dümmer geht immer
Über Kärcher und den VfB

Über Kärcher und den VfB
Ich muss schon sagen: „Lieber Kärcher, das ist mal eine mutige Werbung!“ Also, keine Frage, Kärcher ist schon ein Markenprodukt, das weit über sein schwäbisches Stammhaus hinweg bekannt ist. Und schön auch, dass Ihr euch zu Euer Heimat bekennt. So weit alles gut.
Wer sich jedoch in dieser Fußballsaison etwas intensiver mit dem VfB beschäftigt hat, der wird erkennen, dass Euer Werbeslogan viel unpassender kaum sein könnte. Denn bei einem Torverhältnis von 49:72, womit der VfB die Schießbude der Liga ist, kann man, in meinen Augen, nur schwer mit „Vorne abstauben, hinten sauber halten!“ werben.
Im Gegenteil wirft das eher ein schlechtes Licht auf Kärcher-Produkte, die weder vorne abstauben noch hinten sauber halten können. Es sieht momentan eher stark danach aus, als würde der VfB aus der ersten Liga rausgekärchert werden.
Eine andere Frage ist, ob Krombacher, wenn es sich für ein erstklassiges Bier hält, auch nächstes Jahr noch in diesem Stadion werben will. Hmm… mal sehen!
Der fünfzehnte Keks
Der fünfzehnte Keks
Peinlicher Fehler beim „Gleichnis vom zehnten Keks“ entdeckt!
Wie jetzt im Zuge der „Panama Papers“ bekannt geworden ist, liegt dem „Gleichnis vom zehnten Keks“ ein schwerwiegender Fehler zugrunde (vgl. „der zehnte Keks“ : https://tommiboe.com/2016/04/02/der-zehnte-keks/ )!
Auf dem Teller, vor dem der Banker, der Flüchtling und der besorgte Bürger saßen, befanden sich ursprünglich, neuesten Ermittlungserkenntnissen aus den Panama Papers zufolge, nicht zehn sondern sogar fünfzehn Kekse. Allerdings waren bereits fünf verschwunden, als sich der Flüchtling und der besorgte Bürger an den Tisch setzten. Wann genau der Banker an dem Tisch mit den Keksen Platz genommen hatte, lässt sich leider nicht mehr genau nachvollziehen. Der zu dem Vorfall befragte Banker gab, 1. sich an nichts Genaues erinnern zu können, 2. es seien ohnehin nur höchstens acht Kekse auf dem Teller gewesen und 3. er werde nur noch über seinen Anwalt kommunizieren. Ungefragt fügte er noch hinzu, Briefkastenfirmen seien nichts Illegales und Steueroasen könne es in Panama schon allein aus klimatischen Gründen überhaupt nicht geben, da Großteile des Landes von tropischem Regenwald bedeckt seien. Ohnehin seien die Golfplätze auf den Britischen Jungferninseln viel besser als in Panama, wobei sich der Banker beiläufig einige Kekskrümel aus dem Mundwinkel wischte.
Herr Boe möchte sich daher in aller Form für diesen Fehler in der Berichterstattung entschuldigen. Klar dass das „Gleichnis vom zehnten Keks“ so, schon allein rechnerisch, gar nicht mehr zulässig ist.
Wie jetzt bekannt worden ist, ist in Wirklichkeit die Keksgröße verändert worden, sodass aus der selben Teigmenge locker 15 Kekse hergestellt werden können. Logische Folge ist, dass die Kekse kleiner werden und dass der zehnte Kekse, um den wir uns alle streiten dürfen, nur noch einem Fünfzehntel entspricht. (Kopfschütteln: Diese raffinierten Hunde!)

Der zehnte Keks
Der zehnte Keks
An einem Tisch sitzen ein Banker, ein Flüchtling und ein besorgter Bürger. Auf dem Tisch ein Teller mit zehn Keksen. Der Banker nimmt sich neun Kekse und flüstert verschwörerisch dem besorgten Bürger zu: „Pass auf, der Flüchtling will deinen Keks!“

