„tommi boe“

Klare Zeichen

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Während ich am Straßenrand stehe und auf den Bus warte, der mich zu meinem Abflugort Makassar bringen soll, erster Rückreisetag, fährt ein Jeep an mir vorbei, auf dessen Windschutzscheibe doch tatsächlich „Stuttgart“ steht. Whaaat…?!

Vor mir liegen zehn bis zwölf Stunden Busfahrt, morgen dann Flug nach Singapur, übermorgen dann via Istanbul weiter nach Frankfurt, falls ich nicht noch überraschend am Flughafen in Istanbul festgenommen werde (aber was heißt schon überraschend), weil sich rausstellt, dass ich beim letzten Mal nicht die AKP gewählt habe.

Dann geht’s mit dem Zug zurück nach Stuttgart. Mittwoch nachmittag kann ich dann nach fünf Wochen meine Kaffeemaschine anschmeißen – freu mich drauf!

Und jetzt fährt dieser Stuttgart-Jeep an mir vorbei. Natürlich! Freunde der Höchstwahrscheinlichkeitsrechnung, wenn das mal kein Zeichen ist…! Und um das Ganze zu verdeutlichen, fährt der selbe Jeep fünf Minuten später zur Sicherheit aus der anderen Richtung noch mal vorbei. Ja doch…! Ich hab’s ja verstanden, bin doch quasi schon auf dem Weg!

See you soon!

Auf der Busfahrt von Rantepao nach Makassar

Adipöser Vogel verweigert Papaya-Diät

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Hmm…! Vielleicht doch ein bisschen sehr reißerisch als Aufmachung für eine Geschichte über das krass einseitige Obstangebot in Sulawesi. Als Freund von Fernreisen bin ich auch Fan von solchen Märkten, die nicht mit „super“ beginnen, aber super sind. Dort spielt sich nicht nur ein wesentlicher Teil des Lebens in diesen Ländern ab, sie sind bunt, laut, abwechlungsreich und manchmal sehr gewöhnungsbedürftig (siehe Tomohon, Episode folgt), sondern es gibt dort Früchte! Plural! Viele Früchte! Großer Plural! Früchte, deren Namen ich nicht kenne, aber die ich alle probieren möchte. So kenne ich die Märkte, so sollen sie sein und so war er auch zumindest in Tomohon. Aber sonst ist Sulawesi eine Enttäuschung! Wo ist die Vielfalt der leckeren, stets gutgelaunten Früchte der Tropen? Warum fahre ich denn hier her?

Stattdessen Einfalt, genauer gesagt Zweifalt: Bananen und Papaya. Ausgerechnet Papaya! Im Ernst?!

Sechs Tage auf den Togians – traumhafte Inseln, keine Frage – gab es jeden Tag Papaya zum Frühstück, hin und wieder gemischt mit (richtig!) Banane!

Heute morgen in Tentena, Zentralsulawesi, – traumhafte Aussicht, keine Frage – gab es Banana-Pancake mit (richtig!) Papaya. Papaya ist sowas wie bei uns Zucchini. Die hören einfach nicht auf zu wachsen, bis sich der Nachbar beschwert, weil der Gartenzaun verschoben wurde. (Vgl. https://tommiboe.com/2015/03/20/zucchini-das-arschlochgemuse/)

Im Garten von unserem Hostel sitzt ein fetter Vogel im Baum, der morgens immer ganz elendig schreit. Ich hab mich schon gewundert, was mit dem los ist. Heute morgen konnte ich beobachten, wie er in seinem Baum gefüttert wurde. Er hat ein Schälchen und da kommt sein Futter rein. Daraufhin klettert er eilig runter und fängt an zu schreien, als er merkt, dass es heute auch wieder bloß Papaya gibt.

Mir geht’s beim Frühstück inzwischen ähnlich. Zumindest die Aussicht stimmt.
Ich weiß, die Geschichte erklärt nicht hinreichend, warum der Vogel so fett ist.

 

Bild1. Fetter Vogel

Bild2. Fetter Vogel im Papayabaum

Bild3. Mein Frühstück mit Aussicht

Bild4. Vogelfrühstück

Trockenzeit kaputt!

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Meinen Schülern verbiete ich, Sätze mit also zu beginnen sowie das Wort eigentlich zu benutzen. Denn dabei kommt selten etwas Gescheites heraus.

Also, eigentlich wollte ich heute auf den Straßen von Tomohon unterwegs sein, um mir die Parade zum Nationalfeiertag Indonesiens anzuschauen. Die Straßen sind schon seit Tagen mit rotweißen Flaggen geschmückt, Holzzäune wurden rotweiß lackiert, vor Schulen wurde eifrig für den Umzug geprobt und selbst die Straßenverkäufer hatten rotweiße Fähnchen im Angebot.

Das sollte doch auch für mich ein Fest sein. Also eigentlich…

Aber seit heute morgen regnet es. Wie auch schon  seit Tagen. Nur heute mag es einfach nicht aufhören und immer, wenn es aufzuklaren droht, wird es noch schlimmer. Selbst schuld, mag der geneigte Hobbymeterologe denken. Wenn man in die Tropen reist, und ich befinde mich zurzeit auf 1° nördlicher Breite, dann muss man auch mit tropischem Niederschlag rechnen. Schließlich heißt es auch tropischer Regenwald. Jaja, so weit korrekt!

Allerdings ist in Sulawesi im August Trockenzeit angesagt. Schade, dass Sulawesi nichts davon weiß, obwohl mir das alle Beteiligten bisher versichert hatten. Schon bei meinem Tauchstopp auf Bunaken, einer kleinen Insel im Norden von Sulawesi, wurde ich von tropischen Regenfällen begleitet. Allerdings wissen Taucher: it never rains under water!

