tommiboe

Der Zug, der über die Füße fährt

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naja, also fast… Aber ein bisschen Schlagzeile/ Clickbait muss schon sein!

Natürlich mache auch ich das, was alle in Hanoi machen. Bin ja weder etwas Besonders noch doof. Und selbstverständlich ist die Train Street supertouristisch und hat mit dem authentischen Hà Nôi, was immer das auch sein soll, nichts zu tun. Andererseits, wo sonst fährt einem ein Zug quasi über die Füße, während man entspannt in einer Bar sitzt – zugegeben mit Tausend anderen Touris. Muss ich mal meinen moralischen Kompass auf Zimmerlautstärke zusammenfalten und sagen: Enjoy the show! Schub schub!!

Zumindest habe ich mich nicht um den Fahrplan gekümmert (moralisches Anarcho-Plus). Mein Motorrad-Taxi hält, als gerade vor unserer Nase die Schranken zugezogen werden. Ich springe vom Bock und bin bereit für die Einfahrt des Zuges und erlebe, wie er sich in Schrittgeschwindigkeit an meinen Zehenspitzen vorbeischiebt. Timing ist halt doch unbezahlbar. Das hat man oder man hat es nicht. Zumindest das unterscheidet mich von den Tausend anderen… (rede ich mir ein!)

Vorsicht mit den Füßen!
Kaum ist der Zug vorbei, werden die Gleise als Fußweg genutzt…
…und um die Tourist:innen zu versorgen.

Rainy day in Hanoi

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Das Mitleid mir gegenüber darf man sich sparen. Ich allerdings denke: die armen Motorradfahrer:innnen!
Als ich an meinem ersten Tag in Hanoi für einen kleinen Rundgang aufbrach und losschlenderte, fiel mir auf, dass ich – ohne Übertreibung – der einzige Fußgänger in ganz Hanoi war! Und das bei 8,4 Millionen Menschen. Niemand geht hier zu Fuß! Ausnahme ist die historische Altstadt, in der sich die Tourist:innen zu Fuß bewegen. Aber für alle anderen gilt: Warum sollte man gehen, wenn man 6,5 Millionen Motorräder und -roller besitzt? Es gibt auch überhaupt keinen Platz, um zu gehen. Denn die Gehwege sind Stehwege für die Motorräder, die gerade nicht fahren, sodass ich bei meinem Spaziergang die meiste Zeit am Rande der Straße unterwegs war und immer den vorbeirauschenden Verkehr im Blick haben musste. Entspanntes Flanieren geht anders. Das ließ mich schnell erkennen, dass, die Stadt zu Fuß zu erkunden, keine gute Idee war. Schade, hatte ich doch Stadtrundgänge bisher immer gerne gemacht!
Aber da ich ein adaptionsfähiger Mensch bin, habe ich ab Tag 2 das gemacht, was alle machen, die kein eigenes Motorrad haben: Sie steigen auf ein vorbeifahrendes. Und damit das nicht zu übergriffig daherkommt, schließlich steigt man nicht einfach auf fremde Motorräder, das weiß selbst ich, habe ich mir eine entsprechende App heruntergeladen (Grab), mittels der man sich in einigen wenigen Minuten ein Motorrad mit einem meist grüngekleideten Fahrer buchen kann. Das ist etwas gewöhnungsbedürftig, besonders für diejenigen, die mit einem Minimum an Verkehrsregeln großgeworden sind. Da ich aber schon immer einen kleinen Faible für Anarchie hatte und als passionierter Radfahrer rote Ampeln eher als eine vage Handlungsempfehlung empfinde, konnte ich mich schnell damit arrangieren.
Nein, und ich folge dem Rat meines Anwaltes: ich gebe hier ausdrücklich keine Handlungsempfehlung für andere, die StVO ebenfalls zu ignorieren. Falls aber jemand von ganz alleine darauf kommen sollte, nachts in Stuttgart mit Pinsel und Farbeimer bewaffnet, dringend erforderliche Fahrradwege einzuzeichnen… wer bin ich, solche Leute aufzuhalten!

Motorrad-Taxi mit dem ehemaligen Fußgänger Herrn Boe als Passagier
Gut, dass die meisten Vietnamesen relativ klein sind, so funktioniert die Helmkamera einwandfrei!

Empfängnisverhütung durch Covid-Impfung

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Empfängnisverhütung durch Covid-Impfung!

Ja, Ihr lest richtig! Jetzt ist es raus! Endlich einmal eine gute Neuigkeit zum Thema Impfen!

