dümmer geht immer
Deutschland – verliebt in Macron!
Deutschland – verliebt in Macron!
Und? Seid ihr auch so verliebt in Emmanuel Macron? Schon ein Hübscher! Die deutschen Politiker taumeln ja geradezu glückselig durch die Interviews und schicken dem schicken Emmanuel ihre Poesiealben zu, als wäre… ja, als wäre… ja, was eigentlich?!
Und auch die Medien suggerieren uns, Macron sei ein Hoffnungsträger, ein Heilsbringer, ein Pro-Europäer, ein richtig Guter, ja, was denn noch alles?! Aber seien wir doch mal ganz ehrlich. Wofür steht denn dieser Typ eigentlich? Wenn nicht einmal die Linken in Frankreich ihren Wählern aus dem ersten Wahlgang eine Empfehlung für Macron und gegen Le Pen geben… Und denen ist mit Sicherheit kein Sympathisieren mit Marine Le Pen vorzuwerfen. Macron hat zwar seine eigene Bewegung „En Marche“, aber letztlich war er es, der als Minister unter Hollande die Arbeitnehmerrechte massiv abgebaut hat und, wenn er gedurft, wie er gewollt hätte, sogar noch weiter abgebaut hätte.
Er ist für Europa. Schön. Bin ich auch! Aber für was für ein Europa steht er denn? Sein aktuelles Wirtschaftsprogramm ist wortwörtlich (im wahrsten Sinne des Wortes!) eine Kopie der wirtschaftlichen Empfehlungen der Europäischen Kommission und ihrer neoliberalen Agenda. Er hat sich nicht mal die Mühe, es umzuformulieren. Und was das bedeutet, muss man leider immer noch ständig wiederholen, weil uns die Mainstream-Medien glauben lassen, es gäbe keinen anderen Weg. Und zwar bis es jeder Dödel geschnallt hat und dieses Brainwashing ein Ende hat, es gäbe keine Alternative zum neoliberalen Weg der Weisheit. Denn gerade diese Politik, für die auch Macron steht, hat in den letzten 20 Jahren genau dafür gesorgt, dass die Gesellschaft (ob nun in Frankreich oder sonst wo) so weit auseinandergedriftet ist und immer weiter driftet, weil eben niemand den Kurs ändert und Macron schon mal gar nicht. Denn dieser Kurs ist ja, und bleibt es vermutlich auch, alternativlos!
Und, das Schlimmste, an alledem ist nicht mal Le Pen schuld!
So! Was für eine Wahl haben die Franzosen denn nun? Auf Deutsch gesagt: Frauke Petry oder Christian Lindner? Bah! Da möchte ich, ehrlich gesagt, auch nicht wählen müssen!
Das kleine Parkraumwunder
Das kleine Parkraumwunder
Als im letzten Sommer im Stuttgarter Westen auf einer Handvoll Parkplätze einige sogenannte „Parklets“ errichtet worden waren, spaltete dies die Stuttgarter Anwohner in empörte Verachter dieser Parkplatzverschwendung und begeisterte Anhänger der Idee der Rückgewinnung des öffentlichen Raums. (Herr Boe berichtete: https://tommiboe.com/2016/08/12/parklets-ja-leck-mich-am-a/)
Aber es handelte sich nur um ein temporäres Projekt und Parklets und Emotionen verschwanden. Es durfte wieder geparkt werden. Puh! Der Frieden im Westen war gesichert.
Als ich vor ein paar Tagen durch den Westen schlenderte, entdeckte ich das „kleine Parkraumwunder“ (siehe Bild), einen überdimensionierten hölzernen Handwagen, der am Straßenrand parkte. Oder soll und muss ich sagen: es stand da einfach rum? Denn parken können nur Fahrzeuge, die motorisiert sind. Und so braucht man für diesen Handwagen auch keinen Parkschein.
