dümmer geht immer

Das Hipster-Spiel

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Das *Hipster-Spiel*
Stuttgart, 17. Oktober 2015. Ein neues großes Spiel ist geboren. Und ich durfte Geburtshelfer sein. Ein großer Moment für mich, ein relativ unbedeutender für die Menschheit. Aber, wer weiß…? Vielleicht wird die Geschichte des Hipstertums einmal neu geschrieben werden müssen.
Für alle Spielefreunde, schnallt euch an: Es handelt sich beim „Hipster-Spiel“ um ein Spiel für das man keinerlei Materialien braucht, kein Spielbrett, keine Würfel, Karten, auch keine halbstündige Gebrauchsanweisung. Es wird in freier Wildbahn, auf offener Straße gespielt (ähnlich wie das sympathische Erfolgsspiel „Bring!!!“). Das einzige, was ihr braucht sind passende Momente und die müsst ihr dann aktiv nutzen.
Als ich gestern in meinen Supermarkt ging, sah ich einen Freund meiner Lieblingsmitbewohnerin an der Bäckertheke stehen. Ich näherte mich von hinten und sprach ihn an. Er drehte sich um, schaute mich fragend an und mir wurde klar, dass er es gar nicht war. Dabei trug er auch eine Baseball-Kappe, einen Fünftagebart und eine Hipsterbrille.
Ich zuckte entschuldigend mit den Achseln und sagte etwas wie: „Sorry, ein Freund sieht dir total ähnlich“ oder etwas in der Art. Schon im Weitergehen wunderte ich mich bereits über meine Naivität. Wie konnte ich eine randomisierte Person einfach so ansprechen? Nur weil sie „zufällig“ so aussah wie 100000 andere Hipster auch? Da könnte ich ja in Prinzip jeden ansprechen!
Offensichtlich hatte ich nicht genügend Hipster in meinem Bekanntenkreis, um schon auf andere Merkmale achten zu können, an denen man Hipster voneinander unterscheiden kann. Ich litt ich an einem Ambivalent zum so genannten „Asiaten-Syndrom“, bei dem der Beobachter Asiaten nicht voneinanader unterscheiden kann, weil ihm die dafür notwendige kulturelle Grundlage fehlt. Dem Gehirn liegen also nicht genügend Informationen vor, um asiatische Gesichter voneinander zu unterscheiden. Und seine „europäische“ Herangehensweise funktioniert bei asiatischen Gesichtern einfach nicht. Asiaten geht das übrigens bei Europäern genauso und das obwohl wir doch total unterschiedlich aussehen (wie wir finden und natürlich abgesehen von Hipstern).
Als ich nach dem Einkauf den Supermarkt verließ, lief ich an der Bushaltestelle noch mal in den gleichen Freund meiner Mitbewohnerin, natürlich wieder in eine andere Version. Meine automatische Gesichtserkennung sprang sofort an „Hee, da vorne: Freund von Mitbewohnerin!“ Aber der Rest meiner Reflexions-Software war inzwischen upgedatet und hatte diesen Systemfehler erkannt und schickte eine Hipsterwarnung raus: „Nee, stopp! Ist er gar nicht. Sieht bloß so aus!“
Ich ging trotzdem zu dem Typen und begrüßte ihn genauso selbstverständlich wie jenen an der Bäckertheke. Freundlich und kollegial klopfte ich ihm auf die Schulter und sagte: „Na wie geht’s, alles klar?“ Der Typ drehte sich um und glotzte wie ein Uhu: „Ähh, ähh, kennen wir uns?“ Und ich, immer noch freundlich lächelnd: „Na klar, du bist doch ein Freund von… nee, warte mal oder?“ Der Typ schaute noch immer wie ein Nachtgreifvogel. Und dann sagte ich mit ein bisschen genervter Stimme folgenden Satz, den auch ihr benutzen müsst, wenn ihr das *Hipster-Spiel* spielen wollt: „Au Mann! Ihr seht aber auch echt alle gleich aus!“ Ich schüttelte meinen Kopf drehte mich um und ließ ihn stehen.
Und das ist es auch schon! Eine geniale Spielidee für alle, denen es auch so geht, wenn sie einen Hipster sehen. Geht einfach auf ihn zu, sprecht ihn ganz selbstverständlich an, verstrickt ihn in ein Gespräch und wenn er sagt, dass er euch nicht kennt, dann haut ihm genervt den Satz um die Ohren: „Au Mann! Ihr seht aber auch echt alle gleich aus!“
Und das Tolle ist, man muss nicht extra in die Hipster-City nach Berlin reisen, sondern kann das inzwischen auch wunderbar in Stuttgart oder sonstwo spielen.
So, liebe Hipster- und Spielefreunde, gleich raus auf die Straße und spielen. Nach jedem erfolgreichen „Au Mann! Ihr seht aber auch echt alle gleich aus!“ könnt ihr euch einen Punkt notieren oder macht ein Selfie mit ihm, dann gibt’s zwei Punkte. Wenn ihr den Hipster besonders lange in ein Gespräch verwickelt und ihn besonders hübsch verwirrt zurücklasst, gönnt euch noch einen Zusatzpunkt!
Wer Spaß an Hipster-Spielen hat: Auf folgendem Link kann man seinen eigenen Hipster stylen (das ganze mit sehr lustiger Musik).
http://www.spielaffe.de/Spiel/Hipster-Stylen

