Junckers widerliche Vergangenheit

Gepostet am Aktualisiert am

Juncker antwortet nicht auf Fragen nach seiner widerlichen Vergangenheit

Präsident der Europäischen Kommission Jean-Claude Juncker hat angekündigt, ein verbindliches Lobbyregister für EU-Kommission und EU-Parlament einzurichten. Scheint vernünftig. Aus seinem Mund allerdings klingt das für mich ein bisschen nach Sepp Blatter, der die Welt mit der Ankündigung von objektiven Untersuchungen seiner eigenhändig geschmierten FIFA-internen Ethikkommission beruhigen möchte. Hab ich schon besser gelacht!
Es handelt sich nämlich um den gleichen Juncker, der vor kurzem auf Anfragen zu seinen Verstrickungen in den großflächigen luxemburgischen Steuersumpf nach langem Schweigen weiter schwieg: „Ich antworte nicht auf Fragen nach meiner widerlichen Vergangenheit!“ Äh oder war es: „Ich antworte nicht auf diese widerlichen Fragen nach meiner Vergangenheit!“ Naja, wie auch immer… Kommt für mich auf das Gleiche raus! Ist aber auch gemein, unseren ranghöchsten Europapolitiker einfach so mit seiner eigenen Vergangenheit zu belästigen. „Steuerdeals“ und „Tax Ruling“ nennt man die Absprachen zwischen den staatlichen Steuerbehörden und Unternehmen. Klingt doch süß oder?
Der Bundesvorsitzende der Deutschen Steuergewerkschaft schätzt, dass dem deutschen Fiskus allein durch die von Luxemburg organisierten Deals 10 Milliarden Euro an Steuern durch die Lappen gehen. Pro Jahr, versteht sich! Und dann gibt’s ja noch Irland, die Niederlande, die Kanalinseln und andere lustige Steuerparadiese…! Das alles kaltlächelnd innerhalb der EU. Zwar nicht legitim und loyal den EU-Partnerländern gegenüber aber wenigstens legal.
Können sich die Politiker vielleicht mal und so etwas kümmern?! Jetzt tun zwar alle so, als wären sie überrascht. Nee klar! Wozu hat man denn eine Regierung? Damit sie sich von den Konzernen und ihren lieben Nachbarn verarschen lässt…?! Wie ging noch mal das eklige Gerede von dem verbindenden Wertesystem in Europa? Kann man nicht mal ein paar Gesetze machen?! Kann doch nicht so schwer sein! Und ich möchte mal sehen, wie von unseren Politikern dagegen argumentiert wird. Irgendwie werden denen schon Gründe einfallen, warum man Luxemburg nicht einfach aus der EU schmeißt. Die wollten doch nur ein bisschen (mit Steuern) spielen. Dem kleinen süßen Luxemburg kann doch keiner böse. Doch verdammt! Ihr Arschgeigen!
Und die oberste Arschgeige, Jean-Claude Juncker, beschwert sich auch noch, dass man ihr „widerliche“ Fragen stellt. Blöd für Europa, dass man den Saftsack gerade erst gewählt hat und jetzt feststellen muss, dass er halb Europa beschissen hat, oder wie darf man das nennen, wenn man seinen Nachbarn Hunderte Milliarden Steuereinkünfte versaut hat (denn um diese Größenordnung geht es hier!)? Und jetzt auch noch beleidigt sein…? Was ist denn hier „widerlich“? Was muss man überhaupt tun, um aus so einem Amt wieder rausgeschmissen zu werden? Wie viele Milliarden Euro lässt man ihm denn durchgehen? Ach ja, war ja eine ganz „legal“ inszenierte Steuerflucht! Dann ist ja nicht so schlimm oder was?! Wie blöd geht’s eigentlich?!

Ein Kommentar zu „Junckers widerliche Vergangenheit

    Empörungssättigungssyndrom « tommiboe sagte:
    Mai 23, 2016 um 8:31 am

    […] Junckers widerliche Vergangenheit […]

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