Viel Spaß mit…

Viel Spaß mit der Deutschen Bahn

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Viel Spaß mit der Deutschen Bahn

Als Wahlstuttgarter ist mein Verhältnis zur Deutschen Bahn natürlich schon gebührend gestört. Aber, keine Angst, ich fang jetzt nicht wieder mit S21 an…! (Irgendwann ist man einfach leergekotzt!)
Ich war auf der Suche nach einer günstigen Verbindung in den Norden (von Deutschland), konnte auf der Bahnseite allerdings keine annehmbaren Angebote finden. Dafür war ich wohl zu spät dran. Also besuchte ich, nach einem Jahr Buserfahrung in Südamerika, eine Web-Seite mit Fernbussen. Die fahren zwar nicht bis Uelzen. So schaute ich nach Fahrten von Stuttgart nach Hannover. Dort fand ich Angebote für 25 €. Allerdings dauerte der Spaß sieben Stunden. Hmm.
Was mich aber dann wunderte und wenig später auch ein bisschen aufregte, war, dass auf der Fernbusseite die DB plötzlich mit günstigen Zugfahrten nach Hannover warb. Hier kostete die Karte auf einmal nur 29 €. Was?! Das konnte doch wohl nicht wahr sein! Ich checkte daraufhin die identische Verbindung noch mal auf bahn.de und tatsächlich: Dieses Angebot gab es nicht. Hier sollte die einfache Fahrt 93,75 kosten (mit BahnCard 25)! What?! Diese Arschgeigen! Schon klar, ich habe das Prinzip, das dahinter steckt, verstanden. Für normale und treue Bahnkunden, die ihr Ticket wie üblich auf der Bahnseite buchen, gibt es dieses Angebot nicht. Denn die fahren ja ohnehin mit der Bahn, also auch gerne für den vollen Preis. Kunden hingegen, die sich für Fernbusreisen interessieren, denen wird dieses Angebot serviert. Noch mal: diese Arschgeigen! Wie verlogen ist das denn…?!
Ich kann mich noch gut an eine Reportage erinnern, als vor ein paar Jahren die ersten Busunternehmen Fernfahrten anbieten wollten. Ein relativ kleines Unternehmen wollte eine Linie Freiburg-Stuttgart-München einrichten. Aber da hat die große, fette Bahn etwas dagegen und auf das Personenbeförderungsgesetz von anno dazumal gepocht, das der Bahn jegliches Beförderungsrecht zuspricht, und entsprechend gegen das Unternehmen geklagt. An eigenen Busverbindungen war der Drecksmonopolist natürlich nicht interessiert. Die Bahn hätte natürlich jederzeit Busse einsetzen dürfen. Aber wozu auch eine günstigere Alternative zur immer teurer werdenden Luxusbahn anbieten?! Konkurrenz aus dem eigenen Haus? Das wäre ja absurd! – Der Busunternehmer sagte in dem Bericht, dass sie sich weitere Instanzen vor Gericht gar nicht hätten leisten können. Nichts weiteres war die Absicht der DB. Am ausgestreckten Arm verhungern lassen. Nun ja, liebe Bahn, die Geschichte lehrt uns: es ist anders gekommen. Inzwischen gibt’s sogar einen IC-Bus von der DB. Komisch, haben die Jahrzehntelang in irgendwelchen Hallen auf ihren Einsatz gewartet…?
Aber ich will mich nicht über die Bahn beschweren. Denn immerhin habe ich, wenngleich zufällig und völlig unbeabsichtigt, eine BahnCard 25 fürs nächste Jahr gewonnen. Vor ein paar Wochen bekam ich sie mit einem Anschreiben zugeschickt, Glückwunsch, Sie haben gewonnen, blabla. Ich hatte keinen Schimmer, wobei ich gewonnen hatte. Aber die BahnCard lag dabei. Na danke!
Erst zwei Wochen später, als ich mit der Bahn unterwegs war, gratulierte mir ein Kontrolleur zu meinem richtigen Tipp. Hä?! Daraufhin schaute ich mir meine BahnCard genauer an. Ich hatte sie mir schon aus Südamerika bestellt, als ich eine Fahrt zu meinen Eltern gebucht hatte. Bis dahin hatte ich mich auch noch nicht gefragt, warum die Karte „Sieger-BahnCard“ hieß und daneben eine kleine Deutschlandfahne gedruckt war. Erst jetzt erfuhr ich, dass man beim Bestellen der Sieger-BahnCard, kurz vor der WM, den zukünftigen Weltmeister tippen konnte und im Falle des richtigen Tipps bekam man für ein Jahr eine BahnCard 25 gratis.
Nur hatte ich, als ich die Karte online bestellt hatte, gar nichts getippt, weil ich nicht einmal mitbekommen hatte, dass man überhaupt etwas tippen konnte. Das ganze war also komplett an mir vorbei gegangen. Um so schöner und verwunderlicher, dass ich etwas gewonnen hatte. Mensch, danke, Bahn! So kenne ich dich gar nicht!