Und im Gegenteil zu sonstigen, am Straßenrand abgestellten Privat-Pkw, die für durchschnittlich 23 Stunden pro Tag den öffentlichen Straßenraum blockieren, lädt dieser Wagen Passanten zum Verweilen ein. Laut aufgeklebtem Beipackzettel bietet das kleine Parkraumwunder Platz für bis zu zehn Personen, macht dabei keinen Lärm und erzeugt keinerlei Emissionen.
Andererseits vernichtet er einen (in Zahlen:1!) ganzen Parkplatz! Bin gespannt, wann das Ding brennt!
Feinstaubalarm in der Mercedes-Benz-Arena oder: Mein erster Derbysieg!
Feinstaubalarm in der Mercedes-Benz-Arena oder: Mein erster Derbysieg!
Sonntag war es so weit: Ich durfte live in der Mercedes-Benz-Arena meinen ersten Derbysieg des VfB über den KSC erleben. Das ist in etwa vergleichbar erhebend, wie wenn ein Bayer den Siegelring von Horst Seehofer küssen darf.
Die Stimmung war großartig, das Polizeiaufgebot auch und die KSC-Fans brannten sogar ein ordentliches Freudenfeuer ab. Vielleicht wollten sie sich auch nur gebührend aus der zweiten Liga verabschieden. Wer weiß?
Mir als Norddeutschem sind diese schwäbisch-badensischen Rivalitäten natürlich nicht so wichtig. Ich wünsch mir einfach nur, dass der Drecks-HSV endlich mal absteigt, damit diese alberne Dino-Uhr zu ticken aufhört. Dinos sind einfach nicht zeitgemäß!
Aber schon faszinierend, wie regional Fremdenfeindlichkeit ausgelebt werden kann. Da braucht’s plötzlich gar keine Ausländer mehr. Natürlich steckt dieser Fremdenhass in unseren Steinzeitgenen. Das Überleben des eigenen Clans ist das Wichtigste und dem wird alles andere untergeordnet, inclusive der Vernichtung des Drecksnachbarclans, diesen Arschlöchern!
Daher denke ich mir manchmal: „Na, sollen sie doch!“ Warum überlässt man diesen hirnlosen Asis nicht einfach ein Areal, wo sie sich ihre dämlichen Schädel einschlagen. Gesellschaftlich könnte man die Verluste verschmerzen.
Aber dieser Hass muss auch seine Grenzen haben. Schließlich sind wir keine Höhlenmenschen mehr. Beleidigungen, Schlägereien… okay! Aber Bengalos abbrennen, während wir in Stuttgart Feinstaubalarm haben, das geht ja mal gar nicht, ihr Badener Asis! Also im Ernst, ihr habt echt gar keinen Respekt!
Ein Arschloch im Rollstuhl
Ein Arschloch im Rollstuhl
Natürlich hat Funny van Dannen Recht, wenn er singt, dass auch lesbische, schwarze Behinderte ziemlich ätzend sein können (Hörprobe unter: https://www.youtube.com/watch?v=q-fHQ6Xdqy0 ). Mein Lieblings-Arschloch im Rollstuhl ist einer der beliebtesten Politiker Deutschlands. Warum auch immer er das ist! Behindi-Bonus vielleicht…? An seiner Politik oder an seinem Charme kann es jedenfalls nicht liegen.
Was mich an Schäuble so aufregt, ist seine sture, arrogante und besserwisserische Verlogenheit. Mit seiner Doppelmoral könnte er gut US-Amerikaner sein. Der Typ ist genauso unbelehrbar wie querschnittsgelähmt. Während er führend mitverantwortlich für eine unnachgiebige (und erfolglose) Spar- und Armutspolitik in Südeuropa ist, wobei er mit Steuergeldern die Privatvermögen von deutschen und französischen Banken gerettet hat, erlaubt er mit seiner aktuellen Blockade-Politik, dass europäische Großbanken ihre Milliardengewinne in Steueroasen (auch innerhalb Europas) verschieben können.
Gemäß einer Oxfam-Studie verschieben die 20 größten europäischen Banken bis zu 25 Milliarden Euro Gewinne jährlich in Niedrigsteuerländer. So erwirtschaften Europas Top-Banken 628 Millionen Euro Gewinn in Ländern, in denen überhaupt niemand für sie arbeitet.
