Klopapier meets Corona – oder: Küchenpsychologie fürs Bad
Klopapier meets Corona – oder: Küchenpsychologie fürs Bad
Die reichsten 10% besitzen 50% des Vermögens, die dümmsten 10% besitzen 50% des Klopapiers!
Es scheint so, dass der Deutsche in Corona-Zeiten zu Chuck Norris mutiert: „Wie viel Klopapier kaufen wir?“ – „ALLES!!1!“

Neulich bei „dm“, als das Klopapier natürlich mal wieder ausverkauft war, vermutete die Kassiererin: „Ich glaube, die Leute fressen das!“
Auch ich hatte mir schon meine Gedanken gemacht, woher die deutsche Affinität zu Klopapier in Krisenzeiten kommt. Klar, es ist hübsch, perfekt perforiert und kuschelweich. Aber das bin ich auch…
Aber im Ernst, Psychologen und ich wissen, dass Klopapier ein Symbol für Sicherheit ist. Die Welt geht draußen unter, aber ich sitze auf dem Klo und der Blick zur Seite signalisiert mir „Ganz ruhig, Brauner! Es kann dir nichts passieren!“ und, da im Rückspiegel noch zwei Kubikmeter Klopapier erscheinen, weiß ich, das gilt bis deutlich nach dem Weltuntergang.
Nach der gleichen Logik müsste ich den Atomschutzbunker aber nicht nur in Klopapier einwickeln, sondern auch alles andere Notwendige dort einlagern. Und das würde ich auch, aber ich kann mir das nicht leisten. Küchenpsychologen sprechen vom Phänomen des „Zero-Risk-Bias“. Das bedeutet, wenn ich einen Zentner Mehl kaufe und das, weil dummerweise die Krise vorzeitig endet, nicht verzehre, dann muss ich das Mehl irgendwann wegschmeißen. Dann war das eine Fehlinvestition. Das versuche ich zu vermeiden. Daher kaufe ich – statt Mehl – zwei Kubikmeter Klopapier. Das hält! Also keine Fehlinvestition.
Andererseits bietet Klopapier in Zeiten von Nullzins und Krise womöglich interessante Renditechancen. Ähnliche Preissteigerungen gibt es bereits bei Desinfektionsmitteln, wo besorgte Bürger von fürsorgenden Bürgern im Internet abgezockt werden. Bitte denkt aber daran, bei aller Fürsorge, den Gewinn beim Finanzamt anzugeben, denn es sind 25% Kapitalertragssteuer fällig.
Vielleicht, und man kann nicht dumm genug denken (ich jedenfalls nicht), will der deutsche „Geiz ist geil“-Kunde auch nicht so viel Geld für überteuerte Atemschutzmasken ausgeben und wickelt sich stattdessen, bevor er das Haus verlässt, eine halbe Rolle Klopapier (reicht!) um Mund und Nase. Kann man auch gut auf der Höhe der Sutura Lambdoidea hinten am Schädel festtackern.
Vorteil: Wenn du so durch die Straßen oder den Supermarkt läufst, halten alle anderen garantiert ausreichend Sicherheitsabstand von dir! – Hat sich bisher leider noch nicht im Straßenbild durchgesetzt. Schade eigentlich…

Außerdem kann ich mit dem restlichen Klopapierpaketen im nächsten Winter meine Außentür dämmen!
Oder wie ein entfernter Bekannter sagte: „Ich kaufe ja nur so viel Klopapier wegen Home Office, weil ich sonst auf Arbeit scheiße!“ – Muss man nichts mehr zu sagen…
https://tommiboe.com/2020/03/13/was-wir-schon-jetzt-von-corona-lernen-koennen/
Was wir schon jetzt von Corona lernen können
Was wir schon jetzt von Corona lernen können!
Eigentlich verbiete ich meinen Schüler*innen, Sätze mit „eigentlich“ zu beginnen. Aber eigentlich wollte ich hier einen launischen Artikel über Corona schreiben – von wegen: ein mäßig gefährlicher Virus in hysterischen Zeiten, während die Bedrohung durch den Klimawandel weiterhin überhaupt nicht ernstgenommen wird….