Bei all den Diskussionen der letzten Wochen und Monate über das Flüchtlingsthema fällt mir nichts ein, was auch nur annähernd so knapp und treffend das Ganze zusammenfasst wie der obige Witz.
All das Geschwafel, egal von welcher Seite, ist entweder verlogen, übertrieben, falsch, hetzerisch, blind, dumm, heuchlerisch oder alles zusammen. Denn es geht hier nicht um den zehnten Keks, es geht um alle zehn Kekse! Aber irgendwie will wohl keiner (außer den Linken und die scheinen nach wie vor in Deutschland nicht zu zählen) dieses Fass mit der Verteilung von allen zehn Keksen aufmachen.
Und das ist erbärmlich und blind und, ich wiederhole mich an dieser Stelle gerne, heuchlerisch! Wie, ohne eine ehrliche Diskussion um die unehrliche Verteilung in der Gesellschaft, lassen sich unsere Probleme denn lösen?
Genauso wenig lässt sich der Wahlerfolg der AfD ausschließlich mit der Flüchtlingskrise erklären. Das tun nur Leute, die den Unterschied zwischen Gründen und Auslösern nicht erkennen können oder nicht erkennen wollen. Denn der Auslöser ist klar, die Flüchtlingskrise, aber die Gründe liegen viel tiefer, sind komplizierter und vielleicht sogar noch unerfreulicher, da sie sich nicht auf „rechts/ ausländerfeindlich/ verwirrt/ asozial“ reduzieren lassen, sondern das Jahrzehntelange Versagen und Vergessen der Politik gegenüber einem Teil der Bevölkerung offenbaren.
Tja… und auch dieses Fass will dann wohl keiner der Verantwortlichen aufmachen. Denn auch dann würde man wieder beim ersten Fass mit den zehn Keksen rauskommen. Denn während sich in den letzten 20 Jahren die Vermögen lustig vermehren konnten und die Reichen davon profitierten, stagnierten die Durchschnittseinkommen und es wurde der Niedriglohnsektor massiv ausgebaut. Jeder fünfte Arbeitnehmer in Deutschland steht inzwischen in einem atypischen Arbeitsverhältnis, sodass Arbeit heute nicht mehr vor Armut schützt, geschweige denn eine sichere Rente garantiert. Die Schere zwischen arm und reich wird immer größer und anscheinend ist das alternativlos, weil äh… weil ähh… weil phhh… naja, weil die Einflüsterer und Lobbyisten uns irgendwie erklären, dass wenn die Reichen nicht immer reicher werden, ihnen irgendwelche Anreize fehlen und so die Armen noch ärmer würden… oder so ähnlich… oder nicht?! Na klar! Verstehe!
Und was machen wir…? Wir glauben diesen neoliberalen Stuss und streiten uns wie die Deppen um den zehnten Keks. Na bravo!
Der neutrale Beobachter muss sich bei der Interpretation des Keks-Gleichnisses letztlich nur die Frage stellen, ob es angebrachter ist, dem Erzähler Neid oder dem Banker Gier zu unterstellen! Beides ist möglich und funktioniert. Und irgendwie auch putzig, wie gut der Verweis auf die Neiddebatte immer wieder klappt, sodass keiner mehr die hässliche Fratze der Gier erkennen mag!
Mehr zum dem Thema „Gierdebatte„!
Neues zum Keks-Gleichnis!
Ein Recht auf ein Basiskonto
Ein Recht auf ein Basiskonto!
Manchmal überrascht einen das Leben ja doch. Denn wenn es sonst Ankündigungen zu Neuerungen im Bankenwesen gibt, dann kann man sich eigentlich fest darauf verlassen, dass sie zum Nutzen der Banken sind. Warum sollte es sonst Neuerungen geben…? Aber das Gesetzesvorhaben für das Basiskonto, das JEDEM ermöglichen soll, ein Konto zu eröffnen, schlägt da, erfreulicher Weise, eine andere Richtung ein.
Bisher durften sich Banken ihre Kunden aussuchen und eben auch ablehnen, ihnen also eine Kontoeröffnung verweigern. Das hat dazu geführt, dass es in Deutschland Hunderttausende gibt, die kein Konto besitzen (dürfen) und damit auch Schwierigkeit haben, eine Wohnung oder einen Job zu finden und anderweitig am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen.
Eine so gute Sache also, dass ich mich fragen muss, wie kommt die Regierung plötzlich darauf, so etwas Sinnvolles einzuführen. Ist da nicht irgendwo ein Haken? Bin ich schon so misstrauisch, dass ich nicht daran glauben kann, dass unsere Regierung mal einfach so etwas Richtiges und Gutes tut? Ja, NATÜRLICH bin ich so misstrauisch!
Bezeichnend finde ich ja den Hintergrund dazu, dass es bereits seit 20 Jahren (!) eine Selbstverpflichtung der Banken für die Einführung eines „Bürgerkontos“ gibt. Woran man mal wieder schön erkennt, wofür Selbstverpflichtungen seitens der Wirtschaft oder der Banken da sind: Richtig, für den Arsch! Nun können Banken unter Umständen sogar zur Eröffnung eines Kontos gezwungen werden. Bravo!
Aber, liebe Angelfreunde, zurück zum Haken. Denn natürlich ist unsere Regierung nicht selbst auf die Idee gekommen, den Banken derart böse, ja, geschäftsschädigende Vorschriften zu machen. Denn die Regierung folgt damit lediglich einer verbindlichen EU-Richtlinie.
Der Bankenverband hat schon Bedenken angemeldet und verweist auf die strengen Vorschriften zur Verhinderung von Geldwäsche und Schwarzgeld. Ist mir schon klar, dass die Banken keinen Bock auf ein Klientel haben, mit denen sie selbst kein Geld verdienen können (sollen das doch die blöden Sparkassen machen!). Aber das man ausgerechnet auf einen Geldwäsche- und Schwarzgeldverdacht hinweist, ist schon mehr als drollig! Wenn ich mir einen Arbeitslosen oder einen Obdachlosen vorstelle, muss ich auch sofort an Geldwäsche denken. Na klar! Hallo?! Muss man nicht Geld haben, um Geld waschen zu können…?! Ich vermute mal, dass sich die Banken mit halblegalen Geldverschiebungen besser auskennen als jemand, der kaum genug Geld zum Überleben hat. (Nur ein Beispiel: Die Commerzbank, Deutschlands zweitgrößte Bank, musste in diesem Jahr in den USA 1,45 Mrd. Dollar Strafe wegen Geldwäschevorwürfen und vermutlichen Sanktionsverstößen zahlen. Und wer so einen Vergleich annimmt, der wird wohl auch…)
Liebe Banken, ich gönn’s euch! Ist doch immer schön, wenn es auch mal die Arschlöcher erwischt! Da schlaf ich doch heute mal mit einem Lächeln ein!
Sind Politiker noch Volksvertreter oder längst nur noch Interessenvertretervertreter? Entscheidet selbst!
https://tommiboe.com/2015/10/25/ueber-interessenvertretervertreter/