Die Zwillingsschwestern Doreen und Mandy aus Thüringen berichten über ihren Selbstversuch. Sie wollen gleichzeitig schwanger werden. Sie haben alles geplant und mit ihren Partnern abgestimmt. Das Problem: Nur eine der beiden ist gegen Covid doppeltgeimpft. Und jetzt passiert das, was wir alle immer gewusst haben, nämlich dass jetzt ist die andere schwanger ist und die Geimpfte nicht – natürlich nicht. Unfruchtbar durch die Impfung, also doch! Skandal…!!1! (gesicherte und Millionenfach geteilte Datenlage vgl. Fakebook)!

Was für die Zwillinge aus Thüringen nun als Katastrophe daherkommt, wird für Millionen anderer Frauen hingegen eine Erlösung sein, nämlich die Erlösung von der unausweichlichen Anti-Baby-Pille!

Wenn sich ebenso viele Leute über die seit Jahrzehnten bekannten und bestens belegten Nebenwirkungen der Anti-Baby-Pille aufregen und dafür auf die Straße gegangen wären wie derzeit Corona- und Impf-Skeptiker:innen, wer weiß, was sich in diesem Bereich geändert hätte – sei es in pharmazeutischer oder gesellschaftlicher Hinsicht… Und auch die heimischen Kondomhersteller und die Bio-Kautschuk-Produzenten in der dritten Welt hätten womöglich davon profitieren können, Zwinkersmiley…

Das Problem mit den Nebenwirkungen der Anti-Baby-Pille ist aber zum einen, dass sie wissenschaftlich belegt und daher natürlich vollkommen unglaubwürdig sind (von wegen links-grün-versiffte Mainstream-und von Bill-Gates-gechippte Lügenwissenschaft), und zum anderen ja bloß Frauen betreffen und damit auch wieder nur hysterischer Alarmismus sind!

Aber, liebe Verhütende: eine komplette Unfruchtbarkeit tritt erst mit der Booster-Impfung ein! Für eine dauerhafte Empfängnisverhütung auf Basis der Corona-Impfstoffe bedarf es einer regelmäßigen, halbjährigen Auffrischung. Aber die wird ja vermutlich auch für einen dauerhaften Corona-Schutz notwendig sein.

Welcher Impfstoff sich besonders zur Empfängnisverhütung eignet und zu wieviel Prozent der Verhütungsschutz wirkt, ist noch unklar. Meine Impfehlung (Kofferwort aus Impfung und Empfehlung) sind natürlich Totimpfstoffe, allein wegen der semantischen Schlagkraft.

Pikantes Detail: Noch äußert sich BigPharma nicht zu diesen Behandlungserfolgen. Schließlich ist die Anti-Baby-Pille ein Milliardengeschäft…

97% aller Lügen entsprechen nicht den Tatsachen!

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97% aller Lügen entsprechen nicht den Tatsachen!

Untertitel: Aber was ist mit den anderen drei Prozent? Kann man jetzt nicht einmal mehr den Lügen vertrauen…?!1!

Neulich habe ich diesen Post gelesen: „97% of Scientists agree with Whoever is Funding Them!“ und mein erster Reflex war, dem direkt zuzustimmen. Denn sofort kam mir der Spruch in den Sinn „Wes Brot ich ess, des Lied ich sing!“ – Und vielleicht denkt man auch an die Wissenschaftler:innen, die im Dienste der Tabakindustrie tätig waren und die Kohle- und Ölinteressen unterstützen…

Aber wie das so ist mit den ersten Reflexen, sie sind zwar die schnellsten, aber nicht immer die hellsten! Denn selbst wenn in der obigen Aussage ein Funken Wahrheit stecken mag, so ist sie doch insgesamt ein krasses Misstrauensvotum an die Wissenschaft generell und auch sinnbildlich für unsere derzeitige Debattenkultur, in der Vertrauen, sei es in Wissenschaft, Presse oder gar Politik, zunehmend beschädigt ist und wird. Meiner Ansicht nach, kann man aktuell von einem gesellschaftlichen Vertrauensverlust sprechen. Und so funktioniert auch der Post.

Aber erst mein dritter Gedanke wies mich darauf hin, woher mir diese „97% Wissenschaftler:innen“ bekannt vorkamen. Denn im Zusammenhang mit der wissenschaftlichen Anerkennung des menschengemachten Klimawandels wird genau diese Zahl immer wieder genannt, nämlich diese 97% der Klima-Wissenschaftler:innen. Zufall also, dass in obigem Post auch von genau 97% die Rede ist? Eher nicht! Klares Ziel dieses Posts soll ja gerade sein, die Glaubwürdigkeit der Wissenschaft zu beschädigen.

