julia klöckner

Nicht süß genug…?

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Wie viel Zucker braucht eine Limonade?

Endlich mal wieder etwas aus der Rubrik „dümmer geht immer“!

Lemonaid  ist eine besondere Limonade. Nicht nur, dass sämtliche Zutaten bio und Fairtrade sind, von jeder verkauften Flasche fließen fünf Cent in Sozialprojekte in den Anbauregionen. Mit diesem „Trinken-hilft“-Prinzip wurden in den letzten zehn Jahren über zwei Millionen Euro gesammelt. Eine Liste mit den konkreten Projekten findet sich hier. Übrigens wurde einst der FC St.Pauli auf ähnliche Weise gerettet.

In dieser Woche ging die Nachricht rum, dass das Bezirksamt Hamburg-Mitte das Unternehmen darüber informiert hat, dass das Produkt Lemonaid Lemon nicht mehr als Limonade bezeichnet werden darf, sondern allenfalls als Erfrischungsgetränk. Das Problem, und jetzt wird’s absurd, im untersuchten Getränk befände sich nicht genügend Zucker. Hä…?! Für die Bezeichnung Limonade ist nämlich eine Mindestmenge von sieben Prozent Zucker erforderlich. Die Behörde ordnete nun an, das Unternehmen müsse entweder den Zuckergehalt erhöhen oder es würde die Produktbezeichnung Limonade verlieren. Das letzte alberne Wort in dieser Angelegenheit ist noch nicht gesprochen. Das Unternehmen will den Unfug notfalls vor Gericht klären lassen.

Was sagt eigentlich unsere Weinkönigin, sorry, die Sprecherin des Bauernverbandes, äh nein, unsere Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner zu diesem Schwachsinn? Erst mal noch nichts. Dabei hatte sie noch kurz vor Weihnachten stolz verkündigt, den Zuckergehalt in Getränken um 15 Prozent zu reduzieren. (Genaueres zu dieser Posse hier)

Auf der anderen Seite ist diese absurde Episode vielleicht auch eine ganz gute Werbung für das Unternehmen. Und es wäre ja sehr wünschenswert, wenn solche Social Business‘ wie Lemonaid mehr Aufmerksamkeit bekommen würden.

Was macht eigentlich unsere Weinkönigin?

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Was macht eigentlich unsere Weinkönigin?

Nachdem sich unsere Weinkönigin und Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner ja schon drei Tage nach Amtsantritt in den Enddarm des Bauernverbandes verabschiedet hatte (wir berichteten), ist sie lächelnd, wie es ihre Weinköniginnenart ist, vor den Kameras aufgetaucht und berichtete sichtlich stolz und lächelnd (sorry, ich wiederhole mich!) von den Vereinbarungen zur Reduzierung von Zucker, Salz und Fett. Nach dieser „nationalen Reduktions- und Innovationsstrategie“, die nach Julia Klöckner einmalig in ganz Europa sei, soll sich zum Beispiel der Zuckergehalt in Softdrinks um sagenhafte 15% bis 2025 reduzieren. Krasse Scheiße, Julia, Respekt!

In Groß Britannien beträgt, nach Einführung der Zuckersteuer, die es in Deutschland mit Klöckner und Bauernverband natürlich nicht geben wird, der Zuckergehalt in Cola im Übrigen gerade mal 50% von dem in deutscher Cola. Nein – doch – ooohhh! Aber dort steckt der zuständige Minister auch nicht im Enddarm des Bauernverbandes und der Zuckerlobby.

Die hochambitionierte 15%-Reduzierung beruht, wie im Lobbyverseuchten Deutschland üblich, natürlich nicht auf gesetzlich verbindlichen Grenzwerten, sondern auf freiwilliger Selbstverpflichtung der Lebensmittelindustrie. Und wir wissen, was das bedeutet: Nichts! Trotzdem stöhnt die arme, gebeutelte, existenzbedrohte Lebensmittelindustrie ob der anstehenden Anstrengungen. (Wer kotzen möchte, kann sich dazu mal Interviews mit Christoph Minhoff anschauen. Oh Mann, was ein Penner!)

Wer in Deutschland endlich auf eine Lebensmittelampel, nach sehr gut funktionierendem französischen Vorbild, gehofft hat, kennt unsere Weinkönigin schlecht. Denn von so viel Bevormundung hält sie natürlich nichts. Wir haben doch mündige Bürger, bla bla bla! Inwieweit sich Klöckner vor dem PK-Auftritt mit Wein sediert hat, um diesen Schwachsinn als Erfolg verkaufen zu können, ist leider nicht überliefert. Na dann, Prost, Julia, und mal wieder: Danke für nichts!

 

 

Schlagzeile: Ministerin im Enddarm verschwunden

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Schlagzeile: Ministerin im Enddarm verschwunden

Die Bildung der neuen Bundesregierung hatte zwar lange gedauert, aber dafür ist die erste Ministerin bereits binnen kürzester Zeit im Enddarm des Bauernverbandes verschwunden.

Experten sprechen schon von einer neuen Maßeinheit: 1 Klöckner = „Die Geschwindigkeit, in der ein Minister vom Amtsantritt an komplett im Enddarm einer Lobbygruppe verschwinden kann.“ Zurecht! Denn Klöckner setzt da völlig neue Maßstäbe. Gefühlt drei Tage im Amt und schwupps, weg ist sie!

Klöckner ist gegen die Einführung einer Lebensmittelampel (natürlich!) und gegen eine Zuckersteuer (natürlich!). Beides gibt es selbst in Groß Britannien. Denn nicht der Zucker, sondern die Gesamtaufnahme der Kalorien sei entscheidend für das Körpergewicht, weiß Klöckner und zitiert damit fast wörtlich die „Wirtschaftliche Vereinigung Zucker e.V.“. Wessen Interessen vertritt noch mal eine Volksvertreterin? Sorry, rhetorisch!

Zeitgleich trinkt der zunehmend verfettende Durchschnittsdeutsche jährlich 84 Liter Limonade.

Was sagt eigentlich der zuständige Gesundheitsminister dazu? Ach, nichts, Jens Spahn ist schließlich anderweitig beschäftigt. Dumme Sache, es gibt aber gerade auch so viele andere spannende Themen, die ihn anscheinend mehr interessieren als sein langweiliges Ministerium.

Im Koalitionsvertrag wurde übrigens eine „Reduktionsstrategie für Zucker, Fett und Salz in Fertigprodukten“ vereinbart. Allerdings fraglich, ob Frau Klöckner davon schon gehört hat. Der Empfang tief im Arsch der Lobby soll ja nicht so doll sein!

 

https://tommiboe.com/2018/04/07/gebt-dem-zucker-peitsche/