Horst Seehofer

Bayrische Milliardenverbrennung

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Bayrische Milliardenverbrennung
Wer hat’s mitbekommen? Wer hat aufgepasst? Diese Woche gab es einen Kabinettsbeschluss zum „Vorrang für Erdkabel-Stromtrassen“. Das wurde nämlich gerade durchgewunken, ohne dass irgendjemand sonderlich Notiz davon genommen hat.
Vielleicht erinnert sich der ein oder andere. Die Bayern haben sich ja tierisch über die herkömmlichen Stromtrassen aufgeregt, die ihnen den Strom aus dem Norden liefern sollen. Anstatt sich zu bedanken, dass dem energetisch strukturschwachen Süden geholfen wird und saubere Windenergie die dreckigen bayrischen Atommeiler ersetzt, kennen die Bayern keinen Dank. Im Gegenteil. Sie haben protestiert und ihr Oberbayer, Horst Seehofer, hat klar gemacht, dass das schöne Bayern nicht durch riesige Stromtrassen verschandelt wird.
Und die große und gütige Koalition hat das Thema jetzt begraben und unter die Erde gelegt. Denn der Kabinettsbeschluss verspricht, die Stromtrassen unter der Erde zu verlegen. Mehrkosten gegenüber herkömmlichen Freileitungen: drei bis acht Milliarden Euro! Nach Schätzungen der Bundesregierung, wohlgemerkt! Und wir sind ja schon groß und wissen, das unschätzbare Kostenexplosionen noch dazu kommen werden. Zumindest das ist sicher!
Schön, wenn man sich’s leisten kann. Auch wenn das in Deutschland bisher ganz ohne Erdkabel ging. Aber das schöne Bayern braucht mal wieder eine weißblaue Extrawurst. Ist aber gar nicht so schlimm, weil die Mehrkosten ja nicht über Steuern finanziert, sondern natürlich direkt über die Stromkunden umgelegt werden. Und zwar von allen Deutschen, nicht nur von den Bayern. So solidarisch sind wir mit den Bayern. Da soll der Seehofer auch mal schön die Fresse halten, bevor er wieder mit seinem Märchen vom Länderfinanzausgleich kommt. Ich kann’s nicht mehr hören. Ohne Länderfinanzausgleich wäre sein schönes Bayern noch immer ein riesiger Bauernhof.
Außerdem kann vielleicht mal jemand dem Seehofer vorrechnen, was seine politischen Schnapsideen den deutschen Steuerzahler eigentlich kosten? Ich kann mit so großen Summen leider nicht umgehen.
Schön, dass einige seiner Hirnrisse im Nachhinein noch repariert und zurückgepfiffen werden. Wie zum Beispiel seine Herdprämie, die den (deutschen, nicht bayrischen!) Steuerzahler alleine 2015 schlappe 900 Millionen Euro kosten wird.
Blöd, dass die Regierung selbst keine solchen Reparaturmechanismen besitzt. Im Gegenteil! Selbst die SPD spielt artig mit, wenn dem quengelnden Kleinkind CSU, das mal wieder auf dem Kinderspielplatz durchdreht, zur Beruhigung Süßigkeiten versprochen werden. Doch in dieser Strategie liegen gleich zwei entscheidende Missverständnisse: Erstens wissen wir alle eigentlich besser, dass Süßigkeiten wegen des vielen Zuckers bei Kindern selten zur Beruhigung führen. Zweitens funktioniert die Metapher Süßigkeiten nicht, wenn dabei jedes Mal Hunderte Millionen Euro verbrannt werden.
Und das alles nur damit der nervende Penner von Seehofer mal wieder für ein paar Monate die Fresse hält…? Den Gedanken kann ich prinzipiell verstehen. Aber drei bis acht Milliarden Euro Mehrkosten…?!

