Monat: Januar 2026

Auswärts Zuhause – Zuhause im Unterwegs

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Auswärts Zuhause – Zuhause im Unterwegs
Es ist der 28.1.26 und ich bin genau drei Monate unterwegs und viel weiter weg von Zuhause als jetzt gerade geht nun wirklich nicht. Hab mal in den Luftlinienrechner (Luftlinie.org) die Städte Queenstown und Stuttgart eingegeben; 18409 km! Das ist schon ziemlich genau die andere Seite der Scheibe. Brest in der Bretagne würde es auf 19373 km schaffen (merkt Euch das. Das ist klausurrelevant!)
Und ich gebe zu, manchmal fühle ich mich auch sehr weit weg von Zuhause, von Freunden, von Familie, ziemlich allein! Auch wenn gerade in Neuseeland hinter jeder Ecke ein „Wow!“ lauert und jeder nächste Tag schon sein „Wow!“-Schatten vorauswirft. Trotzdem – ich will nicht sagen, das Wow ermüdet – gibt es diese Momente, in denen das Alleinsein und auch das Müdesein vom ewigen Unterwegs selbst einem Ablenkungskünstler wie mir den Zahn oder zumindest das Zahnfleisch zieht.
Was tut man in solchen Momenten? Was hilft? Wo findet man das Zuhause im Unterwegs?
Oft sind es Kleinigkeiten, manchmal können sie schnurren! Ich hatte gerade meinen Camper in Queenstown auf einem teuren fancy pancy Campingplatz geparkt. Von Queenstown war ich schon im Vorfeld etwas genervt, da es wenige/ keine Möglichkeiten gab, entspannt mit dem Camper irgendwo zu stehen. Free Camping war verboten. Und so war ich mit meiner grummeligen Laune hier gelandet, als – wie bestellt – eine getigerte Katze um die Ecke und direkt zu mir kam. Sie ließ sich ausgiebig von mir streicheln, inspizierte dann meinen Camper, dessen Seitentür offenstand ,und sprang rein, um es sich auf meinem Bett bequem zu machen, so als wäre es ihr Zuhause. Ich ließ die Tür offen, streichelte sie hin und wieder und sie blieb zwei Stunden. Meine schlechte Laune war weg. Als ich am nächsten Morgen spät frühstückte (ich musste am Vortag aufwändig in einer Bar in Queenstown für eine Story recherchieren!), kam die Katze wieder vorbei und leistete mir Gesellschaft, obwohl ich ihr gar nichts Katzengerechtes anbieten konnte. Merke: Eine Katze im Auto ist ein deutliches Zeichen für Zuhause!
Ebenfalls fast wie Zuhause fühlte ich mich am Kiosk Creek, meinem Stellplatz zwischen Te Anau und dem Milford Sound, wo ich tatsächlich mal drei Nächte stand. Es stellten sich wohlige, beruhigende Routinen ein. Ich hatte mein Tischchen aufgebaut, an dem ich morgens Kaffee trank und Abends etwas kochte und dazu einen tollen Ausblick auf die Berge hatte. Dazu gesellte sich zu den Essenszeiten eine Robin-Familie, die mir über die Füße hüpfte und völlig entgegen dem deutschen Sprachgefühl nicht die Rosinen, sondern die Erdnüsse aus dem Studentenfutter pickte. Eine Weka kam regelmäßig aus dem Gebüsch und inspizierte neugierig die Nahrungsmitteldargebot und war sehr an meinen Vortagsnudeln interessierte. Ach, wie schön! Es fühlte sich richtig nett und entspannt an, am Abend an den gleichen Platz zurückzukommen, anstatt wie sonst immer weiterzureisen.
Als ich in Queenstown am zweiten Tag meiner aufwändigen Bierrecherche ins Atlas Beer Cafe (guter Name) an die Theke ging, begrüßte mich der Wirt mit einem freundlichen „Nice to see you again“. Ohh ja, das fühlt sich nach Heimat an, wenn einen der Wirt lächelnd grüßt.
Was natürlich sonst noch gut tut: chatten, telefonieren, Blogs liken und kommentieren (indirekter Handlungsauftrag, der durch diesen Hinweis zum direkten wird!). Aber das ist ja klar und vielen Dank an alle da draußen, die das tun (und die das tun werden)! Das hilft sehr! Bussis gehen raus!

Cheers Mate!

