scheißverein

Viel Spaß mit Autoverleihern

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Viel Spaß mit Autoverleihern

Oh oh! War das eine so gute Idee…? Autoausleihen auf Sizilien? Ich, der sonst NIE Auto fährt, mit oder gegen Tausende Sizilianer auf der gleichen Straße! Kann das gut gehen?!
Okay, ehrlich gesagt: Ich hatte mir diese Frage vorher gar nicht gestellt. Dafür tauchte sie jetzt einfach so auf. Gut, hätte man natürlich dran denken können…
Außerdem war ich davon ausgegangen, mich von einer angenehmen Frauenstimme souverän durch die sizilianischen Gassen leiten zu lassen. Aber, als ich mein Auto am Flughafen Catania abholte, musste ich feststellen, dass mein Auto kein GPS – zu deutsch: kein Navi – hatte. Beim Buchen war mir schon aufgefallen, dass es die Rubrik „Navi“ gar nicht gab. Und das galt nicht nur für mein konkretes Auto/ Angebot, auch sonst tauchte das Thema Navi irgendwie nicht auf.
Mein, für die meisten wichtigen Entscheidungen zuständiges naives Kindheits-Ich lächelte ein fröhliches „Wird schon!“ und buchte das Auto bei „Thrifty“ (wie sich am Flughafen rausstellte ein Ableger von Hertz). Woher mein Kindheits-Ich meine Kreditkarten-Nummer hatte, keine Ahnung! Jedenfalls weiß ich jetzt endlich, wer für die leeren Pizzakartons im Hausflur verantwortlich ist! Wahrscheinlich umgeht es auch die Kindersicherung auf meinem Rechner und schaut sich im Internet Schweinkram an. Wie auch immer…
Die zunächst freundlich wirkende Autofachvermieterin offenbarte und offerierte mir, dass ich entweder ein externes Navi (zum Anschnallen) buchen könnte, für 19 € am Tag! Ich hatte für mein Auto 152 € für 10 Tage bezahlt. Lässt sich leicht erkennen, dass das Drecksnavi damit teurer wäre als das ganze restliche Auto. Whaaat?! Im Ernst, Hertz?!
Oder aber, versuchte mich die Lady am Schalter aufzumuntern, ich könne stattdessen ein größeres Auto mieten, bei dem das Navi dann schon drin wäre. Sie könne mir sogar ein spezielles Angebot machen: 140 € extra. Dafür größer, toller, Automatik, Diesel, alles was ich weder haben noch zahlen wollte.
Na toll! Da stand ich nun am Schalter und brauchte eine Entscheidung. Mein Hals war schon merklich und sichtbar angeschwollen. „Oh Sorry!“ flötete meine Hertzensdame „mit Steuern 200 €!!“ Scheißverein! Autoverleiher, alles Verbrecher! Mein Kindheits-Ich hatte sich schon längst heulend verkrochen.
Eine Viertelstunde später saß ich im Stau im Stadtverkehr von Catania, der zweitgrößten Stadt auf Sizilien, und schwitzte wie Schwein. Spätestens jetzt pochte die Eingangsfrage wieder auf: Oh oh! War das eine so gute Idee…?
Ich hatte eine grobe Idee, wohin ich musste. Zumindest konnte ich die Straße, in der sich meine Airbnb-Wohnung befindet, auf einer kleinen Karte in meinem Sizilien-Reiseführer finden. Allerdings bildete die Karte nur einen geringen Ausschnitt von Catania ab. Nach einer halben Stunde parkte ich mein Auto am Piazza del Duomo und ließ das Auto dort über Nacht stehen. Den Rest schaffte ich, dank Stadtplan, zu Fuß…
Oh Mann! Der ersten Schluck kalten Bieres war wie eine Marienerscheinung, wobei ich mich natürlich nur auf die glaubwürdigsten Erscheinungsbeschreibungen beziehe. Mein Kindheits-Ich war schon betrunken (verträgt halt nichts!) und grinste über beide Kindheits-Ohren: „Na…? Hab doch gesagt: Das wird schon!“

Fundstück – Der Drecks-HSV

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Fundstücke in Fernwest – Der Drecks-HSV

