dümmer geht immer

Sandkastendemenz

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Sandkastendemenz

Die Tochter P. meines guten Freundes D. ist zwei Jahre und befindet sich im besten Sandkastenalter. An meine eigene aktive Sandkastenzeit habe ich keine wesentlichen Erinnerungen mehr und in den vergangenen Jahrzehnten schenkte ich Sandkästen im allgemeinen wenig Aufmerksamkeit. Ich hatte wohl andere Interessen.

In den letzten Wochen landete ich jedoch immer mal wieder in deren bedrohlicher Nähe. Freitagnachmittags treffe ich mich regelmäßig mit D. auf einen Kaffee und dann holen wir gemeinsam P. aus der Kita ab. Hin und wieder landen wir auf dem Rückweg direkt im Sandkasten. Und, was soll ich sagen, Spielen im Sandkasten ist völlig überbewertet. Besonders das Zugucken! Ich habe Mütter und Väter gesehen, wie sie sich zunehmend apathisch selbst (immer tiefer!) in den Sand gruben und sich den körperlichen und geistigen Fähigkeiten ihrer Sprösslinge immer mehr annäherten.

Ich selbst halte das Ganze maximal eine halbe Stunde aus, danach stellen meine Gehirnzellen jegliche Arbeit ein. Das Buddeln übernimmt das Rückenmark. Meist spring ich dann gerade noch auf, bevor mein Hirn gar nicht mehr durchblutet wird, und verabschiede mich hastig, um dem Verdummungsareal zu entfliehen. Der medizinische Fachterminus ist übrigens „Sandkastendemenz“.

Ein ganz ähnliches Phänomen ist die Schäferkrankheit, bei der Schäfer über die Jahre ihrer stupiden Tätigkeit in Gesellschaft ihrer blökend-blöden Schafe langsam selbst verdummen. Es setzt ein zunehmender Verschafungsprozess ein. Und gleiches geschieht auch im Sandkasten!

Meiner Meinung nach müssten Warnhinweise an Sandkästen angebracht werden, die auf die akute Verdummungsgefahr hinweisen. Eine halbe Stunde am Rande eines Sandkasten tötet im Übrigen genau so viel Hirnzellen wie ein amtlicher Vollrausch! Na, dann weiß ich schon, was ich diesen Freitag mache…

Na klar, Corona ist gefährlich. Es lauern aber auch andere, z.T. fahrlässig unterschätzte Gefahren!
Darum, liebe Eltern: Vorsicht auf Spielplätzen!

weitere Kindergartengeschichten:

Boss auf dem Platz oder BOSS unter den Achseln?

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Boss auf dem Platz oder BOSS unter den Achseln?

An Julian Draxler in der Startelf führt einfach kein Weg vorbei. Dafür riecht er einfach zu gut.

In einem Interview vor der WM hat Julian Draxler berichtet, er gehe niemals ohne Parfum auf den Platz, das gebiete auch der Respekt den anderen gegenüber. Hä?! waren meine ersten beiden Gedanken. Das klang auf unterschiedlichen Betrachtungsebenen so bekloppt, dass an der Nachricht etwas nicht stimmen konnte. Dann fand ich heraus, dass Draxler jetzt „Markenbotschafter“ für BOSS ist, und schon ergibt alles wieder Sinn.

Mario Götze lässt sich von Samsung filmen, wie er nicht zur WM fährt, dann kann WM-Fahrer Julian Draxler auch seine Seele oder seine Achseln an BOSS verkaufen. Warum denn nicht?! Klar, dass das Nivea-Botschafter Löw und Shampoo-Ikone Bierhoff gefällt. Bierhoff hat ja schon zu einer Zeit für Shampoo geworben, als Rudi Völler seine Frisur noch selbst gestrickt hat.

Respekt auf dem Platz finde ich natürlich tendenziell okay. Dagegen kann man wirklich kaum argumentieren. Aber ob das die Kernkompetenz für einen Titelgewinn ist, wage ich zu bezweifeln. Ich halte es da eher mit Lilian Thuram, der sich vor dem Spiel mit Knoblauchöl eingeschmiert hat. Das sollte Mücken und Gegenspieler vom Strafraum fern halten. So wird man Weltmeister!