Okay, die Zeiten sind und bleiben hysterisch, aber das Virus und die Gesamtsituation (auch und gerade die unseres Gesundheitssystems) laden dann doch nicht zum Scherzen ein.
Selbst wenn man selbst nicht zur Risikogruppe zählt und daher die gesundheitlichen Gefahren als nicht lebensbedrohlich einzuschätzen sind, trägt doch jeder einzelne, egal wie alt und wie gefährdet, durch sein Verhalten dazu bei, wie schnell sich das Virus in Deutschland verbreitet und damit auch wie viele Menschen gleichzeitig mit dem Virus infiziert sind. Das erhöht letzten Endes auch die Zahl der sogenannten Risikopatienten und von denen hat vielleicht jeder einen oder eine in seinem Bekanntenkreis. Und wenn viele Menschen gleichzeitig intensivmedizinische Betreuung benötigen, dann werden wir wohl erfahren, wie stressfähig unser notorisch überlastetes, kaputtgespartes Gesundheitssystem tatsächlich ist. Und wollen wir das wirklich austesten…? – Natürlich nicht! Daher sollten wir alles tun, um die Verbreitung des Virus‘, so gut es geht, auszubremsen.
Vielleicht, und das sollte schon jetzt der erhobene Zeigefinger sein, zeigt uns die aktuelle Krise in aller Deutlichkeit, was in den vergangenen Jahrzehnten im Gesundheitswesen so alles schiefgelaufen ist, nämlich dass Patient*innen keine zu vermarktende Fallpauschalen sind, dass medizinisches Personal weit mehr als ein Kostenfaktor ist und dass Krankenhäuser, verdammt noch mal, kein renditeversprechendes Investment sein dürfen. Ist doch nicht so schwer!
Hoffentlich erinnern sich die Politiker*innen noch daran, wenn die Corona-Welle abgeebbt ist, und reparieren unser Gesundheitssystem. Die Stellschrauben sollten allen bekannt sein!
Deutschland hat ein Problem
Deutschland hat ein Problem. Mal wieder!
Nicht nur in der Organspende sondern auch im Bundestag. Denn dort sitzen Politikerinnen und Politiker, die noch konservativer sind als ihre Wählerinnen und Wähler. Und das konnte ich mir bisher nur schwer vorstellen.
Natürlich ist Organspende ein persönliches, emotionales und auch ethisch komplexeres Thema als andere – ist klar! Aber dennoch wäre es doch ganz schön, wenn das Abstimmungsverhalten im Bundestag einigermaßen der Stimmungslage im Land entspräche.
Schon bei der Abstimmung über Tempo 130 (im Oktober) lag das Parlament gehörig neben den Interessen der Bevölkerung. Und auch bei der Abstimmung über Spahns „doppelte Widerspruchsregelung“ frage ich mich mal wieder: Welches Volk vertreten diese Volksvertreter eigentlich? – Ganz anscheinend nicht das, das sie gewählt hat!
Nach ZDF-Politikbarometer sind 61 Prozent der Deutschen für diese Regelung und nur 36 Prozent dagegen (zu den Zahlen). Der Bundestag hat Spahns Gesetzesentwurf hingegen mit 56 zu 43 Prozent abgelehnt. Na danke!
Und wieder einmal erweist es sich in Deutschland als schwierig bis unmöglich, Regelungen, die bereits in vielen anderen Ländern erfolgreich praktiziert werden, auf Deutschland zu übertragen. „Jaja, in anderen Ländern…“
Und wie soll ich Herrmann Gröhe (natürlich CDU) verstehen, wenn er sagt „Gerade bei schweren Entscheidungen müssen sich unsere ethischen Grundprinzipien als Leitplanken bewähren“? Gegen die Mehrheit des Volkes? Oder meint er einfach, dass wir in Deutschland eben bessere, höhere, deutschere ethische Standards haben oder was…?! Bloß nichts von anderen Ländern lernen (ich verbinde)! Sonst was…?!