Dass die WM vor der Tür steht, ist klar. Aber nicht vor meiner. Hab extra gerade noch mal nachgeschaut. Pazifik, so weit das Auge reicht! Und auch in die andere Richtung ist verdammt wenig von der WM zu spüren, hören oder zu sehen. Und auch an dem Ort, an dem ich zum WM-Start dann sein werde, schlägt bekanntlich nicht gerade das Herz des Fußballs: Kuba. Man sagt, dass hier nicht mal das Schlagen jenes Herzens so hören ist. Die Hauptsportarten Kubas sind Boxen, Rum und Beísbol (Baseball). Sonst… naja! Kuba hat 1984 die Olympischen Spiele in Los Angeles übrigens nicht vorrangig aus politischen Gründen boykottiert, sondern hauptsächlich weil Beísbol nicht im olympischen Programm stand.
Jedenfalls befinde ich mich nicht gerade in einem vor Vorfreude taumelnden Örtchen, ansonsten aber ganz passabel! Um so mehr überraschte mich dann, quasi auf fußballnüchternen Magen, der Ecuadorianer am Pool meines Hostels. Denn der steckte in einem HSV-Trikot. Musste sich mein Magen schon arg zusammenreißen, dass sich die Meeresfrüchte nicht wieder Richtung Pazifik bewegten. Der Typ war sich aber keiner Schuld bewusst. So konnte ich ihn schnell davon überzeugen, in meiner Gegenwart auf das Tragen dieses Trikots zu verzichten. Es war auch bloß ein Geschenk und er hatte keinerlei fehlgeleitete emotionale Verbindung zum Drecks-HSV. Erst später fiel mir ein, dass Paolo Guerrero ja mal ein paar Jahre für den Scheißverein anschaffen gegangen ist. Das erklärt die Verbindung von Peru und… aber dann bemerkte ich, dass der Mann aus Ecuador kam.
Naja… Und so betranken wir uns friedlich am Pool, bevor es zum Fotoshooting kam. Dass ich dann im HSV-Trikot landete, sollte ein trunkener Witz sein und wer mich an dieser Stelle falsch verstehen oder mir etwas unterstellen möchte, der muss sich nur das nächste Foto anschauen, mit dem ich meine Ehre wieder herstellen möchte. Und ja! Natürlich habe ich hinterher geduscht!

noch nicht schimpfen! Erst das nächste Foto anschauen!
noch nicht schimpfen! Erst das nächste Foto anschauen!
SO!!! Freunde! Das macht man mit dem Trikot!
SO!!! Freunde! Das macht man mit dem Trikot!

Fundstück – Termitenzucht

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Fundstücke in Fernwest – Termitenzucht

Der Mato Grosso in Brasilien ist neben dem Pantanal für seine intensive extensive landwirtschaftliche Nutzung bekannt. Zum einen wird hier für den Weltmarkt und die Ethanolherstellung Soja angebaut und zum anderen: Was bietet sich auf einer seeehr großen, sehr ebenen Fläche bei schlechter Bodenqualität an? Viehwirtschaft, richtig! Es stehen also Rinder in der Gegend herum. An dem am Fenster vorbeifliegenden Bild ändert sich (ohne Übertreibung) über 500 Kilometer lang überhaupt nichts. Eintönig! Die Straße geht schnurgeradeaus. Links wie rechts Weideflächen und hin und wieder stehen sogar mal Rinder drauf. Aber extrem extensiv!
Aber mein genauer Blick entdeckte eine neue, in Europa weitestgehend unbekannte Nutzungsform: die Termitenzucht! Denn was schon die indigene Bevölkerung wusste, und selbst Schimpansen kann man beobachten, wie sie mit Stöcken Termiten aus den Bauten angeln, wissen jetzt auch (US-amerikanische) Experten. Die gehen nämlich heute davon aus, dass Brasilien die weltweit größten Reserven an tierischen Proteinen besitzt. Und zwar in Form von Termiten. Denn bei Termiten handelt es sich um die Lebewesen mit der größten Biomasse der Welt. Wenn sich also alle Termiten der Welt auf eine Waage stellen, wiegen sich zusammen mehr als jede andere Lebensform (für sich).
Und Brasilien als erstes Land der Welt beginnt diese Ressourcen, mit konspirativer Unterstützung von Nestlé, zu nutzen. Und so entstehen in Brasilien erste Farmen, die sich der Termitenzucht widmen. Die beiden Bundesstaaten Mato Grosso und Mato Grosso do Sul sind zusammen fast viermal so groß wie die Bundesrepublik. Mit Nutzung des Supercomputers „Deep Thought“ konnte das Forscherteam aktuelle Hochrechnungen präsentieren, die besagen, dass allein durch intensive Termitenzucht in Mato Grosso ein Viertel des weltweiten Bedarfs an tierischen Einweißen gedeckt werden könnte.
Zumindest sollten dank Nestlé, das uns ja schon heute garantieren kann, dass kein Mensch mehr weiß, was er tatsächlich isst, konservative Essgewohnheiten keine Probleme bei der Vermarktung darstellen.
Und da auch Monsanto schon an der Entwicklung gentechnisch veränderter Hybridtermiten arbeitet, können wir davon ausgehen, dass alles (vermutlich) gut werden wird!
Ein gutes, erfolgreiches und gesundes 2014! Und achtet auf eine eiweißreiche Ernährung!

eingezäunte Termitenfarm in Mato Grosso, damit die Termiten nicht fliehen können
eingezäunte Termitenfarm in Mato Grosso, damit die Termiten nicht fliehen können