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Cheers Mate!
Sorry A.! Und großes Sorry an all meine anderen Beer-Buddies!
Jetzt habe ich schon diversen Gruppen eigene Blogbeiträge gewidmet: Vogel vs Spiele; meine VfB-Gruppe ist natürlich auch schon erwähnt worden. Aber was ist eigentlich mit meinen Beer-Buddies…?!
Gestern wurde ich, nach meinem „Vogel vs Spiele“-Blog, von A. darauf hingewiesen, dass Neuseeland ja auch noch anderes zu bieten hätte: Wie wäre es denn mal mit einem Biervergleich, einem Bericht über die neuseeländische Bierkultur. Daraufhin schickte ich ihm eilig, vorauseilend und dumm folgendes Foto!

Sorry A.! Mein Fehler

Ich wollte schnell die aufkommenden Wogen glätten… naja, wie gesagt, dumm von mir!
„Bist du nach NZL gefahren, um Radler zu trinken!“ so stand es in der völlig berechtigten Anklageschrift. Denn Neuseeland hat eine lebendige Bierkultur.
War ich bei meinem bisherigen Reisen fehlgeleitet, war ich Bieren aus dem Weg gegangen, war ich falschen Freunden (Radler) gefolgt, hatte ich meinen Bildungsauftrag denn vollkommen vergessen? Ja, was waren eigentlich deine verfickten Prioritäten, Herr Boe?!
Wie konntest du denn ausgerechnet Bier vergessen? Zu viel Bier getrunken…? Oder welche faule Ausreden hast du noch parat? Bestimmt einige, wie ich dich kenne! Halt doch noch mal schnell verlogen lächelnd ein Radler vor die Aussicht. Au Mann! Also, noch mal in aller Form: Sorry, A., liebe Bierfreunde, es tut mir wirklich leid!
Denn natürlich bin auch in Biergruppen aktiv. So besitze ich die „Beer With Me“-App, mit der ich meinen Buddies mitteilen kann, wo ich gerade welches Getränk zu mir nehme, was natürlich von sehr hohem praktischen Wert ist! Außerdem habe ich die „Untapped“-App, in der ich Biere bewerten kann und auch hierüber bin ich mit Freunden verbunden. Dann bin ich noch in einem privaten Kollegen-Chat „Gehen zum Afrikaner, essen mit den Händen und trinken ein Bier“ (Grüße gehen raus!) sowie in anderen Gruppen, in denen unabhängig von Rang, Namen und Anlass (un)regelmäßig Bier getrunken wird. Quasi als Schnittmenge.
Wohl verdient, ja, dringend notwendig ist es also, dass ich mich nun endlich dem Bier auf Reisen widme. Exemplarisch versacke ich für Euch im „Atlas Beer Cafe“ in Queenstown, einem würdigen Ort, an dem es 24 neuseeländische Biere vom Fass gibt und sie sind alle richtig lecker. Nicht alle 24, aber zumindest alle, die ich probiere… Nach meinen zehn Wochen in Asien ist das wie im Paradies! Selbst das letzte, vor dem mich meine Oma gewarnt hat, schmeckt noch richtig gut. Obwohl meine Oma ja zurecht gesagt hat, man solle weniger letzte und mehr erste Biere trinken! – Das ist allerdings nur ihre zweitbekannteste Bierwahrheit. Denn von ihr stammt auch der Spruch: „Wer ein Bier holen kann, der kann auch zwei holen!“ Und dieser Satz, merkt ihn Euch, hat mir in meinem Leben schon etliche Biere beschert! Bitte gerne ausprobieren, wenn jemand mit nur einem Bier von der Theke zurückkommt. Aber (wichtig!) immer mit der Einführung: „Lorettas Oma hat ja gesagt:…“
Ob nun mein Versuch gelungen ist, verlorenes Biervertrauen zurückzugewinnen, das müsst Ihr mir sagen! Kann mir A. meine Radler verzeihen…? Und um zu beweisen, dass ich jedes Bier ernstgenommen und aufrichtig genossen habe, kommt hier eine umfangreiche und doch unvollständige Foto-Dokumentation.
Demnächst gerne mal wieder analog und in Echtzeit mit Dir, A., und mit Euch anderen natürlich auch!
Schließen möchte ich mit einem weiteren Zitat meiner Oma: „Gutes Bier trinkt man in guter Gesellschaft. Wenn das nicht geht, dann in schöner Landschaft!“ – Und dahingehend bin ich in Neuseeland ja nun wirklich am richtigen Ort!