Heute hingegen ist die Trockenzeit völlig kaputt. Auf indonesisch übrigens: „iklim rusak!“ Soll der Geograph nun interessiert tun, da er mal wieder Zeuge des Klimawandels sein darf, oder muss ich sogar ein schlechtes Gewissen haben, da ich ja gar nicht das Opfer, sondern vielmehr der Verursacher des Klimawandels bin, oder ist das Gejammer endlich bald vorbei…?

Naja, zumindest baumeln auch vor meiner, in den Bergen gelegenen Unterkunft zwei rotweiße Fahnen herum. Yeah, Stimmung…!

Die Proben zum Nationalfeiertag vor einer Schule – noch im Trockenen!

Fairtrade-Kaffee kann jeder!

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Fairtrade-Kaffee kann jeder!

Gutes Tun 2017 oder: „Yes, you can – zumindest if you want!“

Jede:r Deutsche kaufte im Jahr 2016  für gerade mal 13 Euro faire Produkte, also solche Produkte, die mit dem Fairtrade-Siegel gekennzeichnet sind. In Österreich sind es im Schnitt 30 Euro, in Groß Brittanien 44 und in der Schweiz 69 Euro im Jahr (mehr).

Gut, wer bis hierher gelesen hat, mag schon über dem deutschen, vielleicht sogar über dem schweizerischen Schnitt liegen. Aber trotzdem sind diese Zahlen peinlich und sie sind ein Spiegel unserer Gleichgültigkeit und unseres Geizes. Denn das Wissen über die menschenunwürdigen Arbeitsbedingungen auf Kaffee-, Kakao-, Bananen- oder was-auch-immer-Plantagen der Welt ist ja kein Geheimnis oder Herrschaftswissen. Das weiß jede:r, ob man nun will oder nicht. Ja, Wissen tut manchmal auch weh. Da hilft nur aktives und gut einstudiertes Verdrängen und das können wir super und praktizieren es jeden Tag! Bestes Beispiel: im Supermarkt beim Einkaufen.

Fairtrade-Kaffee macht in Deutschland gerade mal vier Prozent aus. Die Argumente, dass Fairtrade-Produkte unerschwinglich seien, sind selten so verkehrt wie beim Kaffee. Mein Rewe-Markt um die Ecke bietet das Kilo Bio-Fairtrade-Bohnen für 9,99 an, was sogar günstiger ist als andere (nicht-Fairtrade) Markenprodukte. Und meine Gaggia macht daraus einen sehr feinen, leckeren Kaffee.

Und für alle, die sonst immer die „Oha – Fairtrade ist voll teuer“-Keule rausholen, aber gleichzeitig auf ihren Nespresso- oder anderen Kapsel-Kaffee-Kack nicht verzichten wollen: Rechnet doch mal aus, was eure Tasse Kaffee kostet und seid ehrlich dabei und vergesst solche Argumente „Aber ist doch total praktisch!“ Am Arsch! Es ist viel teurer und zudem eine elende Umweltsauerei.

Und für alle Kapsel-Fetischist:innen, die immer noch nicht aufgeben: Es gibt inzwischen einen Kapselkaffee, der Bio und Fairtrade ist und dessen Kapseln kompostierbar sind. Und, als wäre das nicht genug, er ist nicht mal teurer als Nespresso! So Schweinebacke! Und jetzt du! Und wehe, du kommst mir jetzt mit George Clooney…!

Und was haben wir gelernt? Ganz einfach: Fairtrade-Kaffee kann jeder!

Mit dem Zweiten wählt man besser!

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Mit dem Zweiten wählt man besser!

Das größte Talk-Format des ZDF hatte geladen, ein Maybrit Illner-Spezial, in der Woche vor den Landtagswahlen in NRW, das Ganze zum Thema Sicherheit. Dass ich Maybrit Illner ohnehin nur schwer ertragen kann, tut hier nichts zur Sache. Allerdings würde ich mir schon im (von mir finanzierten) Öffentlich-Rechtlichen gerne eine neutralere Leitung solcher Politik-Formate wünschen und nicht so Klientel-Politik-Sendungen, in denen schnell klar wird, welche Gesinnung herrscht und welche politischen Positionen nicht ganz so erwünscht sind.

Bei besagtem Illner-Spezial waren hochrangige Politiker der etablierten Parteien geladen, schließlich sind wir ja mitten im Wahlkampf. Da saßen nun die CDU, SPD, Grünen und die FDP, obwohl derzeit nicht im Bundestag, dafür war die Linke nicht eingeladen, obwohl derzeit Oppositionsführer im deutschen Bundestag. Deren Ansichten sollen vermutlich in einer solchen Diskussionsrunde kein Gehör und daher auch keinen Platz haben! Komisches Demokratieverständnis, eine im Bundestag vertretene Partei einfach nicht einzuladen, stattdessen die FDP, die anscheinend dringend wieder in den Bundestag gehört. Oder wie soll und kann man das verstehen? (Wahrscheinlich aber gar nicht so gemeint! Vermutlich aus redaktionellen Gründen…!)

Danke für so viel Gesinnungsoffenbarung, liebes ZDF, und auch dafür, dass Sie Ihren Zusehern, in schwierigen, unübersichtlichen Zeiten, schon mal eine kleine Vorauswahl in der Parteienfindung mit auf den Weg geben:

„Mit dem Zweiten wählt man besser!“