Übrigens, unser Kreisläufer hat damals nie während der Saison sein Trikot gewaschen. Er stank nach Schweiß, Alkohol und noch viel Schlimmerem. So hat er sich Respekt verschafft!

Auf einer ganz anderen Ebene finde ich fast schon wieder schade, dass andere Fußballer während ihrer aktiven Karriere die Chance zum Markenbotschafter verpasst haben. Ich kann mir schöne Werbeclips mit Oli Kahn vorstellen, wie er seinen Gegenspieler anknabbert und für tictac wirbt oder Zahnseide.

Wie auch immer. Ich würde mir allerdings von Julian Draxler ein bisschen mehr Boss auf dem Platz und weniger Boss unter den Achseln wünschen.

 

 

halbzeitpause
Andererseits, in einer Mannschaft, in der 11 Spieler die Haare schön haben, darf auch einer gut riechen…!

 

Was die wenigstens wissen: Ich hab ja schon vor vier Jahren eine Mail an Jogi Löw geschrieben, und wir sind Weltmeister geworden…

https://tommiboe.com/2014/05/31/eine-mail-an-jogi-low/

Über bayrische Dyskalkulie

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Über bayrische Dyskalkulie

Während das Bundesverfassungsgericht den Begriff „drohende Gefahr“ nur auf Terrorismus bezieht, gilt er für die CSU wohl auch für „Verlust der absoluten Mehrheit“. Und dieser drohenden Gefahr wird anscheinend alles untergeordnet. Ängste schüren, Kreuze gegen Vielfalt aufhängen und verschärfte Gesetze einbringen.

Dass CSU-Innenminister Herrmann die 30.000 Demonstranten gegen das geplante bayrische Polizistenaufgabengesetz (PAG) als „in die Irre geführte“ bezeichnet, mag in sein Politikverständnis passen. Aber dass er dazu Worte wie „Lügenpropaganda“ benutzt, zeigt deutlich, wie nah sich die CSU an die AfD ankuschelt und wie wenig ihr demokratische Vielfalt und Meinungsfreiheit Wert sind.

Über 80 zivilgesellschaftliche Organisationen und Parteien hatten zur Lügenpropaganda, äh…, zur Demonstration aufgerufen. So viele Demonstranten hat die bayrische Landeshauptstadt seit Jahrzehnten nicht gesehen.

Aber anstatt diese Proteste Ernst und sich womöglich zu Herzen zu nehmen, rechnete der Bundestagsabgeordnete Michael Kuffer (jetzt kenn ich auch den) mit starkem Hang zur Dyskalkulie vor und klein, dass 30.000 Demonstranten ja bloß 0,3% der Wahlberechtigten entspreche. Respekt für ihn und auch für die Tatsache, mit wie wenig Hirnfunktion (geschätzten 0,3% Restverstand) man in den Bundestag kommen kann, wenn man das richtige Parteibuch hat. Und außerdem: Rückenmark kann halt auch viel besser Wahlkampf!

 

 

 

Weiter so, CSU! Mit Euch hat man auch in düsteren Zeiten immer mal was zu lachen!

 

Aus aktuellem Anlass grad viel Dummes über die CSU:

https://tommiboe.com/2018/05/05/die-wuerde-des-kreuzes-ist-unantastbar/

https://tommiboe.com/2018/05/09/spahn-spinnt-also-quasi-nix-neues/

https://tommiboe.com/2018/04/19/3469/

 

Spahn spinnt – also quasi nix Neues

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Spahn spinnt – also quasi nix Neues

Vielen Dank, Jens Spahn! Kümmere dich doch um deinen Scheiß (Gesundheitsministerium)! Kürzlich hat uns Markus Söder beigebracht, dass das Kreuz kein religiöses Symbol sondern ein Bekenntnis zur bayrischen Identität sei. In einem Cartoon würde nach einer solch hirnfreien Aussage der Kopf von der Figur einfach platzen. KRAWUMM! Aber offensichtlich ertragen CSU-Schädel einiges an Dummheit.

