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Beautytipps für Hausobst

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Beautytipps für Hausobst

Stuttgart, März 2015. Grace sieht nicht gut, gar nicht gut! Nein, ich habe keine neue Freundin! Und wenn, dann würde sie natürlich ausgezeichnet aussehen…! Ich rede von meiner Grapefruit. Erst kürzlich habe ich über meine inzwischen mindestens neun Monate alte Grapefruit und ihre beachtliche Gesundheit berichtet (siehe https://tommiboe.wordpress.com/2015/02/25/uber-grapefruit-und-anderes-gemuse/). Sie sah für ihr Alter verdammt gut aus und, wie jedes Haustier, verdiente auch jedes Hausobst ihren Namen. Und da sie nicht nur etwas Grape- sondern auch etwas Grazienhaftes hatte, nannte ich sie Grace. Ich behielt sie als Beobachtungs- und Studienobjekt auf meinem Fensterbrett.
Auf meine Geschichte erhielt ich etliche Rückmeldungen zu meinem neuen Hausobst, unter anderem eine mögliche Erklärung für ihre blendende äußerliche Verfassung. Und zwar wurde die Vermutung geäußert, dass meine Grace wohl „gut gewachst“ worden sein. Wachsen ist also anscheinend ein Prozedere, das nicht nur im Skisport erfolgversprechend ist, sondern auch als geheimer Beautytipp für Obst gilt. Die Wachsschicht als Schutz gegen Umwelteinflüsse. Vielleicht wird das Prinzip ja auch demnächst für den schönheitswahnsinnigen Menschen entdeckt. Bevor man sich Botox in die Fresse spritzen lässt, kann man sich doch mal schön das Gesicht einwachsen lassen!
Zurück zum Obst! Aber da meine Grapefruit nicht nur Beobachtungs- sondern eben auch Forschungsobjekt war, habe ich ihr eine Entwachsungskur verordnet, um mal zu schauen, wie sich meine Grapefruit ungewachst in der Wirklichkeit behauptet.
Gestern bin ich nach einer Woche Skischullandheim nach Hause gekommen und musste erkennen, ja, es gibt einen Unterschied zwischen gewachst und ungewachst (und ich rede nicht nur von Skiern!). Denn Grace sieht gar nicht gut aus! Schade, sie war mir (der Kalauer muss jetzt sein) richtig ans Herz gewachsen!
Aber vielleicht werde ich mir einfach Schellack-Politur kaufen und damit beginnen, Obst und Gemüse selber zu wachsen. Klingt nach einem tollen neuen Hobby! Mal schauen, wie lange sich polierte Radieschen halten. So haben sie wenigstens wieder einen sinnvollen Verwendungszweck, weil essen kann man diese Pseudo-Radieschen ja schon lange nicht mehr!

(dazu: https://tommiboe.wordpress.com/2015/03/03/uber-radieschen-und-anderes-obst/)

Über Radieschen und anderes Obst

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Über Radieschen und anderes Obst

„Wer über Obst schreibt, ist ein guter Mensch!“ Das zumindest hat meine Oma mal gesagt. Kann mich leider überhaupt nicht mehr an den Zusammenhang erinnern. Meine Mutter ließ mich wissen, als ich sie danach fragte, ob sie diesen Spruch noch einordnen könne, dass ich da wohl, mal wieder, etwas falsch verstanden habe (hörte ich da als guter Sohn etwa einen Vorwurf mitschwingen…?) oder aber dass mein Oma zu der Zeit schon ein wenig „wunderlich“ gewesen sei.
Tja, wenn Zeitzeugen nicht funktionieren, dann muss man schon sich selbst oder der wunderlichen Oma vertrauen. Denn ich höre sie noch heute sagen: „Wer über Obst schreibt, ist ein guter Mensch!“
Zugegeben, es klingt ein wenig wie „Böse Menschen singen keine Lieder“. Aber bei diesem Spruch wurde leider nie hinreichend geklärt, wer diese Lieder eigentlich geschrieben hatte, um sie dann von guten Menschen singen zu lassen. Oder „One apple a day keeps Putin away!“ Aber das führt (mal wieder) zu weit… Und ich will gar nicht politisch werden und, wenn man unseren Landwirtschaftsminister zitiert, müsste man sich eigentlich schon wieder aufregen. Ha! Will ich aber heute gar nicht. Außerdem vertraue ich ohnehin mehr den Zitaten meiner Oma als denen von Christian Schmidt. Selbst wenn es darin um Obst gehen sollte!
Schließlich hat mir meine Oma beigebracht: „Wer ein Bier holen kann, der kann auch zwei holen!“ Hat mir schon oft geholfen! Könnte ihr gerne mal ausprobieren!
Zurück zur Sache! Frage: Bin ich auch noch ein guter Mensch, wenn ich schlecht über Obst schreibe? Oder ist das heutige Obst überhaupt noch das, was meine Oma damals damit meinte…? Denn sie dachte bestimmt nicht an eine Mango, die vierzig Tage auf einem Schiff mit 10000 anderen Containern über so viele Weltmeere geschippert wird, bis sie endlich reif ist oder zumindest das, was wir dafür halten. Hmm…?!
Mal abgesehen davon, dass meine Oma noch Gemüse im Garten hatte, das wie Gemüse schmeckte und nicht bloß so aussah, als hätte es einige Gemüse-Model-Wettbewerbe bei RTL gewonnen. Eine Gesellschaft, die sich die Titten machen lässt, lässt sich eben auch die Tomaten und die Radieschen machen. Das geht oberflächlich dann schon manchmal in Ordnung. Früher kam es auch beim Gemüse noch auf die inneren Werte an, nicht nur auf eine verbraucherfreundliche Oberweite, äh, Oberfläche natürlich! – Tja, jede Generation bekommt das Gemüse, das es verdient.
Eine Aubergine soll nicht glänzen, lächeln, wie ein Flummi vom Boden zurückhüpfen und dabei Lieder singen, sondern in Olivenöl baden und schmecken. Und wer sie nicht rechtzeitig zubereitet, dem soll sie gefälligst wegschimmeln! „Ich hab mir doch da vor drei Monaten eine Aubergine runtergeladen. Die muss doch noch gut sein!“ Nein, verdammt, muss sie nicht!

Wir alle wissen, dass die Wahrheit unendlich viele Spielarten hat. Aber was wissen wir schon wirklich und was wissen wir alles nicht, was noch viel wirklicher ist? Und ebenso hat die Geschichte Null Chance gegen die Geschichtsschreiber. Hat meine Oma Elisabeth diesen Spruch nun rausgelassen oder nicht? Spielt ja auch keine Rolle! Im Zweifel für den Angeklagten. Aber in jedem Fall ist folgender Spruch verbrieft. Könnt ihr gleich in euer Poesiealbum kleben: „Die besten Radieschen sind von Oma Lieschen!“ – Heute schmeckt ja alles irgendwie wie Gurke!

über radieschen02
Und wenn ihr euch fragt, wird dieser Artikel noch bekloppter? Dann natürlich: Ja. So wird im aktuellen LIDL-Werbeclip die Frage „Woran erkennt man gutes Obst?“ original mit „Gutes Obst erkennt man an gutem Obst!“ beantwortet. Danke, LIDL!

 

Und hier geht’s zu Grace, meiner Grapefruit.

https://tommiboe.wordpress.com/2015/02/25/uber-grapefruit-und-anderes-gemuse/