Mit Frauke Petry durch Deutschland

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Mit Frauke Petry durch Deutschland

„Frauke Petry – die bessere Kanzlerin!“ Ich musste noch zweimal hinschauen. Doch genau dieser Satz stand als Schlagzeile auf der Zeitung. Hä…?! Ich brauchte einen dritten Blick, um zu erkennen, dass es der Aufmacher von „COMPACT“ war, also einer AfD-nahen Zeitschrift, das selbst ernannte „Magazin für Souveränität“ (kein Witz). Ich kannte das Blatt bisher nur dem Namen und der Gesinnung nach, hatte es aber noch nie tatsächlich in der Hand gehalten.
Meine Neugierde zuckte. Sollte ich mir die Zeitschrift kaufen? Auf einer langen Zugfahrt konnte ich meine primitiven Vorurteile einfach mal überprüfen und mir bestätigen lassen. Ich schaute mich vorsichtig um. Wurde ich beobachtet? Und wenn schon… Andererseits… Die Situation war mir dann doch zu unangenehm und zu gruselig. Wie würde ich die peinliche Situation an der Kasse überstehen. Schon bei dem Gedanken allein fing ich zu schwitzen an. Also ging ich weiter und kaufte keine „Compact“!
Zwei Monate später, auf dem Weg in meinen Schottland-Urlaub brauchte ich wieder diesen Zeitschriftenladen. Dieses Mal wollte ich wirklich aus Recherchezwecken eine Compact. Um die Peinlichkeit an der Kasse zu überwinden, würde ich die Compact einfach zwischen zwei Pornozeitschriften verstecken, „Truckerhuren“, „geile rechte Bitches“ oder so was…!
Mit diesem festen Vorsatz betrat ich den Zeitschriftenladen und musste feststellen, es gab gar keine Compact! Whaaat?! Aus dem Sortiment genommen…? Oder, fast eher wahrscheinlich, ausverkauft…? Keine Ahnung! Jedenfalls traute ich es mich nicht auf wieder nicht, konkret an der Kasse nachzufragen, wo denn nun das Compact-Magazin sei.
Als ich mich eine Viertelstunde auf meinen reservierten Platz im Zug setzte, lächelte mich eine junge Frau von gegenüber an. Moment, das Gesicht kannte ich doch. Ich brauchte einen zweiten Augenblick, um darin eine ehemalige Schülerin von mir zu erkennen. Ja hallo! Und neben mir saß ihr Vater.
Es entwickelte sich ein sehr nettes und langes Gespräch, bei dem ich dann doch sehr froh war, dass ich beim Hinsetzen weder Compact- noch Porno-Magazine auf dem Tisch abgelegt hatte.

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