Auch kein Zufall und auf seltsame Art geradezu putzig, dass in vielen Veröffentlichungen im Internet immer wieder die Richtigkeit dieser 97% der Klima-Wissenschaftler:innen angezweifelt wird, aber nicht die Richtigkeit des menschengemachten Klimawandels. Als ob es wichtig wäre, ob es nun 97, 93 oder 99% der Klima-Wissenschaftler:innen sind. Aber auch hier geht’s um die Macht des Zweifels. Denn wo der Zweifel erst einmal in der Welt ist, da gibt es kein Vertrauen mehr. Wer Zweifel sät, wird Misstrauen ernten! Und genau darum geht’s leider! Und wie erfolgreich diese Strategie ist, kann man ja gerade sehr gut beobachten…

Natürlich ist der Zweifel nicht immer schlecht oder verkehrt! Aber der Zweifel ist eben auch eine Sau und vermag es, so ziemlich jedes Vertrauen zu vernichten!

Nix Passiert

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Nix Passiert

Jetzt ist schon wieder nichts passiert! Es ist schon wieder nichts in meinem Leben passiert – gar nichts! Also nichts, worüber ich hier berichten könnte. Aber hält mich das ab…?? Nicht doch! Denn es gibt ja so viele, die ständig reden, ohne etwas zu sagen. Ein riesiges Bla und Blub erfüllen grund- und inhaltslos den Orbit. Man könnte fast denken, das sei mittlerweile der Normalzustand, der anlasslose Anlass. Wir sind längst alle Informat:innen, Spreader:innen, Mulitpliktor:innen, Dauersender:innen, Verbreiter:innen der traurigen Botschaft, dass Selbstwirksamkeit ohne Instagram-Account nicht mehr möglich ist.

Also reihe ich mich lediglich in die Reihe ein und berichte, dass und in welchem Umfang nichts passiert ist. Getreu dem Motto: Ich habe zwar kein interessantes Leben aber einen eigenen Blog. Und das ist noch immer besser als die ständige Katastrophenberichterstattung aus Krisengebieten. Also, hier bei mir garantiert kein Krieg, kein Vulkanausbruch, kein Amoklauf, kein Hunger, kein Fußbreit Hochwasser, kein… naja, wie gesagt, nix eigentlich.

Oder soll ich doch erzählen, dass ich kürzlich mal wieder Hafermilch ausprobiert habe? Und die Entscheidung zwischen schlechtem Gewissen und schlechtem Kaffee fiel wieder gegen die Hafermilch aus. Spannender Plot…

Gestern habe ich mir, als mein Tages-Highlight, die Finger- und Fußnägel geschnitten. Und da ich für den Abend sonst nichts vorhatte, habe ich es mir in meinen Terminplaner eintragen: „Nägel schneiden!“ Aber Freunde, nicht so nebenher! Beim Fernsehen auf dem Sofa! Sondern als Vollzeitbeschäftigung, mit Termin von 20 bis 21 Uhr. Seriös! Um meinem Leben Sinn zu geben!

War sogar extra vorher mit meiner Nagelschere beim Scherenschleifer. Wusste gar nicht, dass es den Beruf noch gibt. Der Typ war allerdings nicht sonderlich beeindruckt von meinem Vorhaben oder meiner Nagelschere. Also beschrieb ich ihm die außergewöhnliche Konsistenz und Härte der großen Zehennägel meines Vaters. Ich schilderte die Problematik so ausführlich und detailgetreu, bis er endlich anfing, unter leichtem Stöhnen, meine Nagelschere zu schleifen. Na also! Komische Einstellung für einen Dienstleiter! „Der Kunde ist Königin!“ Schon mal gehört? Okay, klingt komisch… Aber er hält sich wahrscheinlich für etwas Besseres mit seinem seltenen Kunsthandwerk. Ich möchte ihm zuflüstern: „Nach selten kommt ausgestorben, mein Lieber!“ – Dann kannst du dich mit 55 Jahren zum Tattoowierer (Rechtschreibprüfung?!), zum Tatütatatowierer (…?!), zum Nageldesigner umschulen! Da kommt doch Vorfreude auf oder?!

Auf dem Heimweg bin ich noch an der Apotheke vorbei und habe mir eine Packung „Merz Spezial Dragees“ gekauft. Denn: „Natürliche Schönheit kommt von innen!“ – Ich kann mich noch an die bescheuerte Werbung aus den 80ern erinnern. Dank Merz Spezial Dragees bekommt man (als Frau natürlich!) frische, makellose Haut, gesundes, glänzendes Haar und schöne, feste Fingernägel.

Würde mich nicht wundern, wenn ich demnächst von fremden Menschen auf der Straße angesprochen werde. Vielleicht passiert dann auch wieder mal was Interessantes. Wahrscheinlich habe ich dann aber gar keine Zeit mehr, um darüber zu berichten.

Komische Welt!