NZL – finally

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NZL – finally
Neuseeland, da ist es! Und es wird einem echt leichtgemacht, anzukommen und sich direkt wohlzufühlen.
Nachdem ich am Check-in-Schalter in Hongkong noch einen Flug buchen musste, um zu beweisen, dass ich Neuseeland auch (jemals) wieder verlassen werde, ansonsten hätte ich in Hongkong nicht einchecken können(!), will davon in Christchurch am Airport niemand etwas wissen: „Welcome, enjoy und hereinspaziert!“ wird mir entgegengelächelt. Na gut!
Nachdem ich am Flughafen an zwei ATMs gescheitert bin und keine neuseeländischen Dollar abheben konnte, berät mich am Info-Schalter ein älterer Mann, wie ich den dritten und letzten, etwas versteckten ATM im Flughafengebäude finden könne. Und, als hätte sich seine Nettigkeit wie ein ATM-bezirzender Zaubermantel um mich gelegt, bekomme ich dort frische, lächelnde Dollar. Okay!
Mit Gepäck, Dollar und guter Laune gehe ich zur Bushaltestelle, um nach Christchurch zu fahren. Dort wartet bereits die Linie 8 auf mich. Ich steige ein und da das Bezahlen mit meiner Karte nicht funktioniert, reiche ich dem Busfahrer einen 50$-Schein entgegen. Er bekommt große Augen, hat kein Wechselgeld, dafür winkt er mich mit einem Lächeln rein. „Welcome to New Zealand!“ Ganz offenbar gilt der norwegische Spruch „Den bussjåfør, det er en mann med god humor“ zwar nicht für deutsche, aber auch für neuseeländische Busfahrer. Danke!
Beim nachmittäglichen Essen in Christchurch sitzt eine Engländerin mit mir am Tisch, die seit 12 Jahren in Neuseeland lebt. Wir unterhalten uns sehr nett, bestellen Bier und sie zeigt mir anschließend noch den sehr schönen botanischen Garten. Sie verabschiedet sich mit den Worten „See you in 4 weeks!“ Offensichtlich färbt Neuseeland auch auf andere Nationen ab! Da mache ich mir doch Hoffnung, auch selbst davon ein bisschen zu profitieren!
Ich halte an meinem ersten Tag mit meinem Camper an einem Aussichtspunkt. Neben mir steht ein Radfahrer in meinem Alter. Wir beiden schlecken am Eis (jeder an seinem!) und kommen ins Gespräch. Ganz selbstverständlich gibt er mir ausführlich Tipps für meine Reise und wünscht mir alles Gute dabei. Wie nett!
Selbst der Nordwind, den wir doch als fiesen Schurken und hässlichen Bruder von Väterchen Frost kennen, bringt hier tropische Temperaturen mit sich. Daran muss ich mich auch als Geograph erst einmal gewöhnen.
Danke bis hier hin, liebes Neuseeland, ich freue mich auf vieles mehr!

Wow – Aber!

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Wow – Aber!
Oder: Hongkong, die Stadt, die nicht lächelt!


Ich sitze am Airport Hongkong und nehme Abschied von Asien mit einer scharfen Tom Yum Suppe und bei allem „Wow!“, das Hongkong in mir ausgelöst hat, schwingt natürlich die ganze Zeit ein „Aber!“ mit. Denn Hongkong ist längst nicht mehr dieses offene, westliche Hongkong, das es mal war und das der Region und seinen Menschen so gut tun würde. Ja, und auch uns in Europa täte so ein Hongkong als Brückenkopf nicht nur in wirtschaftlicher, sondern besonders in gesellschaftlicher Hinsicht gut. Aber daran wurde in den vergangenen Jahre leider zur Genüge gedreht, geschraubt und geschreddert.
Viel spüre ich als Tourist davon natürlich nicht – wie auch. Es sind eher Kleinigkeiten, wie bei Ein- und Ausreise, die bis ins Kleinste professionell, formell und steril orchestriert ist. Gelächelt wird da nirgends. Auch in Punkto Ordnung und Regelgehorsam: Niemand geht über eine rote Ampel, alle stehen brav und warten, naja, Überwachungskamera hängen ja auch überall („Big Brother is watching you!“ wie man auf Kantonesisch sagt).
Und es sind verdammt wenig Kinder zu sehen. Das fällt mir natürlich besonders auf, nach meinen zwei Monaten in Südostasien. Das natürliche Bevölkerungswachstum von Hongkong ist inzwischen negativ. Lediglich Zuwanderung sorgt dafür, dass die Bevölkerung nicht schrumpft.
Viel mehr ist aber natürlich das, was ich nicht sehe, was nicht mehr da ist! Und das reist natürlich auch wie ein dauerhafter Schatten mit.
Ich weiß nicht, ob die Hongkonger:innen früher fröhlicher waren, keine Ahnung. Bunter, offener und demokratischer war diese Stadt auf alle Fälle. Und das ist einfach sehr schade…