CamperMate

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Na klar, ich bin inzwischen auch alt genug, um zu sagen, ahhh, früher war das Reisen doch etwas ganz anderes, viel ursprünglicher, unvorhersehbarer, natürlicher, wahrhaftiger! Heute mit dem Smartphone kann ja jeder reisen! „Große Worte = großer Bullshit!“ ist allerdings auch so eine Gleichheit, in der viel Wahrheit steckt.
In Neuseeland begleitet mich die App CamperMate, entwickelt von und für Camper, die in Neuseeland unterwegs sind – und davon gibt es einige. I can tell you! Die App zeigt mir, wo ich mit meinem kleinen „self contained“ Camper abgesehen von „normalen“ Campingplätzen stehen kann, oft kostenlose Plätze. Dazu kann ich mir Bilder und Kommentare von anderen Nutzer:innen anschauen. Zudem findet man Infos, wo man sein Klo leeren oder das Wasser auffüllen kann, wo sich öffentliche Duschen und vieles Nützliches mehr finden lassen.
Auf meiner Suche nach einem geeigneten Stellplatz nach meinen Regentagen an der Ostküste finde ich einen Platz für einen schönen Zwischenstopp auf dem Weg zu den Fjorden im Südwesten. Es handelt sich um ein kleines Weingut, Como Villa, an dem auch Weintastings angeboten werden. Das gefällt! Um sicher zu gehen, einen Platz zu bekommen, rufe ich vormittags an und erfahre, jaja, wenn ich um 4pm da bin, sollte es klappen.
Als ich um 3pm ankomme, wirkt der Ort verlassen. Ein anderes Wohnmobil steht einsam herum. Das dazugehörige Pärchen hat schon das alte, oder besser, antike Gebäude gefunden, wo das Tasting stattfinden soll. Aber auch doch ist niemand. Wir kommen ins Gespräch, sehr nettes Pärchen aus Kiel, bereits zum dritten Mal in Neuseeland. Ganz selbstverständlich driftet mein Sprachstil in einen gemütlichen norddeutschen Singsang. Ein bisschen Heimat streift mein Gemüt.
Kurz vor 4 fährt ein Auto vor, unser Gastgeber. Wir bekommen eine eineinhalbstündige Weinprobe (vier verschiedene Weine und dazu ein Portwein) inklusive der bewegten, interessanten Geschichte des Weinguts, das gleichzeitig ein privates Museum ist. Großartig (erzähle ich gerne mal genauer bei einem Glas Wein!). Meine norddeutschen Mitprobanden kaufen noch eine Flasche Portwein, zu der sie mich im Anschluss in ihr etwas geräumigeres Wohnmobil einladen. Danke dafür und die vielen Insidertipps!
So endet auch dieser neuseeländische Reisetag mal wieder mit vielen (netten) Überraschungen, auch dank CamperMate.

Spielegruppe vs Vogelgruppe

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Spielegruppe vs Vogelgruppe
Spoilerwarnung: Es könnte etwas Nerdy werden! Zu meiner eigenen Schande muss ich mich vorher schon mal outen: Ich bin gar kein richtiger Nerd. Und das, obwohl ich gleich in zwei höchstverdächtigen Gruppen „aktiv“ bin. Auf der einen Seite bin ich in einer Spielegruppe, die auf den harmlosen WhattsApp-Namen „Spieleabend“ hört, was aber nicht annähernd verheißt, was dort so passiert und gespielt wird, nämlich meist hochkomplexe Boardgames, die allesamt nicht in der durchschnittlichen Spielesammlungskiste stecken. Unter anderem gibt es dort ein Spiel, das sich detailgetreu mit der Lord of the Rings-Saga befasst, bei dem die Gefährten/ Spieler quasi allen Gefahren von Mittelerde ausgeliefert sein – und nein, das ist keine Übertreibung! Und allen, die das anzweifeln, sei gesagt: Ihr habt ja keine Ahnung! Einige meiner Mitspieler stecken bis zum Hals in der Materie und kennen sich deutlich besser im Auenland aus als der Otto-Normal-Hobbit. Einer von ihnen, nennen wir ihn H., hat mir jetzt für meinen Neuseelandtrip Hausaufgaben aufgegeben, Originaldrehorte aufzusuchen und dort Orks niederzumetzeln oder den heiligen Gral zu finden (was weiß denn ich…?!). Mein Ausredeversuch, ich sei im Sabbatjahr und mache daher keine Hausis, wurde müde und abschätzig wegignoriert. Die Erwartungen sind hoch und ich darf meine Gefährten nicht enttäuschen!
Auf der anderen Seite bin Teil der Gruppe „Horny Ornies“, die sich einmal im Jahr zu einem vogelkundlichen Ausflug trifft und sonst vogelaffines Zeugs oder besondere Sichtungen postet. Die über ganz Deutschland verstreuten Gruppenteile zusammenzubringen, ist jedes Jahr das Hauptproblem. Und so habe ich es auch erst zweimal geschafft dabeizusein. Zudem, ich bin ehrlich, ist meine Vogelexpertise beschränkt – abgesehen vom Uhu-Lockruf, den ich hervorragend beherrsche (wirklich!). Mein Lieblingsvogel ist der Flamingo. Das sagt schon alles!
In beiden Gruppen bin ich also, was den Nerdfaktor angeht, eher am unteren Ende der Skala oder, um es noch deutlicher zu sagen: das untere Ende der Skala! Aber ich mag die Leute in beiden Gruppen und das soziale Miteinander um so mehr.
Meine heutige Wanderung steht nun vor der kniffligen Aufgabe, beiden Gruppen gerecht zu werden und wird vermutlich doch nur die hohen Erwartungen enttäuschen. Aber dafür bin ich ja gerne da!
Entgegen der Hausaufgabe aus meiner Spielegruppe, weil es in Rohan/ Edoras aus Kübeln regnet, habe ich mich für eine Wanderung in der Rakaia Gorge entschieden. Hier soll zum einen ein bisschen Mittelerde-Gefühl aufkommen und zum anderen Vögel zu beobachten sein.
Hier meine gesammelte Eindrücke! Aber entscheidet ihr, liebe Vogel- und Spielefreunde: in welcher Gruppe darf ich in Zukunft noch posten?
Bin schon gespannt, welche Gruppe zufriedener und welche enttäuschter von meiner Performance ist. Aber! Ich erwarte hier schon hochwertige, fachlich begründete, gerne auch persönliche Enttäuschungen! Die Vogelgruppe bitte ich um Bestimmung der Vögel – ohne Zuhilfenahme einer KI, versteht sich! Denn das kann ich ja selbst!