Jetzt kritisiert Jens Spahn die, meines Erachtens, vorbildliche Haltung der Kirche. So findet es Spahn „irritierend, wenn hohe Kirchenvertreter Anstoß am Kreuz nehmen“. Häh?! – Die Kirche hatte kritisiert, dass Söder mit seiner Kampagne das Kreuz politisieren würde unter dem Deckmantel, ähm, ach ne, ganz ohne Deckmantel, einfach als Symbol der Aus- und Abgrenzung gegenüber Muslimen, und so das Kreuz als „Wahlkampf-Logo“ benutzen würde (Weihbischof Wolfgang Bischof).

Irgendwie rhetorisch ganz geil von Spahn, dass er, nachdem Söder der Kirche für seine Zwecke das Kreuz abgenommen und instrumentalisiert hat, jetzt noch daherkommt, um der Kirche zu erklären, wofür das Kreuz denn nun eigentlich stehen würde. – KRAWUMM!!! In einem Cartoon würde spätestens jetzt…! Ich weiß, ich wiederhole mich!

Aber, lieber Jens Spahn, auch Ihre vermutlich sehr komische Würde ist unantastbar! Krass! Aber so tolerant ist unser Grundgesetz! Und das sollte man in Amtsstuben aufhängen!

 

https://tommiboe.com/2018/05/05/die-wuerde-des-kreuzes-ist-unantastbar/

Die Würde des Kreuzes ist unantastbar

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Die Würde des Kreuzes ist unantastbar

Soso! Das Kreuz ist also KEIN Symbol einer Religion, sondern es steht lediglich für die Werte- und Gesellschaftsordnung Bayerns. Vielmehr ist es ein Bekenntnis zur Identität Bayerns.

Man erkennt daran, dass auch Söder seinen Voltaire studiert hat. Denn er weiß: „Je öfter eine Dummheit wiederholt wird, desto mehr bekommt sie den Anschein von Klugheit!“

Söder benutzt das Kreuz, vielleicht missbraucht er es auch (mir Wurscht!), als klares politisches Symbol zur Abgrenzung gegenüber Muslimen. Vielleicht gehört der Islam inzwischen zu Deutschland, aber ganz gewiss nicht zu Bayern! So meint er wohl, gleichzeitig konservatives sowie sehr konservatives Klientel bedienen und sich beim Rest irgendwie rausreden zu können (eigentlich klassische AfD-Taktik). Offenbar hält er sich für sehr schlau und den Rest der Bevölkerung für hinreichend dumm oder gleichgültig. Und das durchaus zurecht. Denn 56% der bayrischen Wähler befürworten diesen söderischen Akt der Ab- und Ausgrenzung. Und unter AfD-Wählern sind es sogar 77%. Bravo! (Anm. Mai 2020: Interessant, dass sich Söder heute in 2020 mit Sicherheit anders, viel kanzlertauglicher dazu äußern würde…)

Dem rechten Klientel scheint’s also zu gefallen. Aber was ist mit den christlichen Wählern…? Genau von denen bekommt er nämlich Gegenwind. Statt einem Kreuz, so der Hochschulpfarrer Burkhard Hose, solle man doch lieber den Artikel 1 des Grundgesetzes aufhängen, in unterschiedlichen Sprachen! Sehr schöne Idee, wie ich finde!

Das werde ich zumindest daheim in meiner Amtsstube gleich machen, und zwar direkt neben die „kiffenden Hände“, die da schon seit Jahren als Symbol hängen. Als Symbol wofür noch mal…? Mist, hab ich vergessen… Scheiß kiffen!

die kiffenden hände
Artikel 1 GG.jpg

Fun Fact für Söder: Ein Großteil der Kirchen wurde in Bayern nur deshalb gebaut, damit die Gemeinden das der Kirche vorbehaltene Braurecht erhielten. Soviel zur bayrischen Identität!

Oder einfach doch ein Kreuz in die Amtsstube hängen… vielleicht eins von diesen:

Auch Jens Spahn ist sehr lustig! Und zwar hier:

https://tommiboe.com/2018/05/09/spahn-spinnt-also-quasi-nix-neues/