Herr Boe stellt Fragen ans Universum

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Herr Boe stellt Fragen ans Universum
Nach einem großartigen Abendessen führt mich mein Heimweg am Strand entlang. Eine angenehme Brise weht vom poetisch veranlagten Meer und ruft mir zu: „Hol dir ein Bier und setz‘ dich zu mir!“ Nicht nur Pumuckl weiß: Was sich reimt, ist gut! Und wer kann schon einem lockenden und reimenden Meer widerstehen? Ich nicht!
Ich hole mir ein kaltes Bier vom Laden um die Ecke und begebe mich auf einen kleinen, einsamen Holzsteg, den ich mir nur mit der sternenklaren Nacht, dem frischen Wind und der rauschenden Brandung vom 100 Meter entfernten Riff teilen muss. Damit kann ich umgehen.
Und genau (und damit meine ich GENAU!) in diesem Moment, als ich mich hinsetze, fällt eine Sternschnuppe ins Meer. Für mich…?! Ich blicke mich um. Niemand da. Uiiii! denke ich, eine Sternschnuppe nur für mich! Und schon direkt anschließend denke ich: Mist! Ich hab mir gar nichts gewünscht! – Aber vielleicht ist das nur eine von ganz vielen Schnuppen und es handelt sich um einen „Lluvia de estrellas“, einen Sternenregen, wie man hier so schön sagt. Okay! Ich bin vorbereitet und breite alle möglichen Wünsche vor mir aus, die ich den nun folgenden Sternschnuppen um die Ohren hauen kann. So! Kann losgehen!
Kunstpause! – Na…? – Na…?!!
Ich stelle alle möglichen Fragen ans Universum, große und kleine, seeehr persönliche, die ich hier aus Gründen des Beichtgeheimnisses und besonders der Peinlichkeit nicht weiter ausführen möchte. Und warte auf eine Antwort. Aber das Universum hüllt sich in Schweigen.
Eine weitere Kunstpause später sind nicht nur meine Geduld und meine Fragen an ihrem Ende sondern auch mein Bier. Ich schaue in die sternschnuppenfreie Nacht, die mir angenehm um die Ohren weht, und denke mir: Na, noch ein Bierchen? Und GENAU in diesem Moment, und zwar ohne Scheiß, liebe Freunde, fällt die nächste Sternschnuppe vom Himmel. Echt jetzt…? Soll das ein Witz sein?! Das nenne ich mal eine Pointe! Kann man echt nicht meckern. Wie sagt man so schön: Timing ist alles!
Ich sitze lachend auf meinem Steg und kann es nicht fassen. Denn das Universum hat mir doch tatsächlich geantwortet: Ja, noch ein Bierchen!! Und wer kann dem Universum in seiner unendlichen Weisheit und mindestens ebenso unendlichen Gleichgültigkeit schon widersprechen? Ich jedenfalls nicht. Also stehe ich auf und folge dem Rat des Universums und hole mir noch ein Bierchen!

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Herr Boe hat gerade eine Antwort vom Universum bekommen! Danke und Prost!

Fundstück – Kampfjets über Karibikinsel

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Fundstück – Kampfjets über Karibikinsel

Als heute morgen Kampfjets über die mexikanische Karikinsel Cozumel donnerten, musste ich mich schon ein bisschen wundern. Müssen jetzt die prächtigen und sensiblen Korallenbänke vom Militär geschützt  werden? Und wenn ja, gegen wen? Gegen Cuba…?

Aber dann erinnerte ich mich. Vorgestern Abend hatte ich mich beim Sonnenuntergang lange mit vier Mexikanern unterhalten, die für ein paar Tage auf die Isla Cozumel gekommen waren, um an einer militärischen Veranstaltung teilzunehmen. Sie arbeiteten alle gemeinsam in einem Militärkrankenhaus. Diese Treffen fanden jedes Jahr auf Cozumel statt.