Na, liebe Vogelfreunde, kommt der euch bekannt vor…?
Nein, keine Sorge, der Hobbit ist in Sicherheit!

NZL – finally

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NZL – finally
Neuseeland, da ist es! Und es wird einem echt leichtgemacht, anzukommen und sich direkt wohlzufühlen.
Nachdem ich am Check-in-Schalter in Hongkong noch einen Flug buchen musste, um zu beweisen, dass ich Neuseeland auch (jemals) wieder verlassen werde, ansonsten hätte ich in Hongkong nicht einchecken können(!), will davon in Christchurch am Airport niemand etwas wissen: „Welcome, enjoy und hereinspaziert!“ wird mir entgegengelächelt. Na gut!
Nachdem ich am Flughafen an zwei ATMs gescheitert bin und keine neuseeländischen Dollar abheben konnte, berät mich am Info-Schalter ein älterer Mann, wie ich den dritten und letzten, etwas versteckten ATM im Flughafengebäude finden könne. Und, als hätte sich seine Nettigkeit wie ein ATM-bezirzender Zaubermantel um mich gelegt, bekomme ich dort frische, lächelnde Dollar. Okay!
Mit Gepäck, Dollar und guter Laune gehe ich zur Bushaltestelle, um nach Christchurch zu fahren. Dort wartet bereits die Linie 8 auf mich. Ich steige ein und da das Bezahlen mit meiner Karte nicht funktioniert, reiche ich dem Busfahrer einen 50$-Schein entgegen. Er bekommt große Augen, hat kein Wechselgeld, dafür winkt er mich mit einem Lächeln rein. „Welcome to New Zealand!“ Ganz offenbar gilt der norwegische Spruch „Den bussjåfør, det er en mann med god humor“ zwar nicht für deutsche, aber auch für neuseeländische Busfahrer. Danke!
Beim nachmittäglichen Essen in Christchurch sitzt eine Engländerin mit mir am Tisch, die seit 12 Jahren in Neuseeland lebt. Wir unterhalten uns sehr nett, bestellen Bier und sie zeigt mir anschließend noch den sehr schönen botanischen Garten. Sie verabschiedet sich mit den Worten „See you in 4 weeks!“ Offensichtlich färbt Neuseeland auch auf andere Nationen ab! Da mache ich mir doch Hoffnung, auch selbst davon ein bisschen zu profitieren!
Ich halte an meinem ersten Tag mit meinem Camper an einem Aussichtspunkt. Neben mir steht ein Radfahrer in meinem Alter. Wir beiden schlecken am Eis (jeder an seinem!) und kommen ins Gespräch. Ganz selbstverständlich gibt er mir ausführlich Tipps für meine Reise und wünscht mir alles Gute dabei. Wie nett!
Selbst der Nordwind, den wir doch als fiesen Schurken und hässlichen Bruder von Väterchen Frost kennen, bringt hier tropische Temperaturen mit sich. Daran muss ich mich auch als Geograph erst einmal gewöhnen.
Danke bis hier hin, liebes Neuseeland, ich freue mich auf vieles mehr!