Darwin-finken

der Erdnussfink

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Fundstücke in Fernwest – Der Erdnussfink

Die Anpassungsfähigkeit der Darwin-Finken ist berüchtigt. Ebenso ihre Fähigkeit, Nischen zu besetzen und sich darauf zu spezialisieren. Mit dem Einsetzen des Tourismus auf den Galapagos-Inseln wurden auch „neue“ Nahrungsmittel auf die Inseln importiert. Relativ unbekannt in der modernen postdarwinistischen Evolutionslehre ist der Erdnussfink, der sich in den letzten 50 Jahren auf die am Strand und in den Straßen vermehrt zurückbleibenden Erdnüsse spezialisiert hat. Vergleichsweise hoher Nährwert bei geringer Beschaffungskriminalität ließen diese Nische boomen.

Nach den ersten touristischen Phasen besann man sich auf den Galapagos-Inseln mehr und mehr auf nachhaltigen Tourismus. Schließlich war gerade die Unberührtheit der Natur der Tourismusmotor: Vermeidung von Müll, strikte Ruhezonen für die Tiere und strenges Fütterungsverbot. Was großen Nutzen für die meisten tierischen (Ur-)Bewohner der Inseln hatte, war eine einzige Katastrophe für den Erdnussfinken. Gerade hatte er eine höchst erfolgversprechende Nische gefunden, besetzt und sich daran angepasst, da verschwand diese Nische auch schon wieder wie vom Erdnussboden verschluckt.

Bei meinem heutigen Strandbesuch, zu dem ich natürlich völlig versehentlich die verbotene Frucht mitnahm, hatte ich das seltene Vergnügen, einige der letzten Erdnussfinken überhaupt auf meinen Füßen beobachten zu dürfen (siehe Fotos). Man erkennt auf den ersten Blick das außergewöhnliche Anpassungsgeschick des Erdnussfinken (pinzon de cacahuetes/ peanut finch): der kräftige Schnabel, mit dem theoretisch auch Kokosnüsse geknackt werden könnten; die filigranen Füßchen, um unbemerkt auf dem Bauch des schlafenden Touristen zu landen, um an die vergessenen Erdnüsse im Bauchnabel zu gelangen. Schon toll, zum Zeitzeugen des Darwinismus zu werden.

darwinfink in seiner nische
Darwinfink in seiner Nische
erdnussfink mit erdnuss
Erdnussfink mit Erdnuss