Ein Recht auf ein Basiskonto

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Ein Recht auf ein Basiskonto!
Manchmal überrascht einen das Leben ja doch. Denn wenn es sonst Ankündigungen zu Neuerungen im Bankenwesen gibt, dann kann man sich eigentlich fest darauf verlassen, dass sie zum Nutzen der Banken sind. Warum sollte es sonst Neuerungen geben…? Aber das Gesetzesvorhaben für das Basiskonto, das JEDEM ermöglichen soll, ein Konto zu eröffnen, schlägt da, erfreulicher Weise, eine andere Richtung ein.
Bisher durften sich Banken ihre Kunden aussuchen und eben auch ablehnen, ihnen also eine Kontoeröffnung verweigern. Das hat dazu geführt, dass es in Deutschland Hunderttausende gibt, die kein Konto besitzen (dürfen) und damit auch Schwierigkeit haben, eine Wohnung oder einen Job zu finden und anderweitig am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen.
Eine so gute Sache also, dass ich mich fragen muss, wie kommt die Regierung plötzlich darauf, so etwas Sinnvolles einzuführen. Ist da nicht irgendwo ein Haken? Bin ich schon so misstrauisch, dass ich nicht daran glauben kann, dass unsere Regierung mal einfach so etwas Richtiges und Gutes tut? Ja, NATÜRLICH bin ich so misstrauisch!
Bezeichnend finde ich ja den Hintergrund dazu, dass es bereits seit 20 Jahren (!) eine Selbstverpflichtung der Banken für die Einführung eines „Bürgerkontos“ gibt. Woran man mal wieder schön erkennt, wofür Selbstverpflichtungen seitens der Wirtschaft oder der Banken da sind: Richtig, für den Arsch! Nun können Banken unter Umständen sogar zur Eröffnung eines Kontos gezwungen werden. Bravo!
Aber, liebe Angelfreunde, zurück zum Haken. Denn natürlich ist unsere Regierung nicht selbst auf die Idee gekommen, den Banken derart böse, ja, geschäftsschädigende Vorschriften zu machen. Denn die Regierung folgt damit lediglich einer verbindlichen EU-Richtlinie.
Der Bankenverband hat schon Bedenken angemeldet und verweist auf die strengen Vorschriften zur Verhinderung von Geldwäsche und Schwarzgeld. Ist mir schon klar, dass die Banken keinen Bock auf ein Klientel haben, mit denen sie selbst kein Geld verdienen können (sollen das doch die blöden Sparkassen machen!). Aber das man ausgerechnet auf einen Geldwäsche- und Schwarzgeldverdacht hinweist, ist schon mehr als drollig! Wenn ich mir einen Arbeitslosen oder einen Obdachlosen vorstelle, muss ich auch sofort an Geldwäsche denken. Na klar! Hallo?! Muss man nicht Geld haben, um Geld waschen zu können…?! Ich vermute mal, dass sich die Banken mit halblegalen Geldverschiebungen besser auskennen als jemand, der kaum genug Geld zum Überleben hat. (Nur ein Beispiel: Die Commerzbank, Deutschlands zweitgrößte Bank, musste in diesem Jahr in den USA 1,45 Mrd. Dollar Strafe wegen Geldwäschevorwürfen und vermutlichen Sanktionsverstößen zahlen. Und wer so einen Vergleich annimmt, der wird wohl auch…)
Liebe Banken, ich gönn’s euch! Ist doch immer schön, wenn es auch mal die Arschlöcher erwischt! Da schlaf ich doch heute mal mit einem Lächeln ein!

Sind Politiker noch Volksvertreter oder längst nur noch Interessenvertretervertreter? Entscheidet selbst!

https://tommiboe.com/2015/10/25/ueber-interessenvertretervertreter/

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