Viel Spaß mit Kartensperrhotlines, Teil 4

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Viel Spaß mit Kartensperrhotlines, Teil 4

Nachdem ich am Vortag in der einzigen Bank in Máncora, meinem keinen Strandidyll, nicht ganz überraschend, kein Geld bekommen habe, führt mich mein heutiger Ausflug nach Talara, einem 60.000 Einwohner-Städtchen, etwa eine Stunde von Máncora entfernt.
Mein erster Weg führt mich in eine BCP-Filiale. Die Drecksbank kenne ich schon aus Lima. Die wollten von mir beim Tausch von peruanischen Soles in Euro gleich zweimal Wechselgebühren abkassieren. (genaueres dazu unter

https://tommiboe.wordpress.com/2014/05/24/fundstuck-bankraub/)

Aber! Zumindest konnte ich dort mit meiner „VISA Check Karte“, meiner Notfall-Kreditkarte, Geld abheben. Das sollte also, wenn ich schon beim gleichen Verein bin, auch hier und heute klappen. Sollte! Konjunktiv für „natürlich nicht!“, für Dreckskacke!

Denn nachdem alles gut beginnt und meine Bearbeiterin schon am Telefonieren ist, stellt sich heraus, dass die angerufene Stelle meine Karte meiner Bank nicht zuordnen kann. Ich versuche, der Dame klarzumachen, dass mir eben diese Bank in Lima auf eben diese Karte sehr wohl Geld auszahlen konnte. Es kann also kaum (plötzlich) der Fehler der Karte sein. – Ich solle am besten mal meine Bank in Deutschland anrufen und fragen, was da nicht in Ordnung sei mit der Karte. Es gibt also kein Geld. Fuck! Geht das schon wieder los…?
Und in der Tat ist das erst der Anfang!
Naja, nebenan gibt’s noch ein paar andere Banken. Die BBVA zum Beispiel. Hier ist ordentlich was los. Ich ziehe mir ein Zettelchen mit meiner Nummer und setz mich hin. Nach einer halben Stunde reicht mir die Sicherheitskraft einen anderen Zettel, mit dem es schneller gehen sollte. Hä? Was hab ich denn dann für einen Dreckszettel gezogen? Tja, da ich weder eine Kundenkarte noch eine DNI (so was wie ein Perso) durch den Schlitz beim Zettelautomaten ziehen konnte, habe ich eine Nummer bekommen, die dann einfach gar nicht bedient wird oder morgen erst oder was?! Na danke! Inzwischen ist auch schon gar nicht mehr so viel los. Am Schalter möchte mich die Frau abwimmeln. Ja nöh, ohne PIN kann sie mir leider nicht weiterhelfen… So einfach gebe ich aber nicht auf: „Quien es el jefe de operaciones?“ Ein wichtiger Satz, der Wirkung zeigt. „Wer ist denn hier der Chef vom Dienst?“ Der Satz funktioniert, allerdings weiß die Chefin vom Dienst auch nicht so richtig weiter. Immerhin tätigt sie ein paar Telefonate, um sich schlau zu machen. Allerdings ist ihr Informant nicht sonderlich hilfreich. Denn der behauptet stumpf, alle VISA-Karte hätte eine PIN! Sie nickt und gibt mir die Information weiter. Das ist ja interessant. Ich kann ihr leider versichern, dass nicht ALLE VISA-Karte eine PIN habe, weil meine hier (diese hier! Notfallkarte!!!) keine hat. Sie telefoniert noch mal. Aber der Informant bleibt bei seiner Wahrheit. Es gibt keine VISA-Karten ohne PIN. Basta! Na danke.
