„tommi boe“

Eine Mail an Jogi Löw

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Eine Mail an Jogi Löw

Lieber Jogi Löw,
ich schreibe dir diese Mail eigentlich auch im Namen meines Bruders.
Aber erst einmal vorweg will ich Dich was fragen: Was entscheidet so ein Finale? Okay, alles mögliche kann so ein Finale entscheiden. Richtig! – Wahrscheinlich hast du das Championsleague-Finale gesehen. Was hat das Finale entschieden? Und ich will jetzt keine Franz Beckenbauer Gedächtnis-Antworten hören „jaa gut eh!“ sondern einen analytischen Blick auf die spielentscheidende Szene. Ecke Tor! Ein Klassiker. Kann man ja mal bei den Bayern nach dem Finale dahoam nachfragen. Dazu muss man sagen, so einen Drogba kann man wahrscheinlich nicht Hundertprozentig im eins zu eins verteidigen. Vielleicht ist ja auch schon allein der Gedanke, dass man es könnte, ein taktischer Fehler…
Und was war nun der taktische Fehler im CL-Finale und ich kann meinen Bruder aus dem 10000km entfernten Hintergrund brüllen hören: „Wenn da einer im Pfosten gestanden hätte, wäre der nicht rein gegangen!“ Und richtig, Athletico hätte wäre könnte! Ätschbätsch! Dann eben nicht. Hat halt das Scheißreal die CL gewonnen! Stell da doch so einen popligen, kleinwüchsigen Außenverteidiger neben den Pfosten, du Pfosten! Der Zwerg sieht doch da im Strafraum eh keinen Ball!
Und wenn ich mir die Pfosten bei Ecken im Nationalteam so anschaue…! Die Älteren erinnern sich. Einst hat da am Pfosten unser Teeniezwerg Philipp Lahm sein Nationalmannschaftspraktikum abgelegt und hat Dutzende Bälle von der Linie gebolzt. Und wer steht da heute? Niemand.
Wer, lieber Jogi, ist eigentlich dafür verantwortlich/ später mal verantwortlich zu machen? Entscheidet das der Torwart, der Torwarttrainer, der Jogi selbst, oder der Jogi mit dem Torwarttrainer und dem Hansi per Schnickschnackschnuck? Oder hatte der Philipp genug davon, blöd am Pfosten zu stehen und ständig die Bälle von der Linie zu kloppen, weil das schlecht für seine Passstatistik war und er ja außerdem gar kein Praktikant mehr ist?

Der Bundestorwarttrainer selbst hatte übrigens immer seine Leute am Pfosten (vorne und hinten!). Zu Köpkes Zeit stand da das Kopfballungeheuer Icke Hässler rum, wenn ich mich nicht irre. So genau weiß ich das nicht. Aber bei Interesse, lieber Jogi, kannst ja mal den Andi fragen. Der erinnert sich bestimmt noch, wie (und mit wem) er das früher gelöst hat.
Und die Antwort, lieber Jogi, lautet nicht: „Äh, das wurde damals anders verteidigt. Das wird heute modern im Raum gelöst.“ Aber nicht der Raum um die Pfosten, ihr Vollpfosten. Den lässt man modern offen oder was? Schon mal Fußball geguckt und drauf geachtet, wo der moderne Durchschnittsball nach einer Ecke im Tor so einschlägt?
Warum gibt’s dafür eigentlich keine Statistik?! Oder eine Liste der Spieler, die die meisten Bälle von der Linie gekratzt haben? Stellt doch mal kurz was zusammen, liebe Statistiknerds, und schickt das ganze schnell dem Jogi und seinen Jungs und helft so dem deutschen Fußball. Ich würde nämlich gerne sehen, wie unser Philipp, nicht mehr als Praktikant sondern als Kapitän, in der Nachspielzeit des Finales den wuchtigen Kopfball von Sergio Ramos nach der Ecke von der Linie auf die Tribüne bolzt.
Also schreibt alle an Jogi!

WM-Finale Deutschland - Spanien, Sielstand 2:1, Nachspielzeit, 94. Minute, Sergio Ramos köpft nach einer Ecke den Ball wuchtig ins Tor zum Ausgleich, nein, stopp! Philipp Lahm steht neben dem Pfosten und holzt den Ball auf die Tribüne. Yeahhhh!!!
WM-Finale Deutschland – Spanien, Sielstand 2:1, Nachspielzeit, 94. Minute, Sergio Ramos köpft nach einer Iniesta-Ecke den Ball wuchtig ins Tor zum Ausgleich, nein, stopp! Philipp Lahm steht am zweiten Pfosten und holzt den Ball auf die Tribüne. Yeahhhh!!!