Raus aus Hongkong!

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Nach zwei Tagen im Hochhausmeer von Hongkong möchte ich heute das richtige Meer sehen.
Gestern beim Mittagessen hatte ich ein nettes Gespräch mit einem Hongkonger, der gerade in seiner Mittagspause war und an meinem Tisch saß. Er machte mir ein paar Empfehlungen für außerhalb der Stadt. Und so mache ich mich heute auf den Weg nach Lamma Island. Angekommen am Pier, von dem mein Boot in ein paar Minuten abfahren soll, stellen ich und drei Franzosen vor mir fest, dass man nicht mit Karte und auch nicht bar bezahlen kann. Der Typ am Drehkreuz spricht undeutlich und fuchtelt deutlich nach draußen. Die drei jungen Franzosen sprinten los, gefühlt in vier Richtungen. Ich geh mal grob und parabelförmig hinterher, hatte ja mal Mathe-LK. Die Jungs vor mir sind schon am nächsten Pier angekommen, als ich aus dem Augenwinkel einen versteckten Schalter erblicken. Ich hole ihn aus dem Augenwinkel heraus und lese „Coin Exchange“. Ahh, an dem Drehkreuz hätte man auch Münzen einwerfen können. Aber die hat natürlich keiner. Ich wusste bis eben nicht mal, dass es Münzen in Hongkong gibt. Ich laufe hin, wechsle Münzen und renne zum Drehkreuz. Den noch immer hin- und herflitzenden Franzosen rufe ich zu, dass es hier Münzen gibt. Der Typ am Drehkreuz nimmt mir schnell die richtigen Münzen aus der Hand, wirft sie ein und ich sprinte an Bord: 10:19, eine Minute bis zur Abfahrt, das nächste Boot geht in 1,5 Stunden. Puh! Geschafft. Ich setze mich hin, als das Tor hinter mir schließt. Ohne Franzosen fahren wir los. Einmal um Hongkong Island herum und dann taucht Lamma Island auf. Wir landen an einem kleinen Fischerdorf, ein paar Boote in der Bucht, eine Straße mit ein paar leeren Restaurants an Land. Nach zwei Minuten bin ich alleine auf meinem Wanderweg. Es geht hoch und von Hongkong ist schon nach kurzer Zeit keine Spur. Es tut gut, sich hier draußen zu bewegen. Große Granitfelsen liegen hier wie vergessen auf dem Berg herum, schön, markant, zum Teil wie mit einer Axt in zwei Teile zerschlagen (Kernsprung, Kernsprung! jubelt der innere Geograph, der sich kurz aus dem Sabbatical zurückmeldet). Dann bin ich oben, der Blick geht ins Weite auf die andere Seite, wo dann fast nichts mehr ist, ein paar einzelne Containerschiffe, dahinter bis zum Horizont das Südchinesische Meer. In meinem Rücken irgendwo diese 7,5 Mio.-Stadt. Kaum zu glauben wie nah und fern das ist. Vier Stunden später bringt mich die Fähre innerhalb von 30 Minuten zurück in den Wahnsinn! Wow!

P.S.: Beim Essen auf Lamma Island werden ich von der Bedienung gefragt: „You want more penis?“ – What…?! – „You want more peanuts?“ äh, yes and yes!

Hongkong – wow!

