Monat: Juni 2014

Fundstück – Der Drecks-HSV

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Fundstücke in Fernwest – Der Drecks-HSV

Dass die WM vor der Tür steht, ist klar. Aber nicht vor meiner. Hab extra gerade noch mal nachgeschaut. Pazifik, so weit das Auge reicht! Und auch in die andere Richtung ist verdammt wenig von der WM zu spüren, hören oder zu sehen. Und auch an dem Ort, an dem ich zum WM-Start dann sein werde, schlägt bekanntlich nicht gerade das Herz des Fußballs: Kuba. Man sagt, dass hier nicht mal das Schlagen jenes Herzens so hören ist. Die Hauptsportarten Kubas sind Boxen, Rum und Beísbol (Baseball). Sonst… naja! Kuba hat 1984 die Olympischen Spiele in Los Angeles übrigens nicht vorrangig aus politischen Gründen boykottiert, sondern hauptsächlich weil Beísbol nicht im olympischen Programm stand.
Jedenfalls befinde ich mich nicht gerade in einem vor Vorfreude taumelnden Örtchen, ansonsten aber ganz passabel! Um so mehr überraschte mich dann, quasi auf fußballnüchternen Magen, der Ecuadorianer am Pool meines Hostels. Denn der steckte in einem HSV-Trikot. Musste sich mein Magen schon arg zusammenreißen, dass sich die Meeresfrüchte nicht wieder Richtung Pazifik bewegten. Der Typ war sich aber keiner Schuld bewusst. So konnte ich ihn schnell davon überzeugen, in meiner Gegenwart auf das Tragen dieses Trikots zu verzichten. Es war auch bloß ein Geschenk und er hatte keinerlei fehlgeleitete emotionale Verbindung zum Drecks-HSV. Erst später fiel mir ein, dass Paolo Guerrero ja mal ein paar Jahre für den Scheißverein anschaffen gegangen ist. Das erklärt die Verbindung von Peru und… aber dann bemerkte ich, dass der Mann aus Ecuador kam.
Naja… Und so betranken wir uns friedlich am Pool, bevor es zum Fotoshooting kam. Dass ich dann im HSV-Trikot landete, sollte ein trunkener Witz sein und wer mich an dieser Stelle falsch verstehen oder mir etwas unterstellen möchte, der muss sich nur das nächste Foto anschauen, mit dem ich meine Ehre wieder herstellen möchte. Und ja! Natürlich habe ich hinterher geduscht!

noch nicht schimpfen! Erst das nächste Foto anschauen!
noch nicht schimpfen! Erst das nächste Foto anschauen!
SO!!! Freunde! Das macht man mit dem Trikot!
SO!!! Freunde! Das macht man mit dem Trikot!

Plastikmüll im Pazifik

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„Throw and Drink and Catch“

Plastikmüll im Pazifik

Auch ich bin schuldig, zur Plastikvermüllung des Pazifiks beigetragen zu haben. Heute sind ziemlich genau 175 Gramm von meinem Plastik im Ozean gelandet. Ausgerechnet heute, wo ich etwas mit dem Müll vorgehabt hatte. Mein ganzer heutiger Tagesplan hing an dieser Frisbee-Scheibe.
Gestern nachmittag habe ich mich schon mal eingeworfen. Ordentlicher, richtungsstabiler Wind. Das heißt, Scheibe aufs Meer rausfeuern und acht, neun Sekunden warten und die Scheibe am gleichen Fleck wieder fangen. Das brachte mich auf die Idee mit dem Video. Als ich im Dezember einen Video-Clip postete, in dem ich mit zwei Bierdosen durch den tosenden Atlantik kraulte, wurde mir aus Frisbee-Kreisen ein Clip geschickt, wie ein Typ am Strand eine Frisbee hinaus aufs Meer feuerte, dann eine Dose Bier geschossen hat, um danach die Scheibe zu fangen. Coole Nummer, ohne Frage! Bei der WFCF (World Flying Disc Federation) wird diese Disziplin übrigens offiziell unter TADAC, „Throw and Drink and Catch“, geführt, hat aber nur einen Bruchteil der Aktiven von anderen Wurf-Trink-Disziplinen wie „Stubby-Guts“, das im übrigen weltweit überwiegend nach den Marburger Standardregeln ausgetragen wird! (Vergleiche: http://www.mathematik.uni-marburg.de/~michael/4ferkel/index.php?id=stubby) Zu bewundern und auszuüben natürlich auch dieses Jahr wieder beim 4ferkel in Marburg.

Aber zurück zum „Throw and Drink and Catch“. Da muss schon einiges stimmen: Wind-, Wurf- und Trinkbedingungen müssen hinhauen. Klang nach einer guten Aufgabe für mich. Und so übte ich gestern Wurf- und Trinkskills noch getrennt voneinander. Es waren etliche erfolgversprechende Würfe dabei. Genug Zeit mehrere Bier zu trinken (und sich zwischenzeitlich in die Hängematte zu hängen), sodass ich hoffnungsvoll und mit Vorfreude auf den kommenden Tag schaute.