Die stattdessen verabschiedete Organspende-Variante, dessen Wirkung schon jetzt beispielsweise durch den Beamtenbund angezweifelt wird, ist ein Paradebeispiel für Symbolpolitik. „Jaja, wir wollen doch alle das Organspendewesen verbessern!“ Genau wie wir doch alle etwas für den Klimaschutz machen wollen. Also theoretisch, im Prinzip, aber echt… Wir sind doch die Guten! Und dann passiert nichts! Scheinheilige Bagage!
Von ethischer Importanz posaunen und dann faseln SPD- und CDU-Politiker inhaltsleere Sätze wie: „Eine Spende, die nicht dem freien Willen entspringt, ist auch keine Spende!“ (Thomas Rachel, CDU, noch nie von gehört) „Eine Spende muss eine Spende bleiben!“ (Hilde Mattheis, SPD, noch nie von gehört). Fehlt nur noch Gertrude Stein (parteilos): „Rose is a rose is a rose is a rose!“
Bravo, ihr Penner! Als Volksvertreter oder gar Hirnspender seid ihr jedenfalls nicht zu gebrauchen!

https://tommiboe.com/2018/11/29/deutschland-ist-kein-organspendeland/
Lernen sollen die anderen
Lernen sollen die anderen
Lustig, wenn Lindner und Co den Schülerinnen und Schüler von Fridays for Future sagen, sie sollen doch besser wieder zur Schule gehen um zu lernen, aber die Chance verpassen, die Augen und Ohren aufzumachen und selber etwas dazuzulernen.
Aber dazu ist Lindner nicht in der Lage. Denn sein Blick auf die Welt ist geprägt durch den Politikerblick auf die nächste Wahl und den Wirtschaftsblick auf die nächste Rendite. Damit lässt sich der Weitblick der Fridays for Future nicht vereinen, der sich ja scheinbar gar nicht um das Heute und Morgen kümmern möchte, sondern sich einfach stur aufs Übermorgen richtet, dort wo sich ja die Zukunft befindet. Fast unverschämt diese Zukunftsgewandtheit. Was soll man da als Politiker noch sagen…?!
„Geht Ihr mal wieder in die Schule, wir gestalten solange die Zukunft!“ – Wie lange soll das noch gut gehen?
Das Primat der Ökonomie („Wirtschaft first, Bedenken second“)ist vorbei, das Primat der Ökologie wird kommen. Das ist sicher! Leider entscheiden aber die Primaten der Politik (und ihre Steuerungstechniker) darüber, wann das endlich losgeht!
Was mich ja schon lange in der deutschen Politik ärgert, ist die arrogante Unfähigkeit, einfach mal etwas von den Nachbarländern zu lernen. Das kann der Deutsche nicht. Was wissen die schon?! Wir sind das Land der Dichter, Denker und Ingenieure, wir sind Exportweltmeister (gewesen, möchte man hinzufügen) und vierfacher Fußballweltmeister (keine Ahnung, was das hier zu sagen hat…). – Was soll das…? Sollen die Nachbarländer auch erst mal zwei Weltkriege anzetteln, bevor wir sie ernst nehmen…?!
Auch bildet das einen lustigen Gegensatz zum Prinzip des „lebenslangen Lernens“, das ja gerne dann von der Politik aus dem Hut gezaubert wird, wenn Teile der Bevölkerung mit den gesellschaftlichen Umbrüchen nicht mitkommen, weil ganze Berufszweige, aufgrund von Globalisierung und demnächst Digitalisierung, einfach so wegfallen. Dann heißt es: Jaja, lebenslanges Lernen ist wichtig – für Euch!
Putzig, dass man das von gleichen Politikern nicht erwarten kann. Schließlich wurde viele ja gerade wegen ihrer konservativen und auch bornierten Einstellungen gewählt. Da wäre dazulernen quasi kontraproduktiv! Man könnte von Politiker ja auch verpflichtende Maßnahmen (wie im Hartz IV-System) zur Fortbildung einfordern, wenn man erkennt, dass ihre Ansichten und Kompetenzen nicht mehr zeit- oder gar zukunftsgemäß sind. Ansonsten kürzt man ihre Bezüge.