Dabei handelt es sich allerdings nicht nur um Übersee-Steueroasen. Auch mitten in Europa betreiben die Banken noch immer ungerührt und ungestört ihre Steuervermeidungsstrategie. Die Deutsche Bank versteuert jährlich rund eine Milliarde (ein Tausend Millionen!) Euro Gewinn in Luxemburg, während sie in Deutschland Verluste (!) schreibt.
Na, und wer blockiert wohl ein effektiveres Vorgehen gegen diese Steuervermeidungspraktiken und sorgt dafür, dass genau jene Banken, die gerade noch mit Steuergeldern gerettet werden mussten, jetzt ihre Gewinne vor der Steuer verstecken können? Richtig, das Arschloch im Rollstuhl!
Der Wirtschaft Milliardenschwere Steuertricks ermöglichen und gleichzeitig die Armen in Südeuropa knechten. Und das Ganze hinter der Fassade des behinderten Christen im Rollstuhl. Bah! Widerlich!
Zum Bericht von Frontal21: https://www.zdf.de/politik/frontal-21/milliardengewinne-der-banken-in-steueroasen-100.html
Freies Interrail für alle – nöh!
Freies Interrail für alle – nöh!
Im letzten Jahr habe ich zum ersten Mal von der dieser Idee gehört. Allen Menschen in der EU sollte zu ihrem 18. Geburtstag ein Monat Interrail geschenkt werden, um ihr Europa besser kennen zu lernen. Einfach so, ohne Gegenleistung. Herzlich Willkommen in der EU! Wie Geil! dachte ich direkt. Was gibt es Besseres, um EU-Verdrossenheit zu bekämpfen, als junge Menschen, bevor sie überhaupt verdrossen werden können, auf Reisen in ihre Nachbarländer zu schicken…?! Bitte – danke!
Aber, dachte ich schon kurz darauf, das klingt so gut, dass es bestimmt nicht umgesetzt wird. Weil… äh… das wäre ja noch schöner, da könnte ja jeder kommen, das war schon immer so! Naja… die Brüsseler Bürokratie würde schon was finden!
Tada…! Und so ist es auch! Der EU-Kommission ist das zu teuer. Sie berechnet wie ein europäisches Milchmädchen/ Milchbübchen Kosten von 2,3 Milliarden Euro. Autsch! Das klingt natürlich happig. Aber dabei wird zum einen davon ausgegangen, dass tatsächlich alle das Ticket auch in Anspruch nehmen (unrealistisch!) und zum anderen setzen sie einfach die bisherigen Kosten für das Interrail-Ticket in ihre Gleichung ein, als wären diese Preise nicht verhandelbar und veränderbar (phantasielos!). Die DB, wie auch andere europäische Anbieter, ist ein Staatskonzern und wer sagt, dass mit diesem „freien“ Interrail-Ticket, das für eine europäische Idee eingesetzt wird, die Bahn Gewinne machen muss? Ach, richtig, die Bürokraten machen das…!
Stattdessen hat sich Brüssel was Anderes überlegt: So sollen für schlappe 2,5 Millionen Euro ausgewählte Jugendliche durch Europa reisen. Und zwar gibt es 5000 (maximal 7000) Plätze für junge EU-Bürgerinnen und -Bürger, die sich darum bewerben müssen. Und dann gibt es natürlich schöne, komplizierte, bürokratische Vorschriften und Auswahlkriterien. Und ich frage mich, wer wird damit wohl gefördert werden? Wahrscheinlich ohnehin schon politisch aktive und europafreundliche Jugendliche, die gut begründen können, warum sie auserwählt werden sollen. Damit wäre es ein Belohnungsprinzip und nicht, wie ursprünglich beabsichtigt, eine Einladung an alle, besonders auch an weniger engagierte oder gar europakritische Jugendliche.
Prima, liebe EU-Kommission! Schon so im Tunnel, dass der Widerspruch nicht weiter auffällt, gell?!