Währenddessen wurde ich von einer ecuadorianischen Familie aus meinen Hostel beobachtet. Zwei Jungs, der eine 18 und der andere 14 Jahre, kamen und fragten mich, ob sie das auch mal probieren könnten und so hab ich noch eine Weile am Strand mit ihnen geworfen. Schon mit der ausdrücklichen Warnung vor dem bösen Meer, das sich hin und wieder mit einer besonders besitzergreifenden Welle schon mal die ein oder andere Scheibe schnappen konnte, sodass die Scheiben trotz eigentlich guter Schwimmeigenschaften nicht mehr auftauchten.
Ich selbst durfte schon zweimal trauriger Zeuge davon werden, wie sich der Pazifik eine Scheibe von mir holte. In Mexiko, weil eine dicke Amitussi zu langsam war, um die Scheibe zwischen ihren Füßen (!) aufzuheben. Aber da war schon eine krasse Strömung. Aber eine Scheibe zwischen den eigenen (!) Füßen kann JEDER aufheben. War wohl die Wampe im Weg! – Die zweite Scheibe habe ich in Panama wenigstens selbst versenkt.
Die dritte Scheibe lag heute Morgen noch auf meiner Terrasse. Als ich so gegen 8 Uhr meine Terrassentür öffnete, fragte mich einer der Jungs, ob er sich die Scheibe ausleihen könnte. Si claro, kein Problem. Ich wollte dem peruanischen Nachwuchs-Frisbee natürlich nicht im Weg stehen. Eine Viertelstunde später kam er kleinlaut wieder zurück. Da hatte sich der Pazifik auch schon die Scheibe geholt. Ausgerechnet an dem Tag, an dem ich etwas mit der Scheibe vorgehabt hatte! Gutes Timing!
So ganz ohne Scheibe würde sich der „Throw and Drink and Catch“-Clip bestimmt ganz schön blöd machen. Andererseits… Ist das schon wieder blöd genug, um… ?
Naja, ist halt ein ganz schmaler Grat zwischen Wahnsinn und Blödheit!

 

Zur Übung, falls gerade kein Meer und starker Wind zur Hand, empfehle ich DDC- oder Guts-Scheiben, die bei schwächerem Wind aufgrund des geringeren Gewichts bessere Segeleigenschaften aufweisen und so eine längere Hangtime (Zeit, die die Scheibe in der Luft hängt) und damit längere Drinktime  ermöglichen.

 

Stubby Guts ist bekannt. TADAC – „Throw and Drink and Catch“ – noch nicht so. Also trainieren, Freunde!

Hier noch der Link zum Video:

Sorgen auf hohem Niveau

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Sorgen auf hohem Niveau

Jetzt bin ich schon seit einer Woche am gleichen Ort, am gleichen Strand! Bei meinem ersten wochenlangen Aufenthalt an einem Ort war ich mit den Bagas und ihrem Buggi unterwegs. Hier muss ich das allein durchziehen! Eine Woche…?! Kann das gut gehen? Gibt das schon Sättigungserscheinungen? Muss ich mir Sorgen machen?

Ich hab mir gestern Abend schon Hühnchen statt Fisch oder Meeresfrüchte bestellt. Muss man sich mal vorstellen! Dass mir so etwas mal passiert…! Peinlich! Mag das kaum schreiben.
Sind die Conchas Negras heute Mittag wirklich so lecker gewesen wie gestern? Solche Fragen stelle ich mir. Tatsächlich! Also, vorweg, die Conchas Negras sind auch heute großartig, absolut großartig! Einmannfrei!
Da ich die Muscheln heute eigenhändig knacken, entkernen und, vor allem, mich dabei fotografieren lassen durfte, muss ich an dieser Stelle auch noch die verdiente Werbung für den besten Muschelladen der Stadt: Die besten Conchas Negras von Máncora gibt’s in der „Cervicheria Hermes“. Und diese Empfehlung kommt auch von Herz und Magen. Magen, weil frischer als hier kann kaum ein Magen diese Dinger zu Gesicht, äh an die Magenschleimhaut bekommen. Und meinem kleinen Sensibelchen von Kaskadenmagen bekommen sie seit Tagen!
Ansonsten mach ich mir so meine Gedanken über die Schattenreichweite meiner Palme, über ihren Schattenverlauf der nächsten Stunden. Und das ist ein verdammt gutes Zeichen. Das ist philosophisch gesehen kaum zu unterbieten. Ähm, unterbieten im Sinne von Entschleunigung ist natürlich positiv zu bewerten. Denn wenn das die Gedanken sind, die einen beschäftigen, dann hat man gar keine Kapazität, um sich Sorgen zu machen.
Auch habe ich noch keinen einzigen pazifischen Sonnenuntergang geschwänzt, egal wie beschäftigt ich war!
Und so lange der „Maracuyá Sour“ noch schmeckt, ist wirklich alles gut… Also, für Leute, die sagen, ihnen würde kein Alkohol schmecken, und dieses Argument als alleinigen Grund für ihre Alkohol- und oder Spaßbefreiung geltend machen wollen, dann probiert das: Maracuya Sour. Freunde, Freunde, das ist ein Zeug! Meinem vorjährigen Reiseabschnittsgefährten Herr van Bär und mir habe ich schon in Panama einige Maracuya Libre verschrieben. Aber das Zeug hier ist noch mal eine Nummer geiler. Natürlich mischt der Peruaner seinen Pisco rein. Aber im Gegensatz zum Pisco Sour ist das Ganze auf Maracuya-Basis und wird dann mit Eiweiß schön schaumig geschlagen. Hmmmm! Yummi! Maracuya wird ja nicht umsonst auch Passionsfrucht genannt.
Es muss sich also niemand um mich Sorgen machen. Der Herr Boe kann die völlig unrealistischen Rahmenbedingungen hier händeln! Dass man dabei auch mal die Zähne zusammen beißen muss, versteht sich ja von selbst.

Herr Boe beim Muschelnknacken
Herr Boe beim Muschelknacken (conchas negras)
Mein Muscheldealer!
Mein Muscheldealer!
Es ist verdammt schwer ein volles Glas Maracuya Sour zu fotografieren, weil vor dem Foto-Reflex der Trink-Reflex zuschlägt.
Es ist verdammt schwer ein volles Glas Maracuya Sour zu fotografieren, weil vor dem Foto-Reflex bereits der Trink-Reflex zuschlägt.