innereien: Dünndarm (aha!). Zum Rauschen kamen ein Zischen und Gurgeln, sodass mein Zimmernachbar aufwachte, also der im Nachbarzimmer!
(*Anmerkung: In meiner Zeit in Sachsen-Anhalt lernte ich den schönen Ausdruck „Wanstrammeln“ für Bauchschmerzen kennen. Dies war so ein Moment, in dem es ordentlich in meinem Wanst rammelte!)
Ich hörte ein Klappern. Hmm, was das die Bauhin-Klappe gewesen? Dann hatte das Reinigungskommando jetzt den Dickdarm erreicht. Wie lange blieb mir wohl noch, wenn der Apfelsaft in gleichen Geschwindigkeit die restlichen 1,5 Meter Dickdarm zurücklegte? Ich sparte mir den schriftlichen Rechenweg und ging vorsichtshalber direkt aufs Klo. Gute Entscheidung! Denn eine knappe Minute später war ich auch schon meine dreitägigen Sorgen los.
Soso! dachte ich. Warmer naturtrüber Apfelsaft also…? Nicht schlecht! – Aber aber! nörgelte mein inneres Team für Misstrauen und Verschwörungstheorien. Vielleicht lachten sich die Schwestern auf dem Schwesternzimmer auch bereits kaputt, da sie mir, natürlich unbemerkt, einige Tropfen Rizinusöl in den Saft geträufelt hatten. Hmm, ja was denn nun…?!

Als ich aus dem Krankenhaus kam, befragte ich meine Oma, was sie denn davon halte. Ihre Antwort: „Ich hätte dir eine Flasche Bier verschrieben! Denn: Hopfen sorgt für freie Fahrt!“
Und wer erinnert sich nicht an eine solche Hopfensituation? Am Morgen nach einer bierseligen Nacht geht einem besagtes Geschäft doch recht leicht vom Darm!

Die Frage bleibt, hätte mir die Schwester im Krankenhaus auch wahlweise ein Bier ans Bett gebracht? Vielleicht ein naturtrübes…? Vielleicht beim nächsten Mal…!

Zucchini – das Arschlochgemüse

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Zucchini – das Arschlochgemüse

Wenn ich die „goldene Himbeere“* für besonders schlechte Performance an ein Gemüse verleihen sollte (eine Frage, die man sich ja schon mal stellen kann!), dann würde ich die Zucchini wählen.
(*kleine Erklärungshilfe plus Nachruf: Die „goldene Himbeere“ ist der „Anti-Oskar“, der an den/die schlechteste/n Schauspieler/in vergeben wird. Häufigste Preisträgerin ist im Übrigen Madonna! Wenn ihr also für Eure Hauszucchini, nachdem ihr sie mit Schelllack haltbar gemacht habt, einen Namen braucht, würde Madonna ganz gut passen! Apropos Hausobst: meine Grapefruit Grace hat ihre/meine Entwachsungskur nicht überlebt! Ciao Babe Grace! Ich werde dich vermissen! Es war schön mit dir!)
Wäre TommiBoe eine Gemüse-Rating-Agentur dann würde ich Zucchinis auf Kompostniveau abwerten. Für mich ist Zucchini das Arschlochgemüse schlechthin!
Sie wächst und wächst und wächst immer weiter, bis sie den Zaun zur Seite gedrückt und Nachbars Erdbeeren plattgemacht hat, und schmeckt nach nichts – es sei denn sie ist bitter oder holzig.
Jetzt mal im Ernst: Wer braucht Zucchini? Mal abgesehen als ökologisch einwandfreies Sexspielzeug… – Die Antwort ist: die Hackfleischindustrie! Denn kein anderes Gemüse eignet sich besser als „Objektträger für Hackfleisch“. Einfach die Zucchini-Innereien rausschmeißen und je nach Größe mit ein bis fünf Kilo Hackfleisch auffüllen. Es gibt auch keine ablenkende Geschmacksbelästigung durch das Gemüse. Denn Zucchinis sind ja zum Glück weitestgehend geschmacksneutral. Wenn man bei Amazon Zucchinis bestellt, bekommt man vermutlich auch gleich den Tipp: „Kunden, die Zucchini kauften, kauften auch Hackfleisch!“

