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Noch mehr Spaß mit dem Fairphone

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Noch mehr Spaß mit dem Fairphone 2

Ideen sind die Voraussetzungen für Taten. Gute Ideen für gute Taten. Leider sind aber längst nicht alle Ideen Garantie dafür, dass etwas Gutes dabei rauskommt. Beispiel: das Fairphone!

Eine ganze ausgezeichnete Idee, ein Smartphone unter Fairtrade-Bedingungen herzustellen. Die Idee gefiel mir und ich verfiel ihr. So kam ich zu meinem Fairphone 2. (https://tommiboe.com/tag/fairphone/)

Nach Anfangsschwierigkeiten und Zwischendurchproblemen hatte sich die Beziehung zu meinem Fairphone doch noch stabilisiert. – Kunstpause! – Bis zu meinem diesjährigen Sommerurlaub. Bis mich mein Fairphone mitten im Urlaub auf Sulawesi im Stich ließ. Nach ungefähr zwei Wochen verzichtete es einfach auf weitere Aufladevorgänge. Ich versuchte es mit mehreren Steckdosen und verschiedenen Ladekabeln. Vergebens. War das Akku kaputt? Es war ja auch schon eineinhalb Jahre alt, was etwa neun Hundejahren entspricht.

Na, super! Auch spätere Versuche schlugen fehl. So besorgte ich mir in Gorontalo, bevor es auf die traumhaft schönen Togian Islands gehen sollte (diese Info ist für alle, die dachten, es handele sich hier um einen Reiseblog), ein neues Smartphone, rückte meine Sonnenbrille zurecht und lächelte den Schmerz und die Wut weg.

Zurück in Deutschland plante ich eine Mail ans Fairphone-Team, die wie folgt beginnen sollte: „Zu Ihrer Information: Diese Email wurde mit dem Mittelfinger geschrieben!“ – Kunstpause Nummer 2 – Aber zu dieser Mail sollte es nicht kommen. Nach meiner Ankunft räumte ich meinen Rucksack vor der Waschmaschine aus und hängte gedankenverloren das Fairphone an die Steckdose. Ein freundliches Flackern durchzuckte das Gerät und auf dem Display erschienen die Worte „Change is in your hands!“ – Ja, willst du mich verarschen oder was?!

Da war dem Drecksding der indonesische Strom nicht gut genug? Vielleicht spürte es, hochsensibel, die Spannungsunterschiede oder es hatte nur darauf gewartet, bei mir zu Hause wieder lecker Öko-Strom zu bekommen? Oder hatte es sich einfach auch mal zwei Wochen Urlaub gegönnt? Fair enough!

Dein Ernst…?!

 

https://tommiboe.com/category/viel-spas-mit/

 

 

Auf dem Roller geboren

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oder: No Moto No Girlfriend!

Verkehr kann schon eine nervende Sache sein. Für diese Erkenntnis reicht mir meist Deutschland aus. Indonesien kann aber noch mehr nerven. Das liegt daran, dass nicht nur die Bevölkerung Indonesiens (ca. 250 Millionen) und besonders die Städte schnell wachsen, sondern auch der Motorisierungsgrad. Dahingegen bleibt der Straßenbau einem Entwicklungsland würdig und legt in der tropischen Hitze eine Jahrzehntelange Siesta ein. Folge dieser Entwicklung: totale Katastrophe!

Hier soll es aber um einen durchaus faszinierenden Teilaspekt gehen: dem Motorradisierungsgrad. Der Indonesier als solcher wird nämlich nicht zu Hause, im Krankenhaus oder auf dem Weg dorthin im Taxi geboren sondern direkt auf dem Roller. Damit das Baby nicht runterfällt, wird die Nabelschnur sicherheitshalber am Lenker befestigt. Und während in Indonesien die weit verbreitete Meinung vorherrscht, Fahrradfahren wäre zu gefährlich („Bist du wahnsinnig! Bei dem Verkehr!“), fahren die Kinder stattdessen Motorrad. Die Jungs besonders gern und besonders früh. Aber auch die Mädels fahren Roller, gerne zu zweit. Auch im muslimischen Süden von Sulawesi ist das kein Problem.

Aber so ein Moto ist auch praktisch. Fährst du als Junge damit herum, dann hast du noch Platz auf dem Rücksitz und in deinem Leben für ein Mädchen. Du kannst aber auch mit der ganzen Familie unterwegs sein. Eltern mit zwei Kindern sieht man sehr häufig. Du kannst Touristen durch die Gegend fahren und damit viel mehr und viel leichter Geld verdienen als bei der anstrengenden Arbeit auf dem Reisfeld. Du kannst ein Tuk-Tuk draus bauen und schon hast du einen geregelten Arbeitsplatz. Und du kannst damit natürlich alles (ALLES!) transportieren!