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„Inklusive Politik“ – Eine tolle Idee

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„Inklusive Politik“ – Eine tolle Idee
„Inklusion“ wird seit Jahren in der Pädagogik in Deutschland diskutiert und inzwischen auch an vielen Schulen praktiziert und gelebt. Allerdings halten bisher besonders die Konservativen gerne an segretativen Modellen mit getrennten, wenig durchlässigen Schulformen fest.
In der Politik, wie man aktuell sehr schön sehen kann, ist man hingegen, was Inklusion angeht, schon ein paar Schritte weiter. Was einerseits sehr überraschend ist, da die derzeitige Regierung ja aus drei mehr oder weniger konservativen Parteien besteht, aber andererseits ist genau dies die Voraussetzung, wenn man mit einer Partei wie der CSU eine Koalition bildet.
Irgendwie schön also, wenn die Inklusion geistig benachteiligter oder besonders herausgeforderter Politiker mit (bayrischem) Migrationshintergrund selbst auf Regierungsebene gelingt. Anderswo würde man Menschen wie Seehofer, Söder, Dobrindt oder Herrmann exkludieren, stigmatisieren oder gar in geschlossenen Einrichtungen aufbewahren.
In unserer freien, offenen Gesellschaft hingegen dürfen sie in Festzelten oder auf Pressekonferenzen ihren Schmarrn verzapfen. Da ist es doch schön, dass es bei uns eine heterogene Regierung gibt, und manchmal ist es sogar (unfreiwillig) lustig. So wie das neueste Comedy-Projekt Seehofers, der jetzt quasi seiner eigenen Partei mit Verfassungsklage droht. Denn die sitzt schließlich auch in Berlin in der Regierung. Ob Seehofer das bei all seinem Bayerntum irgendwie verdrängt hat?
Naja, kann schon mal passieren beim inkludierten Regieren! Übrigens man muss gar nicht viel von den üblichen (pädagogischen) Inklusionsslogan ändern und schon passen sie auch für die CSU:
„Es ist normal, verschieden zu sein“, „Vielfalt macht stark“, „Alle sind behindert!“, „Jeder Politiker ist besonders!“