Arschlochgemüse darf (sollte und muss!) letztlich aber auch als Gemüse von Arschlöchern verstanden werden. Während meines dreijährigen Aufenthaltes im sachsen-anhaltinischen Ausland arbeitete ich für einen kleinen aber feinen Verein. Unsere ersten Monate wohnten/ hausten wir in einem alten, abgewrackten Schloss in einem nicht besonders fremdenfreundlichen Dorf. (Um Missverständnisse zu vermeiden: Danach zogen wir in ein anderes nicht so fremdenfeindliches Dorf mit einem anderen alten, runtergekommenen Schloss.) Unter „fremd“ muss man sich gar nichts Ausländisches vorstellen. Es reichten schon das Nachbardorf, klarer Menschenverstand oder der aufrechte Gang aus, um Unruhe und Argwohn ins Dorf zu bringen. Oder eben eine andere Gesinnung als die der Einheimischen. Und die hatten wir. Der Bürgermeisterarsch (und ich halte das für die positivste mir mögliche Bezeichnung) tat sein Möglichstes, um uns das Leben in seinem Dorf noch schwerer zu machen.
Und das einzige, was wir vom Dorf an Zuwendungen erwarten konnten, waren ihre Zucchinis, die im Schutze der Dunkelheit vor die Schlosstüre gerollt wurden. Die Exemplare waren so groß, dass wir morgens die Tür kaum aufbekamen. Da man sie nicht alleine anheben konnte, musste sie also vorm Weitertransport erst einmal zurechtgesägt werden. Na, danke!
Das Positive an Zucchini mag sein, dass man in Notzeiten mit den Erträgen das halbe Dorf ernähren kann. Nur blöd, wenn gerade keine Notzeiten sind und einem das halbe Dorf jeden Nacht mit seinen hölzernen, geschmacksneutralen Zucchinis zumüllt, sodass man regelrecht darauf hofft, der Scheiß Sommer möge endlich zu Ende gehen.
Jedenfalls hatten wir keine Chance, uns durch diesen Zucchiniberg hindurchzufressen, obwohl wir regelmäßig große Gästegruppen zu bekochen hatten. Meine persönliche Zucchini-Sättigungskurve ist erreicht und ich glaube kaum, dass ich je wieder unter den Grenzwert komme. Auch soll mir keiner mit originellen Zubereitungstipps kommen. Ich kenne sie alle! Wer also Ärger will, serviert mir Zucchini, das Arschlochgemüse.
Zum Abschluss noch ein kleines Gemüsezitat von meiner Oma. Sie hat mir mal gesagt: „Wer keine Gemüsesuppe zubereiten kann, der ist entweder zu faul zum Gemüseschnippeln oder einfach nur zu blöd zum Wasserkochen.“
Ach ja. Zucchinis haben in einer Gemüsesuppe natürlich auch nichts verloren. Versteht sich von selbst!

 

Auch wenn sie in neuem Gewand daher kommen, wie hier als kleine, süße, runde Bio-Baby-Zucchini! Arschloch bleibt Arschloch!

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Hier geht’s zu den anderen Gemüse-Geschichten:

https://tommiboe.wordpress.com/category/gemuse/

Beautytipps für Hausobst

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Beautytipps für Hausobst

Stuttgart, März 2015. Grace sieht nicht gut, gar nicht gut! Nein, ich habe keine neue Freundin! Und wenn, dann würde sie natürlich ausgezeichnet aussehen…! Ich rede von meiner Grapefruit. Erst kürzlich habe ich über meine inzwischen mindestens neun Monate alte Grapefruit und ihre beachtliche Gesundheit berichtet (siehe https://tommiboe.wordpress.com/2015/02/25/uber-grapefruit-und-anderes-gemuse/). Sie sah für ihr Alter verdammt gut aus und, wie jedes Haustier, verdiente auch jedes Hausobst ihren Namen. Und da sie nicht nur etwas Grape- sondern auch etwas Grazienhaftes hatte, nannte ich sie Grace. Ich behielt sie als Beobachtungs- und Studienobjekt auf meinem Fensterbrett.
Auf meine Geschichte erhielt ich etliche Rückmeldungen zu meinem neuen Hausobst, unter anderem eine mögliche Erklärung für ihre blendende äußerliche Verfassung. Und zwar wurde die Vermutung geäußert, dass meine Grace wohl „gut gewachst“ worden sein. Wachsen ist also anscheinend ein Prozedere, das nicht nur im Skisport erfolgversprechend ist, sondern auch als geheimer Beautytipp für Obst gilt. Die Wachsschicht als Schutz gegen Umwelteinflüsse. Vielleicht wird das Prinzip ja auch demnächst für den schönheitswahnsinnigen Menschen entdeckt. Bevor man sich Botox in die Fresse spritzen lässt, kann man sich doch mal schön das Gesicht einwachsen lassen!
Zurück zum Obst! Aber da meine Grapefruit nicht nur Beobachtungs- sondern eben auch Forschungsobjekt war, habe ich ihr eine Entwachsungskur verordnet, um mal zu schauen, wie sich meine Grapefruit ungewachst in der Wirklichkeit behauptet.
Gestern bin ich nach einer Woche Skischullandheim nach Hause gekommen und musste erkennen, ja, es gibt einen Unterschied zwischen gewachst und ungewachst (und ich rede nicht nur von Skiern!). Denn Grace sieht gar nicht gut aus! Schade, sie war mir (der Kalauer muss jetzt sein) richtig ans Herz gewachsen!
Aber vielleicht werde ich mir einfach Schellack-Politur kaufen und damit beginnen, Obst und Gemüse selber zu wachsen. Klingt nach einem tollen neuen Hobby! Mal schauen, wie lange sich polierte Radieschen halten. So haben sie wenigstens wieder einen sinnvollen Verwendungszweck, weil essen kann man diese Pseudo-Radieschen ja schon lange nicht mehr!