Und auch wenn sich alle anderen wundern, was für hirnkalte Projekte man in Bayern durchsetzt, spricht man in Bayern anerkennend von „politischer Geradlinigkeit“!
Gegenvorschlag: Ich sehe hier einen konkreten Anlass, der für die Liberalisierung von weichen Drogen spricht. Wie wäre es denn, wenn man Seehofer einfach mit ein paar gut gebauten Joints beruhigt, anstatt ihm bei jedem seiner bajuwarisch-cholerischen Anfälle Milliarden zusichert, um damit irgendwelche politischen Hirnfürze umzusetzen?
Schluss mit diesem GroKo-Scheiß! Zündet dem Seehofer mal ein ordentliches Pfeifchen an. Und das nächste Mal, wenn der bayrische Stammtisch krakelt „Kasperl, ein Krokodil!!!“, dann lehnt sich Seehofer entspannt zurück, nimmt das Krokodil auf seinen Schoß und streichelt es lächelnd: „Ja mei, ist sie nicht herrlich, diese bayrische Artenvielfalt?!“

In diesem Sinne: Seid laut und unangenehm!
WIDERSTAND IST ALTERNATIVLOS!

Rückrufaktion jetzt auch für CSU-Politiker

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Rückrufaktion jetzt auch für CSU-Politiker?
Nachdem gestern bekannt geworden war (wir berichteten – siehe unter: https://tommiboe.com/2015/07/23/rueckrufaktion-fuer-spd-politiker/), dass etliche mangelhaft sozialdemokratisch eingestellte SPD-Politiker zurückgerufen worden waren, wunderte sich Sigmar Gabriel, der Vize-Kanzler der Herzen, auf Nachfrage über die Empörung der „so genannten“ Parteibasis. So etwas dürfe man nicht überinterpretieren. Ob er damit die Empörung oder die Parteibasis generell meinte, ließ er gewohnt pausbäckig lächelnd offen.
Für Kommentare von Kritikern, bei der aktuellen Parteipolitik der SPD würde sich Willy Brandt im Grabe umdrehen, soll Siggi TTIP Gabriel nur ein „Willy Wer…?!“ übrig gehabt haben.
Auf eine Anfrage an den CSU-Chef Horst Seehofer, ob es aufgrund der aktuellen Misserfolge seiner Partei ebenfalls zu Rückrufaktionen für gescheiterte CSU-Boliden kommen würde, polterte der bayrische Landesvater, er könne keine Misserfolge bei der CSU-Politik sehen. Im Gegenteil würden die aktuellen Urteile aus Brüssel und Karlsruhe ja deutlich aufzeigen, wo in der aktuellen Politik die Fehler gemacht würden. In Bayern jedenfalls NICHT!
Andererseits bieten sich natürlich einige CSU-Politiker für eine Rückrufaktion an. Denn eine einwandfreie Funktionsweise kann man einem Dobrindt zum Beispiel nur mit viel Phantasie und bayrischer Weltfremde unterstellen. Wobei sein Handeln letztlich ganz gut der Spielplatzlogik seiner Partei entspricht. Also: Stur den albernsten Blödsinn (z.B. Ausländermaut) durchprügeln, nicht auf bessere Gründe hören (von allen, die geradeaus denken können!) und ihnen schon gar nicht folgen (das wäre ja noch schöner!). Dahingehend eigentlich auch kein Grund für eine Rückrufaktion. Er macht ja nur das, was man und sein Chef von ihm erwarten. Und wirkt dabei recht authentisch.
Und wo sollte man anfangen und wo aufhören, wenn man bei der CSU mit Rückrufaktionen beginnen würde…?! Der Chef der Truppe, der begnadete Mundartschauspieler Horst Seehofer spielt sich ja schon lange selber, dass man gar nicht mehr weiß, ob er er selbst oder bloß seine Rolle ist, womit man ihn als die Helga Beimer der deutschen Politik bezeichnen könnte. Denn wenn Seehofer plötzlich mit Vernunft und Einsicht daherkommen würde, jaaa, äh… äh… ja wie…?! Aber keine Angst lieber Stammtisch, dazu wird es nicht kommen. Denn so leicht kommt Seehofer nach 30 Jahren als bayrische Mutter Beimer nicht aus seiner Rolle!