Bayrische Milliardenverbrennung

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Bayrische Milliardenverbrennung
Wer hat’s mitbekommen? Wer hat aufgepasst? Diese Woche gab es einen Kabinettsbeschluss zum „Vorrang für Erdkabel-Stromtrassen“. Das wurde nämlich gerade durchgewunken, ohne dass irgendjemand sonderlich Notiz davon genommen hat.
Vielleicht erinnert sich der ein oder andere. Die Bayern haben sich ja tierisch über die herkömmlichen Stromtrassen aufgeregt, die ihnen den Strom aus dem Norden liefern sollen. Anstatt sich zu bedanken, dass dem energetisch strukturschwachen Süden geholfen wird und saubere Windenergie die dreckigen bayrischen Atommeiler ersetzt, kennen die Bayern keinen Dank. Im Gegenteil. Sie haben protestiert und ihr Oberbayer, Horst Seehofer, hat klar gemacht, dass das schöne Bayern nicht durch riesige Stromtrassen verschandelt wird.
Und die große und gütige Koalition hat das Thema jetzt begraben und unter die Erde gelegt. Denn der Kabinettsbeschluss verspricht, die Stromtrassen unter der Erde zu verlegen. Mehrkosten gegenüber herkömmlichen Freileitungen: drei bis acht Milliarden Euro! Nach Schätzungen der Bundesregierung, wohlgemerkt! Und wir sind ja schon groß und wissen, das unschätzbare Kostenexplosionen noch dazu kommen werden. Zumindest das ist sicher!
Schön, wenn man sich’s leisten kann. Auch wenn das in Deutschland bisher ganz ohne Erdkabel ging. Aber das schöne Bayern braucht mal wieder eine weißblaue Extrawurst. Ist aber gar nicht so schlimm, weil die Mehrkosten ja nicht über Steuern finanziert, sondern natürlich direkt über die Stromkunden umgelegt werden. Und zwar von allen Deutschen, nicht nur von den Bayern. So solidarisch sind wir mit den Bayern. Da soll der Seehofer auch mal schön die Fresse halten, bevor er wieder mit seinem Märchen vom Länderfinanzausgleich kommt. Ich kann’s nicht mehr hören. Ohne Länderfinanzausgleich wäre sein schönes Bayern noch immer ein riesiger Bauernhof.
Außerdem kann vielleicht mal jemand dem Seehofer vorrechnen, was seine politischen Schnapsideen den deutschen Steuerzahler eigentlich kosten? Ich kann mit so großen Summen leider nicht umgehen.
Schön, dass einige seiner Hirnrisse im Nachhinein noch repariert und zurückgepfiffen werden. Wie zum Beispiel seine Herdprämie, die den (deutschen, nicht bayrischen!) Steuerzahler alleine 2015 schlappe 900 Millionen Euro kosten wird.
Blöd, dass die Regierung selbst keine solchen Reparaturmechanismen besitzt. Im Gegenteil! Selbst die SPD spielt artig mit, wenn dem quengelnden Kleinkind CSU, das mal wieder auf dem Kinderspielplatz durchdreht, zur Beruhigung Süßigkeiten versprochen werden. Doch in dieser Strategie liegen gleich zwei entscheidende Missverständnisse: Erstens wissen wir alle eigentlich besser, dass Süßigkeiten wegen des vielen Zuckers bei Kindern selten zur Beruhigung führen. Zweitens funktioniert die Metapher Süßigkeiten nicht, wenn dabei jedes Mal Hunderte Millionen Euro verbrannt werden.
Und das alles nur damit der nervende Penner von Seehofer mal wieder für ein paar Monate die Fresse hält…? Den Gedanken kann ich prinzipiell verstehen. Aber drei bis acht Milliarden Euro Mehrkosten…?!

Und auch wenn sich alle anderen wundern, was für hirnkalte Projekte man in Bayern durchsetzt, spricht man in Bayern anerkennend von „politischer Geradlinigkeit“!
Gegenvorschlag: Ich sehe hier einen konkreten Anlass, der für die Liberalisierung von weichen Drogen spricht. Wie wäre es denn, wenn man Seehofer einfach mit ein paar gut gebauten Joints beruhigt, anstatt ihm bei jedem seiner bajuwarisch-cholerischen Anfälle Milliarden zusichert, um damit irgendwelche politischen Hirnfürze umzusetzen?
Schluss mit diesem GroKo-Scheiß! Zündet dem Seehofer mal ein ordentliches Pfeifchen an. Und das nächste Mal, wenn der bayrische Stammtisch krakelt „Kasperl, ein Krokodil!!!“, dann lehnt sich Seehofer entspannt zurück, nimmt das Krokodil auf seinen Schoß und streichelt es lächelnd: „Ja mei, ist sie nicht herrlich, diese bayrische Artenvielfalt?!“

In diesem Sinne: Seid laut und unangenehm!
WIDERSTAND IST ALTERNATIVLOS!