Als wir an der Strandpromenade mit einem Bier anstießen, deutete einer von ihnen auf die andere Straßenseite, wo sich gerade ein etwa 90jähriger Mann vorbeischleppte. Das sei ein Kriegsveteran. Aus welchem Krieg? fragte ich. Mexikanisch-amerikanischer Krieg…? Oder gab es jetzt auch schon bei den Drogenkriegen Veterane? Nein, tatsächlich handelte sich um einen Veteran aus dem zweiten Weltkrieg. Aha! Da hatte ich ja noch nie etwas von gehört, dass Mexiko aktiv im zweiten Weltkrieg teilgenommen hatte. Aber ich erfuhr, dass Mexiko im Mai 1945 in den Krieg eingestiegen ist und ein Schwadron zur Befreiung der Philippinen entsendet hatte, um dort gegen die Japaner zu kämpfen. Und so gab es heute noch genau vier mexikanische Kriegsveterane, die zu diesen Treffen immer nach Cozumel eingeflogen wurden.

Und hier wurde dieses Jahr das 70jährige Kriegsende begangen und zur Feier durften ein paar Kampfjets über die karibische Insel knattern.

Eine Frage bleibt dabei mal wieder ungeantwortet: Warum gibt es in Deutschland eigentlich keinen offiziellen Feier- und Gedenktag zum Kriegsende? Hätte das nicht Demut und Größe in einem…? In der DDR war der 8.Mai ein Feiertag und, wie mir gerade ins Ohr geflüstert wurde, seit diesem Jahr auch in Brandenburg. Hurra!

Fundstücke in Fernwest – Brrring! in Mexico

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Fundstück – Brrring! in Mexico

Auch auf die Gefahr hin, dass ich mich wiederhole, und ich will auch gar nicht nerven, naja, gut, vielleicht doch. Aber auch nur, weil es ja so viel Spaß macht. Also nicht das Nerven, okay, das manchmal auch. Aber hier geht es um „Brrring!“

El „Brrring!!! mexicano“: Das lustige Straßenspiel für 2-12 Spieler. Empfiehlt sich nicht zwingend für Alleinreisende und leider nicht für Europa. Ansonsten super, besonders in Mexico!!! Kinderleicht, deppendumm und ohne Verpackung!!!

Kurz die Regeln: Immer wenn man auf der Straße einen VW-Käfer sieht („Escarabajo“ auf Spanisch, in Mexico nennt man ihn „Vocho“), kneift man den Spielpartner (für Alleinreisende: sich selbst) in den Oberarm (möglichst immer wieder genau an der gleichen Stelle) und sagt „Me debes un chicle!“, was in etwa „Du schuldest mir eine Süßigkeit!“ bedeutet. Oder man macht einfach laut hörbar „Brrring!!!“ und schon hat man einen Punkt. Da es in Mexico noch so viele Vochos gibt, hab ich die Regeln etwas erweitert. So gibt es für ein Käfer-Cabrio zwei Kneifer und zwei Punkte und für einen goldenen Käfer fünf Punkte! Wer das für übertrieben hält, der komme nach Mexico!

Neue Variante für Alleinreisende: postet ein Selfie mit Käfer! Jeder, der sich das Foto ansieht, muss sich selbst in den Oberarm zwicken. Weiß allerdings nicht, ob das sich so gut durchsetzt… Ich fang aber trotzdem schon mal an!

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ein Käfer / „Vocho“ : ein Punkt!
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ein Cabrio : zwei Punkte
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Ahhhhh! drei Käfer-Cabrios : Overkill!! = 1000 Punkte!

Über die Geschichte des „Brrring!“-Spiels: (https://tommiboe.wordpress.com/2014/01/12/brrring/)

Fundstücke aus Fernwest – Schwimmen mit Walhaien

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Fundstück – Schwimmen mit Walhaien

Dies wird wohl eine von diesen Geschichten, die auf Witz oder Ironie völlig verzichten, was mir schon bei dieser Einleitung ein bisschen wehtut. Aber ich muss dennoch darüber berichten. Denn es war einfach großartig. Das muss dieses Mal einfach reichen!

Ich war nämlich auf der Isla Holbox und hier ist gerade Walhai-Saison. Zwischen Juni und September durchkämmen die Walhaie, die größten Fische des Planeten, nämlich die hiesigen Krillgründe. Und das ist DAS Highlight dieser kleinen Insel. Abgesehen davon handelt es sich um ein paradiesisch-idyllisches Eiland, wo man Meeresfrüchte isst und mit einem Cocktail in der Hand auf Sonnenuntergänge wartet. Damit kriegt man schon ein paar Tage rum, sofern man auf Meeresfrüchte und Cocktails steht! Sonnengänge haben ohnehin weltweit die besten Umfragewerte.