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Beeindruckend! Das ist wahrscheinlich das treffendste Wort ist das ich für Hongkong übrig habe.
Eigentlich ist Hongkong ja eher zufällig zu mir und meiner Reise gekommen. Nach meiner Südostasien-Zeit war Neuseeland als nächstes großes Highlight geplant und erst bei meiner Suche nach Flügen von Ho Chi Minh City nach Neuseeland, wurden mir merkwürdige Verbindungen über Hongkong angeboten. Liegt eigentlich nicht so ganz auf dem Weg, dachte ich. Aber dann kann ich ja auch ein bisschen dableiben.
Nach meinen Tagen in HCMC allerdings war ich ein kleines bisschen großstadtmüde (lag vielleicht auch an meiner Sylvester-Erfahrung mit zwei Millionen Menschen auf der Straße, auf EINER Straße im engeren Sinne!). Dahingehend war Hongkong sicher nicht die richtige Wahl für meinen Stoppover.

Aber! Nun in Hongkong: Wow! Ich halte es zwar grundsätzlich mit Udo Jürgens und mag griechischen Wein und war noch niemals in New York und bin eigentlich nicht der mega Megacity-Fan. Aber Hongkong ist echt beeindruckend!
An meinem ersten Tag fahre ich auf der Hongkong-Insel mit der Peak Tram zum Peak Tower hoch, von dem man dann die komplette Bucht überblicken kann und das ist dann schon einfach, auch auf die Gefahr mich zu wiederholen, beeindruckend! Heute lass ich einfach mal ein paar Bilder sprechen…!

Fundstück – Schnelle Schnalle

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Auf dem Rückweg von meiner Weihnachtsinsel ist bei meinem großen Rucksack die Schnalle von meinem Hüftgurt gebrochen. Das Ding ist sackschwer (Ha! Wortwitz!), daher die Schnalle von gewisser Gewichtigkeit (Ha! Bäm!).
Da ich nun in Ho Chin Minh City bin, mit 14 Millionen Menschen die größte Stadt in Vietnam, habe ich den heutigen Tag der Schnalle gewidmet. Recherchen zu Outdoor-Geschäften haben etliche vage, aber auch verheißungsvolle Treffer ergeben. Es sollte also realistisch sein, so eine Schnalle zu bekommen, denke ich mir.
Hin und wieder sind solche kleinen Aufgaben beim Reisen hilfreich und strukturgebend. Während man sonst ja nur banale Touri-Dinge macht, kann man sich so mal um weltliche Dinge kümmern und sei es die Suche und der Kauf einer Rucksackschnalle. Klingt vielleicht komisch, aber Reisende wissen, was ich meine. Im Idealfall beschenkt man sich selbst mit einem kleinen Erfolgserlebnis und man kann einen Haken auf der To Do-Liste setzen.
Ein paar mögliche Geschäfte habe ich also gefunden. Bevor ich aber meinen vermeintlichen Joker ziehe, der weiter entfernt in einem anderen Bezirk liegt, schlendere ich zum Russian Market, der sich in fußläufiger Entfernung befindet. In einem großen Gebäude sind viele unterschiedliche Stände. Und anderem sehe ich Outdoor-Kleidung herumhängen. Ich nähere mich mit meiner kaputten Schnalle in der Hand und spreche einen Verkäufer an. Er sieht meine Schnalle, nickt und weist mir den Weg zu einem anderen Stand. Okay. Dort begrüßt mich freundlich und in gutem Englisch ein junge Frau. Sie lächelt mich (oder die Schnalle) an und beginnt direkt, in einer Schublade rumzukruschteln. Zehn Sekunden später hält sie eine Schnalle in der Hand (Tada!). Ich staune. Ist das jetzt wirklich so einfach gewesen…?! Ich lächele erfreut und zücke meine Geldscheine aus der Tasche. Aber da winkt sie ab! Nein, nein, ich muss nichts zahlen! „Happy New Year!“ Da lächele ich gleich noch ein bisschen breiter und stammele ein mühevolles „Chuc mung nam moi“ (und streue noch ein paar Akzente drüber), was zu einiger Heiterkeit in der Runde führt und dann ist mein Tagwerk vollbracht.
Verdammt, was mache ich denn jetzt mit dem freien Tag…? Naja, vielleicht schreibe ich einfach ein paar Postkarten…!