Und als Zugabe hast du noch etwas, das du am Samstag waschen kannst!

auf dem roller07

Adipöser Vogel verweigert Papaya-Diät

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Hmm…! Vielleicht doch ein bisschen sehr reißerisch als Aufmachung für eine Geschichte über das krass einseitige Obstangebot in Sulawesi. Als Freund von Fernreisen bin ich auch Fan von solchen Märkten, die nicht mit „super“ beginnen, aber super sind. Dort spielt sich nicht nur ein wesentlicher Teil des Lebens in diesen Ländern ab, sie sind bunt, laut, abwechlungsreich und manchmal sehr gewöhnungsbedürftig (siehe Tomohon, Episode folgt), sondern es gibt dort Früchte! Plural! Viele Früchte! Großer Plural! Früchte, deren Namen ich nicht kenne, aber die ich alle probieren möchte. So kenne ich die Märkte, so sollen sie sein und so war er auch zumindest in Tomohon. Aber sonst ist Sulawesi eine Enttäuschung! Wo ist die Vielfalt der leckeren, stets gutgelaunten Früchte der Tropen? Warum fahre ich denn hier her?

Stattdessen Einfalt, genauer gesagt Zweifalt: Bananen und Papaya. Ausgerechnet Papaya! Im Ernst?!

Sechs Tage auf den Togians – traumhafte Inseln, keine Frage – gab es jeden Tag Papaya zum Frühstück, hin und wieder gemischt mit (richtig!) Banane!

Heute morgen in Tentena, Zentralsulawesi, – traumhafte Aussicht, keine Frage – gab es Banana-Pancake mit (richtig!) Papaya. Papaya ist sowas wie bei uns Zucchini. Die hören einfach nicht auf zu wachsen, bis sich der Nachbar beschwert, weil der Gartenzaun verschoben wurde. (Vgl. https://tommiboe.com/2015/03/20/zucchini-das-arschlochgemuse/)

Im Garten von unserem Hostel sitzt ein fetter Vogel im Baum, der morgens immer ganz elendig schreit. Ich hab mich schon gewundert, was mit dem los ist. Heute morgen konnte ich beobachten, wie er in seinem Baum gefüttert wurde. Er hat ein Schälchen und da kommt sein Futter rein. Daraufhin klettert er eilig runter und fängt an zu schreien, als er merkt, dass es heute auch wieder bloß Papaya gibt.

Mir geht’s beim Frühstück inzwischen ähnlich. Zumindest die Aussicht stimmt.
Ich weiß, die Geschichte erklärt nicht hinreichend, warum der Vogel so fett ist.

 

Bild1. Fetter Vogel

Bild2. Fetter Vogel im Papayabaum

Bild3. Mein Frühstück mit Aussicht

Bild4. Vogelfrühstück

Trockenzeit kaputt!

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Meinen Schülern verbiete ich, Sätze mit also zu beginnen sowie das Wort eigentlich zu benutzen. Denn dabei kommt selten etwas Gescheites heraus.

Also, eigentlich wollte ich heute auf den Straßen von Tomohon unterwegs sein, um mir die Parade zum Nationalfeiertag Indonesiens anzuschauen. Die Straßen sind schon seit Tagen mit rotweißen Flaggen geschmückt, Holzzäune wurden rotweiß lackiert, vor Schulen wurde eifrig für den Umzug geprobt und selbst die Straßenverkäufer hatten rotweiße Fähnchen im Angebot.

Das sollte doch auch für mich ein Fest sein. Also eigentlich…

Aber seit heute morgen regnet es. Wie auch schon  seit Tagen. Nur heute mag es einfach nicht aufhören und immer, wenn es aufzuklaren droht, wird es noch schlimmer. Selbst schuld, mag der geneigte Hobbymeterologe denken. Wenn man in die Tropen reist, und ich befinde mich zurzeit auf 1° nördlicher Breite, dann muss man auch mit tropischem Niederschlag rechnen. Schließlich heißt es auch tropischer Regenwald. Jaja, so weit korrekt!

Allerdings ist in Sulawesi im August Trockenzeit angesagt. Schade, dass Sulawesi nichts davon weiß, obwohl mir das alle Beteiligten bisher versichert hatten. Schon bei meinem Tauchstopp auf Bunaken, einer kleinen Insel im Norden von Sulawesi, wurde ich von tropischen Regenfällen begleitet. Allerdings wissen Taucher: it never rains under water!

Heute hingegen ist die Trockenzeit völlig kaputt. Auf indonesisch übrigens: „iklim rusak!“ Soll der Geograph nun interessiert tun, da er mal wieder Zeuge des Klimawandels sein darf, oder muss ich sogar ein schlechtes Gewissen haben, da ich ja gar nicht das Opfer, sondern vielmehr der Verursacher des Klimawandels bin, oder ist das Gejammer endlich bald vorbei…?

Naja, zumindest baumeln auch vor meiner, in den Bergen gelegenen Unterkunft zwei rotweiße Fahnen herum. Yeah, Stimmung…!

Die Proben zum Nationalfeiertag vor einer Schule – noch im Trockenen!