Fundstück – Inca Kola

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Fundstücke in Fernwest – Inca Kola

Gut, da kommt man natürlich kam dran vorbei, an der berühmt-berüchtigen Inca Kola. Kennt die ganze Welt, weil irgendwie cool und so und weißte, ne! Aber längst nicht alle haben sie probiert und wissen, wie scheiße sie schmeckt. Braucht kein Mensch. Also bei freier Wahl aus einer Getränkepalette, müsste die Auswahl schon ganz schön scheiße aussehen, um, mal abgesehen aus farblichen Gründen, auf eine Inca Kola zurück zu greifen. Geschmacklich liegt das ganze irgendwo zwischen Kaugummi, Gummibärchenextrakt und … ach, weiß auch nicht. Hilft in jedem Fall auch nicht sonderlich weiter. Farblich ist das schon interessant und beeindruckend, so neon-urinfarben. Macht echt was her im Sonnenuntergang – also rein optisch!
Was mich aber erschüttert hat, ist, dass Inca Kola doch tatsächlich zur Dreckscoca Cola Company gehört. Und ich hatte immer gedacht, dass Inca Kola ein Gegenentwurf, nicht nur geschmacklich und farblich, zu Coca Cola wäre. Und stolze peruanische Protesttrinker würden die weltweite Cocacolisierung einfach ignorieren und ihr eigenes süßlich klebriges Gesöff einer süßlich klebrigen Coke vorziehen. Das wäre so ein bisschen, wie sich McDonalds nicht in Bolivien durchgesetzt hat und daraufhin alle ihre Filialen wieder geschlossen hat. Und dabei gehört Inca Kola tatsächlich inzwischen zur gleichen Company…! Seit 1999. Der Erfolg von Inca Cola war (in Peru) einfach zu groß, größerer Umsatz als Coca Cola. Ist ja klar, was dann passiert… Freundliche Übernahme!
Schon gut, mein Fehler. Was hab ich mir da wieder gedacht? Aber darf man nicht noch hoffen, ein wenig, hin und wieder…? Muss denn alles, was wir konsumieren von den drei gleichen Megakonzernen sein, die so groß, fett und gefräßig sind, dass sie niemals satt werden, und so viel Macht haben, dass sie sich (bald alle) unsere Politiker kaufen können, um solche Abkommen wie TTIP durchzuwinken, damit sie noch fetter werden können? Muss das sein…?!

farblich schon ganz geil im Sonnenuntergang...
farblich schon ganz geil im Sonnenuntergang…
sehen besser aus als sie schmecken. gilt für beide!
sehen besser aus als sie schmecken. gilt für beide!

Kein Bier vor elf!

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Kein Bier vor elf!

Manchmal ist die Zeitverschiebung ja sehr hilfreich. Zum Beispiel wenn es um die Beugung deutscher Weisheiten geht. „Kein Bier vor 4!“ entspricht in meiner Zeitzone 9 Uhr vormittags. Man muss es ja nicht übertreiben. Aber 11 Uhr geht dann schon. Aber wie hat mir meine Oma so schön beigebracht. Wann man das erste Bier trinke, das sei nicht so entscheidend. Denn: „Lieber ein erstes Bier mehr und dafür ein letztes weniger trinken!“ Wenn da mal nichts Wahres dran ist, liebe Freunde des Biergenusses. Übrigens die gleiche Oma, die auch gesagt hat: „Wer ein Bier holen kann, kann auch zwei holen!“
Ich komme gerade von meiner morgendlichen Surfstunde (meiner zweiten). Was ich von gestern gelernt habe. 1. Sonnenschutz auf dem Rücken war absolut nicht ausreichend. Also heute ein langärmliges Oberteil angehabt. 2. die Surfer, die neben aufs Brett steigen, greifen scheinbar auf eine andere Zeit zu oder anders: ich kann nur auf Zeitlupe zugreifen. 3. Der Muskelkater in den Armen macht mich heute ganz schön müde.
Als wir aus dem Wasser gehen, wird gerade für einen Surfwettbewerb aufgerufen, an dem ich noch nicht teilnehmen kann. Immerhin bin ich heute schon ganz gut aufs Brett gekommen und konnte einige Wellen, na, nennen wird es mal nicht reiten, aber zumindest runter fahren. Schon coole Sache. Und da ich noch ein paar Tage hier rumlungern werde, werde ich wohl noch die ein oder andere Wellen in Angriff nehmen (müssen).

Darauf kann man auch schon mal um elf ein Bier trinken. Zumal ja, in meinen Augen und Kehlen, Bier ein ausdrückliches Sommererfrischungsgetränk ist (Biergärten sind ja auch im Winter geschlossen) und der Sommer und der Drang nach Erfrischung beginnen hier jeden Tag einfach schon verdammt früh…

Surfen macht hungrig, durstig, glücklich, wie dieses Foto zu beweisen versucht.
Surfen macht hungrig, durstig, glücklich und Sonnenbrand, wie dieses Foto zu beweisen versucht.

Máncora, 80 Soles, zu dumm zum Sch… Hä?!

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Máncora, 80 Soles, zu dumm zum Sch… Hä?!