Das Gemüse des Jahres: die Grapefruit

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Das Gemüse des Jahres: die Grapefruit
Tulum, Mexiko, August 2015. Völlig überraschend wurde die Grapefruit zum offiziellen Gemüse des Jahres 2015 ernannt. Gegenüber Kritikern, die beklagten, Grapefruit sei nicht einmal ein Gemüse, verwies die Jury auf die letztjährigen Wahlen zum Jugendwort des Jahres, deren Gewinner ja auch überhaupt nichts mit der tatsächlichen Jugendsprache zu tun haben, wie die Beispiele „Niveaulimbo“ und „Gammelfleischparty“ beweisen.
Die Gesellschaft der Gemüsefreunde, die seit 2013 das Gemüse des Jahres benennt, war schon in den beiden Vorjahren in die Kritik geraten. Damals waren die Wahlen noch direkt durch die Netzgemeinde entschieden worden. Allerdings gewannen mit der Gurke (2013) und der Zucchini (2014) zwei Gemüse, die sich nur aufgrund der hohen Beteiligung der SM-Community, sonstiger Lustigmacher und „Vegan-Hater“ im Netz durchsetzen konnten. Ernsthafte Gemüsefreunde fühlten sich um die Früchte ihrer Bewegung gebracht – oder so ähnlich… Und als in der diesjährigen Abstimmung die Banane deutlich in Führung lag, gefolgt vom Radi, griff die „Gesellschaft der Gemüsefreunde“ ein und benannte durch eine Jury das Gemüse des Jahres.
Neben einem hohen Vitamin A-Gehalt und den lustigen Gesichtern, die beim Reinbeißen entstehen, hob die Jury besonders hervor, dass sich Grapefruits aufgrund ihrer Farb- und Formschönheit auch hervorragend als Einrichtungsgegenstände eignen würden.
Zur „Kanzlerin des Jahres 2015“ ist übrigens wieder mit großem Vorsprung (mit insgesamt 93%) Angela Merkel gewählt geworden. Ursula von der Leyen landete mit nur einem Prozent der Stimmen (vermutlich alle aus ihrer eigenen Familie) auf dem vierten Platz. Überraschend auf Rang zwei landeten punktgleich mit je 3% der Stimmen Sigmar Gabriel und Helene Fischer.
Weitere Entscheidungen für das Jahr 2015 stehen noch in den Kategorien „unbeliebtester Rollstuhlfahrer“ und „erfolglosester CSU-Politiker“ aus. Obwohl auch hier schon die Favoriten deutlich in Führung liegen.

(Genaueres zur artgerechten Haltung und zu einem glücklichen Zusammenleben mit Grapefrutis unter: https://tommiboe.com/2015/02/25/uber-grapefruit-und-anderes-gemuse/)

Nachfragerückgang an storchennahen Dienstleistungen

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Nachfragerückgang an storchennahen Dienstleistungen
Auch mitbekommen…? Dieses Jahr sind weniger Storchenbabys geboren worden. Der Grund dafür soll, so der deutsche Storchenverband, der deutliche Nachfragerückgang an storchennahen Dienstleistungen sein. Dadurch würde vielen Storchenfamilien die Existenzgrundlage entzogen. Etliche Storche denken, entgegen ihrer artüblichen Ortstreue, schon über Standortverlagerungen nach. Andere fliegen Europa inzwischen gar nicht mehr an. Die Reisestrapazen, zum Teil bis zu 10000 Kilometer, würden sich einfach nicht mehr rentieren.
Ob sich die Tendenz fortsetzt und ob Deutschland schon in einigen Jahren vollkommen storchenfrei sein wird, dazu wollte sich der Storchenverband nicht äußern. Jedoch warnte dieser vor den weitreichenden Konsequenzen dieser Entwicklung und forderte die Bundesregierung auf, endlich funktionierende Anreize in der Familienpolitik einzuführen, die sowohl Storch als auch Mensch eine sichere Zukunft sichern würden.
So oder so ähnlich stand es gestern am Infoscreen am S-Bahnsteig. Im Ernst! Rückgang der Storchenbabys…?! Da frag ich mich doch: Wer füttert diesen Infoscreen mit Infos? Ich hab das Prinzip schon verstanden, dass es sich um eine durch Werbung finanzierte Seite handelt. Aber trotzdem könnte man ja „richtige Nachrichten“ und nicht nur so einen nutzlosen Verdummungsscheiß anzeigen. Denn dort kommen auf eine politische Nachricht jeweils eine Info aus den Rubriken Sport, Buntes, Königshäuser und Tierwelt. Da steht man glotzend am Bahnsteig und kann sich zugucken, wie man verblödet.
Vorgestern beim Bäcker lachte mich die die Schlagzeile der BILD-Zeitung an. „Löwenmörder“ stand da! Dazu ein Bild von Löwe und Mörder und dazu die Zeile: „Cecil, der beliebteste Löwe Afrikas, wurde ermordet!“ Beliebtester Löwe Akrikas…? What?! Oder hatte ich einfach diese Casting-Show auf RTL 2 „Afrika sucht den Super-Löwen“ verpasst…?
Wer scheißt uns eigentlich mit diesen Nachrichten über Storchenbabys und Löwenmörder zu?! Kann man nicht mal solche „Nachrichtenmacher“ wegen Volksverdummung anzeigen, anstatt kritische Journalisten, wenn sie Missstände in unserer Politik aufzeigen, des Landesverrats zu bezichtigen. Was ist denn wohl gesellschaftlich das größere Übel?!