Beerlao

Beerlao – mehr als ein Bier!

Gepostet am Aktualisiert am

Gibt es sie noch, die großen Rätsel, die kleinen Geheimnisse oder nur noch die mittelmäßigen Geschichtchen beim Reisen? Oder ist inzwischen nicht längst alles geklärt und in Sekundenschnelle herauszufinden? Ist die Welt vollständig dekodiert? Oder gibt es noch Hoffnung, das man als Reisende:r etwas entdecken kann?
Dem aufmerksamen Laos-Berichterstatter Herrn Boe ist nämlich bei seiner Reise durch Laos etwas aufgefallen, etwas Gelbes. Täglich stand es rum, gelb, überall, in großer Stückzahl. Es prägte quasi das Stadtbild.
Aus bisher ungeklärten Gründen, also aus Gründen, die es hier zu klären gilt, stehen überall in ganz Laos die signifikanten gelben und leeren Beerlao-Bierkästen herum und überall ist hier nicht als gängige Übertreibung zu verstehen. Es gibt in Laos also ein Pfandsystem für Bierkästen, was aber keinesfalls den Umkehrschluss zulässt, dass die leeren Kästen auch wieder abgegeben werden. Sie stehen aber nicht nur einfach so rum, weil sie so dekorativ sind (das natürlich auch!), sondern sie erfahren vielfach eine Umwidmung: als Ablagefläche, Sitzmöbel, Zaun, Sonnenschirmständer, Stützkonstruktion und vieles mehr. Sie sind beliebt bei Ingenieuren, Architekten und Raumausstattern.
Es gibt eine Theorie, die besagt, dass Laos morgen einen Großteil seiner Staatsschulden begleichen könnte, wenn alle Bierkästen zurückgegeben und gespendet werden würden. Andererseits weiß niemand genau, wie viele Bierkästen überhaupt im Umlauf – oder besser – im Rumstehen sind.
Eine noch plausiblere These geht davon aus, dass die Laot:innen die Kästen für ihre private Altersvorsorge zurückhalten. Was für unsereins der Goldstandard ist, gilt in Laos für die Bierkästen. Und da eine private Altersvorsorge in Laos kaum existiert, scheint das Vertrauen ins Pfandsystem größer als in den Staat zu sein. Dazu verunsichern schwache Banken, hohe Inflation, Währungsabwertung. Bier hingegen gilt als absolut krisenfest. Es wird zu allen Anlässen, freudigen wie traurigen, und häufig sogar völlig anlasslos getrunken. Und spätestens hier wird dem Laos-Berichterstatter klar: Doch, es gibt sie noch, die Hoffnung, und sie schimmert tatsächlich genau so golden wie ein kaltes, frisch eingeschenktes Beerlao im Glas. Herrlich!

Golden schimmern Hoffnung und Beerlao…!

Wo ist das Spiel? oder: der etwas ausgefallene Spielbericht

Gepostet am

Gerade erst hatte ich die Bestätigungsmail erhalten: Ich bin jetzt offizieller 11freunde-Auslandskorrespondent. Denn die Story von meinem Stadionbesuch beim Hai Phong FC erscheint in der Rubrik „Auswärtsspiel“ in der aktuellen 11freunde-Printausgabe. Yeah!
Und schon steht mein nächstes Auswärtsspiel an, das ich heute in Pakse, im Süden von Laos, im Champasak Stadium sehen werde! Ich habe extra meine Weiterreise nach Kambodscha um einen Tag verschoben, damit ich das Spiel am Sonntagnachmittag noch sehen kann.
Endlich wieder Matchday! Die Vorfreude steigt. Ich fahre artgerecht mit dem Tuktuk vors Stadium und bin dort alleine! Und mit alleine vor dem Stadium ist hier gemeint: Außer mir ist hier niemand und das obwohl das Stadion mitten in der Stadt liegt! Die Lage ist so aussichtslos und deutlich, dass selbst ein Naivling wie ich erkennen muss: Hier findet heute definitiv kein Spiel statt. Trotzdem kann ich ins Stadion gehen und mich davon überzeugen, dass sich auch IM Stadion niemand befindet. ich schlendere ums Stadion und dahinter befindet sich eine weitere, überdachte Sportanlage, auf der sich Leute befinden. Ich schaue mir das mal näher an und erkenne, dass dort Boule gespielt wird. Neben dran Tische, darauf Bierflaschen. Ich fühle mich willkommen, setze mich, bestelle mir eine kalte Flasche Beerlao und schau mir dann doch noch mein Auswärtsspiel an, das auf erstaunlich hohem Niveau ist…

Aufbereitung: Wie konnte es dazu kommen?
Ich hatte schon vor einigen Wochen nach einem möglichen Fußballspiel in Laos geschaut und als es dann klar war, dass ich an/ um dieses Wochenende in Pakse sein würde, hatte ich die Recherche noch einmal konkretisiert. Und mir wurde dieses Spiel vom Champasak Avenir FC bestätigt, auch dank der Mittäterschaft von chatgpt – nennen wir den Schurken/ Versager doch mit Klarnamen. Denn hier handelt es sich um mehr als nur einen vagen Anfangsverdacht. Mir liegt die belastende Korrespondenz vor und dieser Skandal soll hier in aller schonungslosen Offenheit dargelegt werden. Herr Boe heute als Enthüllungsjournalist:
Nachfrage, Sonntagmorgen, Matchday:

Chatgpt ist sich offensichtlich noch keiner Schuld bewusst. Die Seite, „die ich früher gesehen habe“, war die Info von Chatgpt selbst!!

Investigative Nachfrage von Herrn Boe:

Bla Bla Bla! Mit heißer Luft kenne ich mich aus. Habe ich selber schon genügend davon produziert… Das Blöde ist eigentlich der Erkenntnisprozess. Ich kann dieser unfähigen KI ja gar nicht böse sein, sondern nur mir selbst. Denn letztendlich bin ich ja der Depp, der sich nicht ausreichend informiert hat und sich in einer Vereinigung aus Naivität, Faulheit und ungerechtfertigtem Vertrauen von einer fehlerhaften Technologie leiten und in die Irre bzw. vors leere Stadion führen lässt. Na, bravo, Herr Boe. Auf diese Erkenntnis hätte ich auch verzichten können!