Die dritte Bank ist die ScotiaBank. Hier ist wenigstens nicht so viel los. Am Schalter erfahre ich, dass das schon prinzipiell möglich sei mit meiner Karte und so, jedenfalls wahrscheinlich. Aber der Chef sei gerade nicht im Haus und erst in einer Stunde wieder verfügbar. Ich könne ja gerne wiederkommen. Was erst mal nicht ganz abschmetternd klingt. Allerdings erinnere ich mich, dass es die ScotiaBank in Lima war, die einen zweiten Lichtbildausweis von mir gelangte. Den ich natürlich nicht mehr habe!
Gegenüber ist der/die/das BanBif. Zwei Blocks weiter die Interbank. Beide erzählen mir, dass sie VISA nicht unterstützen. Ich könnte aber gerne am Automaten Geld abheben. Aha! Kann ich…? Hört mir eigentlich niemand zu, wenn ich mein Verslein vortrage? Darin kommt mindestens einmal laut und deutlich vor, dass ich am Automaten KEIN Geld NIEMALS NICHT abheben kann. Mann!
Auch die Banco Azteka und Mibanco helfen mir nicht weiter. Ihre „Systeme“ unterstützen VISA nicht. Wenn ich so was schön höre! „Mein“ System unterstützt die Drecksbanken übrigens auch nicht!
Zwei Stunden später, mein Magen und meine Stimmung knurren, bin ich wieder in der BCP, also meiner ersten Bank. Denn hier bin ich einer Auszahlung am nächsten gewesen. Vielleicht erreicht ja die neue Kollegin etwas mehr. Aber auch ihr erzählt jemand in Lima am Telefon, dass für meine Kreditkarte niemand verantwortlich sein möchte. Was ist los mit der DKB? Ich versuche auch dieser Bankfachangestellten klarzumachen, dass ich in Lima mit dieser Karte sehr wohl Geld abheben konnte. Der Fehler könne also nicht an der Karte liegen.
Wo haben die eigentlich heute schon wieder ihre Kameras versteckt? Und was soll der ganze Aufwand?
Ich solle also bei meiner Bank anrufen… Jaaa! Das hatten wir schon mal! Ich bleibe einfach am Schalter stehen und irgendwann kommen meine Worte „tarjeta de emergencia“ durchs Gehör bis mitten ins Gehirn meiner Bankfachangestellten. Ahhh! Und bereits im nächsten Telefonat gibt sie schon meine Reisepassdaten durch. So, Freunde, das ist jetzt aber ein gutes Zeichen? Oder…?
Ja! Plötzlich ist eine Barauszahlung von der Karte möglich. Ein seltenes Formular wird gesucht, gefunden und ausgefüllt. Ein paar zähe, routinierte Bankvorgänge später, unter anderem muss ich meinen Reisepass, der gerade eben erst kopiert worden ist und dessen Kopie direkt vor der Auszahlungsfachangestellten liegt, noch mal vorzeigen, obwohl die Kollegin, die meinen gesamten Vorgang bearbeitet hat, direkt neben ihr steht. Aber das tue ich doch gerne und das Lächeln dazu kommt vom Herzen und ist geschenkt. 14:41, Ortszeit, knapp drei Stunden nachdem ich diese Bank betreten habe, ist mein Tagwerk vollbracht. Soll bloß niemand auf die Idee kommen zu sagen, ich hätte hier nichts zu tun oder gar meinen Spaß! Andererseits doch auch irgendwie schön, dass diese Strandtage nicht so leer und ereignislos an einem vorbei plätschern. Hat man immer was zu berichten! Ach so: Das Leben ist und bleibt natürlich gut!