tommiboe
Fundstücke – Wasserkraft mal anders
Fundstücke in Fernwest – Wasserkraft mal anders
Der Stausee Peñol-Guatapé ist nicht nur einzigartig und wunderschön (sieht aus wie eine Binnenschärenküste), sondern er erzeugt auch mehr als 60% des kolumbianischen Stroms. Gut dafür mussten in den 1970er Jahren ca. 5000 Menschen umgesiedelt werden. Aber es hat sich neben der Stromerzeugung ein riesiges Freizeitgebiet für den Großraum Medellín entwickelt mit Wassersportangeboten und dem wunderschön-kitschig aufgemotzten Städtchen Guatapé. Jedes Wochenende ist hier die Hölle los.
Da stellt sich mir die Frage, bei der aktuellen Kohledebatte in Deutschland, sollten wir nicht vielleicht auch ein paar Dörfer fluten? Wo ist der qualitative Unterschied, ob ein Dorf wegen einem Tagebau verschwindet oder für einen Stausee geflutet wird? Richtig, der Unterschied ist, der Stausee erzeugt danach sein Leben lang saubere Energie und schafft zusätzlich noch Arbeitsplätze im Tourismus.
Aber welche Region, welche Dörfer wird es treffen? Ich sehe da schon ein passendes Formal fürs Privatfernsehen: „DSDSSS – Deutschland sucht den Superstausee!“ oder „Ich bin ein Dorf – flute mich!“ – In einer mehrteiligen Spielshow würden dann Dörfer aus ausgewählten Standorten gegeneinander antreten. Und das Verliererdorf wird dann live geflutet!
Es ist jetzt nicht meine Aufgabe, das Konzept schlüsselfertig abzuliefern. Einige Spielideen habe ich aber schon: Keller auspumpen, Gräber umbetten, Sandsäcke stapeln, Kirchen sprengen und so weiter.
Anstatt einfach stumpf Kohle zu verbrennen, als gäbe es keine Alternativen, finde ich, muss man für die Zukunft unserer Energieversorgung auch mal ein bisschen querdenken. Oder was haltet ihr davon, liebe EnBW-, Vattenfall-, eon-, RWE-Drecksäcke? Wasserkraft, schon mal davon gehört…?
Fundstücke – schmutziger Zeitvertreib
Fundstücke in Fernwest – Schmutziger Zeitvertreib
Manchmal wird man dafür belohnt, wenn man sich die Mühe macht, auch im Ausland Zeitung zu lesen. Dies ist ein gutes Beispiel für eine solche Belohnung, finde ich.
Passiert auf einer „Unterhaltungsseite“ einer kolumbianischen Zeitung. Es ist ein „Matatiempo“, was ein Zeitvertreib ist oder besser mit „Zeit totschlagen“ übersetzt werden kann. Macht euch doch selbst mal die Mühe und kreuzt auf dem Bildschirm die sex Unterschiede an. – Ich habe nur fünf gefunden. War wohl irgendwie abgelenkt!
Sollten wir bei uns auch so etwas haben? Neeeeeh! Pfui! Schweinkram! Dabei kann ich gar nicht beurteilen, wie durchgegendert die Zeitung „al día“ ist. Höchst wahrscheinlich wurde ja am nächsten Tag ein Mann im Mankini präsentiert. Für alle modetechnischen Amöben: „Mankini“ ist der scharfe Einteiler, den Borat trägt. Wer neugierig ist, kann ja mal recherchieren.
Wie steht’s eigentlich bei der aktuellen Debatte über die Frauenquote in Verführungspositionen…? Buuuh! Pfui! Ja sorry… Aber mal im Ernst: immer nur „p.c.“-sein ist doch auch laaangweilig!
Fundstücke in Fernwest – „schlafender Polizist“
Fundstücke in Fernwest – „schlafender Polizist“
„Policía acostado“, „schlafender Polizist“ also, werden sie liebevoll genannt. Aber es gibt noch eine Reihe anderer Ausdrücke für diese verhassten Gesellen, die man in allen Ländern Zentral- und Südamerikas auf der Straße findet: Reductor de velocidad, tope, rompevelocidad, lomo de burro… Gemeint sind die „speed bumps“ oder wie sagt man im Deutschen dazu…? Gibt gar kein richtiges, schönes Wort dafür. Liegt vielleicht auch daran, dass es in Deutschland kaum solche Spaßverderber gibt. Wie wär’s denn mit Geschwindigkeitsminderer? Das klingt doch schön bürokratisch korrekt.
Das Schöne an diesen asphaltischen Bremsbuckeln ist, dass an diesen Stellen der Geschwindigkeitsreduzierung haufenweise Dienstleister herumlungern (siehe Fotos!). Bremsverhalten und Verkäuferdichte stehen hier in signifikantem Zusammenhang. Und da man eh bremsen muss, kann man sich ja auch ein paar Tostones (Bananenchips) oder was auch immer durchs Fenster reichen lassen.