(dazu: https://tommiboe.wordpress.com/2015/03/03/uber-radieschen-und-anderes-obst/)

Über Radieschen und anderes Obst

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Über Radieschen und anderes Obst

„Wer über Obst schreibt, ist ein guter Mensch!“ Das zumindest hat meine Oma mal gesagt. Kann mich leider überhaupt nicht mehr an den Zusammenhang erinnern. Meine Mutter ließ mich wissen, als ich sie danach fragte, ob sie diesen Spruch noch einordnen könne, dass ich da wohl, mal wieder, etwas falsch verstanden habe (hörte ich da als guter Sohn etwa einen Vorwurf mitschwingen…?) oder aber dass mein Oma zu der Zeit schon ein wenig „wunderlich“ gewesen sei.
Tja, wenn Zeitzeugen nicht funktionieren, dann muss man schon sich selbst oder der wunderlichen Oma vertrauen. Denn ich höre sie noch heute sagen: „Wer über Obst schreibt, ist ein guter Mensch!“
Zugegeben, es klingt ein wenig wie „Böse Menschen singen keine Lieder“. Aber bei diesem Spruch wurde leider nie hinreichend geklärt, wer diese Lieder eigentlich geschrieben hatte, um sie dann von guten Menschen singen zu lassen. Oder „One apple a day keeps Putin away!“ Aber das führt (mal wieder) zu weit… Und ich will gar nicht politisch werden und, wenn man unseren Landwirtschaftsminister zitiert, müsste man sich eigentlich schon wieder aufregen. Ha! Will ich aber heute gar nicht. Außerdem vertraue ich ohnehin mehr den Zitaten meiner Oma als denen von Christian Schmidt. Selbst wenn es darin um Obst gehen sollte!
Schließlich hat mir meine Oma beigebracht: „Wer ein Bier holen kann, der kann auch zwei holen!“ Hat mir schon oft geholfen! Könnte ihr gerne mal ausprobieren!
Zurück zur Sache! Frage: Bin ich auch noch ein guter Mensch, wenn ich schlecht über Obst schreibe? Oder ist das heutige Obst überhaupt noch das, was meine Oma damals damit meinte…? Denn sie dachte bestimmt nicht an eine Mango, die vierzig Tage auf einem Schiff mit 10000 anderen Containern über so viele Weltmeere geschippert wird, bis sie endlich reif ist oder zumindest das, was wir dafür halten. Hmm…?!
Mal abgesehen davon, dass meine Oma noch Gemüse im Garten hatte, das wie Gemüse schmeckte und nicht bloß so aussah, als hätte es einige Gemüse-Model-Wettbewerbe bei RTL gewonnen. Eine Gesellschaft, die sich die Titten machen lässt, lässt sich eben auch die Tomaten und die Radieschen machen. Das geht oberflächlich dann schon manchmal in Ordnung. Früher kam es auch beim Gemüse noch auf die inneren Werte an, nicht nur auf eine verbraucherfreundliche Oberweite, äh, Oberfläche natürlich! – Tja, jede Generation bekommt das Gemüse, das es verdient.
Eine Aubergine soll nicht glänzen, lächeln, wie ein Flummi vom Boden zurückhüpfen und dabei Lieder singen, sondern in Olivenöl baden und schmecken. Und wer sie nicht rechtzeitig zubereitet, dem soll sie gefälligst wegschimmeln! „Ich hab mir doch da vor drei Monaten eine Aubergine runtergeladen. Die muss doch noch gut sein!“ Nein, verdammt, muss sie nicht!

Wir alle wissen, dass die Wahrheit unendlich viele Spielarten hat. Aber was wissen wir schon wirklich und was wissen wir alles nicht, was noch viel wirklicher ist? Und ebenso hat die Geschichte Null Chance gegen die Geschichtsschreiber. Hat meine Oma Elisabeth diesen Spruch nun rausgelassen oder nicht? Spielt ja auch keine Rolle! Im Zweifel für den Angeklagten. Aber in jedem Fall ist folgender Spruch verbrieft. Könnt ihr gleich in euer Poesiealbum kleben: „Die besten Radieschen sind von Oma Lieschen!“ – Heute schmeckt ja alles irgendwie wie Gurke!

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Und wenn ihr euch fragt, wird dieser Artikel noch bekloppter? Dann natürlich: Ja. So wird im aktuellen LIDL-Werbeclip die Frage „Woran erkennt man gutes Obst?“ original mit „Gutes Obst erkennt man an gutem Obst!“ beantwortet. Danke, LIDL!

 

Und hier geht’s zu Grace, meiner Grapefruit.

https://tommiboe.wordpress.com/2015/02/25/uber-grapefruit-und-anderes-gemuse/