Das wäre ja mal was…!
Geschnurre und Geschnatter – Philosophisches über das Wandern


Geschnurre und Geschnatter – Philosophisches über das Wandern
Mir ist mal wieder etwas aufgefallen. So klingt doch ein vertrauenswürdiger, seriöser Beginn einer Geschichte, ähnlich wie: „Amerikanische Wissenschaftler haben herausgefunden…“
Ich bin auf La Palma und wandere jeden Tag. Dabei macht man sich ja so seine Gedanken. Im übrigen fördert Wandern die Zusammenarbeit der beiden Gehirnhälften und das haben ja nicht nur Männer nötig. Es gelingt dadurch, auch neue Blickwinkel und Betrachtungsweisen zu Themen und Problemen zu erlangen, da sowohl die rationale, linke als auch die emotionale, rechte Gehirnhälfte aktiviert werden.
Wandern leidet, meiner Meinung nach, ein wenig unter dem Vorurteil, es würde um die Schönheit der Natur gehen. An jedem Vorurteil mag auch ein Stück Wahrheit sein, aber ich bin mir sicher, die meisten Männer, die wandern, wollen einfach mal für ein paar Stunden ihre Ruhe haben. Ja, es geht um die Ruhe vor ihren Frauen! Für Männer, die mit ihren Frauen wandern, gilt die Faustregel: je härter der Trail desto ruhiger die Frau! Natürlich blöd für jene Männer, die nicht fitter als ihre Frauen sind…
Aber warum fliehen die Männer vor ihren Frauen? Weil sie das Geschnatter nicht aushalten.
Ich saß vor ein paar Tagen in Tazacorte ganz unschuldig beim Frühstück, als sich vier Frauen an den Nachbartisch setzten und sofort zu schnattern begannen. Ich kann es gar nicht anders nennen als schnattern (Hörbeispiel)! Ich merkte, obwohl ich nur wenige Worte verstand, dass es mich in meiner morgendlichen Ruhe störte, und der Platz, an dem ich saß, war nicht einmal besonders ruhig: Straßenlärm, Baustellengewerke waren auch da. Aber es war das Frauengeschnatter, das mich dazu bewegte, mich nach einigen Minuten an einen anderen, weiter entfernten Tisch zu setzen.
Und ich glaube, auf Dauer macht das Geschnatter von Frauen Männer einfach kaputt, die Knochen werden porös, die Birne wird weich, die Schrauben locker, keine Ahnung, aber irgendetwas passiert…! Wahrscheinlich hat das etwas mit dem Frequenzbereich des Geschnatters zu tun und es verhält sich ähnlich wie beim Geschnurre von Katzen. Nur eben in die andere Richtung. Das Katzengeschnurre im Frequenzbereich zwischen 25 und 50 Hertz beruhigt die Jungen der Katze, stärkt das Immunsystem und regt sogar Selbstheilungsprozesse an.
Auch in der Humanmedizin, zum Beispiel bei Rückenschmerzen, werden die positiven Effekte des Geschnurres bereits genutzt. Es gibt sogar ein Katzenschnurrgerät, das „KST-2010″ (vergleiche katzenschnurr.com, kein Witz! Interview dazu!).
Und so wie das Katzengeschnurre heilen kann, so zerstört das Frauengeschnatter. Es hängt eben vom Frequenzbereich ab… Es verhält sich wie bei der Frostsprengung: Wasser dringt in feine Haarrisse des Gesteins ein und durch tausendfach wiederholtes Gefrieren und Auftauen wird das Gestein langsam porös bzw. das Männergehirn weich.
Kein Wunder, dass Männer deutlich kürzer leben als Frauen!
Ich lege mir nach langen Wanderungen übrigens eine Katze auf die Oberschenkel und am nächsten Tag bin ich wieder fit.
Wer gerade keine Katze zur Hand hat, dem empfehle ich dieses dreistündige Katzenschnurren.