Reiseabschnittsgefährte

Sorgen auf hohem Niveau

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Sorgen auf hohem Niveau

Jetzt bin ich schon seit einer Woche am gleichen Ort, am gleichen Strand! Bei meinem ersten wochenlangen Aufenthalt an einem Ort war ich mit den Bagas und ihrem Buggi unterwegs. Hier muss ich das allein durchziehen! Eine Woche…?! Kann das gut gehen? Gibt das schon Sättigungserscheinungen? Muss ich mir Sorgen machen?

Ich hab mir gestern Abend schon Hühnchen statt Fisch oder Meeresfrüchte bestellt. Muss man sich mal vorstellen! Dass mir so etwas mal passiert…! Peinlich! Mag das kaum schreiben.
Sind die Conchas Negras heute Mittag wirklich so lecker gewesen wie gestern? Solche Fragen stelle ich mir. Tatsächlich! Also, vorweg, die Conchas Negras sind auch heute großartig, absolut großartig! Einmannfrei!
Da ich die Muscheln heute eigenhändig knacken, entkernen und, vor allem, mich dabei fotografieren lassen durfte, muss ich an dieser Stelle auch noch die verdiente Werbung für den besten Muschelladen der Stadt: Die besten Conchas Negras von Máncora gibt’s in der „Cervicheria Hermes“. Und diese Empfehlung kommt auch von Herz und Magen. Magen, weil frischer als hier kann kaum ein Magen diese Dinger zu Gesicht, äh an die Magenschleimhaut bekommen. Und meinem kleinen Sensibelchen von Kaskadenmagen bekommen sie seit Tagen!
Ansonsten mach ich mir so meine Gedanken über die Schattenreichweite meiner Palme, über ihren Schattenverlauf der nächsten Stunden. Und das ist ein verdammt gutes Zeichen. Das ist philosophisch gesehen kaum zu unterbieten. Ähm, unterbieten im Sinne von Entschleunigung ist natürlich positiv zu bewerten. Denn wenn das die Gedanken sind, die einen beschäftigen, dann hat man gar keine Kapazität, um sich Sorgen zu machen.
Auch habe ich noch keinen einzigen pazifischen Sonnenuntergang geschwänzt, egal wie beschäftigt ich war!
Und so lange der „Maracuyá Sour“ noch schmeckt, ist wirklich alles gut… Also, für Leute, die sagen, ihnen würde kein Alkohol schmecken, und dieses Argument als alleinigen Grund für ihre Alkohol- und oder Spaßbefreiung geltend machen wollen, dann probiert das: Maracuya Sour. Freunde, Freunde, das ist ein Zeug! Meinem vorjährigen Reiseabschnittsgefährten Herr van Bär und mir habe ich schon in Panama einige Maracuya Libre verschrieben. Aber das Zeug hier ist noch mal eine Nummer geiler. Natürlich mischt der Peruaner seinen Pisco rein. Aber im Gegensatz zum Pisco Sour ist das Ganze auf Maracuya-Basis und wird dann mit Eiweiß schön schaumig geschlagen. Hmmmm! Yummi! Maracuya wird ja nicht umsonst auch Passionsfrucht genannt.
Es muss sich also niemand um mich Sorgen machen. Der Herr Boe kann die völlig unrealistischen Rahmenbedingungen hier händeln! Dass man dabei auch mal die Zähne zusammen beißen muss, versteht sich ja von selbst.

Herr Boe beim Muschelnknacken
Herr Boe beim Muschelknacken (conchas negras)
Mein Muscheldealer!
Mein Muscheldealer!
Es ist verdammt schwer ein volles Glas Maracuya Sour zu fotografieren, weil vor dem Foto-Reflex der Trink-Reflex zuschlägt.
Es ist verdammt schwer ein volles Glas Maracuya Sour zu fotografieren, weil vor dem Foto-Reflex bereits der Trink-Reflex zuschlägt.

Machu Pisco

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Auf den Spuren der Inkas – Machu Pisco

Der Erflog des Reisens hängt wie bei vielen anderen Dingen von der richtigen Mischung ab. Und wenn ich die zurückliegenden Tage betrachte, kann ich sagen: Die Mischung hat gestimmt. Bestandteile des Cocktails waren großartige Reiseabschnittsgefährten, tolle Landschaft, ein Weltwunder und Pisco Sour. Zumindest die ersten beiden Zutaten muss ich nicht weiter erklären.
Bei Pisco Sour kommt es wiederum auf die richtige Mischung an. Denn dies war unser Reisecocktail. Das alkoholische Fundament bildet Pisco, ein 35%iger Traubenschnaps, bei dem sich Chile und Peru leidenschaftlich drum prügeln, wer’s erfunden hat. Sollen sie sich doch! Dem neutralen Konsumenten (mir) ist das egal. Zum Pisco gesellen sich Zitronensaft, Zucker und (ja!) Eiweiß, was den mitteleuropäischen Cocktailisten vermutlich erst einmal ein wenig irritiert. Aber man kann sich ganz schön dran festtrinken. Sehr erfrischenden Gesöff! – Die philosophische Frage, was denn mit dem Resteigelb geschieht, kann ich leider nicht beantworten. Bin aber für Vorschläge offen, da ich nach meiner Rückkehr mit Sicherheit mal zu einer Pisco-Verköstigung einladen werde.

Ach so! Machu Picchu war natürlich auch großartig. Volles Programm, ist klar! Aber muss ich dazu viele Worte verlieren? Naja, vielleicht ein paar: Aufstehen um 4:00, 10.000 Stufen hochsteigen, um dann mit 500 Touristen auf den Einlass zu warten, von denen sich über 90% in Bussen hochfahren lassen, sich mit 25 Leuten einen Guide teilen. Klingt alles anstrengend und super-touristisch. Aber was soll man anderes erwarten, wenn man eines der sieben (modernen) Weltwunder besichtigt?
Aber was man zu sehen bekommt, ist absolut großartig und einzigartig. Da kann man nur drei Kreuze machen, dass die spanischen Drecksbesatzer den Ort nicht gefunden haben. Die hätten sonst bestimmt eine katholische Kathedrale auf den Berg gemeißelt beziehungsweise von versklavten Indigenes meißeln lassen. Aber so… Kann man schon sagen, dass Machu Picchu völlig zurecht überbewertet ist, äh, oder so ähnlich!

 

tja, so sieht das aus! Machu Picchu in voller Schönheit!
tja, so sieht das aus! Machu Picchu in voller Schönheit!