Gut, das ist vielleicht eine dieser Geschichten, die ich nicht allen erzählen werde. Was nicht heißen soll, dass ich mir bloß eine Peinlichkeit ersparen möchte. Nein, ich werde mir diese Peinlichkeit nicht ersparen! Denn dafür ist die Geschichte einfach zu gut/blöd/typisch. Die muss und werde ich erzählen. Eben nur nicht allen. Niemand soll sich der Mitwisserschaft schuldig machen. Sind ja auch einige Leser im Staatsdienst…
Ich werde die Geschichte „Máncora, 80 Soles, zu dumm zum Sch… Hä?!“ dann gerne auf gezielte Nachfragen erzählen. Auch irgendwie schön zurückzukommen und zu wissen, dass diese Geschichte noch niemand kennt. Weißte sonst kommt so: „Erzähl mal, wie war’s?“ Und ich fang an und der andere nur: „Kenn ich schon, steht in deinem Scheißblog, Mann!“ Naja, und so weiter… Nun habe ich zumindest noch die  Geschichte „Máncora, 80 Soles, zu dumm zum Sch… Hä?!“ im Köcher.

Erzähl doch mal! Und das mache ich dann auch, wenn ich zurück bin. Und ich freu mich auch schon, sie dir zu erzählen!

Viel Spaß im Locutorio

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Viel Spaß im Locutorio

Aus meiner Reihe „Viel Spaß mit…“ heute: Viel Spaß im Locutorio! Als Locutorio bezeichnet man Telefonläden. Ob die Silbe „Locu“ schon andeuten soll, dass es hierein wenig verrückt (loco) zugeht, ist mir nicht überliefert.
Ich wollte die Lufthansa anrufen, weil ich meinen Rückflug „umrouten“ wollte. Das Wort „Umrouten“ hab ich übrigens erst während des Telefonats kennen gelernt. Außerdem dass Umbuchen in meinen Ticketbedingungen enthalten ist und Umrouten nicht. Wieder was dazugelernt. Ich werde auf meiner Rückreise also nicht direkt von Havanna zurück fliegen sondern, wie gebucht, erst nach Caracas und am nächsten Tag nach Frankfurt.
Ich hatte gehofft, der Lufthansa sei das egal, ob ich nun von Havanna oder Caracas aus fliegen würde. Vielleicht war es der Lufthansa persönlich auch egal. Nur stand nichts davon in meinen Ticketbedingungen.
Da ich schon mal im Locutorio war, wählte ich die Nummer meiner Eltern. Dem Sohn geht’s gut und so… Aber ich kam nicht durch. Nachdem ich schon mit der Lufthansanummer Schwierigkeiten und einige Anläufe gebraucht hatte, ging jetzt aber gar nichts. Woraufhin mir die Locutorio-Fachkraft erklärte, dass ich nicht genügend Nummern gewählt hätte. Ich versicherte ihr, dass ich eine vollständige Nummer gewählt hätte… Nein, nein, da würden noch Ziffern wählen. Daher würde es auch keine Verbindung geben. Da es sich um die Nummer meiner Eltern handelte, war ich mir sicher, dass ich keine Ziffern unterschlagen hatte. Janeindoch, da würden noch Nummern fehlen. Die Frau blieb hartnäckig und hatte wohl kürzlich einen Fortbildungskurs über das deutsche Telefonwesen besucht. Ich erklärte ihr, dass diese Nummer vollständig sei und es im Dorf meiner Eltern noch Anschlüsse mit nur drei Nummern gebe. Nein! Sie lächelte allwissend. Nein, nein, nein. Woher sie sich denn so gut mit deutschen Telefonnummern auskenne. Tja, das sei nun mal so.
Langsam wurde ich gallig. Ihr Scheiß Locutorio funktionierte nicht und ich musste mir anhören, ich sei zu blöd die Nummer meiner Eltern zu wählen…?! – Sie lächelte, als habe sie mir Dummerchen das nicht schon oft genug erklärt: Es fehlen noch Nummern! Nur deshalb gab es keine Verbindung.
Bevor ich noch völlig wahnsinnig werden konnte, wechselte ich auf deutsch und erklärte ihr, was ich von ihrem Drecksladen und ihren klugen Ratschlägen hielt. Danach war sie ruhig. Komisch! So etwas wirkt manchmal besser als alle Erklärungen.
Vielleicht wäre ich auch gar nicht so sauer gewesen, wenn man mich nicht schon ein paar Minuten vorher für völlig blöd verkauft hätte. Ich hatte in der einzigen Bank in Máncora gefragt, ob ich denn hier mit meiner Notfall-Kreditkarte Geld bekommen könne. Da sagte mir der Bankfuzzi, das gehe nur am Automaten. Ich erklärte ihm, dass ich keine Geheimnummer habe und daher an einem Geldautomaten kein Geld abheben könne. Aha. Das Prinzip könnte ein Bankangestellte, gleich in welchem Land, ja verstehen. Also fragte ich, ob es noch eine andere Bank im Ort gebe. Woraufhin er die Straße runter zeigte. Jaja, da gebe es noch ein paar Geldautomaten. Was? Ja, das seien noch ein paar Geldautomaten. Was? Hört mir hier eigentlich niemand zu?!

Ach, übrigens, als ich im Locutorio hinter die dreistellige Nummer meiner Eltern einfach noch „000“ gewählt habe, bin ich natürlich direkt durchgekommen! Im Rausgehen lächelte mich die Dame am Schalter wissend an: „Na, also, ich hab doch gesagt, da fehlen noch Ziffern!“