Aber eigentlich ist Isla Holbox eine monothematische Walhai-Insel. Und das reicht auch! Denn das Schnorcheln mit den Walhaien ist einfach phänomenal. Neben diesen Riesen, die friedlich und gemütlich an der Meeresoberfläche „äsen“, begleitet von Hunderten kleiner Fische, die sich um die Krillabfälle kümmern, sich vor ihren Fressfeinden verstecken oder mit ihrem coolen großen Bruder angeben wollen, ja… und daneben paddel ich und kann meinem Walhai direkt aus zwei Metern ins Maul, ins Auge, in die Kiemen schauen. Dem Fisch selbst scheint das ziemlich egal zu sein.

Dreimal darf ich mit dem Fisch ins Wasser, der trotz eifrig wechselnder Badegesellschaft, denn es kreisen mehrere Boote mit Touristen um die Tiere, keinerlei Beschwerden äußert oder einfach das Weite sucht. Naja, so scheint es dem Laien zumindest und ich hoffe, dass den Tieren dadurch kein zu großer Stress entsteht. Aber wer weiß…?

Großartig war es in jedem Fall und eine spannende Abwechslung zu den in meinen Augen völlig überbewerteten Sonnenuntergängen!

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Walhai im Anflug
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DSC00082 Bereitmachen auf der Bootskante! Und nichts wie rein und hinterher!
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Walhai beim Aesen an der Meeresoberflaeche! Es ist Krillsaison!

Das Gemüse des Jahres: die Grapefruit

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Das Gemüse des Jahres: die Grapefruit
Tulum, Mexiko, August 2015. Völlig überraschend wurde die Grapefruit zum offiziellen Gemüse des Jahres 2015 ernannt. Gegenüber Kritikern, die beklagten, Grapefruit sei nicht einmal ein Gemüse, verwies die Jury auf die letztjährigen Wahlen zum Jugendwort des Jahres, deren Gewinner ja auch überhaupt nichts mit der tatsächlichen Jugendsprache zu tun haben, wie die Beispiele „Niveaulimbo“ und „Gammelfleischparty“ beweisen.
Die Gesellschaft der Gemüsefreunde, die seit 2013 das Gemüse des Jahres benennt, war schon in den beiden Vorjahren in die Kritik geraten. Damals waren die Wahlen noch direkt durch die Netzgemeinde entschieden worden. Allerdings gewannen mit der Gurke (2013) und der Zucchini (2014) zwei Gemüse, die sich nur aufgrund der hohen Beteiligung der SM-Community, sonstiger Lustigmacher und „Vegan-Hater“ im Netz durchsetzen konnten. Ernsthafte Gemüsefreunde fühlten sich um die Früchte ihrer Bewegung gebracht – oder so ähnlich… Und als in der diesjährigen Abstimmung die Banane deutlich in Führung lag, gefolgt vom Radi, griff die „Gesellschaft der Gemüsefreunde“ ein und benannte durch eine Jury das Gemüse des Jahres.
Neben einem hohen Vitamin A-Gehalt und den lustigen Gesichtern, die beim Reinbeißen entstehen, hob die Jury besonders hervor, dass sich Grapefruits aufgrund ihrer Farb- und Formschönheit auch hervorragend als Einrichtungsgegenstände eignen würden.
Zur „Kanzlerin des Jahres 2015“ ist übrigens wieder mit großem Vorsprung (mit insgesamt 93%) Angela Merkel gewählt geworden. Ursula von der Leyen landete mit nur einem Prozent der Stimmen (vermutlich alle aus ihrer eigenen Familie) auf dem vierten Platz. Überraschend auf Rang zwei landeten punktgleich mit je 3% der Stimmen Sigmar Gabriel und Helene Fischer.
Weitere Entscheidungen für das Jahr 2015 stehen noch in den Kategorien „unbeliebtester Rollstuhlfahrer“ und „erfolglosester CSU-Politiker“ aus. Obwohl auch hier schon die Favoriten deutlich in Führung liegen.

(Genaueres zur artgerechten Haltung und zu einem glücklichen Zusammenleben mit Grapefrutis unter: https://tommiboe.com/2015/02/25/uber-grapefruit-und-anderes-gemuse/)